All thinking/thought is feedback

Hallo!
Das begegnet mir in einem Roman immer wieder als Einleitung zur stichwortartigen Beschreibung von körperlichen Symptomen in Folge sozialer Ablehnung (Sozialphobie).

Natürlich kann ich das einfach so übersetzen, aber ist das eine feststehende Floskel für die es eine feststehende Übersetzung gibt?
Gruß,
Eva

Ich verstehe nicht einmal, was mit „all thinking is feedback“ in Bezug auf die Sozialphobie konkret gemeint sein könnte, obwohl ich das von Berufs wegen drauf haben müsste, wenn es ein fester Zusammenhang wäre.
Vielleicht magst die Textstelle mal zitieren.

Gruß
F.

Man könnte die angeführte englische Fügung deutsch schlicht mit Rückkoppelung übersetzen.

In den Wissenschaften von den natürlichen Lebensvorgängen im menschlichen Körper wird die Rückkoppelung in diesem Sinne als Erklärungsansatz für die Regelungsvorgänge zwischen den Sinnesorganen und den Bewegungsvorgängen herangezogen, wonach ein allgemeines Lebensgeschehen eine Rückmeldung über die Nervenbahnen an das Bewußtsein herbeiführt.

Hi,

Ich kann dir zumindest mein Verständnis des Ausdrucks anbieten.
Alles, was wir im Laufe unseres Lebens über andere Menschen lernen, formt unser Bild von ihnen und unsere Erwartungen an Menschen, die wir neu kennenlernen- oder überhaupt unseren Wunsch oder unsere Abneigung, andere kennenzulernen. Auch unsere Gedanken formen diese Erkenntnisse: wir machen uns nur sehr selten die Mühe, jemanjemanden tatsächlich kennenzulernen. Wir nutzen unsere Erfahrungen (Vorurteile, Stereotype) , um neue Menschen einzuordnen. So kommt das Feedback über unsere Umwelt aus unserem denken, nicht aus der Beobachtung. Eine Frau im ingenieursberuf kann in unserer Wahrnehmung nichts können, wenn wir noch keine vorher gesehen haben. Und dann werden wir an ihr auch nur die Sachen sehen, die diese Wahrnehmung bestätigen.

Die 2

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Smartphone-Typo. Ich wollte mit
Die Franzi
unterzeichnen.

Danke an euch!
Ich kann (darf) den ganzen Passus nicht zitieren. Es geht darum, dass in sozialen Stressituationen der Körper reagiert wie bei einer physischen Bedrohung, Schwitzen, Blutdruckanstieg etc. Diese unangenehmen Gefühle verbinden sich mit der Situation und es entsteht ein Teufelskreis, weil die Signalbahnen im Gehirn sich verfestigen. Es entstehen Vorstellungen, die dazu führen, dass „social systems“ als angsteinflößend empfunden werden und postwendend wieder der Angstreflex ausgelöst wird. All thought is Feedback (an einer Stelle: "feedback and association)
„Rückkopplung“ ist ein guter Vorschlag …
Mit thought sind wahrscheinlich die assumptions (Vorstellungen, Annahmen) gemeint, obwohl nach meinem Bauchgefühl das keine wirklichen Gedanken sind. Sie sind kleine Feststoffbröckchen im Adrenalinmeer, kondensiertes Gefühl im Mantel der Vernunft. (Ich muss heute Abend bei einer Veranstaltung etwas singen, a capella, nur ich und meine Stimme - mir dampft das Adrenalin aus allen Poren )
Gruß,
Eva

Hi,

Du beschreibst hier das, was Psychologen den Angstkreis nennen. Das sind keine bewussten Gedanken, die man da hat, also nicht bewusst im Sinne von steuerbar, sondern bewusst in dem Sinne, dass man sich ihrer Gewähr ist und sie auch schon vorher äußern kann. Z.b. „ich will nicht auf die Party. Keiner wird mit mir reden, und ich werde alleine in der Ecke stehen.“ Und weil ja eh keiner mit einem redet, spricht man keinen an und steht alleine in der Ecke. Wird man doch angesprochen, bricht Panik aus.
Näher am Angstkreis: man hat einmal in einem vollen Zug eine Panikattacke bekommen und konnte nicht aussteigen. Jetzt bekommt man schon Angst, wenn man nur im Zug sitzt. Es könnte ja wieder geschehen. Dann bekommt man schon auf dem Bahnsteig Angst, weil man ja gleich im Zug sitzt, wo man ja immer Angst hat. Irgendwann vergisst man, warum man eigentlich Angst vor dem Zugfahren hat, und vermeidet es trotzdem, aus Angst vor der Angst. Der Kreislauf ist einen bewusst, oft auch die Irrationalität, aber alleine kommt man kaum raus.

Die Franzi

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