Sehr geehrte Experten,
eine Freundin, die regelmärig zum Homöopathen geht, erklärte mir vor kurzer Zeit man könne an der Zunge erkennen, ob jemand eine Nahrungsmittelallergie hätte. Sie schaute sich meine Zunge an und sagte ich werde gegen ein Nahrungsmittel allergisch reagieren, da auch meine Zunge ein wenig gerötet und vor allem geschwollen sei. Hat sie Recht? SOllte ich einen Allergietest machen lassen?
Ich wäre über eine Antwort sehr dankbar!
Liebe Grüße, Hermann
sicher ein wirkliche experten fragen wie herr saurbier der charite berlin
Hallöchen Hermann,
also ich denke, es gibt so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht einfach zu beantworten sind. Für mich haben Allergien sehr viel mit dem Nervenkostüm zu tun. Und somit auch mit dem Kopf. Man kann sich vieles einreden lassen. Nicht umsonst gibt es den Spruch: „Das kratzt mich nicht“ …
Schau du selber in deinen Körper. Und sei ehrlich zu dir. Vieles hat eine „leichte“ Ursache. Von Allergietesten nur auf einen wagen Verdacht hin, würde ich abraten. Du bekommst bei einem Test solch eine hohe Dosis von den vermeintlichen Allergen eingespritzt, dass der Körper ziemlich gestresst wird.
Also um es kurz zu machen: Ich verschließe mich solch gutgemeinten Ratschlägen und stärke lieber meine Seele mit freundlichen Dingen …
Grüßle
Martina
Hallo Hermann,
eine Nahrungsmittelallergie erkennt man nicht an der Zunge, sondern an den Ergebnissen einer seriösen, wissenschaftlichen Diagnostik. Die Homöopathie fußt auf magisch-alchemistischen Vorstellungen des 16. und 17. Jahrhunderts (Paracelsus), die von Samuel Hahnemann im 19. Jh weitgehend unreflektiert übernommen wurden. Wir sind heute 200 Jahre weiter, und können die Signaturenlehre getrost ins Reich der Magie, und „Blickdiagnosen“ wie die von Dir beschriebene Zungenschau ins Reich der Fabel verweisen.
Eine gerötete und geschwollene Zunge kann viele Ursachen haben: Infektionen im Mund und Hals, Vit-B12-Mangel (häufig bei Veganern), ständige Reibung durch ein schlecht sitzendes Gebiss, etc. Hier hilft der Gang zum Hausarzt oder Zahnarzt, zu dem ich dir dringend raten würde. Ich bin keine Ärztin, aber eine Zunge ist nicht ohne Grund geschwollen und wir haben ein Gesundheitssystem, das dir für 10 Euro eine Überprüfung anbietet.
Symptome einer Nahrungsmittelallergie bei Erwachsenen können sein: Hautausschlag, Brennen an Hand- und Fußsohlen sowie im Rachenraum, plötzlich nach Genuss des Lebensmittels auftretende Kreislaufbeschwerden, Atemnot. Die Hauptauslöser sind Milch, Nüsse, Erdnüsse, Schalentiere, Soja und Eier, sowie bestimmte Kräuter und Gewürze bei Pollenallergikern.
Solltest Du immer(!) nach Genuss eines bestimmten Nahrungsmittels dieselbe(!) Reaktion zeigen, wäre ein Gang zum Allergologen angebracht. Allergologen sind meist spezialisierte Haut- oder Lungenärzte. Die Tests (Pricktest, Bluttest) werden auch von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt.
Dein Hausarzt, der Medizin studiert hat statt Alchemie, kann dir garantiert weiterhelfen!
Alles Gute,
Rättchen
Sehr geehrte Experten,
eine Freundin, die regelmärig zum Homöopathen geht, erklärte
mir vor kurzer Zeit man könne an der Zunge erkennen, ob jemand
eine Nahrungsmittelallergie hätte. Hat sie Recht?
Liebe Grüße, Hermann
Hallo Hermann,
ich habe selbst eine heilpraktikerausbildung gemacht, auch eine ausbildung in trad.chin.med. u. ich bin seit geburt allergiker.
Das ist absoluter unserioeser unsinn.
Allergien kann man nciht an der zunge erkennen, die zunge ist ein sehr gutes diagnosemedium, aber niemals allein. Es gibt zuviele situationen u. befindl.keiten, die die zunge in form, struktur, farbe u. funktion beeinflussen. Aber mehrere diagosen zusammen koennen sehr wohl auch die zungendiagnose mit einbeziehen.
Aber allergien koennen nicht an der zunge erkannt werden.
