Hi Mütter und Väter,
in einem Film fiel der Satz, dass es ein Mythos sei, dass Eltern ihre Kinder gleich (stark) lieben. Das beschäftigt mich und ich möchte Euch fragen, wie ihr das empfindet.
Zu mir: Ich habe zwei sowohl vom Aussehen als auch vom Charakter völlig unterschiedliche Söhne (25+29)… D.h. für mich, dass ich natürlich bei jedem andere Eigenschaften liebe, jeden auf seine Art.
Um ein (konstruiertes) Beispiel zu nennen: Würde ich mit Sohn 1 in den Urlaub nach X fahren, würde dieser Urlaub völlig anders ausfallen als mit Sohn 2 am gleichen Ort. Aber er wird nur „anders“ sein aufgrund anderer Interessen, deshalb aber nicht weniger interessant oder schön oder was auch immer.
Allerdings: was die „Summe der Liebe“ betrifft, da liebe ich beide gleich, d.h. es wird niemand gewollt oder unbewusst bevorzugt, ich bin für beide jederzeit und ohne Einschränkung da und die Vorstellung von möglichem (und hoffentlich nie zu meinen Lebzeiten eintretendem) Verlust ist bei beiden gleich grausam.
Wie ist das bei euch?
Dank+Gruß,
Anja
Hallo Anja,
Ich finde, du hast recht. Wobei man auch zeitliche
Schwankungen mit einbeziehen sollte. Es gibt einfach
Zeiten, wo ich einem Sohn naeher stehe als dem anderen.
Aber das aendert im Prinzip nichts an meiner Liebe zu
beiden.
Ich entdecke auch, dass ich einem der Jungs in meinem
Naturell aehnlicher bin, als dem anderen. Wir schwimmen
in vielem auf der gleichen WEllenlaenge. Das vermittelt
zuweilen ein sehr grosses Naehe-Gefuehl. Trotzdem hat das
nichts mit Liebe zu tun. An meinem Partner liebe ich ja
unter Umstaenden gerade das Mir-Fremde mehr, als das Mir-
Gleiche.
Ueberhaupt finde ich die Quantifizierung von Liebe etwas
daneben. Ich liebe meine Soehne. Unterschiedlich in der
Qualitaet manchmal. Selbst wenn ich einen mehr als den
anderen lieben wuerde (was ich nicht glaube) - wie wollte
ich das messen? Wenn es in den messbaren Bereich fiele,
also so dass es mir (und anderen oder gar ihnen selbst)
auffiele, wuerde ich anfangen mir Sorgen zu machen.
Gruesse, Elke
Hallo,
solange die Kinder klein sind, wird es (zumindest bei den Müttern) über das Hormonsystem reguliert. Du liebst eben deine Kinder und hast keine Chance, dich dem zu entziehen. Wenn die Blagen dann größer werden, das schwächt sich dieser Einfluß ab. Mit zunehmenden Lebensalter und natürlich erst Recht nach der Pubertät schwächt sich die Oxytocin- und Vasopressinausschüttung bei dir ab. Du hast jetzt die Chance, deine Kinder auch abgestuft zu lieben, zu mögen, ihnen indifferent gegenüber zu stehen oder sie zu hassen.
Wenn du deine beiden gleich liebst ist das prima, hat aber nichts über grundsätzliche Zusammenhänge zu sagen.
Grüßle
Der Antwortassistent
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Hi,
solange die Kinder klein sind, wird es (zumindest bei den
Müttern) über das Hormonsystem reguliert. Du liebst eben deine
Kinder und hast keine Chance, dich dem zu entziehen.
Das ist afaik klar falsch. Hast Du einen Beleg, dass das so ist?
Ich finde nirgends einen Hinweis daraauf.
Euer CMБ
Hi Anja,
bei uns (zwei Jungs) ist es so, daß der eine ein ABklatsch von mir, der andere ein Abklatsch meiner Frau ist. Sowohl äußerlich, als auch von Charakter.
Daher ist mir ‚Meiner‘ in vielen Dingen sehr ähnlich und wir verstehen uns meist prächtig. Auf der anderen Seite hat er genau die gleichen Macken, die ich auch an mir nicht und kann sie auch bei ihm schlecht ab.
Beim anderen ist es so, daß er viele Weenszüge meiner Frau hat, wofür ich ihn alleine schln lieben könnte. Aber er hat auch viele Macken die meine Frau hat und dafür …
Der Vergleich mit dem Urlaub gefällt mir.
Wie schon gesagt wurde:
In Summe hoffe ich, daß die Liebe gleichverteilt ist, aber es gibt partielle Bevorzugungen, die sich aber (hoffentlich) ausmitteln.
