Alleinerziehend mit Sohn (sorry, langer Text)

Hallo,

ich bin alleinerziehend mit einem fast 5jährigen Sohn und habe gerade Probleme mit ihm. Hoffe hier auf ein paar Ratschläge, was ich machen sollte oder kann. Ich weiß echt nicht, was jetzt das Richtige ist.

Zur folgenden Situation eine Anmerkung: Sohn geht aller 3 Wochen von Samstag zu Sonntag zum Vater.

Also folgende Situation:
Konversation mit Sohn gestern im Auto, wo ich ihm beim Fahren ein paar Fragen stellte (er brauchte mich dazu nicht direkt anschauen…

Wo gefällts Dir eigentlich besser? Bei mir oder Deinem Vater?
„Bei meinem Papa gefällts mir besser…“

Und warum? Warum gefällts Dir da besser?
"Na weil’s mir da besser gefällt. Weil der … (sein kleiner Halbbruder) da ist und weil’s da immer so schön ist. "

Schöner als bei uns, als bei mir?
„Ja, schöner. … Da ist der … (sein kleiner Halbbruder) und die … (seine noch kleinere Halbschwester) und die …(die neue Frau meines Ex) und mein Papa.
Na und die … (neue Frau meines Ex) hat immer so coole Haare, nicht ganz cool, aber ein bisschen.“

Wenn Du nicht mehr bei mir bist, vermisst Du da nichts? Vermisst Du mich nicht – ich wäre ja dann gar nicht mehr da? Bist Du nicht traurig, wenn ich nicht mehr da bin? Du wärst dann nur noch beim Papa und siehst mich dann kaum noch.

„Nö, da bin ich nicht traurig, wenn Du nicht mehr da bist. Ich vermiss Dich da nicht.“

Hm. Da kann ich den Tisch (wir hatten gerade einen neuen Esstisch gekauft) eigentlich wieder zurückschaffen - wenn Du nicht mehr da bist… Den brauche ich ja für mich allein nicht.

„Ja, den können wir dann wieder zurückschaffen. – Und die Stühle können wir dann auch wieder zurückschaffen, na weil Du die dann nicht mehr brauchst, wenn ich beim Papa bin.“ (in freudigem Ton)

Und sag mal, wen hast`n Du lieber? Den Papa oder mich?
Meinen Papa hab ich ganz doll lieb und Dich auch, aber nicht so ganz.

Und warum hast Du den Papa lieber als mich?
„Na weil’s mir hier nicht ganz so gefällt. Da kann ich ja dahingehen und da bleiben (freu, begeistert…)…ganz, ganz lange da bleiben… Oder? Mama?“

Sag doch bitte noch mal, warums Dir dort mehr gefällt als hier.
"Na weil’s dort immer viiiel besser ist. "

Und was gefällt Dir hier nicht?
„Na wenn Du so schreist, manchmal“ …und weils beim Papa schöner ist."

Aha. Aber weißt Du, wenn Du nur das Wochenende immer beim Papa bist, kann der auch kaum mal mit Dir schimpfen, die kurze Zeit, wo Du dort bist… Und ich muss doch manchmal schimpfen, wenn Du nicht hörst. Du hörst ja manchmal einfach nicht. So würde das Dein Papa dann auch mal machen, wenn Du öfter dort wärst. Und ich schreie doch nicht, ich werde höchstens mal laut, wenn Du böse bist. Möchte doch, dass Du auch lieb bist und wir lieb miteinander umgehen.

Stille, er sagt nichts. Thema beendet…

Was soll ich machen, soll ich das ernst nehmen, was er sagte? Wie kommt er dazu, zuwas zu sagen? Scheinbar fühlt er sich dann bei mir wirklich nicht wohl. Dabei bekommt er alles, was mir möglich ist, ihm zu bieten. Wir hatten bis zum letzten Wochenende eine sehr innige, liebevolle Beziehung. Er sagte mir bis zum Wochenende, wo er beim Vater war auch täglich mehrmals am Tag „ich hab Dich lieb“ oder „ich hab Dich gaaanz doll lieb“… Jetzt ist alles anders, so plötzlich, offensichtlich. Warum?

