Alleinerziehend mit Sohn (sorry, langer Text)

Hi,

dass das ein Fehler war, ihn zu fragen, haben ja nun genug Leute ausführlich erklärt.

Aber darf ich Dir noch was mitgeben, was ganz kleines?

Als ich Kind war, war ich LIEBEND gerne, auch übers Wochenende, bei meiner besten Freundin. Sie kam aus ner Künstlerfamilie, und war die jüngste von vier Kindern. Da war immer was los, da wurde gemalt, und musiziert, und wilde Abenteuer unternommen, und mit dem VW Bus weggefahren, und da war halt immer ein Haufen von Leuten.

Zuhause hatte ich niemanden - keine Geschwister, nur Vater und Mutter. Und da war es langweilig. Stinklangweilig.

Ja, und manchmal kam ich nach Hause, und war todunglücklich, weil alleine. Aber das Gefühl war innerhalb eines Tages auch wieder weg.

Ja, aber genauso hatte ich IMMER (bis zu einem bestimmten Alter), wenn ich bei ihr übernachtete, abends im Bett (na, auf der Matratze, nix Gästebett) Heimweh. Ich würde sagen, weil ich nicht so ‚geborgen‘ war wie zu Hause, weil es sich fremd anfühlte, und weil ein Kind halt nachts Geborgenheit sucht.

Wenn die Familie, zu der er alle paar Wochen fährt, nicht die seines Vaters wäre, sondern die seines Freundes, würde er sich wahrscheinlich genauso fühlen!

Wie Du seine Antworten auf eine eh’ unmögliche Frage interpretierst, zeigt schon, dass Du sie eben nicht so interpretierst, als hätte sie ein 5jähriger, sondern ein Erwachsener geäussert.

Ich finde es eigentlich sehr bemerkenswert, dass Dein Sohn so ehrlich antworten konnte. Aber Du missverstehst, was er damit ausgedrückt hat!

gruss, isabel

Hi Freechen!

Er hatte noch nie das Gefühl haben müssen, dass Vater und ich
miteinander konkurrieren, nicht dass ich wüsste.

Ich kann zwar allgemein nichts dazu sagen, aber hier viel mir ein Beispiel ein:

Meine Mutter sagte früher immer: „Ihr wisst gar nicht wie gut ihr es habt!“ (zu mir und meinen Geschwistern) und wollte uns damit sagen, dass sie froh darüber ist, weil es ihr damals nicht so gut ging wie uns (zB eigenes Zimmer etc.)

Wir Kinder haben das aber immer als Vorwurf verstanden. (Nach dem Motto: Seid dankbar und schämt euch, dass ihr das nicht zu schätzen wisst!)

Was ich eigentlich sagen will: Sei dir nicht zu sicher, wie dein Kind deine Äusserungen und Fragen aufnimmt.

Das wollte ich nur sagen.
Steinigt mich, falls ich im Thema völlig daneben liege!

viele Grüße
Free

Grüße auch von mir
Mareike

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hallo Helena,

bei der Aufzählung der Sprüche vielen mir gleich so viele ein, dass ich diesen Klassiker vergessen hab :wink:

Die ersten Male hat es mich sehr getroffen, heute sehe ich es bis zu einem gewissem Punkt als „Spiel“

lG
ME

Hallo freechen,

zur Unangemessenheit der Fragen kann ich mich nur allen anderen anschließen.

Hierzu:

Aber ich habe gemerkt, dass er anders ist, als sonst. Darum.

Kann es sein, dass Dein Sohn so langsam die Unterschiede zwischen „ganzer“ und „halber“ Familie begreift und davon überwätigt wird?

Ich möchte, dass es ihm bei mir gut geht und an
nichts fehlt,

Solange Du Deinem Sohn Deine ganze Liebe gibst (sorry für den schmalzigen Ausdruck) wird ihm nichts fehlen. Auch wenn euch son manches materielle fehlen mag.

Ich kenne die Situation nur teilweise, da meine Tochter keinen „Wochenendvater“ hatte, sondern nur „einmal im Monat kommt er vorbei“.

(er ist zudem auch enorm trotzig grad,
Ärmel über die Brust zusammenschlagen und mit Fuß aufstampfen

  • total ungewohnt von ihm)…

Das halte ich einfach für einen Entwicklungsschritt, wie auch schohn MeToo geschrieben hat.

Und wegen Deinen Worten „Damit hast du ihn quasi
dazu gedrängt sich zu entscheiden bei wem er es schöner
findet…“ … ich habe ihm diese Fragen wie mal eben
„nebenbei“ gestellt, so dass er ganz ungezwungen antworten
konnte.

Sowas kann man nicht „nebenbei“ fragen. Das ist immer eine existenzbedrohende Frage: Welchen von Deinen eltern hast Du lieber? Ich habe für mich diese Frage als Teenie (!) damit beantwortet, dass beide Eltern bei mir unten durch waren, obwohl diese Frage noch nicht mal explizit gestellt wurde. Und Du wills eine Antwort von einem 5-jährigen?

Weiß nicht, was ich tun oder nichttun soll, jetzt

Ganz einfach: Tu, als habe dieses Gespräch nicht stattgefunden. Ist sicher nicht leicht, aber Du hast es ja auch selber angezettelt.

Gruß, Karin

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Nein, war es nicht!
nochmal ich,
Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen, oder Dich anzugreifen - auch wenn Du das Gefühl hast, es wäre schon alles verarbeitet, es wäre für Deinen Sohn keine NEUE Situation, da die Trennung schon länger her ist - hier unterliegst Du leider einem Irrtum - ich lese aus Deinen Zeilen heraus, das DU ES leider noch NICHT VERARBEITEST hast. (sorry für die Schrei-Großbuchstaben, kann leider keine Tags!) Ihr habt Euch zwar getrennt - aber die Sache noch nicht richtig verarbeitet.

Sonst würdest Du mit Deinem Sohn einfach so "dahin"leben, Euch Eures Lebens freuen und es würden gar nicht solche Fragen im Raum stehen, bzw. von Dir von ihm abgenötigt werden!!!

Ich habe auch immer geglaubt, ich müsse alles wieder irgendwie im Kopf meines Ex „gerade rücken“, alles Geschehene erklären usw. - Nein, das muss man nicht mehr! Es ist als Paar vorbei.

Nun ist man „nur“ noch Eltern!
Einer hat die täglichen Geschäfte (und damit den Alltag und den Stress und die unbeliebte Erzieherei), der andere Part hat das Wochenende und zumeist nur die Highlihts, den Spaß. Das mag ungerecht sein, ist aber so!

