Alles über die ICH AG

ist hier zusammengestellt und verständlich erklärt
www.schuldenfrust.de/ICHAG.htm

Mir scheint, in der sehr umfassenden und lebensnahen Beschreibung schwingt eine gehörige Portion (Erfahrungs-) Frust mit ?! Dennoch ist der Tipp zur Site allemal einen Punkt wert, zumal es derzeit viel zu viele gibt, die in Bezug auf Ich-AG rosarote Brillen tragen oder verteilen.

ist hier zusammengestellt und verständlich erklärt
www.schuldenfrust.de/ICHAG.htm

Ehrlich gesagt lese ich da von jemandem, der sich blauäugig an eine Selbständigkeit gemacht hat und jetzt versucht, das von vornherein unvermeidbare Scheitern allen anderen in die Schuhe zu schieben. Sachliche Information sucht man in ersten Hälfte des Textes vergeblich, Bitterkeit jedoch tropft einer Tour unten rechts aus dem Monitor.

Gruß
Christian

Hallo Hans,

Deine Erfahrungen sollten Anlaß für einige Stunden des Brainstormings sein. Und Anlaß für Selbstkritik. Es lohnt sich kaum, auf die Ich-AG weiter einzugehen. Es ist ein Förderinstrument, das ein Minimum an sozialer Absicherung für die Anfangsphase der Selbständigkeit finanzierbar macht. Mehr aber nicht.

Ich sehe folgende wesentliche Punkte und fange mal mit dem wichtigsten an: Du hast familiären Rückhalt, insbesondere von Deiner Frau. Leider wurde der Rückhalt geschwächt, weil Deine Frau für Geschäftskredite bürgt. Das darf nicht sein! Verzichte lieber auf die Bankmittel. Aber gut, dieser Hinweis kommt zu spät.

So bleiben als schlimmste Problemfelder Finanzamt und Arbeitsüberlastung übrig. Beim Thema FA betrügst Du Dich selbst, wenn Du von fehlenden Meldungen schreibst, die das FA zu Schätzungen und schließlich zu Kontopfändungen veranlassen. Die Leute vom FA drehen Dir gnadenlos den Hahn zu, wenn sie kein Papier bekommen. Das sind ein paar Klicks am PC, Unterschrift, eintüten und ab damit. Dafür hast Du die Zeit. Das Problem scheint vielmehr zu sein, daß die Buchhaltung nicht auf dem Laufenden ist. Du hast in Deinem Ing.-Büro nicht tausende von Geld- und Warenbewegungen. Die Sache ist überschaubar, wenngleich der Berg irgendwann trotzdem zu groß werden kann, um ihn nebenbei abzuarbeiten. Das FA muß mit Papier gefüttert werden - und seien es Nullmeldungen und bald darauf Korrekturmeldungen - völlig wurscht, Hauptsache die Leute kriegen ihre Formulare zu Gesicht. Es hilft nichts, Du mußt ein paar halbe Tage nur dafür irgendwie freischaufeln. Alles zum Steuerberater zu geben, halte ich auch für keine Lösung. Die Sachen sind grundsätzlich bei Dir besser aufgehoben, weil Du schließlich alle Unterlagen brauchst, um z. B. Zahlungsein- und Ausgänge zu Hause parat zu haben. Außerdem mußt Du alle Belege ohnehin selbst kontieren, denn außer bei Tankquittungen kann die Maus beim Steuerberater nicht wissen, um was es sich handelt. Außerdem kostet die Dienstleistung Geld und Geld ist knapp.

