Alles in Obi!

Hi,

Ach, Du hast doch alle die gesprochen, die leider bei unseren
Touren nicht mitfahren können, weil Radfahren so anstrengend
ist. „Oh geht ihr Rad aber leicht!“ „Ja, aber den Preis würde
ich für ein Fahrrad nie ausgeben“.

Davon habe ich nicht gerdet.

aber davon, dass (alle?) Menschen, die ein Billigrad kaufen, gar kein gutes Rad haben wollen.

Wenn mich jemand etwas fragt, dann gebe ich Antwort nach
meiner Erfahrung und meinen Erkenntnissen. Wenn ein anderer
anderer Meinung ist, wie z.B. Du, dann mache ich mich dennoch
nicht öffentlich lustig über „die Fraktion derer, die glauben,
dass solche Räder etwas taugen“.

Wo habe ich mich lustig gemacht?

Hier muss ich dir recht geben, sorry. Die Formulierung:

Ein paar ADFC-Mitglieder werden Dir von dem „Schund“ abraten,
da dessen Gebrauch lebensgefährlich wäre, und es günstiger
und besser wäre sich was günstiges Gebrauchtes zu organisieren.
Oder halt den Händler Deines Vertrauens aufzusuchen, um Dir
dort mit guten Argumenten etwas total überteuertes aufschwatzen
zu lassen, was er aber gerade loswerden möchte

stammt noch von Markus. Und so Ironietriefendes über mich (sonst kenne ich hier keine bekennenden ADFCler) erlaube ich mir persönlich zu nehmen. Du hast dann eingehakt und auf mich wirkte es so, als seist du mit allem was dort oben steht, einverstanden.

Für Dich scheinen andere Spielregeln zu gelten, da Du meinst,
unsere Meinungen und Erkenntnisse niedermachen zu können, weil
Du alleine weißt, was die Fragesteller wollen.

Huch. So langsam denke ich Du nimmst das hier persönlich.

Siehe oben. Ich gehöre nicht aus Desinteresse am Fahrradfahren einem Verein an und engagiere mich in ihm ehrenamtlich, weil es mir egal ist, wieviel Spaß Interessenten wirklich am Fahrradfahren haben.

Ich bin halt so dumm und gehe davon aus, dass die Menschen,
die sich ein Fahrrad kaufen, damit auch fahren wollen. Und
wenn dann ein Billigrad Federgabel, Scheibenbremse und
ähnliche scheinbar teure Teile hat, dann rate ich eher davon
ab, da sicher funktionierende Scheibenbremsen als Einzelteile
schon an den Preis eines solchen Fahrrades herankommen. Aber
Du weißt das ja sicher besser.

Keine Ahnung was eine gute Scheibenbremse kostet. Ich fahre
Rennrad.

Auch da wirst Du nicht Bremsen für 20 Euro bekommen, schätze ich mal.

Wenn Du den thread nochmal durchliest, habe ich insbesondere
Markus dahingehend unterstützt, als ich ebenso wie der Meinung
bin, daß Baumarkträder ihre Berechtigung haben. Du hingegen
bist diejenige, die hier abstreitet, daß es Menschen geben
könnte, denen ein Rad billiger Machart ausreichen könnte. Die
allen Käufern ihre Weltanschauung bezüglich Fahrrad aufdrücken
will. Mir liegt das völlig fern. Mein eigenes Rad hat etwa das
10fache dieses Baumarktteils gekostet. Trotzdem erkenne ich
an, daß es Menschen mit anderen Anforderungen gibt als mich.

Ich erkenne vor allem an, dass es Menschen gibt, die nicht so viel Geld für das Fahrradfahren ausgeben können. Die lasse ich an meiner Erfahrung teilhaben, dass es sinnvoller ist, das wenige Geld lieber in was Gutes Gebrauchtes zu investieren, als sich mit den Baumarkt-Dingern rumzuärgern. Und ich kenne keinen, der sich nicht über derartige Fehlkäufe geärgert hat. Was Bremsen etc. angeht, entsprechen die Teile oft nicht mal den minimialsten Anforderungen, wehe dem armen Radfahrer, der da ungeplant mal in den Regen gekommen ist und unverschämterweise versucht zu bremsen.

Karin

Es ist einfach zu geil!
Moinsen,

ich beobachte nun schon die Ganze Zeit diese immer länger werdende Diskussion. Ich finde es erstaunlich, das „wir“, die wir vermutlich am meisten für unsere (Renn-)räder ausgegeben haben, offensichtlich am tollerantesten gegenüber Billigbikern sind.