Wenn Du eines Tages für Dich auch wieder einen Partner hast - der Deinem Sohn auch ein Freund und nicht Vaterersatz ist (!!!) wird es sich für Dich zumindest leichter anfühlen. Aber auch dann wird es so bleiben, das Dein Kind einen Vater hat, und mit diesem Zeit verbringt und diesen liebt.

Ich kann Dich beruhigen, die Bindung zum Vater ist eine andere - auch wenn er sagt, er ist dort lieber. Kunststück, dort ist ein „anderes“ Leben als mit Dir. Deswegen liebt er Dich nicht weniger!!!

Manchmal ist sogar eine Mutter eines Freundes, oder eine Lehrerin, Nachbarin - oder eben die „Neue“ des Vater „cooler“. Und da sind dann die lieben Sprösslinge plötzlich wie ausgewechselt und benehmen sich „ganz anders“.
Sei deswegen bitte nicht gekränkt und übe Dich in Gelassenheit.

Hier meine Erfahrung - wer es nicht lesen will - möchte hier aufhören.

Ich weiß wovon ich rede - meine Kids waren 3 Jahre beim Vater und davon 2 Jahre zusammen mit seiner „Neuen“ - ich hab die Zähne zusammen beißen müssen und es ausgehalten zu sehen, wie ihnen durch lauter Versprechungen und viel Konsum die Augen verblendet wurden und sie dadurch mit ihm mitgingen, statt mit mir.
Ich blieb ihnen eine liebevolle und loyale 1x-im-Monat-Besuchsmutter, wie sie mich schon immer kannten. Das war schwer - denn aus dem Hinterhalt „schoß“ er immer noch gegen mich, denn ich war somit eine „Bedrohung“ für ihn, da er gegen Mutter-Kind-Liebe nicht ankam - und das, obwohl ich gar nicht das alleinige Sorgerecht beanspruchte!
Jedes Besuchswochende bekam ich „fremde“ Kinder, die anders aussahen, sich veränderten, anders sprachen, sich anders gebärdeten und so manche „Unart“ von den Stiefgeschwistern übernommen hatten. So biss ich mir so manches Mal auf die Lippen und konzentrierte mich auf die wenige Zeit für das Zusammensein. Hierbei war uns das Miteinander und Füreinander Zeit haben wichtig und ich schleppte sie NIE von einem Highlight zum nächsten, um den Vater „auszubooten“.

überraschendes (weil ich dachte, ich krieg sie erst „volljährig“ wieder) Happy End: Im März kamen meine Kinder wieder zu mir! Wunden haben wir alle davon getragen - doch die heilen!

lieben Gruß und danke für die Geduld
Trine
ich will mich hier nicht hervortun oder behaupten, ich hätte alles richtig gemacht - das habe ich sicher nicht!

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Hallo Free,

Das es nicht sooo gut war die Fragen auf diese Art zu stellen, hast Du nun zur Genüge gehört, aber vielleicht baut Dich folgendes etwas auf.

ein anderer Aspekt:
Du bist der Alltag, das/die, die ‚immer‘ da ist.
Du bist die Selbstverständlichkeit in seinem Leben, weil Du selbstverständlich immer da bist.

Der Vater ist die Ausnahem. Dort gibt es Abwechslung und Spaß.

Daher hat Dein Kind, sicher ohne Dich verletzen zu wollen, diese Abstufung genannt.

Kinder in diesem Alter haben meist noch kein ‚Feingefühl‘ was soziales Verhalten angeht, sie sind ‚ehrlich‘
Aber sei sicher, es liebt Dich und wenn es Dich eine Zeit nicht sieht, oder längere Zeit beim Vater ist, so lange, daß dort auch Alltag einkehrt, wirst Du auch wieder in der Wertung steigen - ganz sicher!!!

Gandalf

Hallo

Ich habe jetzt keinen einzigen anderen Antwortartikel gelesen also sorry falls ich was wiederholen sollte.
Ich finde es erstens mal sehr schön, dass du dir überhaupt so viele Gedanken machst. Aber ich glaube du solltest das nicht so ernst sehen. Ich lebe in einer ähnlichen Situtation, meine Tochter ist auch fast fünf und sie ist vier Tage die Woche von unterschiedlichen Personen fremdbetreut. Einmal im Monat ist sie auf einem Bauernhof, wo es ihr so gut gefällt, dass sie am liebsten gar nicht mehr nach Haus kommen möchte. Das ist natürlich im Moment hart für mich. Aber wenn ich mich in meine Tochter hineinfühle kann ich zwei Dinge sagen:

  1. es ist eine verständliche Reaktion, es da toller zu finden, wo einem keine Grenzen gesteckt werden. Wo niemand schimpft, wo man neue und spannende Dinge entdecken kann. In dem Moment habe ich als langweilige, nörgelnde Mutter, dem natürlich wenig entgegenzusetzten.
  2. ich bin froh, dass es ihr da so gut gefällt! Stell dir vor, du müsstes dein Kind irgendwohin geben, wo es nicht hinwill! Das währe doch schrecklich!

Dein Kind ist noch zu klein, um zu verstehen, dass da, wo es angeblich so toll ist, nur toll ist, weil er eine kurze Zeitspanne da verbringt. Und dein Kind ist auch noch zu klein, um entscheiden zu können, bei welchem Elternteil es ihm besser gehe. Du hast ja von einer innigen Liebe zwischen dir und deinem Kind gesprochen. Der Vater das Kindes ist NATÜRLICH in einer Vorteilhaften Situation was der Spassfaktor betrifft! Man kann ja auch so lieb und geduldig sein wenn man das Kind nur alle drei Wochen sieht.
Entscheidend ist jetzt einfach, dass du deinem Sohn das gesagte nicht nachträgst. Du schreibst von einer veränderten Situation. Dein Sohn merkt warscheinlich, wie sehr dich das getroffen hat, und fühlt sich selber auch unwohl. Überwinde dieses Gefühl so schnell wie möglich. Unternimm etwas mit deinem Kind, was euch beiden Spass macht. Und in einiger Zeit, wird er auch verstehen können, was du ihm geben kannst, was sein Vater ihm eben nicht geben kann: Beständigkeit und mütterliche Liebe. Eine Vertrauensbasis die an einem Wochenende, alle drei Wochen, nicht aufgebaut werden kann.

Nadia

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Danke für Eure insgesamt doch hilfreichen Antworten (war bis heute nachmittag noch ziemlich empfindlich). Nehme mir vieles davon zu Herzen und werde jetzt einfach versuchen, das ganze zu vergessen und Söhnchen etwas abzulenken.