Hergeben will ich keinen von beiden nienimmernienicht!
Hallo Anja,
ich denke, dies kann man nicht so pauschalieren. Ich selbst habe es immer so erlebt, dass meine Eltern uns alle gleich geliebt haben und lieben (mit den üblichen Höhen und Tiefen, Schwankungen, Problemen, etc.) und würde dies auch als normal bezeichnen.
Ich kenne aber auch Familien, in denen man beobachten kann, dass dies aus unterschiedlichsten Gründen anders ist. Sei es, dass ein Kind „aus der Art geschlagen ist“ und z.B. gegenüber seinen Eltern straffällig geworden ist, oder sei es auch deshalb, weil aus mehr oder weniger egoistischen Gründen die Liebe mit einer Nutzenbetrachtung verknüpft wird oder eben rein faktisch eine größere Nähe zu einem Kind auch nach dessen Erwachsenwerden besteht als zu den anderen Kindern.
So kenne ich aus nächster Nähe einen Fall, wo die direkt nach der Schule ausgezogenen Kinder ganz klar gegenüber dem im elterlichen Haushalt verbliebenen Kind abgeschichtet werden und der Spruch „du bist meine Beste“ regelmäßig zu hören ist; selbst auf dem Totenbett.
Hierin liegt eine Mischung aus einerseits einer natürlich gegebenen langjährigen engeren Beziehung (die anderen Kinder waren mehr oder weniger im Streit ausgezogen und kamen höchst selten mal zu Besuch, Eltern suchten auch nicht unbedingt den Kontakt) als aber eben auch eine meiner Meinung nach ungute Verknüpfung mit gezogenen und zu ziehenden Nutzen, denn die „Beste“ hielt man sich natürlich auch warm, da sie den Haushalt führte, …
Von daher denke ich, muss man dieses Thema sehr differenziert sehen und schon die ein oder andere Möglichkeit sehen, dass es Eltern gibt, die aus diversen Gründen in der Lage sind bewusst oder auch unbewusst bei der Liebe zu ihren Kindern zu unterscheiden. Was ich aber nicht glaube ist, dass es ein Grundprinzip ist, dass Eltern ihre Liebe unterschiedlich verteilen. Ich denke eher, dass der Normalfall sein dürfte, dass Eltern vielleicht unterschiedliche Dinge an ihren Kindern lieben, hierdurch aber keinerlei Rangfolge begründen wollen.
Gruß vom Wiz
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HAllo …Machine,
(passt irgendwie zu deiner Antwort)
Danke, dass du mich aufgeklaert hast.
Vaetern und Adoptiveltern sprichst du im Rundum-
schlag die Faehigkeit zur Kinderliebe ab. Interessant.
Gruesse, Elke
Hallo Wiz,
Von daher denke ich, muss man dieses Thema sehr differenziert
sehen
Totale Zustimmung. (Anja hatte allerdings gefragt: wie ist das
bei euch?, wenn ich mich recht erinnere.)
Gerade dein Beispiel spiegelt meine eigene Situation verkehrt rum
wieder. Ich war die Spaetgeborene, meine Schwestern waren aus dem
Haus, bevor ich ein Teenager war. Ich habe jahrelang in dem
Glauben gelebt, das Lieblingskind zu sein. Und das genossen.
Und fiel aus allen Wolken als ich mit 30 merkte, dass meine Mutter
viel gerechter war, als ich je vermutet hatte.
Gruesse, Elke
(nebenbei: die vermeintliche Bevorzugung hat mir aber nicht
geschadet ,ich wuerde sagen, im Gegenteil: meinem Selbstwert-
gefuehlt kam es bestimmt zu Gute)
Hallo
bin ja leider immer noch Kinderlos, deswegen kann ich nur mit einem persönlichen
Fallbeispiel dienen.
Ich bin die Ältere, mein Brunder ist 2 Jahre jünger.
Ich hatte früher immer das Gefühl, meine Mutter mag meinen Bruder lieber, sie hat
mehr mit ihm gespielt, mehr mit ihm gemacht, generell.
Ich habe ihr das als Kind auch sehr oft vorgeworfen.
Sie hat es immer verneint.
Vor kurzem hat sie dann bei einem intensifen Gespräch wirklich zugegeben, das sie
meinen Bruder lieber gemocht hat, weil er ein sehr einfaches Kind war und ich ein
sehr sehr schwieriges. Und das sie durch diese Bevorzugung viele Fehler gemacht
hat, und dadurch unsere Beziehung wirklich beeinträchtigt hat.
Jetzt tut es ihr sehr leid, aber es schmerzt immer noch.