Seriöser Umgang mit Allergien ist
- Bluttest im Labor
- Tagebuch
- absolutes Meiden der Allergene.
Homöopathisch kann man Allergien eindeutig nicht heilen. Allergien sind unheilbar, sogar nach der trad.chin.medizin. Allergien sind immer nur beeinflussbar, etwa duch Antihistamine (chemische, also Medizin, oder natürliche, etwa in der alternativen Medizin) od. durch Meiden. Cortison ist das Mittel der Wahl, wenn die Erscheinungen das Leben bzw. Überleben bedrohen.
Es gibt durchaus natuerliche Antihistaminika u. Cortison-aufbauende bzw. -bildende Mittel.
Insofern kann auch der Gang zum guten Homöopathen hilfreich sein.
Ob man also die klassischen Allergiehelfer Antihistamika u. Cortison der reinen Chemie überlässt oder versucht, diese beiden Arzneiwege natürlich zu beschreiten, ist abhängig von der eigenen Befindlichkeit. Ein Mensch, der generell die Medizin ablehnt, wird ein natuerliches Mittel vom Homöopathen zur Schwächung des Immunsystems auch besser vertragen als das gleiche Mittel einer Pharmafirma.
Aber sog. alternative Heilmittel gibt es definitiv nicht.
Therapien, die versprechen „die Information der Allergie umzukehren“ oder gar das Immunsystem zu stärken, sind Scharlartanerei.
Umfangreiche Labortests belegen, dass alle homöopathischen Heilmethoden bei Allergikern dieselben Verbesserungen gebracht haben wie vergleichsweise durchgeführte Placebo-Therapien.
Ich kenne deine Symptome nicht.
Aber notiere konkret deine Symptome u. die Zeit dazu.
Zu allerg. Symptomen gehoeren vordergruendig:
- Irritationen der Haut u. Schleimhäute, Schwellungen, Rötungen, Quaddeln (Arme, Beine usw., um u. in den Augen, um u. in der Nase, Mund u. Rachen)
- Atemprobleme (Raeuspern, Verschlucken, Reizhusen, Keuchen, Asthma, Atemnot)
Neben diesen vordergründigen, recht leicht erkennbaren Allergien gibt es auch zeitweise kurze psychische Befindlichkeiten, die durch Allergene ausgeloest werden koennen, wie
- Orientierungslosigkeit, Durch-Watte-Sehen u. -Hoeren, Bewusstlosigkeit, Zeitverlust
- Depressionen
- Stimmungsschwankungen
All dies kann durch unser Immunsystem ausgeloest werden, das zu heftig reagiert auf eigentlich harmlose Eiweisse in allen moeglichen Stoffen in unserem Umfeld oder gar in unserem eigenen Koerper.
Das Immunsystem gehoert noch immer zu den Rätseln Fder Menschheit. Wir wissen heute mehr über Aufbau u. Funktion des Gehirns als über das Immunsystem.
Das Einzige, was wir wissen sind Mittel, mit denen wir das Immunsystem stärken u. schwächen können.
Könnten wir das Immunsystem gut begreifen, wäre Aids (Schwäche u. Versagen des Immunsystems) längst heilbar.
Lange Zeit wurden Allergien gesehen als ein geschwächtes Immunsystem, das durch Abhärtemassnahmen wie Sport u. Wassertherapien aufgebaut werden müsste.
Durch andere Immunerkrankungen wie Multiple Sklerose od. Parkinson u.v.a.m. hat man erkannt, dass Allergien überschiessende, also krankhaft überstarke Immunreaktionen darstellen.
Tatsächlich ist nachgewiesen, dass eine gesunde Lebensweise ohne Gifte (Raumluftgifte, Nikotin, Alkohol) mit Sport u. gesunder Ernährung etc. dem Allgeriker eine hohe Bereitschaft beschert, Allergien täglich auszuprägen.
Alles, was einen Allergiker schwächt, schwächt auch die Bereitschaft u. Fähigkeit seines Körpers, mit Allergien zu reagieren.
Man hat bis vor ca. 30 Jahren gedacht, es gäbe keine Allergien im Alter. Stärker noch: Allergiker wurden von ihren Hausärzten auf später vertröstet, weil ihnen versprochen wurde, dass sie im Alter ohne Allergien leben würden.
Dieser Irrglaube basierte auf reiner Statistik, da vor 30 Jahren die Gesundheit alter Menschen einfach stark geschwächt war.
Inzwischen hat sich das gewandelt. Der moderne Mensch wird immer älter u. bleibt auch statistisch gesehen immer länger fit.