So richtige Worte dazu finde ich jetzt nicht, obwohl daraus auch für mich noch Fragen offen sind… Aber es bringt jetzt nichts,lasse erstmal wieder Ruhe einkehren. Vielleicht komme ich auf einiges später nochmal zurück.

Danke Euch!

liebe Grüße
Free

Ich antworte mal trotzdem noch, auch wenn Du jetzt erst nachdenken willst…:wink:, allerdings habe ich nicht alle Artikel gelesen, also werde ich sicher auch noch ‚wiederholen‘.

Dass das Gespräch ein klassischer Fall von ‚dumm gelaufen‘ war ist inzwischen klar…das gehört sozusagen zu den eisernen Regeln der getrennten Elternschadft…gib Deinem Kind nie das Gefühl und die Gelgenheit wählen zu müssen oder Liebe unmittelbar vergleichen zu sollen.

Nun ist es aber mal passiert, also was nun…

Was soll ich machen, soll ich das ernst nehmen, was er sagte?

Ein bisschen ernst nehmen solltest Du das schon.
Fakt ist, Deinem Sohn gefällt es beim Papa. Die Gründe dafür liegen auf der Hand…Geschwister und heile Wochenenendwelt. Außerdem scheint man ihn dort zu mögen, sonst gefiele es ihm nicht so. Das Kinder (und nicht nur die) immer grade das besonders wünschenswert finden, was sie seltener kriegen können ist ja klar. Aber natürlich kannst Du seine Aussagen nicht mit Deinen Werten von Liebe vergleichen. Er hat Dir nur eine Momentsituation geschildert und seinem Wunsch Ausdruck verliehen länger beim Papa zu bleiben. Gab es denn schon mal gemeinsamen Urlaub? Meine Kinder waren zwar auch nur alle drei Wochen beim Papa, dann aber von Freitagnachmittag bis Sonntagabend, außerdem gab es lange WE und gemeinsame Ferien. Vielleicht reicht es schon, die Zeiten auszudehnen um Deinem Sohn das Gefühl zu geben auch mal bleiben zu können bzw. überhaupt mal so weit zu kommen, dass er Anlass hat, Dich zu vermissen. Vielleicht ist er auch ein bißchen eifersüchtig auf die Geschwister, es kann allerhand Gründe geben, dass es ihm diesmal besonders schwer fiel, zu Dir zurückzukehren.

Wie kommt er dazu, zuwas zu sagen? Scheinbar fühlt er sich
dann bei mir wirklich nicht wohl.
Wir hatten bis zum letzten
Wochenende eine sehr innige, liebevolle Beziehung.

Sowas ändert sich aber nicht von heute auf morgen…Du solltest das etwas gelassener sehn. Gib ihm das sichere Gefühl, dass er weiter offen sein darf und sich für Dich bzw. an Deinen Gefühlen für ihn nichts ändert, auch wenn er sich im Moment mehr vom Vater beeindruckt zeigt.

Ob ihm ganz unabhängig vom Papa-WE tatsächlich irgendwas bei Dir fehlt solltest Du natürlich weiter beobachten, manchmal sind es so blöde Kleinigkeiten, auf die man nicht so schnell kommt. Aber das können wir aus der Ferne wirklich nicht beurteilen. Und letzlich bist Du wie Du bist und musst nicht Deine Persönlichkeit verleugnen um Liebe zu erzwingen, das würde auch nicht auf Dauer funktionieren.

. Aber jetzt wo ich das höre, tut mir das so unendlich
weh. Sollte ich jetzt schon nachgeben? ISt das nur eine Phase?

Würde ihn denn der Vater überhaupt nehmen wollen? Und wie ist das, wenn das Kind es sich irgendwann wieder anders überlegt?

Ich halte wenig davon, Kinder hin und her zu pflanzen, da können sich nämlich keine Wurzeln entwickeln. Außerdem lernst das Kind dabei nur, sich immer das beste im Leben rauszupicken und Schwierigkeiten davon zu laufen.

Also erst mal abwarten, sollte sich beim Kind der Wunsch tatsächlich manifestieren sollte unbedingt ein Gespräch mit dem Vater folgen, weniger mit den Ziel das Kind dauerhaft dorthin zu geben als andere Regelungen im Umgang zu finden, wie ich es oben schon vorgeschlagen hatte.

Alles Gute,
Gruß Maid :smile:

Hallo,

zu dir und deiner Beziehung zu deinem Sohn wurde ja jede Menge (und viel Vernünftiges) geschrieben. Was mir aber bei deinem Posting sofort aufgefallen ist, und hier noch nicht angesprochen wurde, sind ganz typische Verhaltensmuster „übrig gebliebener“ Elternteile nach Trennungen, wie sie mir oft in familienrechtlichen Mandaten begegnen.

Da ist mit der Trennung verbunden oft eine große Erleichterung, ein „jetzt starte ich wieder durch“, „Single (mit Kind) sein ist die einzig wahre Lebensform“ bzw. alternativ „jetzt lerne ich den Traummann/die Traumfrau kennen“, … Tatsächlich stellt sich dann in ganz vielen Fällen eine ganz andere Realität ein.

Eine ggf. schlechtere wirtschaftliche Position, die alleinige Sorge für Kinder, der mit erneuter Arbeitsaufnahme verbundene Alltag, … holen die Betroffenen schnell ein, sie wollen sich (und erst recht nicht gegenüber anderen) eingestehen, dass die bei der Trennung groß herausposaunten Selbstbehauptungssprüche in der Realität keinen Niederschlag gefunden haben. Und dann geht der Katzenjammer los. Und der wird um so schlimmer, je mehr man sich dann mit anderen in ähnlicher Situation vergleicht, die es „besser getroffen“ haben. Der Ex-Partner ist da natürlich die erste Adresse, gerade wenn man über die Wochenendbesuche der Kinder indirekt an dessen „besserem“ Leben so gut Anteil nehmen kann. Und ehe man sich versieht, steckt man in der schönsten gefühlsmäßigen Abwärtsspirale, die dann gerne auch mal selbstzerstörerische Ansätze zeigt.

Die Fragesituation gegenüber deinem Sohn ist genau ein solcher selbstzerstörerischer Ansatz. Du konkretisierst damit negative Gefühle und gibst deiner schlechten seelischen Verfassung damit einen außerhalb von dir selbst liegenden Grund. Und mit dem kann man sich in der so einerseits vertieften depressiven Stimmung andererseits auch gleich wieder besser fühlen, weil man selbst aus der Verantwortung raus ist.

Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass Du diese Situation für dich selbst momentan durchaus zum Anlass nehmen magst über einen Wechsel deines Sohnes zum Vater nachzudenken, weil er es dort „besser hätte“, dich selbst also „für ihn opfern“ würdest (denn deine seelische Verfassung würde dabei natürlich vollkommen vor die Hunde gehen).