Den Drahtseilakt, zwischen beunruhigender Unterbeschäftigung und hoffnungsloser Überlastung hin und her gerissen zu werden, kennt jeder, kennt jeder Selbständige, der alleine arbeitet. Angestellte helfen dabei kaum, denn Du findest nur Leute, die einen sehr schmalen Ausschnitt des zu erledigenden Tätigkeitsspektrums erledigen können. Externe Zulieferer sind ein Weg, aber auch dabei darf es nicht zu bunt zugehen. Der Zulieferer arbeitet nur effektiv durch Spezialisierung. Das solltest Du Dir auf der Zunge zergehen lassen. Du nimmst aber jeden Auftrag Deines breiten Sachgebietes. Du entwickelst für Kunden, übernimmst damit deren Risiken zum Festpreis. Andererseits hast Du bemerkt, daß Du mit etwas Akquise sehr schnell mit Aufträgen zugeschaufelt bist. Das kenne ich nur zu gut. Mein vor 20 Jahren gewählter Ausweg waren etliche Mitarbeiter, darunter ein halbes Dutzend Ingenieure. Dabei rennt man als letzte Instanz für Probleme aller Art von Laborplatz zu Laborplatz und hat mehrere Entwicklungsvorhaben mit Zeitdruck gleichzeitig im Kopf. Das ist wie Simultan-Schachspiel als alltäglicher Dauerzustand. Mit den zeitlichen und finanziellen Risiken ist der Job nicht durchhaltbar und körperlich nicht zu leisten. Vergiß die Idee der Mitarbeiter für Entwicklungsaufgaben! Übernehme keine Risiken anderer Unternehmen! Spezialisiere Dich auf ein ganz schmales Gebiet! Schaffe Dir einen hard- und softwaremäßigen Lösungsstandard, der nur noch wenig und vor allen Dingen kalkulierbar an die Spezifikationen der Aufgabe angepaßt werden muß. Für Dein superschmales Gebiet suchst Du geeignete Zulieferer, die Du mit der jetzt beschränkten Bandbreite nicht mehr überforderst.

So vorgegangen, wird Deine Tätigkeit kalkulierbarer und Teile davon werden delegierbar. Die Aufträge kommen nicht mehr ganz so leicht, weil Du eben nicht mehr alles machst. Dennoch wird die Akquise einfacher, weil sich Dein Angebot einfacher und erschöpfender beschreiben läßt. Dazu kommen weitere Vorteile: Auf dem eingegrenzten Gebiet kannst Du unschlagbar gut werden - und gnadenlos teuer. Trotz aller Maßnahmen wird es kein leichtes Leben, aber Du kannst überhaupt wieder leben. Andernfalls gefährdest Du den wichtigsten Rückhalt, den Du hast, nämlich Deine Partnerschaft.

Zum Leben gehört auch, daß Du zum Denken und Nachdenken kommst. Etwa über so banale Fragen, was wohl geschieht, wenn Du Deine Preise um 10% anhebst. Wenn die Antwort lautet, daß nichts geschieht, außer daß Deine Einnahmen um 10% steigen, stellst Du Dir die Frage erneut… Das klappt, wenn Dein Angebot nur spezialisiert und gut genug ist. Je größer der Kunde ist, desto besser klappt es. Wenn der Bedarfsträger bei Daimler-Chrysler, Siemens oder sonstwo sagt, das Produkt muß es sein, dankt Dir der Einkauf besonderes Entgegenkommen in keiner Weise. Du hast Deine Zahlungsbedingungen (hast Du hoffentlich!?) und basta. Einkäufermentalität kenne ich durchaus. Da fragt schon mal ein Mensch von Bosch (die kennen das aus ihrem Metier nicht anders) nach Rabatt in zig-Prozent-Größenordnung. Na klar, dem Mann kommt man entgegen. Wenn er dann das Angebot von eins-Komma-drei Prozent hört, ist er auf diskutable Größenordnungen eingestimmt J.

Noch etwas: Du mußt so kleine Brötchen backen, daß Du für Dein Ing.-Büro ohne Bankmittel auskommst. Mit der Bank im Geschäft hast Du mit Leuten zu tun, die von Deiner Tätigkeit rein nichts verstehen. Menschen ohne Sachverstand aber mit Macht über Dein Wohl und Wehe sind ein übler Unsicherheitsfaktor. Die Bank schaffst Du aus dem Geschäft, indem Du auf risikobehaftete Entwicklungsaufträge verzichtest. Der Risikofall tritt nach aller Erfahrung regelmäßig ein und läßt alle Zahlungszusagen platzen.

Gruß
Wolfgang

ist hier zusammengestellt und verständlich erklärt
www.schuldenfrust.de/ICHAG.htm

Hallo hans habenix,

hast gut hinbekommen den Crash!