Auch ich habe für meine nichtsportlichen „von A nach B-Touren“ ein Trekkingrad, bei dem nur ein Gang funktioniert und die Bremse schleift, mit dem ich bei einem Plattfuss auch mal 5 Km auf der Felge nach Hause fahre und ich nur was sehe, wenn zufällig grad Straßenlaternen vorhanden sind. Wenn es sein muss, fahre ich damit auch nach Timbuktu, aber wenns regnet, nehm ich für die 100m zum Bäcker das Auto! Trotzdem habe ich auch ein Rennrad, an dem noch nie die Kette gequietscht hat, das für mich mehr Ästhetik ausstrahlt als 95% aller Frauenkörper und mit dem ich im Wettkampf quasi zu einer Einheit verschmelze. Mein Gott, es gibt halt für jeden Typ und Zweck das Richtige, und das kann auch mal was Billiges sein.

Beeindruckend fand ich schon vor Jahren, als ich in Holland Jugendrennen gefahren bin, dass die dortigen Stöpsel mit alten Vereinsgurken mit Rahmenschalthebeln den verwöhnten deutschen Kiddies sowas von davongefahren sind, obwohl doch Daddy mit noch zwei DuraAce-Ersatzrennern am Streckenrand stand. Da hatte die Freude am Radfahren noch nichts mit dem Material zu tun.

Gruß

Markus

Peace
Hi,

daß mit dem ADFC von Markus und meine Ansprache an die Hardcorebiker war sicher nicht nett.
Daß Du Dich da angesprochen fühlst ist verständlich.
Unser Anliegen ist eine Aussage zu treffen, die sich an der Situation ergibt. Qualität ist definiert als Erfüllung von Anforderungen, jedenfalls ist das meines Wissens im Ingenieurbereich so. Du fährst gern und viel Fahrrad, beschäftigst Dich auch damit, bist im ADFC aktiv. Daraus ergeben sich Deine Anforderungen an ein Fahrrad.
Ich benutze meine Fahräder als Sportgerät, damit sind meine Anforderungen definiert (habe eben mal nachgesehen. 2 Bremskörper für mein Rad kosten als Ersatzteil 75,-€. Ohne Bremsgummis oder Griffe).

Levays Anforderungen hat er selbst beschrieben:

Mir würde es reichen, wenn dieses Fahrrad zwei, drei, vielleicht vier
oder fünf Jahre :smile: mich wöchentlich ein paar Kilometer durch die
Gegend fährt. Das ist schon alles.

Darauf schrieb ich:

für wöchentlich ein paar km reicht es.
Das ein oder andere Teil funktioniert halt bald nicht mehr so doll,
aber das tät mich an Deiner Stelle nicht stören.
Besser wäre es natürlich, Du würdest für den Preis ein Rad bekommen,
das keine Federgabel, keine Scheibenbremse und keine 27Gänge hat.
Wer ein Rad für 200,-€ kauft, will weder Alpe de’Huez damit
bezwingen, noch Downhill Aktionen durchführen. Auch der Nabendynamo
macht mich skeptisch. Anständige kosten allein um die 70,-€.
Dafür wäre etwas solidere Mechanik an Stellen, an denen es darauf
ankommt wünschenswert.

Ich habe also versucht, auf seine Anforderunge eizugehen. Ich habe auch meine Zweifel geäußert.