Klar, er hat hier keine Geschwister und hier gibt es nur mich als Elternteil. Es ist sicher anders, wenn man mit einem Kind allein ist, als in einer vollständigen (Groß-)familie… Ich habe mir immer gesagt, wenn er sich irgendwann mal bei mir nicht mehr wohl fühlt und lieber zum Vater möchte, gebe ich dem nach. Aber jetzt wo ich das höre, tut mir das so unendlich weh. Sollte ich jetzt schon nachgeben? ISt das nur eine Phase?

Lieben Gruß
Free

Hallo freechen,

ich muss mich erstmal vergewissern. Hast du diese Fragen wirklich deinem 5jährigen Sohn gestellt? Ich muss dir sagen, dass diese Fragen nicht richtig fand. Damit hast du ihn quasi dazu gedrängt sich zu entscheiden bei wem er es schöner findet und wen er lieber hat. Solche Fragen, wie du sie gestellt hast, stellt man meiner Meinung nach einem Kind in dem Alter nicht.

Was hat dich dazu veranlasst deinem Kind diese Fragen zu stellen?

Viele Grüße

Phoebe

Hallo Phoebe,

ich habe auch überlegt, ob ich es tun sollte, die Fragen ihm stellen und bin mir jetzt im Nachgang auch nicht sicher, ob das so gut war. Aber ich habe gemerkt, dass er anders ist, als sonst. Darum. Ich möchte, dass es ihm bei mir gut geht und an nichts fehlt, da bin ich mir seit dem WE nicht mehr sicher, wegen seinem Verhalten (er ist zudem auch enorm trotzig grad, Ärmel über die Brust zusammenschlagen und mit Fuß aufstampfen - total ungewohnt von ihm)…

Und wegen Deinen Worten „Damit hast du ihn quasi
dazu gedrängt sich zu entscheiden bei wem er es schöner findet…“ … ich habe ihm diese Fragen wie mal eben „nebenbei“ gestellt, so dass er ganz ungezwungen antworten konnte.Er brauchte mich dazu ja auch nicht anschauen und ich habe mir selbst nichts anmerken lassen, es war so als wenn ich ihn fragte, wie sein Tag war. Natürlich musste ich dabei kräftig schlucken, ich war so überrascht, wie klar er das sagen konnte. Weiß nicht, was ich tun oder nichttun soll, jetzt

Viele Grüße
Free

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hallo freechen,

also:

Und sag mal, wen hast`n Du lieber? Den Papa oder mich?

das würd ich überhaupt nie irgendeines meiner kinder egal welchen alters fragen.

vielleicht fühlt er sich bei papa zur zeit wohler, weil er da einfach kind sein darf und nicht mit den problemen und selbstzweifeln seiner mutter konfrontiert wird? das heißt ja nicht, dass er dich weniger lieb hat (das glaube ich nicht) - aber wenn du mit deinem sohn immer so umgehst und deine selbstzweifel an ihm auslässt (durch suggestivfragen, psychofragen (wie die sache mit dem tisch), dann setzt du ihn ja permanent unter stress. er muss ständig schauen, dass es dir gut geht. ich bin ja keine psychologin, aber auf dauer tut das weder dir noch deinem jungen gut. vielleicht wäre eine erziehungsberatung oder eine therapie (ich will dich nicht krank reden, aber manchmal hilft ja der geschulte blick von außen, dinge besser zu erkennen und verhaltensmuster aufzubrechen) eine idee? was ist denn aus deiner sicht die alternative?

grüßlis,

barbara

8 „Gefällt mir“

Hallo freechen,

Ich muss mich Phoebe anschliessen. Ich denke diese Fragen sind für ein Kind in so einem Alter ganz ungeeignet.

Ich habe mein Sohn nie vor so eine oder ähnliche Frage gestellt und habe es auch nicht vor. Nur aus Erfahrung (zB von anderen kindern und andere situationen) habe die Vermutung, daß bei so einer Frage, stellen sich die Kinder „auf der Seite“ von denen, die sie am wenigsten sehen, in diesem Fall, sein Vater.

Aber zurück zu den Fragen an sich: Ich glaube es ist für das Kind selbst sehr sehr belastend eine Antwort auf so eine Frage zu geben. Denn -so weiter meine Vermutung- müssen sie noch eine Trennung überwinden, nämlich: sie haben eine sehr schmerzhafte Trennung hinter sich (seine eltern, die beide gleichermaßen von ihm geliebt werden) und jetzt müssen sich noch eine gewisse „Trennung“ um für einen den beiden Elternteil „Partei“ zu ergreifen.