Damit Du aus diesem Teufelskreis raus kommst, und nicht auf weitere dumme Gedanken kommst, solltest Du dir den Mut fassen, ganz offen mit einer guten Freundin/Freund oder einem Dritten über die aktuelle Situation und deine Gefühle zu sprechen und dann gemeinsam nach einem Weg suchen, wie Du dein Selbstwertgefühl (insbesondere in Bezug zu deinem Sohn) wieder aufbauen kannst. Bei mir ergeben sich diese Situationen ganz oft eher beiläufig, wenn sich im Rahmen der rechtlichen Beratung ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, und ich kann dir nur sagen, dass Du mit diesen Problemen ganz sicher nicht alleine stehst. Es gibt aber durchaus Lösungen, aus so einer Sache auch wieder gestärkt heraus zu kommen. Die Schaffung eigener Freiräume durch längerfristige Aufenthalte der Kinder beim anderen Elternteil kann z.B. ein Ansatz sein. Dadurch gewinnst Du einerseits Zeit mal wieder etwas für dich zu tun, und bietest deinem Kind andererseits die Gelegenheit, die andere Familie mal im Alltag (mit all seinen langweiligen und negativen Dingen) zu erleben und dadurch zu einem objektiveren Bild der beiden Lebenssituationen zu kommen.

Gruß vom Wiz

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Hallo Free,

habe NUR Deinen Artikel gelesen und bin selbst alleinerziehend. Allerdings habe ich 2 Jungs. Bei der Trennung waren sie so ungefähr in dem Alter deines Sohnes (3 und 5 Jahre) und ich glaube der „Kampf“ und das „ausspielen“ gehört dazu. Meine Jungs waren allerdings so gut wie NIE bei Ihrem Vater (kann ich an einer Hand abzählen) - anfangs wollte er nicht so recht und jetzt will ich nicht mehr (und die Jungs eigentlich auch nicht). Er kam sie allerdings regelmässig besuchen, spielte mit íhnen usw. Und trotzdem bekam ich zu hören das es ja woanders viiieeeeellll besser und schöner ist als bei mir. Und überhaupt schimpft der Papa ja auch nie! Ob es richtig war oder nicht - nach dem x-malen bei denen ich immer versucht hat mit Argumenten beizukommen platzt mir der Kragen und ich fing wirklich mal an zu schreien! Ich holte Koffer und Taschen aus dem Keller, warf sie ins Kinderzimmer meines damals ca. 3 1/2 jährigen mit der Bemerkung er solle dann seine Sachen packen und verschwinden! Wenn er der Meinung wäre, das es überall besser ist wolle ich seinem Glück nicht im Weg stehen! Er müsste sich dann eben jemanden suchen der ihm tägl. seine Brote für den Kindergarten macht, ihn hinbringt usw. weil ich ja dann nicht mehr da bin und das ich es satt habe mich mit sowas erpressen zu lassen! (meist kam sowas ja wenn ich was von ihm wollte oder mal keine Zeit zum spielen hatte)

Wie auch immer es war ein ziemlich langer Monolog den ich ihm entgegen geschrien hab - und er war auch psychologisch betrachtet sicherlich nicht richtig - aber Mütter sind eben auch nur Menschen! Jedenfalls weiss ich noch wie er nach einer halben Stunde Ruhe ankam und sehr kleinlaut meinte er wolle doch viel lieber bleiben!

Wir haben dann nochmal in Ruhe darüber geredet und ich habe ihm dabei auch erklärt warum ich so „ausgeflippt“ bin - wie auch immer - solche Geschichten haben sie NIE wieder wiederholt - und das jetzt seit 5 Jahren!

Mittlerweile sind wir an dem Punkt, dass auf eine von mir im Spass einmal flapsig geäusserte Bemerkung: mit 18 fliegt ihr raus! (über die die Kids selbst lachen mussten), mir neulich meine Kinder mitteilten, dass sie überhaupt NIE ausziehen und wir alle 3 immer zusammenbleiben sollen!

Ich denke, Kinder wissen sehr wohl, dass bei Grosseltern oder dem zu besuchenden Elternteil Ausnahmezustände gelten. Die haben dann einfach mehr Zeit weil der Haushalt schon gemacht ist, weil kein Kinderzimmer aufzuräumen ist usw… Sie erkennen aber auch WER bei ihnen am Bett sitzt wenn sie krank sind, wer sie tröstet wenn sie hingefallen sind, wer sie zu ihren Terminen fährt (und dafür selbst machnmal einen sausen lässt), wer ihre Sachen für die Schule besorgt und die Anderen x1000 Kleinigkeiten für sie erledigt!

Die Zeit läuft da für Dich - je älter sie werden um so mehr kommt das Bewusstsein dazu und mir ist es schon manchmal unheimlich wenn mein Grosser (fast 11) ab und an mal mit einem „Danke das du das alles für uns machst“ kommt! Wir „streiten“ zwar immer noch kräftig weiter das die Zimmer aufgeräumt gehören oder das sie in den Ferien auch mal Getränke aus dem Keller holen könnten - aber es ist kein Thema mehr zum Papa zu ziehen! Sie wissen genau, dass ICH es bin die da ist wenn sie von der Schule kommen mit ihren Problemen und der alles für sie besorgt, ihre Wäsche macht und Händchen hält wenn sie krank sind!

Allerdings habe ICH sie NIEMALS vor eine Wahl gestellt oder Fragen gestellt wie: wen hast du lieber? Ich bin die Mama und ihr Vater ist ihr Vater! Ich kann ihren Vater nicht ersetzten - und er könnte mich nicht ersetzten. Beide Eltern sind wichtig! Und vor allem bei Jungs wird sicherlich die Phase kommen, in der de Vater mehr gefragt sein wird als ich (wenn man dann zum Mann wird…:wink:)))

Das alles sind Erfahrungen die ICH als Frau nicht gemacht habe und die einfach ein Vater mit seinem Sohn zu klären hat! Und es wäre meiner Ansicht nach gänzlich falsch darauf eiferüchtig zu sein. es gibt genügend andere Sachen die man auch als Mutter ihrem Sohn mitgeben kann.

Wie gesagt - psy. Betrachtet wird meine Methode sicherlich nicht Richtig gewesen sein - aber DAS Gewitter damals hat die Luft geklärt!
Und ansonsten - die Zeit läuft für Dich!

Gruss Angelika

Ich meine…
hallo MeToo,

Die ersten Male hat es mich sehr getroffen, heute sehe ich es
bis zu einem gewissem Punkt als „Spiel“

Ich glaube es ist auch so. Ich denke, sie probieren es aus was sie dürfen und was sie nicht und bis in wie weit sie es „dehnen“ können. Und das ist gut so.