Liebe Grüße,

Max

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Hai,

jo. Es kommt halt auf den Einsatzzweck an.
Für den Alltag habe ich ein 20 Jahre altes Motobecane. Rennradartig mit Schutzblechen. Hat 1984 650,-DM gekostet. Mit Sachs 5-fach und Mittelzugbremsen. Damit bin ich die ersten Jahre zur Uni, jede Strecke bei Wind und Wetter sogar einen Triathlon bin ich dmait gefahren (Schutzbleche etc. abmontiert). Die Schaltung tut’s schon längst nicht mehr, fahre ich halt 42/19 Singlespeed :smile:
Die Gleitlager in den Mittelzugbremsen sind schon lange eingelaufen, vorausschauendes Fahren ist angesagt. Die Felgen sind längst zerstört und erneuert, leider passt wegen der etwas größeren hinten der Dynamo nicht mehr. Die Elektrik ist eh’ verrottet. Das Tretlager ist eigentlich schrottreif, aber weil es ein französisches ist und Ersatz 70,-€ kostet bleibt’s halt drin…
bis vor kurzem hatte ich nur ein Rennrad. Hat 1985 mal 700,-DM gekostet. Mit Billigrahmen, Weinmannbremsen und auch sonst eigentlich nur Schrott. Trotzdem bin ich damit Rennen gefahren, auch mal Touren über 300km am Tag. Im Lauf der Zeit habe ich alles ausgetauscht (inkl. Rahmen), bis auf die Kurbeln. Die sind jetzt fällig.
Letzten Winter bin ich damit zum Trainingstreff. Die anwesenden Rennradler fanden es völlig normal. Hat mich echt positiv überrascht. Immerhin nicht nur 6-fach Rahmenschalthebel, sondern noch nicht einmal am Lenker verlegte Bremszüge. Da waren auch noch andere mit alten Stahlböcken, niemand guckte da komisch. Wichtig war natürlich daß man mithalten konnte.
So, und jetzt habe ich mir zu Weihnachten endlich ein „standesgemäßes“ Bianchi gegönnt. Wirklich nötig ist das sicher nicht, da spielt auch die Seele eine Rolle.

Liebe Grüße,

Max

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Hallo,

jo. Es kommt halt auf den Einsatzzweck an.
Für den Alltag habe ich ein 20 Jahre altes Motobecane.
Rennradartig mit Schutzblechen. Hat 1984 650,-DM gekostet.

… und war damit alles andere als ein Baumarktrad. Das ist zwar heute nicht mehr „cool“, hat weder Scheißenbremse boch Full Suspennsion tut aber offenbar unter widrigen Bedingungen lange seinen Dienst.

Die Qualität hat sich offenbar gelohnt: die Baumarktgurke wäre vermutlich nach dem zweiten Herbst verrostet oder verbogen gewesen.

BTST,

Sebastian

Hi

… und war damit alles andere als ein Baumarktrad. Das ist
zwar heute nicht mehr „cool“, hat weder Scheißenbremse boch
Full Suspennsion tut aber offenbar unter widrigen Bedingungen
lange seinen Dienst.

nein, es war damals ein gutes Rad vom Fachhändler.
Aber: die Qualität, die damals als gut durchgehen konnte, ist nicht besser als das, was heute der Baumarkt bietet. Die Felge sind nach ein paar tausend km gerissen, die Sachsschaltung aus Pressblech mit schnell verottenden Gleitlagern, die Bremsen dito. Die Naben nicht abgedichtet, das Tretlager ist nach kaum mehr als 10000km fertig, der Gepäckträger rostet weil aus vercromtem Billigstahl, die damals schicken Innenhebel der Bremsen sind total popelig befestigt und haben sich längst verabschiedet, der Steuersatz ist aus billigen Stahl. Das Rad hat letzlich 5 Jahre wirklich gut gehalten, und auch das nur weil ich es penibel gewartet habe und auch selbst schrauben kann.

Liebe Grüße,

Max

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Jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu: In vielen Städten gibt es Fahrradwerkstätten der Arbeitslosen-Selbsthilfe oder ähnlicher Verbände. Die werden in der Regel von ausgebildeten Zweiradmechanikern geleitet und verkaufen auch und vor allem gebrauchte Räder. Wenn man da 150 bis 200 Euro investiert, bekommt man normalerweise was richtig Gescheites fürs Geld, gut gewartet und mit sinnvollen Teilen dran. Damit kann man/frau dann auch ein paar Jahre problemlos rumfahren. Das ist viel viel besser als jede Baumarktgurke: die sind manchmal dermaßen schlecht, daß sie sich nicht mal reparieren lassen. (Erfahrung: ich repariere jedes Jahr hunderte davon - purer Horror!!!)

Hallo Max,

Levays Anforderungen hat er selbst beschrieben:

Mir würde es reichen, wenn dieses Fahrrad zwei, drei, vielleicht vier
oder fünf Jahre :smile: mich wöchentlich ein paar Kilometer durch die
Gegend fährt. Das ist schon alles.

gerade der Anspruch, dass das Rad ihn fünf Jahre tragen soll, lässt eben mich an der Eignung des Baumarktrades zweifeln. Aber wie er selber schon geschrieben hat, kann er das jetzt ja ausprobieren.

Ich verkneife mir jetzt absichtilich alle weiteren Kommentare und Berichte zu Rädern dieser Qualität. Gerade Gelegenheitsradler werden nicht die Kondition haben, wie Markus mit schleifender Bremse zu fahren.

Gruß, Karin