Sorry ich weiß es ist nicht toll formuliert aber es fällt mir sehr schwer diese Gedanken im Worten zu fassen. Und schon jetzt möchte ich künftige Leser dieses Beitrages bitten, sich mit evtl. Zurechtweisungen und „Du-hast-Dich-falsch-ausgedrückt-und-somit-kann-Dich-keiner-richtig-verstehen-obwohl-ich-alles-bestens-gelesen-habe“-Bemerkungen (auch wenn sie angeblich nur mein bestes wollen) zu sparen (zumal mir manch Leute Antworten schuldig sind). Danke im Vorfeld! (ich werde nicht einmal mit einer Silbe weiter darauf eingehen)

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Aua!
Hallo freechen,

das war aber kein Heldenstück von Dir! Wo gefällt es Dir besser?
Stell Dir vor, es wären Zwillinge und sie fragen Dich: „Wen hast Du lieber?“

Na klar freut er sich, da nur selten dort ist, hat er Spiekameraden, mehr Aufmerksamkeit und Freiheiten. Zu Hause ist Alltag.

Und die Ironie mit dem Tisch hat er nicht verstanden. Für ihn ist der Tisch etwas total Uninteressantes.

Ich habe auch lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, dass meine Tochter von ihrem Erzeuger geholt wird. So bin ich hier ins Forum gekommen und ich habe mir hier ganz schön etwas anhören können!

Du darft ihm keine Gewissenkonflikte einreden, nur weil Du eifersüchtig bist!

Sei froh, das es ihm gefällt und es kein Theater gibt!

Er brauch sich nicht zwischen Euch zu entscheiden!

Er kann nix dazu das es mit Euch nicht geklappt hat.

Ich weis, das es schwer für Dich ist, aber lass ihm das Vergnügen. Du wirst immer seine liebe Mama bleiben, auch wenn er gern zu seinem Vater geht.

Liebe Grüße
Nic

Hallo Free,

also erstmal moechte ich Barbara zustimmen. Was sie
sagt hat Hand und Fuss.

Ich kenne die Situation im Auto auch gut. Meine Jungs
redeten da oft freier von der Leber weg als in einem
„Auge in Auge“-Gespraech. Das hat manchmal Vorteile.
Das hat aber auch den Nachteil , dass du nur die Stimme
hoerst und nicht die Gesten, das Gesicht, die Koerperhaltung
sehen kannst.

Und jetzt mein Senf:
Es ist kein Wettbewerb, wen dein Sohn lieber hat.
Ihr seid beide die Eltern.
Um es mal so zu formulieren: ich bin Adoptivmutter.
Es gibt bei uns immer noch ‚die anderen Eltern‘,
nie wuerde ich meine Soehne vor die Wahl
stellen, sich zwischen uns entscheiden zu muessen
(rein emotional - rein praktisch gibt es diese Alternative
ja sowieso nicht). Liebe ist nicht teilbar.

Warum dein Sohn das im Moment so gesagt hat, darueber
kann man nur spekulieren (mehr Gesellschaft, SEltenheits-
faktor, Spass-Wochenende usw.).
Aber was du gemacht hast, ist ihm die Moeglichkeit einer
Wahl aufgezeigt (die ja nicht wirklich existiert, oder
bist du bereit, ihn zu seinem Vater ziehen zu lassen?),
die er nicht nur gar nicht hat, sondern mit der er als
Fuenfjaehriger auch hoffnungslos ueberfordert ist.
Er liebt euch beide und wenn man ihn zwingt, sich fuer
einen zu entscheiden, dann wird er ganz automatisch
Schuldgefuehle gegenueber dem anderen entwickeln, schon
gar wenn einer von euch diese Frage stellt.

Verwechsle deinen Sohn nicht mit einem gleichgestellten
Partner (gleichwertig natuerlich, bitte den Unterschied
beachten). Er ist fuenf. Er kann keine Erwachsenen-
probleme loesen. Er soll wissen, dass er geliebt wird,
von euch beiden, egal, ob er sich ‚liebenswuerdig‘ benimmt
oder nicht. Er braucht diese Sicherheit. Er soll auch
die Frau seines Vaters moegen duerfen, ohne entscheiden
zu muessen, ob er sie oder dich lieber mag (du bleibst seine
Mutter
, du bleibst das immer, egal, ob er vielleicht
im Moment die andere ‚cool‘ findet).