Inzwischen zeigen Statistiken dementsprechend auch, dass auch fitte alte Menschen gleichermassen an Allergien leiden wie fitte junge Menschen. Der Anteil der Allergiker ist gleichbleibend, abhängig nciht vom Alter, aber vom Gesundheitsgrad.
Seitdem man das wissenschaftl. erkannt u. statistisch festgehalten hat, kann man auch wissenschaftl. erklaeren, wieso jemand ploetzlich Mitten im Leben Allergien ausbildet.
Spontan auftretende Allergien konnte man lange nciht erklaeren. Man suchte sogar psychische Veränderungen im Leben eines Menschen, der plötzlich an Allergien erkrankt war.
Tatsächlich war dieser Mensch sei seiner Geburt Allergiker, aber niemals an Allergien erkrankt.
Die Umstände seines Lebens führten zu einer Schwächung seines Immunsystems, und sein vergleichsweise schwaches Immunsystem schaffte es nie, ihn auf harmlose Stoffe wie Hausstaub krankhaft reagieren zu lassen. So ein Mensch ist Allergiker, ohne es zu merken.
Dann, irgendwann in seinem Leben, änderte er die Ernährung od. machte ploetzlich regelmaessig Sport od. stoppte mit dem Rauchen od. führte anders irgendwann ein gesunderes Leben als zuvor. Sein geschwächtes Immunsystem bescherte diesem Menschen nun auch die Kraft u. Möglichieit, heftig auf Stoffe zu reagieren, also Allergien zu haben.
Was sind Allergien ? Wie darf man sich das vorstellen ?
Der Kontakt mit einer giftigen Pflanze loest bei einem gesunden Menschen dieselben Immunreaktionen aus
wie bei einem Tierhaar-Allergiker der enge Kontakt mit einem Hundebesitzer.
Der giftige Kontakt führt zu heftigen Abwehrreaktionen, um das Gift gleich auszubrechen, also aus dem Magen zu bekommen, damit es nicht durch die Organe ins Blut gelangt. Diese heftige Reaktion ist lebenswichtig u. nicht krankhaft.
Eine heftige Abwehrreaktion nach einer Umarmung eines Menschen, der zuhause einen Hund hat, ist krankhaft, aber koerperlich die gleiche Reaktion.
Es gibt viele Ideen dazu, wie es zu einer Allergie kommt.
Aber immer gehoert eine erbliche Veranlagung dazu. D.h. irgendein Eltern- od. Grosselternteil hatte Allergien.
Früher hat man das nicht so genannt, da sprach man von Nesselfieber (also Fieber nach dem Berühren von Pflanzen) oder von Unverträglichkeiten. Dazu kommt noch, dass alte Generationen vor unserer Zeit nicht über Krankhetien sprachen. Es schickte sich jahrhundertelang nicht, über Krankeheiten u. krankhaften Erscheinungen zu reden. Soetwas erduldete man u. man schwieg.
Allergien sind Muss-erblich, d.h. man vererbt sie immer. Ob u. wann u. wie heftig sie dann im Leben der Erben auftreten, ist voellig unterschiedlich - genauso wie die Auslöser (also die Stoffe, auch die man allergisch sein kann). So kann ein Geschwisterpaar von Allergikern einmal auf Nahrung, der andere auf Chemie reagieren.
Ein Homöpath weiss all dies.
Er sollte Sie intensiv nach Ihrem „Wie“ u. „Wann“, also danach wie Sie reagieren u. wann das ist, befragen.
Er sollte ihnen das ein oder andere oder eben all sein Wissen zu Allergien sagen.
Er sollte Sie aufmuntern, ein Allergie-Tagebuch zu führen u.das mit Ihnen durcharbeiten.
Aber eine Zungendiagnose bei Allergikern gibt es auf gar keinen Fall !
Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben u. sie vor unnötigen Kosten u. vor allem falschen Hoffnungen, verbunden mit bitterboesen Enttaeuschungen beschützt zu haben.
Alles Liebe
Julia
Hatte schon verschiedene Komplimentärmedizinische Behandlungen wegen meiner Allergiene (auch Nahrungsmittel) Bisher hat noch nie jemand über meine Zunge ein Ergebnis gesehen
Lieber Herrmann,
es mag schon sein, dass man an der Zunge eine Menge erkennen kann. Auch ich habe verschiedene Nahrungsmittelallergien.
Du scheinst ein wenig Angst vor einer Allergie zu haben. Ich möchte Dir keinesfalls mit dieser Aussage zu nahe treten. Aber ich möchte Dir die Angst nehmen.
Ein Allergietest ist, glaube ich, nur dann ratsam, wenn es wirklich lebenseinschränkend bzw lebensbedrohlich wird.
