Alles auf Zucker…

Alles auf Zucker…
Also, es ist eigentlich nicht meine Art Filmempfehlungen auf den Religionsbrett zu geben, aber hier mache ich eine Ausnahme.
Das ist nicht nur eine gute Komödie. Das ist auch ein Film über Religiosität und Atheismus.
Jack Zucker alias Jakob Zuckermann ist Jude. Nur das will er gerne vergessen. Er ist in der DDR aufgewachsen, als einziger Jude weit und breit. Nicht nur das, sein ganzer Lebensstil ist … unjüdisch. Er ist Spieler und betreibt ein nicht ganz einlichtiges Lokal. Aber wie das Leben so spielt holt ihn das Judentum nach der Wende ein, in Gestalt seiner Familie. Sein Bruder, dessen Frau und Kinder sind strengreligiöse orthodoxe Juden. Sein Bruder und er sind … verfeindet. Für seinen Bruder hat sich Jack vom Judentum abgewandt. Jack nennt seinen Bruder einen Ayatollah. Das Testament der Mutter der beiden zwingt sie posthum sich zu versöhnen, und das schwierigste für Jack und seine Familie auf Zeit Koscher zu Leben… Nur wie lebt man koscher? Das ist schwer, vor allem wenn man sein Wissen aus einer Broschüre hat: ‚Wie lebt man Koscher…’ Der Rest vom Film… schaut ihn Euch an. Er läuft heute im ARD. Es bleibt bis zum Schluss spannend ob die beiden Brüder zusammenfinden. Das ganze ist köstlich und mit viel Humor erzählt.

Warum der Film mich berührt… Vieles von Jack Zucker hat mich an meinen Vater erinnert. Oft habe ich mich gewundert warum er sich vom Judentum abgewandt hat. Seine Lebensgeschichte erinnert auch in vielem an Jack Zucker. Auch ihn hat das Judentum zuweilen eingeholt, und er hat sich wieder von ihm entfernt.

Ich komme zum Schluss:
Es gibt viele Jack Zuckers… oder sagen wir einige…

Jetzt frage ich: wie geht es ihnen? Wie ihren Kindern? Auf der einen Seite haben sie keinen Halt aus dem Judentum, auf der anderen Seite sind sie in vielem mit den Juden verbunden z. B. was Antisemitismus oder auch moralische Einstellungen betrifft. Ich habe einige von den Kindern kennen gelernt, die zurück zum Judentum wollten. Ich habe dazu gehört. Aber vielleicht brauche ich das ja gar nicht. Für einige bin ich Jude, z. B. für die Antisemiten. Und für einige Juden, dann werde ich so vorgestellt: …der Enkel von Jakob Weiner. Ich wüsste gerne warum, ich hätte ihn gerne kennen gelernt. Schade…

Servus
Herbert

Danke, Herbert!

Der Film war echt berührend und hat uns wieder einen kleinen Einblick in die jüdische Denk- und Lebensweise geschenkt - einschließlich der Zerrissenheit jener, die sich nicht mehr mit dem Judentum identifizieren wollen oder können, ihm aber doch nicht entkommen.

Der Film war echt bereichernd für uns :smile:))

Hanna

Liebe Hanna,
freut mich dass er Dir gefallen hat.
über dieses Thema gibt es ja auch viele Witze…
Vielleicht habe ich ja diesen noch nicht erzählt:

Ein Engel sieht auf die Erde herunter. Was er sieht gefällt ihm nicht.
Es ist Pessach und unten spielt ein Jude Golf
Und so geht er zum Herrn und petzt es ihm.
Der Herr schaut hinunter…
… unser Jude holt mit seinem Schläger aus und trifft den Ball wie er ihn noch nie zuvor getroffen hat. (und vielleicht auch niemals wieder treffen wird)
… und schlägt ein ‚hole in one’.
Der Engel: ‚Du weißt, ich würde Dich niemals kritisieren, aber so bestrafst Du einen Sünder?’
‚Ja, so bestrafe ich einen Sünder … wem soll er es erzählen?’

:wink:
Servus
Herbert