Ausserdem der Inhalt, die Bedeutung von dem was sie sagen und was wirklich dahinter steckt ist denen meistens unbekannt.

Aber das ist wiederum ein anderes Thema als der angesprochnen.

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo Wiz,

was Du geschrieben hast, ist nicht ganz richtig, Deine Vermutungen, trotzdem ist was dran.

Nach der Trennung - es war eine chaotische - brauchte ich eine Zeitlang, etwa über ein Jahr, um das zu verdauen. Das stimmt. Hängt aber auch damit zusammen, dass wir 11 Jahre zusammen waren, sozusagen zusammen erwachsen geworden sind und mein Ex letztlich mit meiner ehemals besten Freundin heute zusammen ist. Das ganze drum und dran war nicht ok, und ist teilweise bis heute nicht ok, wenn man bedenkt, dass er sich schwer tut, vernünftig mit mir zu reden. Er will die Abholung und Übergabe zwischen Tür und Angel immer schnell erledigen. Ich habe es aufgegeben, ihn reinzubitten, um mal mit ihm paar Worte über Sohn zu wechseln, weil ich zugegebenermaßen selbst keinen Nerv mehr dazu habe. So ist es halt ruhiger für beide Seiten. Das Ganze spielt aber so mit, dass man sich eben nicht mal übers Kind, über Unsicherheiten, über das was anliegt etc unterhalten kann. Das spielt also alles mit in die Situation rein.

Natürlich sage ich mir nach seelisch überstandener Trennung - ich schaffe es auch allein und ich mache meine Sache gut. Aber jetzt war halt der Faden gerissen. Ich habe ein verändertes Verhalten am Sohn bemerkt und natürlich beziehe ich das dann auf mich, wenn er sich dazu noch negativ äußert. Ich möchte ihn nicht festhalten, wenn er sich bei mir nicht wohl fühlt. Aber ich gebe zu, dass ich in dem Moment (Sonntag-Dienstag) nicht bei Sinnen war, als ich ihn so derart fragte und damit überforderte. Seit gestern nachmittag läuft es wieder gut an und ich hoffe, wir kommen beide darüber hinweg.

Mehr Umgang durch den Vater …das haben schon auch ein paar andere gesagt. Aber es ist nicht einfach umzusetzen, durch die Situation. Und ich bin mir sicher, dass über mich „hintenrum“ nicht gut gesprochen wird, dass sich das schließlich dann auf das Kind überträgt. Ich glaube, mein Sohn steht bereits in einem Loyalitätskonflikt, schon lange vor der jetzigen Situation. Das (die Situation, sein stark verändertes Verhalten nach dem Übergang Vater zu mir) war jetzt nur der ausschlaggebende Punkt, ihn das erste Mal direkt zu fragen (auch wenn das nicht richtig war). Außerdem - und das wurde hier noch gar nicht angesprochen - kann es ja auch möglich sein, dass er eine stärkere Bindung zum Vater hat als zu mir. Ich weiß nicht,wie die beiden miteinander umgehen, drum kann ich gar nichts zu sagen.
Aber natürlich kann ein Kind es nicht verstehen, wenn man es fragt, zu wem es eine engere Bindung hat, mit wem er sich eher identifizieren kann. Drum diese Frage. Aber JA, es war so nicht richtig!

Schaffung eigener Freiräume - die Möglichkeit, ihn mal abzugeben außer aller 3 Wochen beim Vater, besteht nicht. Meine Mutter ist keine typische Oma. Unsere Familie ist zwar groß, aber jeder geht seinen Weg und wir sind recht vertreut. Freunde - es war einmal. Bin heute fast 30 und wenn man lange ohne Arbeit ist, keine Kinderbetreuung mal hat, dann geht man kaum noch fort und „Freunde“ finden einen in der Situation nicht mehr so attraktiv wie es mal war, zumal in meinem Umkreis eher kinderunfreundlich alles.

Ich denke, wenn ich Arbeit habe, wird alles besser - für uns zwei, neue Kontakte, mehr Möglichkeiten, aber …

Soviel noch.

Viele Grüße
Free

Danke, Angelika. Das hast Du sehr schön geschrieben und ich konnte auch das eine oder andere für mich rausholen.

Viele Grüße
Free

danke auch nochmal Dir, Maid!

Hallo Barbara,
hallo freechen,

Und sag mal, wen hast`n Du lieber? Den Papa oder die Mama?

darf NIE einer der Eltern sein/ihr Kind fragen.
Das dürfen höchstens mal Sozialarbeiter, Kinderpsychologen oder Jugendrichter, aber nie die betroffenen Eltern.

Michael

Hallo Free

Das ganze drum und dran war nicht ok, und ist teilweise
bis heute nicht ok, wenn man bedenkt, dass er sich schwer tut,
vernünftig mit mir zu reden.

Das kenne ich.

Er will die Abholung und Übergabe
Ich habe es
aufgegeben, ihn reinzubitten, um mal mit ihm paar Worte über
Sohn zu wechseln, weil ich zugegebenermaßen selbst keinen Nerv
mehr dazu habe.

Das auch.

Das Ganze spielt aber so mit, dass man sich eben nicht mal übers
Kind, über Unsicherheiten, über das was anliegt etc
unterhalten kann.

Eigentlich sind die Eltern gesetzlich dazu verpflichtet, alles zumutbare zu unternehmen, um sich ueber die Erziehung zu verstaendigen.

Aber ich gebe zu, dass ich in dem Moment (Sonntag-Dienstag)
nicht bei Sinnen war, als ich ihn so derart fragte und damit
überforderte. Seit gestern nachmittag läuft es wieder gut an
und ich hoffe, wir kommen beide darüber hinweg.

War die Unterhaltung fuer ihn denn so schlimm? So wie du das geschildert hattest, kam es mir so vor, als haette er ganz unbefangen geantwortet und haette eigentlich nur das Problem, dass er nicht lange genug bei seinem Vater sein kann.

Mehr Umgang durch den Vater …das haben schon auch ein paar
andere gesagt. Aber es ist nicht einfach umzusetzen, durch die
Situation.

Wieso denn nicht? Will der Vater das nicht, oder willst du das nicht?

Und ich bin mir sicher, dass über mich „hintenrum“
nicht gut gesprochen wird, dass sich das schließlich dann auf
das Kind überträgt.

Tja, das uebertraegt sich ganz bestimmt und sehr schnell auf das Kind, wenn das der Fall ist. Aber da du das nicht genau weisst und auch nicht feststellen kannst, da ja der Vater nicht mit dir redet, lohnt es sich eigentlich nicht, sich darueber Gedanken zu machen.