Ich reagiere auf so viele verschiedene Dinge und das zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten, dass ein Allergietest auch nicht helfen konnte. So kann ich heute Äpfel essen und morgen nicht. Tomaten am Montag, am Donnerstag nicht. Nüsse… großes Fragezeichen. Es gab Situationen, da glaubte ich, nach dem Verzehr einer Nuss zu ersticken. Die Zunge bekam Pusteln und juckte. Die Lippen schwollen an und auch mein Hals schwoll zu. Doch ich habe gelernt, damit umzugehen. Manchmal koste ich ein ganz winziges Stückchen und warte. Wenn nichts passiert, kann ich problemlos essen. Beim nächsten Mal eben nicht.
Besorge Dir ein Antiallergetikum (Zyrtec (Tropfen oder Minitabletten) oder Cetirizin (ebenso Tabletten oder Saft) und Du wirst ruhiger leben. Denn immer dann, wenn eine Allergie droht, kannst Du das einnehmen und schon hast Du keine Probleme mehr.
Konnte ich Dir helfen?
Ich hoffe es sehr.
Liebe Grüße profeta
Hallo!
Wenn Deine Zunge nach einem Lebensmittel angeschwollen ist,
dann wäre es sinnvoll sich testen zu lassen.
Wenn sie immer so aussieht, und Du keine allergischen Reaktionen
hast, dann denke ich, dass es nicht nötig ist.
Ich bin auch bei einem Homöopath, aber so hat er das nicht getestet. Habe auch noch nicht gehört, dass man Allergien nur an der Zunge erkennen kann, aber es gibt ja so viel!!
Solltest Du Dich testen lassen wollen, dann würde ich vorschlagen zuerst
zu einem Allergologen zu gehen und danach kannst Du dann immer noch einen
Homöopath aufsuchen.
Einen herzlichen Gruß
Lieber Hermann,
ein Allergietest kann doch nie schaden. Da ich derzeit nach mehreren Hautärzten auch eine Homöopathin gewählt habe und seitdem mit dem Mittel Sulfor wirklich eine Besserung erfahre (muß noch sog. Heilpilze einnehmen), seh ich derzeit für mich wieder nach vorn. Ich hatte eine Ganzkörperhautallergie seit einem Jahr, fühlte sich an wie im Brennnesselbeet oder überall den Sonnenbrand, Stoff konnte ich auf der Haut nicht mehr ertragen. Ich wurde gefragt, ob meine Tränenas Nasensekret scharf und salzig seien und mir hier eine Diät empfohlen.
Also mach doch ruhig. Du wirst schon sehen, ob Du bei dieser Hautritzerei „anschlägst“.
Liebe Grüße aus Mannheim
Charlotte
Hallo Hermann,
hast Du ausser der leicht veränderten Zunge noch andere Beschwerden? Es kann schon sein, das sich allergische REaktionen auf der Zunge abbilden. Das würde dann aber nur auftreten, nach dem Genuss eines bestimmten Nahrungsmittel.
Pauschal ablesen an der Zunge (die z.b. völlig symtomfrei ist) das jemand eine Nahrungsmittelallerige hat, kann ich mir nicht vorstellen. Bevor du zum Allergietest gehst, versuche doch mal einzugrenzen, wann sich die Zunge verändert. Oft ist es ja auch nur eine Unverträglichkeit, die zwar genauso lästig ist, aber bei keinem Allergietest entdeckt werden würde.
Gruß Inge
Hallo Hermann,
ja, man kann an der Zunge allerhand erkennen. Die Chinesen machen das schon sehr lange so. Es gibt Merkmale, wie eine „Landkartenzunge“, belegte Zunge, Ränder gezackt (Druckstellen der Zähne bei geschwollener Zunge), alles Dinge, die eine Deutung zulassen. Ich selbst habe, wenn ich „schlechte“ Sachen gegessen habe, wie Süsses, viele Kohlehydrate, oder Fertigessen (Dose, Mikrowellenzeug), eine stark belegte Zunge und geschwollen ist sie auch (Übergewicht führt auch dazu.)
Will heißen: was Du im Magen hast, zeigt sich auf der Zunge.
Regelrechte Nahrungsmittelallergien gibt es fast nicht, das sind eher sogenannte Intoleranzen. Aber testen würde ich das schon lassen, es ist manchmal wirklich leicht, etwas nicht zu essen, das einem sonst bald Probleme macht. Wird Dir auch manchmal schlecht vom Essen? Das kann übrigens bis zu 2-3 Tage nach dem Verzehr sein! Oder grummelt es im Bauch und Du bekommst Durchfall? Das spricht auf alle Fälle für solche Intoleranzen.
Wünsche gute Besserung!
Viele Grüße
Ulrike