Behalte deine Zweifel, ob du eine gute Mutter bist (die
hat irgendwann jeder ,der ehrlich zu sich ist), fuer dich
(bzw. geh damit zu Freunden, aber nicht zu deinem Sohn).

Gruesse
Elke

Hi,

also ich finde die Frage und daraus resultierende Diskussion für einen Fünfjährigen ziemlich hoch angesetzt und hätte sie auch so nicht geführt. Wir haben zwei Kindern, der Grosse ist jetzt 4 ½ und kommt von alleine hin und wieder mit Sprüchen an wie „jetzt habe ich dich nicht mehr lieb“ oder „zu Oma will ich nicht, die ist immer so streng“ oder „ich lade dich nicht zu meinen Geburtstag ein“.

All diese Aussagen sind nicht nur Tageslaunen sonder können sich von einer Stunde auf die andere ändern. Ich sehe sie auch eher als ein Austesten als ein klares Meinungsbild. Natürlich trifft es einen wenn einen das eigene Kind sagt „du bist doof, ich hab dich nicht mehr lieb“ und ich versuche schon den Grund herauszufinden um zu schauen ob nicht etwas gänzlich schief läuft aber wie gesagt es ist ein grosses Experiment mit Worten (und auch zum Teil mit Gefühlsschwankungen).

Ich würde es also nicht überbewerten, zumal soweit ich weiß, das Kind erst ab 14 selbst über seinen Wohnort bestimmen kann. Gegen einen liebenswerten, ausgeglichenen Wochenend-Papa gegenanzustingen, der sich nicht um die täglichen Probleme (Schulaufgaben etc.) kümmern muss/will ist schier unmöglich.

Kopf Hoch & Viele Grüsse
Siegmar

Sorry, freechen,
wenn man Suggestiv-Fragen stellt,
dann kommt man auch die (insgeheim nicht erwünschten) entsprechenden Antworten.
Das hast Du gemacht.
Warum hast Du das gemacht?
Weil es natürlich ist, zu erfahren ob denn ‚dort beim Vater‘ alles richtig läuft.
Mit der insgeheim erwarteten Antwort: mies?
Die Antwort war aber: Ja, da ist mehr los.
Ganz klar; denn Dein Junior ist seltener dort (sowieso immer was Neues),
und dann sind da Ansprechpartner (hast Du ja aufgeführt).

Du musstest also diese ‚Abbürste‘ erhalten.

Wirklich hilfreich ist meine Antwort nicht -
obwohl ich vom Mars bin.
Nur soviel vielleicht: Hacke jetzt nicht darauf rum.
Es war eine Episode, die Junior sicher schon abgehakt hat,
und sich auf das nächste Wochenende freut.

Meiner Meinung nach sollte man Kinder nicht auseinander ziehen.
Hab ich allerdings auch mal gemacht - war nicht so prall.
Beim zweiten mal waren sie zusammen geblieben.

Also, nicht überbewerten.
Du wirst es überstehen, obwohl es an Dir nagt.

Gruss - dig (aEg)

Kurz dazu
Hi,

der Grosse ist
jetzt 4 ½ und kommt von alleine hin und wieder mit Sprüchen an
wie „jetzt habe ich dich nicht mehr lieb“ oder „zu Oma will
ich nicht, die ist immer so streng“ oder „ich lade dich nicht
zu meinen Geburtstag ein“.

Mein sohn (wird im Okt. 4 Jahre alt) wenn er so etwas ausdrücken will, sagt neuerdings „XY ist nicht mein Freund“. Das ist so ziemlich das schlimmste, was er von eienem anderen Mensch sagen kann. ;o)) Das sagt er aber extrem selten.

Wollte mein Senf dazu geben. ;o)))

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

er muss ständig schauen, dass es dir gut geht

Mit diesem Satz hast du einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Damit ist ein Kind immer überfordert!!!

Gruß
Nelly

2 „Gefällt mir“

Danke für Eure Antworten. Es ist so, ich lebe mit meinem Sohn bereits über 3 Jahre allein. Es kann also keine aktuell nicht verarbeitete Trennungsproblematik mehr bestehen. Er war anderthalb Jahre alt, als sein Vater und ich uns getrennt hatten. Er ist also in keiner neuen Situation.