Dein grösster Fehler war wohl Deine Sturheit, siehe Finanzamt.
Aufträge hattest ja wohl genug (wundere mich)?

Warum hast Du ausgerechnet diesen Part so elendig schleifen lassen? Wo Du doch wissen musst, mit Behörden spasst man nicht bzw. ignoriert dessen Tätigkeiten nicht, sondern befasst sich mal kurz mit denen.

Hättest Du Dich mal nur mit den Finanzgesetzen beschäftigt (10 min.), wärst Du zu der Erkenntnis gekommen, Deine Finanzprobleme mit dem FA hättest innerhalb einer Stunde im Monat begegnen können und es wäre nie zu dem Crash gekommen, denn Deine paar Buchungen dauern nicht so ewig lange, Auswerten macht das Programm, die Umsatzsteuervoranmeldung wird automatisch ausgedruckt und fertig, so einfach ist das heute mit PC und Internet.
Meistens wäre bei Dir Null oder Minus und dann vielleicht mal bei einem grösseren Geldeingang Plus rausgekommen, dann MwSt abführen und fertig, mehr wollen die nun einmal innerhalb des Jahres nicht von Dir und wenn mehr, dann melden die sich schon ohne gleich Dir den Gerichtsvollzieher zu schicken.
Man findet nun mal alles was man dazu benötigt kostenlos im Internet, also selber reingeritten.

Zu den Aufträgen kann ich nur sagen, man nimmt nicht gleichzeitig mehrere Aufträge als 1-Mann-Betrieb an, denn man kann höchstens am Tag 24 Stunden und sieben Tage die Woche arbeiten, mehr geht nicht.
Termine muss man abschätzen können, ansonsten lass es.

Sagt man dem einen oder anderen Kunden ab, kann man jederzeit dort wieder anklopfen, wenn man wieder Kapazität frei hat. Bei Stornierungen durch den Kunden halt nie mehr, denn ein zukünftiger Auftraggeber wird Verständnis dafür haben, dass man nicht sofort springen kann, sonst entsteht der Eindruck, man hat sowieso keine Arbeit, also nichts los mit dem Auftragnehmer.

Zu den Subunternehmern, alles Stümper? Sehe ich nicht so, Du stehst Dir selber im Weg. Wer schon den Eindruck hat, der Gegenüber ist einem unterlegen, hat nichts kapiert, wie was abläuft.

Icg-AG.
Dazu hast ja genug geschrieben und bestimmt vorher die Gesetze gelesen und hättest erkennen müssen, davon kann und soll man nicht leben.
Warum jammerst denn jetzt darüber?
Du rechnest mit der Gesamtsumme?
Falsch, denn Du bekommst das ja nur monatsweise zugeteilt und darfst es gleich wieder abgeben in Sozialleistungen, dafür ist es gedacht und nicht als Überlebenshilfe für Selbstständige!
Das ganze System ist aus meiner Sicht, nicht nur aus meiner Laienansicht, nur dazu da, Leute in die Selbstständigkeit zu locken und trotzdem die Sozialleistungen dieser Leute abzuzocken, auch wenn die Leistungen dazu teilweise selber vom Staat kommen.
Du hättest doch ganz einfach erkennen müssen, davon kannst Dich niemals über Wasser halten und ist auch so nicht gedacht.

Hättest Dich für das Überbrückungsgeld nach alter Machart entschieden, hättest wenigstens die ersten 6 Monate der Existensgründung ohne grössere Geldsorgen überstehen können.

Was ich hier rausgelesen habe, Du bist besser als Angestellter aufgehoben, denn Du kannst nicht einmal Dich selbst verwalten, sondern musst geführt werden und das wohl ganz massiv(Beispiel FA).

Zum Schluss ein ernster Rat, google mal mit dem Begriff „Senior-Partner“ oder lasse Dich darüber mal bei Deiner zuständigen IHK aufklären.
Ich habe den Eindruck, da könnte Dir geholfen werden, wenn überhaupt noch möglich.

Trotzdem wünsche ich Dir einen erfolgreichen Weg

Gerd

PS: Was haben wir aus dem Ganzen hier gelernt?
Nicht jeder kann und soll sich selbstständig machen, auch für die Selbstständigkeit ist eine Eignung erforderlich.