Hallo Free
Das ganze drum und dran war nicht ok, und ist teilweise
bis heute nicht ok, wenn man bedenkt, dass er sich schwer tut,
vernünftig mit mir zu reden.
Das kenne ich.
Er will die Abholung und Übergabe
Ich habe es
aufgegeben, ihn reinzubitten, um mal mit ihm paar Worte über
Sohn zu wechseln, weil ich zugegebenermaßen selbst keinen Nerv
mehr dazu habe.
Das auch.
Das Ganze spielt aber so mit, dass man sich eben nicht mal übers
Kind, über Unsicherheiten, über das was anliegt etc
unterhalten kann.
Eigentlich sind die Eltern gesetzlich dazu verpflichtet, alles zumutbare zu unternehmen, um sich ueber die Erziehung zu verstaendigen.
Aber ich gebe zu, dass ich in dem Moment (Sonntag-Dienstag)
nicht bei Sinnen war, als ich ihn so derart fragte und damit
überforderte. Seit gestern nachmittag läuft es wieder gut an
und ich hoffe, wir kommen beide darüber hinweg.
War die Unterhaltung fuer ihn denn so schlimm? So wie du das geschildert hattest, kam es mir so vor, als haette er ganz unbefangen geantwortet und haette eigentlich nur das Problem, dass er nicht lange genug bei seinem Vater sein kann.
Mehr Umgang durch den Vater …das haben schon auch ein paar
andere gesagt. Aber es ist nicht einfach umzusetzen, durch die
Situation.
Wieso denn nicht? Will der Vater das nicht, oder willst du das nicht?
Und ich bin mir sicher, dass über mich „hintenrum“
nicht gut gesprochen wird, dass sich das schließlich dann auf
das Kind überträgt.
Tja, das uebertraegt sich ganz bestimmt und sehr schnell auf das Kind, wenn das der Fall ist. Aber da du das nicht genau weisst und auch nicht feststellen kannst, da ja der Vater nicht mit dir redet, lohnt es sich eigentlich nicht, sich darueber Gedanken zu machen.
Vielleicht kannst du zum Schutze deines kleinen Sohnes fuer ihn irgend eine erklaerende Richtlinie herausgeben, wie z. B.:
Geschiedene Eltern reden fast immer schlecht uebereinander, weil sie sich mal so sehr mochten, und jetzt beleidigt sind. Zum Beispiel sagt dann ein Papa, dass die Mama doof waere, und diese Mama sagt, dass der Papa doof waere. In Wirklichkeit sind stimmt das dann aber nicht, und wenn die einmal nach vielen Jahren vielleicht nicht mehr beleidigt sind, merken sie das auch selbst. Und dass das Kind deshalb seine Mama/Papa jedenfall nicht doof finden muss. Oder sowas. -
Aber ohne zu direkten Bezug, und mehr als Geschichte, eher beilaeufig. Nur in dem Sinne, dass er es sich rauspicken kann, wenn es fuer ihn passt. Vielleicht gibt es sowas in der Richtung ja auch als Vorlese-Bilderbuchgeschichte, das waere am besten, glaube ich.
Außerdem - und das wurde
hier noch gar nicht angesprochen - kann es ja auch möglich
sein, dass er eine stärkere Bindung zum Vater hat als zu mir.
Der Vater lebt ja vermutlich in einer gluecklichen Ehe, da sind noch andere Kinder, da ist mehr los und wahrscheinlich sind die insgesamt deshalb auch froehlicher und unbeschwerter. Ich finde das eigentlich voellig logisch, dass der Junge dann da gerne ist.
So wie du die Vorgeschichte geschildert hast, sind da dein bester Freund (Ehemann) und deine beste Freundin zusammengekommen und haben dich ausgebootet. Ich faende es bei so einer Sache ziemlich logisch, wenn du dich irgendwie als Verliererin fuehlen wuerdest. Dass das Kind lieber bei den Siegern sein will, ist doch auch irgendwie klar, oder nicht?