Und mit meinen Fragen wollte ich ihn weder auf meine, noch auf die Seite des Vaters ziehen, noch wollte ich eine bestimmte Antwort heraushören. Ich wollte einfach nur wissen, wie ER denkt, was in ihm vorgeht. Und so klar kam es auch aus ihm heraus, eben gegen mich. Diese Fragen kamen für ihn scheinbar auch nicht ganz unerwartet, so schien es mir. Also er hatte damit überhaupt kein Problem, flüssig wie er antwortete.

und die Frage - wen hast Du lieber…
das war nur eine Aufbaufrage auf die Frage, wo es ihm besser gefällt, weil ja da die Antwort kam „beim Papa“…, wo er sonst immer offensichtlich bei beiden Gefallen hatte und auch für beide war…

Ich hatte immer offen mit ihm über alles gesprochen. Wenn er zum Bsp vom Vater zurückkommt, frage ich grundsätzlich (genauso wie wenn er aus dem Kindergarten kommt) und mit Wohlwollen, wie es war, was er gemacht hat usw. Insofern weiß ich/wusste ich schon immer, dass es ihm beim Vater gefällt, aber nach seinem Verhalten am Wochenende, der Distanz zu mir, habe ich ihn halt konkreter gefragt.

Bisher hatte er seinen Vater und mich lieb, das konnte er so frei raus von sich aus sagen und ich habe beide Antworten mit Wohlwollen angenommen. (Ich freue mich, wenn er sich wohlfühlt, auch an den Wochenenden wo er bei ihm ist und wenn er sich freut, berichtet usw) Jetzt ist es aber deutlich gegen mich, was nicht nur die Antworten auf die Fragen waren, sondern auch sein Verhalten… („ich habe meinen Papa lieb - Dich habe ich auch lieb, aber nicht so ganz“ heißt es auf einmal)

Er hatte noch nie das Gefühl haben müssen, dass Vater und ich miteinander konkurrieren, nicht dass ich wüsste. Ich würde alles dagegen tun, weil es eben ums Kind geht und ich mich freue wenn er sich hier und da wohlfühlt. Wie der Vater denkt, weiß ich nicht, wir reden nicht miteinander, es geht nicht (von seiner Seite, er ist immer ziemlich kurz angebunden). Somit weiß ich also nur,was mein Sohn mir erzählt über das Wochenende. Und natürlich möchte ich das wissen.

viele Grüße
Free

Hallo freechen,
NEIN, nein, nein - das kann doch nicht wahr…
1,2,3…10! So - hab mich beruhigt, jetzt kann ich mit Dir im ruhigen Ton antworten.
BITTE stelle (D)einem Kind NIEMALS (!) Suggestivfragen! Bitte stürze (D)ein Kind NIEMALS in Loyalitätskonflikte!

Es hat ein Recht darauf BEIDE Eltern zu lieben! Es muss sich nicht vom anderen Elternteil abwenden, wenn diese getrennte Wege gehen, wenn diese sich nicht mehr lieben!

Wach bitte auf und stelle Deine persönlichen Dinge hintenan, bzw. behalte das „Kindeswohl“ (schöner Begriff!) im Auge und sei einfach MUTTER!

Hier ein wirklich wichtiger Gedankenanstoß, Wünsche eines Scheidungsopfers:
http://www.scheidungskinder.de/board/showtopic.php?t…

Fühle Dich bitte nicht von mir angegriffen! Ich fühle mit Dir, aber auch mit Deinem Sohn.
Beste Grüße
Trine

Gute Güte,

wie kann man ein Kind in dem Alter derart unter Druck setzen?

Gruß
Cess

Hi Cess,

wie kann man ein Kind in dem Alter derart unter Druck setzen?

Was hat das eigentlich mit Alter zu tun?
Das sollte kein Kind beantworten muessen (ausser vielleicht
zu einer neutralen Person, wenn ein trifftiger Grund
vorliegt).

Gruesse
Elke

sorry war ein Fehler,dass ich hier gepostet habe
ich sehe grad dass es ein Fehler war. Bringt in der Ferne eh nichts

Hallo Free,

nochmal ich.

Es ist so, ich lebe mit meinem Sohn
bereits über 3 Jahre allein. Es kann also keine aktuell nicht
verarbeitete Trennungsproblematik mehr bestehen.

