Allergie - muss ich das Biest ernst nehmen?

Hallo,

seit etwa 25 Jahren habe ich eine mäßige Form der Allergie, die sich sowohl in „Heuschnupfen“, besonders frühsommerlich, und in Haartierempfindlichkeit ausdrückt. Symptome sind Niesen, laufende Nase, juckende Augen, leichte Mattigkeit. Weiterhin habe ich auf manche Früchte und Nüsse eine Reaktion (Kratzen im Hals, Anschwellen der Zunge, unangenehm, aber nicht dramatisch, mit einem Schluck Wasser geht’s wieder.)
Anfangs, also in den 80ern, versuchte ich die Allergie zu definieren (Allergietest) und ärztlich bekämpfen zu lassen.
Tests waren nicht aussagefähig, jedwede Form der (schulmediz.) Therapie, die ich anwendete, blieb erfolglos. Also behandelte ich symptomal (Lisino, Zyrtec, Tavegil, Aerius…), und wenn ich die Medikamente vergaß, waren die Symptome auch nicht schlimmer. Also ließ ich vor einigen Jahren auch die Medikamente weg.
Irgendwann lernte ich damit zu leben, und letztlich waren die Auswirkungen erträglich, von haarigen Viechern hielt ich mich fern, und im Frühling nieste ich eben 100x täglich. Was soll’s. Irgendwie nahm ich die Allergie nicht sehr ernst, verdrängte sie, tat sie als „Kleinkram“ ab. Und das hätte auch lange so weitergehen können, würde ich mich nun nicht regelmäßig auf einem Bauernhof befinden und daher zwangsläufig auch im Kontakt mit den Tieren (es scheint egal, ob Pferd, Katze, Hund oder …) zu stehen.
Nun wird es mir langsam lästig. Einerseits würde ich mich gerne auf ein Pferd setzen, ohne über hinreichend Taschentücher nachdenken zu müssen, andererseits mache ich mir Sorgen, dass der dauernde Umgang mit dem Allergen vielleicht zu weiterer Verschlechterung oder Veränderung führen könnte.

Frage:
Härtet man sich durch den Umgang mit dem Allergen eher ab, oder sensibilisiert man sich eher weiter?
Was kann man effizientes gegen diese blöde Allergie tun?
Gibt es wirkungsvolle alternative Möglichkeiten?

Ach ja, ich bin ungeduldig, was die Therapie angeht. Ich hätte den Quatsch gerne einfach weg, bevor ich mich lange auf etwas eher Unsicheres (kenne ich zur Genüge) konzentriere, niese ich lieber…
Und bevor ich meinen Arzt frage, hätte ich gerne Meinugen gesammelt (oder - noch besser - die Frage gar nicht erst lang nötig…).

Vielen Dank fürs’s Lesen und noch mehr Dank für eventuelle Tipps!

Grüße
formica

Hallo Formica,
wenn man Deinen Text durchliest, gewinnt man den Eindruck, daß Du schon einem gewissen Leidensdruck unterliegst.
Aus diesem Grund und auch um das Risiko möglicher Spätfolgen (Asthma) abchecken zu lassen empfehle ich Dir Dich vom Hausarzt an einen Allergologen überweisen zu lassen.
Dort wird man Dich nochmal testen und vor allem beraten.
Die alten Tests scheinen ja länger her zu sein, insofern sind Wiederholungen durchaus sinnvoll.
Du hast das Thema Desensibilisierung angesprochen.
Das ist tatsächlich eine gängige Behandlung.
Ich habe im Bekanntenkreis 2 Personen, die eine
Desensibilisierungbehandlung mitgemacht haben.
Von der einen Person weiß ich, daß es ihr jetzt deutlich besser geht.
Bei der andern hat es nur wenig gebracht.
Wie gesagt, geh mal zum Facharzt und laß Dich beraten!
Alles Gute!
Achterwasser

hi du!

du sollstest deine allergien auf jeden fall behandeln lassen von einem facharzt. die gefahr wirklich einmal asthma zu bekommen ist sehr hoch. alternativ kannst du es mal mit einem homöopathischem mittel versuchen. mitlerweile gibt es da einige sehr gute auf dem markt.
die dhu bietet zum beispiel ihr „heuschnupfenmittel dhu“ an. und von klosterfrau gibt es „allergen“. und ich muss sagen aus meiner erfahrung aus der apotheke, sprechen die patienten sehr gut auf die therapie an. was du auch wirklich mal probieren solltest ist regelmäßig eine nasendusche zu benutzen. das spühlt die pollen aus und wirkt sich positiv auf die schleimhäute aus.
und eben die alt bewerten tipps, wie z.b. haarewaschen vor dem schlafengehen…
hoffentlich ist was passendes für dich dabei!
schöne grüße

Hallo formica,

Frage:
Was kann man effizientes gegen diese blöde Allergie tun?
Gibt es wirkungsvolle alternative Möglichkeiten?