Meine beste Freundinn, Mutter 2er Kinder gibt übrigens auch offen zu, ihren
jüngsten Sohn zu bevorzugen und ihn mehr zu lieben, ich dagegen stehe jederzeit,
100 % zum Älteren, wohl aus eigener Erfahrung.
also ich denke, es gibt sehr wohl einen Unterschied in der Mutterliebe,
und dem nicht so geiebten Kind tut das wirklich weh.
Liebe Grüsse
Julia
in unserer familie wurden nicht alle kinder gleich geliebt. unsere mutter mochte das jüngste kind mehr: das äußerte sich in einer größeren wertschätzung, zuschreibung von positiven eigenschaften, das kind durfte mehr… das hängt wohl damit zusammen, daß das jüngste kind kurz nach der geburt schwer krank wurde. die verlustangst machte die bindung enger.
bei uns gibt es 2 ältere kinder (im abstand von 1 jahr) und mit ein paar jahren abstand dann nochmals 2 kinder, die 1 jahr auseinander sind.
meine eltern haben anscheinend bei dr. spock gelesen, daß man alle kinder gleich lieb haben muß und das haben sie dann so umgesetzt, daß sie den beiden „gleichen“ (den älteren bzw. den jüngeren) die gleichen dinge gaben.
da lief man dann jahrelang in den gleichen kleidungsstücken rum und wurde von der nachbarschaft für zwillinge gehalten, obwohl man gar keiner war. zum geburtstag bekam teils, besonders bei größeren geschenken, der „zwilling“ dann dann ein identisches geschenk. ich fand es nicht schön, was zu kriegen, nur weil der andere auch was kriegt.
Liebe =/= Moegen
Aber Vorsicht, Julia,
denn man darf Liebe nicht mit Moegen gleichsetzen.
Unsere zwei Jungs sind jeder auf ihre Art ein
bissel Sorgenkind. Beim Juengeren aeussert sich
das in extremen Trotzanfaellen (ja, auch noch mit
11, aber darauf moechte ich jetzt nicht eingehen).
Das strapaziert unser Verhaeltnis zuweilen sehr.
Ich hab ihn schon mal eingesperrt, damit ich ihm
nicht ‚Gewalt antue‘. In diesen Phasen mag
ich ihn ueberhaupt nicht. Ich finde seine Art zum
K*, er ist unausstehlich. Was aber ueberhaupt nichts
mit Liebe zu tun hat. Manchmal liebt man sogar
das mehr, das mehr Kummer und Sorgen bereitet.
Ansonsten stehe ich zu meinem vorigen Posting:
Liebe quantitativ messen zu wollen, ist irrig.
Gruesse, Elke
Hi Elke,
I:n diesen Phasen mag
ich ihn ueberhaupt nicht. Ich finde seine Art zum
K*, er ist unausstehlich. Was aber ueberhaupt nichts
mit Liebe zu tun hat.
Was meinst Du, wie oft ich meine Söhne am liebsten „an die Wand geklatscht“ hätte… *g
Wenn sie mir egal wären, wäre es nicht zu derartigen Emotionen gekommen…
Gruß,
Anja
Hallo Anja,
Liebe zu meinen Kindern bedeutet für mich, dass ich sie gern in den Arm nehme,für sie sorge, mich um sie sorge, jedem an den Hals gehe, der ihnen was antun will, mich für sie opfern würde, ihnen verzeihe, egal was sie tun. Es ist das Band was uns verbindet. Ich kann mir vorstellen, dass ich nach einiger Zeit des Zusammenseins auch für angenomme Kinder so empfinden könnte.
Es ist so, dass man zu den Kindern einen unterschiedlichen Draht hat - mit dem einen ist es leichter umzugehen als mit dem anderen. Der Grund für meine Liebe ist nicht die Leistung der Kinder oder ihr Charakter … sondern einfach nur, dass es meine Kinder sind.
Das meine Kinder meine Liebe unterschiedlich empfinden,ist völlig normal, weil sie es anders definieren. Und selbst wenn es um ein und die selbe Sache geht, sehen sie es auf ihre Weise. Der Große wurde behütet, er empfand sich als gegängelt. Der Zweite hatte mehr Freiheit, er empfand sich als vernachlässigt. Der Große meinte, wir hätten den Zweiten lieber, weil er mehr Vertrauen bekam. Der Zweite meinte, wir hätten den Großen lieber, weil sich mehr um ihn gekümmert wurde. … Wie man`s macht, ist es falsch.
Viele Grüße
Utemaus
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Ich glaube die Frage kann man auch umdrehen. Wenn es bei den Eltern mal eine Zeit gab in der es nicht zu gut lief und man als Kinder das Gefühl bekam das eventuell eine Scheidung ansteht, kam immer auch irgendwie die Frage auf zu wem würdest du gehen wollen, zu Mama oder zu Papa.