Vielleicht kannst du zum Schutze deines kleinen Sohnes fuer ihn irgend eine erklaerende Richtlinie herausgeben, wie z. B.:

Geschiedene Eltern reden fast immer schlecht uebereinander, weil sie sich mal so sehr mochten, und jetzt beleidigt sind. Zum Beispiel sagt dann ein Papa, dass die Mama doof waere, und diese Mama sagt, dass der Papa doof waere. In Wirklichkeit sind stimmt das dann aber nicht, und wenn die einmal nach vielen Jahren vielleicht nicht mehr beleidigt sind, merken sie das auch selbst. Und dass das Kind deshalb seine Mama/Papa jedenfall nicht doof finden muss. Oder sowas. -

Aber ohne zu direkten Bezug, und mehr als Geschichte, eher beilaeufig. Nur in dem Sinne, dass er es sich rauspicken kann, wenn es fuer ihn passt. Vielleicht gibt es sowas in der Richtung ja auch als Vorlese-Bilderbuchgeschichte, das waere am besten, glaube ich.

Außerdem - und das wurde
hier noch gar nicht angesprochen - kann es ja auch möglich
sein, dass er eine stärkere Bindung zum Vater hat als zu mir.

Der Vater lebt ja vermutlich in einer gluecklichen Ehe, da sind noch andere Kinder, da ist mehr los und wahrscheinlich sind die insgesamt deshalb auch froehlicher und unbeschwerter. Ich finde das eigentlich voellig logisch, dass der Junge dann da gerne ist.

So wie du die Vorgeschichte geschildert hast, sind da dein bester Freund (Ehemann) und deine beste Freundin zusammengekommen und haben dich ausgebootet. Ich faende es bei so einer Sache ziemlich logisch, wenn du dich irgendwie als Verliererin fuehlen wuerdest. Dass das Kind lieber bei den Siegern sein will, ist doch auch irgendwie klar, oder nicht?

Wie wichtig sind denn dem Vater diese Besuche alle drei Wochen? Vielleicht koenntest du ihm einen Brief schreiben, dass du das unmoeglich findest, deinen kleinen Sohn an jemanden abzugeben, der nicht bereit ist, mit dir ueber dessen Erziehung zu sprechen. Du moechtest sowohl, dass er weiss, wie du dir das denkt, als auch, dass er dir erzaehlt, was er sich denkt. Wenn er das fuer ueberfluessig haelt, dann siehst du dich nicht mehr in der Lage, es zu verantworten, ihm den Sohn zu ueberlassen. Er moege sich also um einen Gespraechstermin mit dir bemuehen. Am besten per Einschreiben, wirkt mehr.

Das soll jetzt nicht dazu fuehren, dass der Sohn da nicht mehr hingeht, sondern dass der Mensch mit dir spricht, und dass du dich durchsetzt, und dass er im Gegenteil den Sohn dann vielleicht sogar oefter oder laenger nimmt, so dass du eine Entlastung kriegst, und der Sohn merkt, dass da auch nur mit Wasser gekocht wird. Irgendwie musst du dich in eine bessere Position bringen, und du musst dir nicht alles gefallen lassen. Das ist auch fuer das Kind wichtig, sonst wird der noch ein bloeder Chauvi.

Das Problem dabei ist, dass man als Mutter durch das Kind sehr leicht erpressbar ist. Wenn du sagst, so willst du das nicht mehr, und so machst du das nicht mehr mit, dann gibt es ja wahrscheinich irgendwann die Situation, dass Vattern trotzdem unten steht und klingelt und ueberhaupt nicht dran denkt, mit dir zu reden. Eigentlich muesste man sich dann durchsetzen, auch wenn das dem Kind gar nicht passt. Du hast schliesslich die Hauptverantwortung, dann musst du auch was zu bestimmen haben.

Ihr habt ja aber wahrscheinlich gemeinsames Sorgerecht, dann geht das so wahrscheinlich gar nicht. Aber irgendwas muss doch da passieren!

Aber natürlich kann ein Kind es nicht verstehen, wenn man es
fragt, zu wem es eine engere Bindung hat, mit wem er sich eher
identifizieren kann.

Das muss man doch nicht wissen. Was hast du davon, wenn du es weisst? Damit kann man sich hoechstens selbst bauchpinseln, wenn man selbst derjenige ist. Ein Sohn sollte sich ab einem gewissen Alter, in dem er aber schon lange ist, hauptsaechlich mit maennlichen Wesen identifizieren, das ist normal und richtig. Die Mutter ist natuerlich genauso wichtig.

Na ja, so wie du es schreibst, ist dir wohl schon selbst klar, dass dir mangels Kontakten eine Bestaetigung durch andere Menschen fehlt. Die solltest du dir dringend suchen, weil man sowas genauso braucht wie Essen und Trinken, und wenn man es nicht kriegt, dann versucht man ja automatisch, das irgendwie von den Kindern zu kriegen, das ist ja aber nicht deren Job.

Vielleicht willst du mal versuchen, Hilfe vom Jugenamt zu kriegen, vielleicht eine Erziehungsberatung oder sowas? Nicht, dass ich glaube, du wuesstest nicht wirklich, wie man das macht, aber da haettest du wenigstens mal jemand zum reden.

Ich denke, wenn ich Arbeit habe, wird alles besser - für uns
zwei, neue Kontakte, mehr Möglichkeiten, aber …

Seit fuenf Jahren „arbeitslos“*) (stimmt doch ungefaehr, oder?), da solltest du dich wirklich unbedingt drangeben. Lass es nicht zu lange werden, sonst kriegst du nichts mehr.

Viele Grüße Thea

* Als ob du nicht genug Arbeit haettest!

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Hi Thea,

War die Unterhaltung fuer ihn denn so schlimm? So wie du das
geschildert hattest, kam es mir so vor, als haette er ganz
unbefangen geantwortet und haette eigentlich nur das Problem,
dass er nicht lange genug bei seinem Vater sein kann.

Er hatte offensichtlich kein Problem damit, aber wie ja schon gesagt wurde, kanns auch sein, dass es ihn innerlich zermürbt hat. Weiß man nicht. Er sagt übrigens weiterhin einfach so „ich hab Dich ganz doll lieb, Mama.“ …„aber meinen Papa habe ich noch viiiel doller lieb“.

Mehr Umgang durch den Vater …das haben schon auch ein paar
andere gesagt. Aber es ist nicht einfach umzusetzen, durch die
Situation.

Wieso denn nicht? Will der Vater das nicht, oder willst du das
nicht?