Wie wichtig sind denn dem Vater diese Besuche alle drei Wochen? Vielleicht koenntest du ihm einen Brief schreiben, dass du das unmoeglich findest, deinen kleinen Sohn an jemanden abzugeben, der nicht bereit ist, mit dir ueber dessen Erziehung zu sprechen. Du moechtest sowohl, dass er weiss, wie du dir das denkt, als auch, dass er dir erzaehlt, was er sich denkt. Wenn er das fuer ueberfluessig haelt, dann siehst du dich nicht mehr in der Lage, es zu verantworten, ihm den Sohn zu ueberlassen. Er moege sich also um einen Gespraechstermin mit dir bemuehen. Am besten per Einschreiben, wirkt mehr.
Das soll jetzt nicht dazu fuehren, dass der Sohn da nicht mehr hingeht, sondern dass der Mensch mit dir spricht, und dass du dich durchsetzt, und dass er im Gegenteil den Sohn dann vielleicht sogar oefter oder laenger nimmt, so dass du eine Entlastung kriegst, und der Sohn merkt, dass da auch nur mit Wasser gekocht wird. Irgendwie musst du dich in eine bessere Position bringen, und du musst dir nicht alles gefallen lassen. Das ist auch fuer das Kind wichtig, sonst wird der noch ein bloeder Chauvi.
Das Problem dabei ist, dass man als Mutter durch das Kind sehr leicht erpressbar ist. Wenn du sagst, so willst du das nicht mehr, und so machst du das nicht mehr mit, dann gibt es ja wahrscheinich irgendwann die Situation, dass Vattern trotzdem unten steht und klingelt und ueberhaupt nicht dran denkt, mit dir zu reden. Eigentlich muesste man sich dann durchsetzen, auch wenn das dem Kind gar nicht passt. Du hast schliesslich die Hauptverantwortung, dann musst du auch was zu bestimmen haben.
Ihr habt ja aber wahrscheinlich gemeinsames Sorgerecht, dann geht das so wahrscheinlich gar nicht. Aber irgendwas muss doch da passieren!
Aber natürlich kann ein Kind es nicht verstehen, wenn man es
fragt, zu wem es eine engere Bindung hat, mit wem er sich eher
identifizieren kann.
Das muss man doch nicht wissen. Was hast du davon, wenn du es weisst? Damit kann man sich hoechstens selbst bauchpinseln, wenn man selbst derjenige ist. Ein Sohn sollte sich ab einem gewissen Alter, in dem er aber schon lange ist, hauptsaechlich mit maennlichen Wesen identifizieren, das ist normal und richtig. Die Mutter ist natuerlich genauso wichtig.
Na ja, so wie du es schreibst, ist dir wohl schon selbst klar, dass dir mangels Kontakten eine Bestaetigung durch andere Menschen fehlt. Die solltest du dir dringend suchen, weil man sowas genauso braucht wie Essen und Trinken, und wenn man es nicht kriegt, dann versucht man ja automatisch, das irgendwie von den Kindern zu kriegen, das ist ja aber nicht deren Job.
Vielleicht willst du mal versuchen, Hilfe vom Jugenamt zu kriegen, vielleicht eine Erziehungsberatung oder sowas? Nicht, dass ich glaube, du wuesstest nicht wirklich, wie man das macht, aber da haettest du wenigstens mal jemand zum reden.
Ich denke, wenn ich Arbeit habe, wird alles besser - für uns
zwei, neue Kontakte, mehr Möglichkeiten, aber …
Seit fuenf Jahren „arbeitslos“*) (stimmt doch ungefaehr, oder?), da solltest du dich wirklich unbedingt drangeben. Lass es nicht zu lange werden, sonst kriegst du nichts mehr.
Viele Grüße Thea
* Als ob du nicht genug Arbeit haettest!