Hi Anette,
Paul Watzlawick hat ein gutes Kommunikationsmodell entwickelt, das solche „Mißverständnisse“ erklärt. Es geht darum, dass eine Nachricht bei Sender und beim Empfänger immer vier Dimensionen hat, die Information, den Appell, die Selbstdarstellung und die Aussage über die Beziehung. (ich weiß, das Modell wird Schulz-von Thun zugeschrieben, tatsächlich ist es aber von Watzlawick - egal, wie, es hilft.)
Wenn der Sender Dir eine Nachricht sendet, beispielsweise eine Kritik, kann er damit mehrere Aussagen treffen:
Information: Ich bin mit diesem Umstand unzufrieden, das muss sich ändern, sonst läuft der Laden nicht.
Appell: Mist, Frau XY, sie müssen das anders machen!
Beziehung: Frau XY, wir haben einfach kein gutes Verhältnis, deswegen muss ich ihnen das und das jetzt mal sagen.
Selbstdarstellung: Ich bin der Chef, ich sage ihnen jetzt mal, wo es langgeht.
Genauso hast Du vier Ohren, die die Nachricht unabhängig vom Wortlaut aufnehmen:
Information: Etwas ist schiefgelaufen, wir müssen den Schaden beheben.
Appell: Oh, ich bin für das Desaster verantwortlich, aber warum schon wieder ich?
Beziehung: Warum werde ich ausgemotzt? Ich bin doch immer so freundlich! Was will der Idiot denn von mir?
Selbstdarstellung: Bin ich hier die Kotztüte? Was habe ich denn gemacht? Ich tue hier doch mein bestes!
(schnell getippt und manchmal etwas überspitzt)
Jenachdem, mit welcher Intention die Nachricht gesendet wurde und auf welches Ohr sie trifft, kommt es zu Mißverständnissen. Vielleicht hörst Du immer nur auf der Beziehungsebene, fühlst Dich immer angegriffen durch Aussagen, obwohl es dem Sender um die Sache geht. Irgendetwas steckt dahinter, vielleicht musst Du mal genau überlegen, welches Verhältnis Du zu der Person hast, die spricht. (das ist keine Kritik, nur ein Denkansatz. Mir geht es um die Sachen
)
Vielleicht hilft das.
Viele Grüße von Mira