Mach dir mal da nichts vor. Auch wenn die Problematik
nicht akut ist, wird er damit immer leben. Auch wenn
er bewusst nie eine andere Situation gekannt hat, sieht
er doch intakte Vater-Mutter-Kind-Familien um sich rum
(nicht zuletzt, bei seinem Vater, der neuen Frau und den
Halbgeschwistern). Er kann das wahrscheinlich nicht mal
formulieren, aber natuerlich vergleicht er eure Situation
mit denen anderer.

Er war
anderthalb Jahre alt, als sein Vater und ich uns getrennt
hatten. Er ist also in keiner neuen Situation.

Neu nicht. Aber deshalb macht er sich trotzdem Gedanken (s.o.).

Und mit meinen Fragen wollte ich ihn weder auf meine, noch auf
die Seite des Vaters ziehen, noch wollte ich eine bestimmte
Antwort heraushören. Ich wollte einfach nur wissen, wie ER
denkt, was in ihm vorgeht.

Nur ein kleiner Tipp: Manchmal erfaehrt man mehr oder man
bekommt ehrlichere Antworten, wenn man nicht (direkt) fragt.

Und so klar kam es auch aus ihm
heraus, eben gegen mich.

Und hier liegt dein Fehler in der Interpretation.
Die Antwort war nicht „gegen dich“. Sie war „fuer den
Vater“. Und du hast nachgebohrt und aus der positiven
Antwort (mir gefaellt es da, ich mag den Papa, ich mag
die Geschwister, ich mag die andere Frau) eine vergleichende
Antwort haben wollen, die er dir gar nicht wirklich
geben kann.

Diese Fragen kamen für ihn scheinbar
auch nicht ganz unerwartet, so schien es mir. Also er hatte
damit überhaupt kein Problem, flüssig wie er antwortete.

und die Frage - wen hast Du lieber…
das war nur eine Aufbaufrage auf die Frage, wo es ihm besser
gefällt, weil ja da die Antwort kam „beim Papa“…, wo er
sonst immer offensichtlich bei beiden Gefallen hatte und auch
für beide war…

Ich hatte immer offen mit ihm über alles gesprochen.

„Offen sprechen“ und „ehrlich sein“ sollte aber nie „kindgerecht“
ausser Acht lassen. Ich bin nicht fuers Verbraemen und habe meine
Kinder nie in wichtigen Sachen angelogen. ABer es gibt Sachen
aus ihrer Vergangenheit, die sie nicht jetzt bis ins Detail
wissen muessen).

Wenn er
zum Bsp vom Vater zurückkommt, frage ich grundsätzlich
(genauso wie wenn er aus dem Kindergarten kommt) und mit
Wohlwollen, wie es war, was er gemacht hat usw.

Gut. Aber doch auch ohne vergleichende Wertung.

Insofern weiß
ich/wusste ich schon immer, dass es ihm beim Vater gefällt,
aber nach seinem Verhalten am Wochenende, der Distanz zu mir,
habe ich ihn halt konkreter gefragt.

Was heisst „Distanz“ - du benutzt hier Worte, die nicht
unbedingt in eine Mutter-5jaehriges Kind-Beziehung gehoeren.

Bisher hatte er seinen Vater und mich lieb,

das hat er immer noch

das konnte er so
frei raus von sich aus sagen und ich habe beide Antworten mit
Wohlwollen angenommen. (Ich freue mich, wenn er sich
wohlfühlt, auch an den Wochenenden wo er bei ihm ist und wenn
er sich freut, berichtet usw) Jetzt ist es aber deutlich gegen
mich,

er hat irgendwas erlebt (entweder sehr positiv beim Vater
oder eher negativ bei dir, so dass er im Moment Gefuehl
hat, die er vielleicht nicht anders ausdruecken kann).

was nicht nur die Antworten auf die Fragen waren,
sondern auch sein Verhalten… („ich habe meinen Papa lieb -
Dich habe ich auch lieb, aber nicht so ganz“ heißt es auf
einmal)

Du legst Worte und Blicke gern auf Goldwaagen, stimmt’s?

Er hatte noch nie das Gefühl haben müssen, dass Vater und ich
miteinander konkurrieren, nicht dass ich wüsste.

Wenn du so fragst, eine vergleichende Frage, was erwartest
du, was man (und auch dein Sohn) daraus liest? Konkurrenz.