Es bringt nervliche Probleme mit sich, durch die Kommunikationsunfähigkeit zwischen uns. Und ich habe wie gesagt keinen Nerv mehr, ihn zu betteln, dass er mit mir über Sohn spricht. Wenn ich da seinen gelangweilten, leicht genervten Gesichtsausdruck sehe, ist mir das mittlerweile zu doof. Und so wie es jetzt ist - das ganze noch viel öfter, gebe ich zu,habe ich nicht die Nerven für. So wie es ist, habe ich noch halbwegs Abstand zu der ohnehin schlechten Situation (wenn nicht gerade Sohn kommt mit diversen Aussagen gegen mich)

Und ich bin mir sicher, dass über mich „hintenrum“
nicht gut gesprochen wird, dass sich das schließlich dann auf
das Kind überträgt.

Tja, das uebertraegt sich ganz bestimmt und sehr schnell auf
das Kind, wenn das der Fall ist. Aber da du das nicht genau
weisst und auch nicht feststellen kannst, da ja der Vater
nicht mit dir redet, lohnt es sich eigentlich nicht, sich
darueber Gedanken zu machen.

Sagen wir mal so, ich denke, es wäre nicht so, wie es gerade ist, wenn Vater genauso wohlwollend dem Kind gegenüber im Zusammenhang dass er bei mir lebt, verhält. Er könnte ihm auch etwas Bestätigung dahingehend mitgeben. Schwer zu beschreiben, was ich meine. Na z.Bsp. wenn Vater mal absagt (etwa weil er auf ein Konzert o.ä. gehen wollte, sich der Besuch bei ihm durch seinen Urlaub verschiebt o.ä.), sage ich ja auch zu Sohn, dass er gerade etwas vorhat, dafür aber das nächste Mal sicher was tolles mit ihm macht oder sich schon ganz doll auf nächstes Mal mit ihm freut. Oder wenn Ex bei mir war (Sohn während dessen gerade im Kindergarten), um für sich eine Bescheinigung wegen Unterhalt o.ä. geben ließ, sage ich auch im Nachgang zu Sohn „liebe Grüße vom Papa“. Oder wenn er wegen irgendwas, was er für sich brauchte, angerufen hat, und Sohn fragte, wer das grad war, sag ich ehrlich „der Papa und er lässt Dir liebe Grüße sagen“, obwohl ers grad nicht sagt. Ichmeine, ich verhalte mich wohlwollend dem Vater-Kind-Verhältnis, eben für Sohn.

Vielleicht kannst du zum Schutze deines kleinen Sohnes fuer
ihn irgend eine erklaerende Richtlinie herausgeben, wie z. B.:

Geschiedene Eltern reden fast immer schlecht uebereinander,
weil sie sich mal so sehr mochten, und jetzt beleidigt sind.
Zum Beispiel sagt dann ein Papa, dass die Mama doof waere, und
diese Mama sagt, dass der Papa doof waere. In Wirklichkeit
sind stimmt das dann aber nicht, und wenn die einmal nach
vielen Jahren vielleicht nicht mehr beleidigt sind, merken sie
das auch selbst. Und dass das Kind deshalb seine Mama/Papa
jedenfall nicht doof finden muss. Oder sowas. -

Aber da würde ich ihm ja suggerieren, dass es normal ist, wenn man schlecht übereinander redet, was ich als Mutter aber nicht tue. Allemal dann tun würde, wenn ich Anlass hätte, negativ zu sprechen.Wenn ich etwas nicht gut finde, was Vater macht, sage ich das Sohn auch, aber ganz normal und nicht gegen Vater.

Vielleicht gibt es sowas in der
Richtung ja auch als Vorlese-Bilderbuchgeschichte, das waere
am besten, glaube ich.

Aber was die Vorlesegeschichte betrifft, stimmt, sowas wäre mal toll. Das man eine getrennte Elternbeziehung, Geschichten über „hier“ und „da“ mal fürs Kind zum Vorlesen hat.

Wie wichtig sind denn dem Vater diese Besuche alle drei
Wochen?

er hält sich überwiegend dran und da es Sohn dort ja gefällt, gehe ich davon aus, dass er ihm auch immer ein schönes Wochenende bereitet.

Vielleicht koenntest du ihm einen Brief schreiben,
dass du das unmoeglich findest, deinen kleinen Sohn an
jemanden abzugeben, der nicht bereit ist, mit dir ueber dessen
Erziehung zu sprechen. Du moechtest sowohl, dass er weiss, wie
du dir das denkt, als auch, dass er dir erzaehlt, was er sich
denkt. Wenn er das fuer ueberfluessig haelt, dann siehst du
dich nicht mehr in der Lage, es zu verantworten, ihm den Sohn
zu ueberlassen. Er moege sich also um einen Gespraechstermin
mit dir bemuehen. Am besten per Einschreiben, wirkt mehr.

Ansich eine gute Idee, aber ich habe kein gutes Gefühl dabei, sein Reden zu erzwingen, was ich ja damit tun würde. Ich denk drüber nach…

…dass er im Gegenteil den Sohn dann
vielleicht sogar oefter oder laenger nimmt, so dass du eine
Entlastung kriegst, und der Sohn merkt, dass da auch nur mit
Wasser gekocht wird.

Ja, das finde ich einen wichtigen Punkt, aber dazu müssen beide Elternteile sich wohlwollend gegenüber verhalten. Ungezwungen miteinander reden können und so eine bessere Basis für alles weitere schaffen. Aus Zwang geht bei mir gar nichts, muss immer ein gutes Gefühl bei der Sache haben.

Ja, wir haben übrigens gemeinsames Sorgerecht.

Aber natürlich kann ein Kind es nicht verstehen, wenn man es
fragt, zu wem es eine engere Bindung hat, mit wem er sich eher
identifizieren kann.

Das muss man doch nicht wissen. Was hast du davon, wenn du es
weisst? Damit kann man sich hoechstens selbst bauchpinseln,…

Es geht nicht um Bauchpinseln, sondern viel tiefer - wenn ich weiß, dass er wirklich eher an ihn gebunden ist, kann und darf (moralisch gesehen) ich ihn halt nicht dazu zwingen, für immer bei mir zu bleiben. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen und das ist der eigentliche Punkt. Wenn mein Kind bei mir lebt, dann doch deshalb, weil es sich bei mir wohl fühlt und nicht weil ich halt die Mutter bin (die ihn bis jetzt bei sich hatte) und das deshalb (für seine ganze Kindheit) so sein müsste.