OK das sind Gespräche zwischen Geschwistern aber ich habe es selbst erlebt und auch bei Freunden mitbekommen und aus der Antwort konnte man schon heraus hören wen von beiden Eltern man eher/mehr mochte (bewusst mal nicht von Liebe gesprochen)
Ich glaube das deine Frage nur schwer zu beantworten ist. Heute habe ich selbst zwei Söhne und mein Grosser (3Jahre) bekommt wesentlich mehr Zuneigung derzeit als der 5 Monate alte. Aber liebe ich den eine daher mehr als den anderen … ich glaube nicht. Bei meiner Frau ist es übrigens genau umgekehrt wobei Sie es selbst so gar nicht empfindet.
Liebe Grüsse aus Hamburg
MeToo
Hi Anja,
so trifft man sich wieder 
Meine Kinder sind 20 (Mädchen) und 24 (Junge). Die sind so unterschiedlich, wie Menschen nur sein können. Da sie das schon selber bemerkt haben, hat sich bei ihnen eine gewisse Rivalität entwickelt. Die Tochter ist der Meinung, ich würde den Sohn mehr lieben, weil er so frei und ungewöhnlich in seiner Art ist (Sie meint, das hat er von mir). Der Sohn meint, ich würde die Tochter mehr lieben, weil sie so klar in ihren Gedanken und so zielstrebig ist (Er Meint, das hat sie von mir).
So eine Mutter-Kind-Beziehung ist etwas ganz seltsames. Beide Kinder haben einen Heidenrespekt vor mir und ich weiss gar nicht, warum.
Ich habe mich immer bemüht, jeden nach seinem Charakter zu behandeln, denn sie sind ja eben nicht gleich. Ich liebe auch jeden auf eine andere Art und finde das auch ganz normal.
Wenn ich sagen würde „ich liebe Euch beide gleich“, dann würde ich ja die verschiedenen Persönlichkeiten ignorieren.
Ich sag´immer nur „ich liebe Dich so, wie Du bist“, und ich denke, dass ich zwar beide in gleichem Maße, aber doch irgendwie anders liebe.
Übrigens: Ich habe noch eine fünf Jahre jüngere Schwester und meiner Mutter ist dieses Thema auch vertraut. Die wiederum hat einen acht Jahre jüngeren Bruder und kämpft noch immer mit ihm um die Aufmerksamkeit der Mutter (inzwischen 98)…u.s.w.
Liebe Grüße
Ricarda
Hi Mütter und Väter,
Hallo Anja !
Bezogen auf Dein Urlaubsbeispiel hab ich ähnliche Erfahrungen. Ich war mit meinen Söhnen (17 & 16) zu zweit auf Bergen unterwegs, manchmal aber auch mit einem von beiden. Das Erlebnis ist unterschiedlich, wiewohl ich mit beiden gleich gern was unternehme.
Ich hab auch schon von beiden den Vorwurf bekommen, dass ich den jeweils anderen bevorzuge. Ich denk mir, dass das so ist wie das Schiedsrichterspielen beim Fußball. Wenn beide Mannschaften behaupten, dass Du die jeweils andere bevorzugt hast, kannst Du mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Du halbwegs fair gepfiffen hast.
Ich habs (das mögliche Ungleichbehandeln) meinen Jungs dann so erklärt. Ich bin ein Mensch und keine Maschine, daher verhalte ich mich fast nie exakt gleich. Mal werd ich dem einen ne Sekunde mehr Aufmerksamkeit geschenkt haben, mal dem anderen. Ich bemühe mich, in Summe auf beide gleich oft einzugehen. Und ich denk auch, dass ich beide gleich gern habe (allerdings nicht zur exakt gleichen Zeit, sondern eben insgesamt gesehen).
D.h. für mich, dass ich natürlich bei jedem andere Eigenschaften
liebe, jeden auf seine Art.
Geht mir auch so. Meine Beiden haben sehr unterschiedliche Eigenschaften (bsp. ruhig/lebhaft) - ich mag beides, wenn eben auch (siehe oben) zu unterschiedlichen Zeiten.
Allerdings: was die „Summe der Liebe“ betrifft, da liebe ich
beide gleich, d.h. es wird niemand gewollt oder unbewusst
bevorzugt, ich bin für beide jederzeit und ohne Einschränkung
da und die Vorstellung von möglichem (und hoffentlich nie zu
meinen Lebzeiten eintretendem) Verlust ist bei beiden gleich
grausam.
Wie ist das bei euch?
Das von Dir Gesagte, vor allem letzteres, empfinde ich ganz genauso.
Dank+Gruß,
Anja
Bitte+auchGruß *g*
Wolkenstein