Ich würde
alles dagegen tun, weil es eben ums Kind geht und ich mich
freue wenn er sich hier und da wohlfühlt. Wie der Vater denkt,
weiß ich nicht, wir reden nicht miteinander,

Das ist doch aber auch schon eine tiefgehende Erfahrung
fuer ihn, oder nicht?

es geht nicht
(von seiner Seite, er ist immer ziemlich kurz angebunden).
Somit weiß ich also nur,was mein Sohn mir erzählt über das
Wochenende. Und natürlich möchte ich das wissen.

Natuerlich, das hat aber nichts mit der Frage zu tun,
wo er sich wohler fuehlt bzw. wen er lieber mag.

Gruesse
Elke

6 „Gefällt mir“

Hey,

Was hat das eigentlich mit Alter zu tun?
Das sollte kein Kind beantworten muessen (ausser vielleicht
zu einer neutralen Person, wenn ein trifftiger Grund
vorliegt).

da hast du auch Recht. Ich dachte auch eher an allgemeine Gespräche dieser Art.

Ich bin auch Scheidungskind, unsere Eltern haben uns zum Glück nie solche Fragen gestellt. Aber zu einem gewissen Zeitpunkt kam die Frage auf, bei wem man wohnen möchte. Das hätte ich mit fünf Jahren nicht entscheiden wollen.

Außerdem haben wir uns später öfter über die Problematik unterhalten, die auftrat, wenn unser Vater uns zum Wochenende abholte:
Mir tat immer derjenige leid, der grad zurückblieb, sprich, zum Wochenende die Mama, weil sie jetzt ganz alleine war, Sonntags der Papa, der uns zurückbringen musste und dann alleine heimfuhr - völliger Quatsch, aber so saß es im Kindergehirn fest.

Darum kann ich mir gut vorstellen, dass ein Kind, das gefragt wird, wen es lieber hat (eine unmögliche Frage!) natürlich den wählt, der grad nicht da ist.

Gruß
Cess

2 „Gefällt mir“

Hallo freechen,

du behandelst deinen Sohn wie einen Erwachsenen. Er ist noch ein kleines Kind und verhält sich und denkt dementsprechend wie ein Kind. Das ist nicht mit der Denkweise eines Erwachsenen zu vergleichen. Näher erläutern kann dir das sicherlich ein Papa oder eine Mama. Ich kann es leider nicht, da mir dazu die Erfahrung mit Kindern fehlt.

Gruß

Phoebe

Mahlzeit,

Es kann also keine aktuell nicht
verarbeitete Trennungsproblematik mehr bestehen.

ich bin kein Fachmann, aber manche behaupten, diese Problematik bleibt ein Leben lang aktuell. Nur mal so…

Was mir aufstößt, ist die Tatsache, daß du scheinbar nicht gewillt bist, aus deinen Fehlern zu lernen. Stattdessen versuchst du sie zu leugnen oder ins rechte Licht rücken zu wollen - das geht soweit, daß du am Ende noch bereust, überhaupt darüber geredet zu haben. Das finde ich schade, denn damit vergibst du eine Chance, die Dinge beim nächsten Mal besser anzupacken.

Und mit meinen Fragen wollte ich ihn weder auf meine, noch auf
die Seite des Vaters ziehen, noch wollte ich eine bestimmte
Antwort heraushören. Ich wollte einfach nur wissen, wie ER
denkt, was in ihm vorgeht.

Das ist doch nicht wahr. Gerade die Sache mit dem Tisch hat mit einer neutralen Frage nichts zu tun, sie sollte ihm die Nachteile davon nahebringen, daß er sich „gegen dich“ entscheidet.

und die Frage - wen hast Du lieber…
das war nur eine Aufbaufrage auf die Frage, wo es ihm besser
gefällt, weil ja da die Antwort kam „beim Papa“…, wo er
sonst immer offensichtlich bei beiden Gefallen hatte und auch
für beide war…

Beide Fragen sind doch suggestiv. Egal, wie du sie stellst, du bringst das Kind auf den Gedanken, daß er sich überhaupt damit beschäftigen muß.

Er hatte noch nie das Gefühl haben müssen, dass Vater und ich
miteinander konkurrieren, nicht dass ich wüsste. Ich würde
alles dagegen tun, weil es eben ums Kind geht

Dann denke unvoreingenommen über das, was dir hier gesagt wird, nach! Werde dir bewußt, daß du dein Kind damit überforderst. Und handle danach!

Gruß

Sancho

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