Vielleicht willst du mal versuchen, Hilfe vom Jugenamt zu

kriegen, vielleicht eine Erziehungsberatung oder sowas? Nicht,
dass ich glaube, du wuesstest nicht wirklich, wie man das
macht, aber da haettest du wenigstens mal jemand zum reden.

Hm…, aber haben die denn Zeit für sowas, in denen ihren Augen sicher „Bagatellen“ Aber habs halt noch nicht versucht.

Ich denke, wenn ich Arbeit habe, wird alles besser - für uns
zwei, neue Kontakte, mehr Möglichkeiten, aber …

Seit fuenf Jahren „arbeitslos“*) (stimmt doch ungefaehr,
oder?),

ja Thea, gutes Gedächtnis :wink: Naja 5 Jahre ohne Arbeit, weil ich nach der 3jährigen Erziehungszeit noch keinen Anschluss gefunden habe, also sinds jetzt 5 Jahre, die ich bereits „raus“ bin. Und ja, es ist schlimm, aber schlimmer kanns bald nicht mehr werden. Mit etwas Glück finde ich noch jemanden, der mich einstellt. Es sind immer die gleichen Gründe - Englisch in Wort & Schrift, Arbeitszeit bis 16.15 Uhr ist zu unflexibel, „Sie sind zu lange raus“… Und das trotz Ausbildung, guten Umgangsformen, fit am PC, Umzugsbereitschaft und attraktiver (sorry für das Eigenlob, stinkt ja bekanntlich, aber manchmal ist eben auch das so ganz nebenbei bei Büropersonal gefragt) gepflegter Erscheinung. Ich lasse es von mir aus „nicht zu lange werden“, es kann sofort losgehen, wenn denn mal was geht.
Bin nur eben nicht der Typ, der anderen Leuten was aufschwatzen oder sie mit Telefonaten nerven kann und möchte - das ist ja derzeit der einzige Bereich, wo außer Reinigungsarbeiten noch was zu finden ist. Hoffe auf eine Umschulung oder dass ich halt doch irgendwie noch irgendwann Glück habe…
da solltest du dich wirklich unbedingt drangeben. Lass

es nicht zu lange werden, sonst kriegst du nichts mehr.

Danke Thea!
viele Grüße Free

Erziehungsberatung
Hallo Free,

Hm…, aber haben die denn Zeit für sowas, in denen ihren
Augen sicher „Bagatellen“ Aber habs halt noch nicht versucht.

Nein.
Wir haben uns vor einigen Monaten auch an die Erziehungs-
beratung gewandt. Gleich haben die meistens eh’ keine
Zeit (obwohl du da bessere Karten hast, weil du morgens
kommen kannst, wir waren mit Schulkindern da, sind also
auf Nachmittage angewiesen).
Aber Bagatellen sind das fuer die nicht. Und ein oder
zwei Beratungsgespraeche sind immer drin. Wenn sie dann
meinen, jetzt kannst du auch allein weiter machen, dann
sagen die das auch. Eigentlich das Beste, was dir passieren
kann. Wir haben mal vor Jahren eine Familientherapie
gemacht und wurden am Ende mit den Worten „Jetzt machen
Sie mal Platz fuer Leute mit wirklichen Problemen!“
rauskomplimentiert (nach etwa 3 Monaten). Das tat - nach
der Therapie - echt gut das zu hoeren. Hat auch Mut gemacht.

Glaub mir, es tut manchmal unheimlich gut, mit jemand
Neutralem einfach so ueber (auch kleine) Probleme zu
reden. Und dazu sind die da. Ausserdem haben die oft
einen Ueberblick ueber Hilfsangebote, die man als einzelner
oft gar nicht kennt oder weiss, dass man das in Anspruch
nehmen kann.

Ich moechte dir Mut machen, da mal anzurufen.

Gruesse
Elke

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Hallo

Geschiedene Eltern reden fast immer schlecht uebereinander,
weil sie sich mal so sehr mochten, und jetzt beleidigt sind.
Zum Beispiel sagt dann ein Papa, dass die Mama doof waere, und
diese Mama sagt, dass der Papa doof waere. In Wirklichkeit
sind stimmt das dann aber nicht, und wenn die einmal nach
vielen Jahren vielleicht nicht mehr beleidigt sind, merken sie
das auch selbst. Und dass das Kind deshalb seine Mama/Papa
jedenfall nicht doof finden muss. Oder sowas. -

Aber da würde ich ihm ja suggerieren, dass es normal ist, wenn
man schlecht übereinander redet, was ich als Mutter aber nicht
tue.

Das sollte doch nur eine Anregung sein. Natuerlich koennte man die Geschichte noch etwas in deinem Sinne veraendern. Ich finde es aber wichtig, ihm mitzuteilen, dass sowas nicht ungewoehnlich ist, dass das nichts damit zu tun hat, ob der andere Elternteil tatsaechlich nicht ok ist, und dass er den/die einen auch dann liebhaben darf, wenn der andere schlecht ueber sie/ihn redet.

Aber natürlich kann ein Kind es nicht verstehen, wenn man es
fragt, zu wem es eine engere Bindung hat, mit wem er sich eher
identifizieren kann.

Das muss man doch nicht wissen. Was hast du davon, wenn du es
weisst? Damit kann man sich hoechstens selbst bauchpinseln,…

Es geht nicht um Bauchpinseln, sondern viel tiefer - wenn ich
weiß, dass er wirklich eher an ihn gebunden ist, kann und darf
(moralisch gesehen) ich ihn halt nicht dazu zwingen, für immer
bei mir zu bleiben.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Vater aber doch nicht mit dir redet, kommt das doch gar nicht in Frage. Du kannst doch nicht dein Kind einem Menschen ueberlassen, der nicht mit dir reden will. Wenn er 12 ist, vielleicht. Aber eigentlich erst, wenn er 14 ist und das unbedingt will.

Von solchen Ueberlegungen wuerde ich Abstand nehmen. Sie koennten auch den Kleinen verunsichern, wenn er sowas spuert. Es muss fuer ihn klar sein, dass er bei dir wohnt, egal was er sagt. Sonst kann das eine sehr verunsichernde Wirkung auf ihn haben.

Hoffe auf eine
Umschulung oder dass ich halt doch irgendwie noch irgendwann
Glück habe…

Bei den Umschulungen vom Arbeitsamt kann ich dir aber nur raten: guck sie dir vorher ganz genau an. Und achte drauf, dass da wirklich gearbeitet und gelernt wird. Und dass du da was lernst, was gefragt ist, z. B. DATEV oder SAP, und was nicht jeder kann. Die meisten Lehrgaenge vom AA bringens nicht. Am besten sind Lehrgaenge, wo auch Firmen ihre Angestellten zur Fortbildung hinschicken.

viele Grüße Thea