Nabend,
wie kommt es, dass das Wort „alle“ zwei so gegensätzliche Bedeutungen in sich vereint? Einmal bezeichnet es eine Ganzheit, das andere Mal eine Leere.
LG Hahu
Nabend,
wie kommt es, dass das Wort „alle“ zwei so gegensätzliche Bedeutungen in sich vereint? Einmal bezeichnet es eine Ganzheit, das andere Mal eine Leere.
LG Hahu
Hallo,
meine Vermutung:
einmal ist die Ganzheit da.
Dann sind ALLE da.
einmal ist die Ganzheit weg:
Dann sind ALLE weg.
Und wenn das Glas „alle“ ist, dann ist alles leer.
Gruß
Lawrence
Halo, Hahu,
wie kommt es, dass das Wort „alle“ zwei so gegensätzliche
Bedeutungen in sich vereint? Einmal bezeichnet es eine
Ganzheit, das andere Mal eine Leere.
dazu stellt Grimm [unter II. 6)] ausführliche Überlegungen an, ohne jedoch zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen:
Auszug:
„Wol aber musz als merkwürdige, dem anschein nach uralte eigenheit unsrer sprache hervorgehoben werden, dasz sie praedicatives all im sinne von erschöpft und beendigt kennt: das geld ist all will sagen verthan, durchgebracht; der wein ist all, rein ausgetrunken; die freude ist nun all, zu ende; es ist all all, antwortet man begehrenden kindern;….
[…]
hinter dem praedicat es ist all = erschöpft musz ein älteres es ist all = vollständig, ganz, bereit gelegen haben, das zwar in den sprachdenkmälern noch nicht aufzufinden steht; doch die redensart es ist all zeigt sich gegründet und für die geschichte des wortes all bedeutsam. wo auch hier alle für all erscheint, musz es wie in alle der und alle mein unorganisch genannt werden.
Ob nun zwar das eben geschilderte praedicative all = erschöpft, zu ende gegangen aus ahd. und mhd. denkmälern noch nicht aufzuweisen steht; s darf doch kaum bezweifelt werden, dasz es damals schon in der sprache lebte. …“
Gruß
Kreszenz
Hallo,
möglicherweise kommt das aus dem Französischen.
Es wird die Anekdote erzählt, dass zwei hugenottische Schwestern, die in Berlin Strickwaren verkauften, ihren Kunden „c’est allé“ (deutsch: es ist (aus)gegangen) zuriefen, wenn die Ware nicht mehr auf Lager war. Aus dem „c’est allé“ wurde dann irgendwann „es ist alle“.
Quelle:
ISBN-13: 978-3423206426 Buch anschauen
Gruß
Roland
Hi,
möglicherweise kommt das aus dem Französischen.
Es wird die Anekdote erzählt, dass zwei hugenottische
Schwestern, die in Berlin Strickwaren verkauften, ihren Kunden
„c’est allé“ (deutsch: es ist (aus)gegangen) zuriefen, wenn
die Ware nicht mehr auf Lager war. Aus dem „c’est allé“ wurde
dann irgendwann „es ist alle“.
Klingt mir zu sehr nach einer der üblichen Volksetymologien à la „Fissimatenten“ (was angeblich von frnz. visite ma tente! kommt) und ist vermutlich genauso wahrscheinlich: nämlich gar nicht. 
Aber eine nette Anekdote gibt es allemal ab.
Cheunènne grousse aûsse Chienats,