Ja, eine Hyposensibilisierung sollte man auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Ach ja, ich bin ungeduldig, was die Therapie angeht.

Geduld erfordert so eine Behandlung allerdings schon.

Ich hätte
den Quatsch gerne einfach weg, bevor ich mich lange auf etwas
eher Unsicheres (kenne ich zur Genüge) konzentriere, niese ich
lieber…

Welcher Allergiker wäre nicht gerne von diesem ‚Quatsch‘ erlöst?? Und bevor das niesen, kratzen usw. sich eines Tages zu einem Asthma entwickelt (wohlgemerkt KANN passieren, muß nicht zwangsläufig), solltest Du schon ein gewisses Quantum an Geduld aufbringen.

Und bevor ich meinen Arzt frage, hätte ich gerne Meinugen
gesammelt

Da ein Heuschnupfen oftmals die erste Vorstufe zu einem allergischen Asthma sein kann, rate ich Dir wirklich, dies nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ich selbst leide seit ca. 20 Jahren an starkem Asthma, dem u.a. eine Vielzahl von Allergien (u.a. auch Heuschnupfen,Hausstaubmilben,Katzen…)vorausgegangen ist. Nur wurde dies leider nicht richtig erkannt, geschweige denn behandelt, Hyposensibilisierung war in den 80er Jahren noch nicht so weit verbreitet, wenn überhaupt…

Und glaube mir, ich würde sonstwas dafür geben, wenn ich damals die Möglichkeit gehabt hätte, diese Form der Behandlung durchzuführen! Ob es natürlich geholfen hätte, kann keiner sagen…vielen hilft es, manchen etwas, dem anderen gar nicht.

Und je nach Schwere der Allergie kann man auch ganz gezielt frühzeitig sehr wirkungsvolle Medikamente einsetzen (z.B. Volon A-80-Spritze, Cortison), das allerdings bestimmt dann natürlich der Facharzt.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Geduld!

Gruß
Kieckie

Hallo Formica,

ich denke, beides kann passieren. Der Körper kann immer sensibler werden und die Abwehrreaktion immer stärker, siehe die Meerschweinallergie in meiner Kindheit :o). Ist mit der Zeit schlimmer geworden, obwohl ich die Tierchen damals noch Jahre zu hause hatte, so dass ich den Kontakt weitestmöglich vermeiden musste, weil es mir auf die Luft schlug.

Es ist aber auch einmal das Gegenteil passiert. Ich wollte nach Jahren unbedingt wieder mit Pferden anfangen und die ersten Besuche im Stall haben regelmäßig dazu geführt, dass ich auf dem Heimweg rechts ran fahren musste, weil ich vor lauter Tränen, Schnupfen und Husten nichts mehr sehen konnte. Egal, ob es jetzt von den Pferden oder dem Heu oder was auch immer kam, es hat nach Wochen langsam nachgelassen und irgenwann gab es gar keine Reaktion mehr - bis heute.

Ich frage mich, ob die Psyche da mitspielen kann (ich WILL aber…!!) oder ob in diesem Fall einfach so eine Desensibilisierung stattgefunden hat. Hätte aber auch komplett schief gehen können.

viele Grüße
Jana

Hallo,
gönn Dir einen guten Heilpraktiker mit Fachgebiet Neuraltherapie. Frag ihn, ob er auch die Eichotherm-Therapie anwendet.
Meinem Sohn half es ganz gut.

Gruß Rosa

Hallo,

Frage:
Härtet man sich durch den Umgang mit dem Allergen eher ab

Nein.

oder sensibilisiert man sich eher weiter?

Ja, die Symptome verschlimmern sich meistens. Das subjektive Empfindlichkeitsempfinden nimmt zu.

Was kann man effizientes gegen diese blöde Allergie tun?
Gibt es wirkungsvolle alternative Möglichkeiten?

Symptome? Ja, z.B. Akupunktur.
Ursachen/Auslöser: Vermeiden und umgehen.

Ach ja, ich bin ungeduldig, was die Therapie angeht.

Nun, nach so vielen Jahren schlechter Erfahrung wird es dann auch mit alternativen Möglichkeiten keinen Weg geben.

Ich hätte den Quatsch gerne einfach weg, bevor ich mich lange auf etwas eher Unsicheres (kenne ich zur Genüge) konzentriere, niese ich
lieber…

Dann mach mal weiter so :smile:

Gruß
Der Franke