Hallo,
Ja richtig, da steht „viel größer“. Aber ob die mittlere
Lebensdauer nun 1010 oder 1011 dauert,
ist astronomisch gesehen völlig wurscht. Hier ging es darum,
dass sie überhaupt zerfallen.
Das ist zwar an für sich schon richtig, aber „viel größer“ ist 10^11 nun irgendwie auch nicht wirklich
In der Astronomie sind manche Messungen schon „genau“, wenn sie wenigstes bei der 10er Potzenz stimmen *gg*
Dann müsste die „Helium-Produktion“ aber exakt dem
Helium-Zerfall entsprechen.
Oder die Heliumproduktion ist so hoch, dass sie den
Neutronenzerfall übrdeckt.
Das glaube ich eben kaum. Ein Stern verbrennt in seinem Leben etwa 7-8% seines Wasserstoffs zu Helium. Die ältesten gefundenen Sterne in der Milchstraße sind etwa 12-13 Milliarden Jahre alt (im Kugelsternhaufen M4). Sie sind also wohl ziemlich am Anfang der Entstehung unserer Galaxie entstanden. In ihnen findet man fast überhaupt keine anderen Elemente außer Wasserstoff und Helium, d.h. sie gehören zu einer der ersten Generationen von Sternen überhaupt. Bei diesen Sternen handelt es sich um Weiße Zwerge, also sehr kleine Sterne mit einer hohen Lebenserwartung. Langer Rede, kurzer Sinn. Diese Sterne haben in den 13 Milliarden Jahren ihrer Existenz aufgrund ihrer geringen Größe erst etwa 3-4% ihres Heliums verbrannt. Hätten die Neutronen also eine Halbwertszeit im Bereich von 10 Milliarden Jahren, dann müßten diese Sterne aber eigentlich nur noch die Hälfte an Helium haben (also 12-13% + 1-2% aus der Kernfusion, insgesamt also etwa 13-15%. Sie haben aber noch ca. 25%. Das widerspricht sich und ist wirklich leicht messbar.
Außerdem verbrennt ein Stern nur den Wasserstoff im Inneren. Der größte Teil (über 90%) der sich nicht im Kern befindet, dem passiert während der Lebensdauer des Sterns gar nichts. Die Absorptionslinien die man bei Sternen misst, zeigen aber nur die Zusammensetzung des Materials in den oberen Schichten, d.h. auf die Zusammensetzung dieser Schichten hat die Fusion im Kern eigentlich fast keinen Einfluss und der Effekt eines Neutronenzerfalls hätte noch deutlichere Auswirkung auf die gemessene Zusammensetzung eines Sterns.
Das ist schon mal äußerst
unwahrscheinlich. Außerdem verbrennt ein Stern nur einen ganz
kleinen Teil seines Wasserstoffs zu Helium, d.h. die
Helium-Produktion in einem 10 Mrd Jahre alten Stern reicht bei
weitem nicht aus, um eine Halbwertszeit von 10 Mrd. Jahren bei
den Neutronen im Kern zu bestätigen.
Bitte was? Eine Halbwertszeit von 10 Milliarden Jahren
bedeutet, dass ein Neutron im Mittel nach 10 Milliarden Jahren
zerfällt. Ich denke schon, dass der Stern in dieser Zeit den
ein oder anderen Heliumkern erzeugt hat.
Eben nicht. Ein Stern verbrennt nur wenige Prozent seines Wasserstoffs in seinem Leben. Und dies nur im Kern. Das Wasserstoff/Helium-Verhältnis an der Oberfläche bleibt außerdem davon weitgehend unberührt.
Da es aber wirklich
überhaupt keine Unterschiede zwischen Sternen die 10 Mrd
Lichtjahre weg sind (und damit sehen wir den Stern ja in
seinem Zustand vor 10 Mrd. Jahren) und den so alten Sternen in
unserer eigenen Galaxie gibt, ist eine Halbwertszeit von 10
Mrd. Jahren IMO kaum realistisch.
Wie gesagt, da die Herliumprodukions um so viel höher ist als
der Neutronenzerfall kann man aus dem Heliumanteil in den
Sternen überhaupt nichts darüber aussagen.
Die Heliumproduktion ist so gering, und hat so geringe Auswirkungen auf die äußeren Schichten eines Sterns, dass man sehr wohl deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung von etwa gleich alten Sternen in entfernten Galaxien im Vergleich zu sehr alten Sternen in unserer eigenen Galaxie erkennen müsste.
http://de.wikipedia.org/wiki/Betazerfall
Schon klar. Aber der Betazerfall hat doch mit einer generellen
Instabilität der Neutronen nichts zu tun.
Ebenfalls schon klar, ich wollte dir auch nur mal
demonstrieren, dass ein Zitat - völlig aus dem Zusammenhang
gerissen - uns hier wohl kaum weiterhilft. Es war doch
überhaupt nicht klar, was dieser Harald Fritzsch nun mit
„stabil“ gemeint hat. Für immer? Für 10 Milliarden Jahre??
Das ist zwar richtig, aber er sagt auch „Ein Zerfall im Kern findet nicht statt.“ Und „nicht“ hört sich eben auch nach „nicht“ an
Das Zitat ist übrigens aus dem Buch „Vom Urknall zum Zerfall“, das sich genau mit dem Thema - nämlich den Werdegang unseres Universums vom Anfang bis zu seinem vorraussichtlichen Ende - beschäftigt. Wenn stabile Atome sich auch langsam auflösen würden, hätte er das vermutlich dann erwähnt.
Die
Wasser-Mengen wurden ja damals so gewählt, dass man etwa einen
Zerfall pro Jahr messen würde. Dem war aber nicht so,
Die Experimente sind ja noch gar nicht alle abgeschlossen.
Natürlich nicht, aber in allen dieser Experimente ist man bereits über die Zeit hinaus, in der man einen Protonen-Zerfall erwartet hatte. Man wartet jetzt eben noch weiter, falls das Proton ein statistischer Ausreißer ist - was ja durchaus möglich wäre. Aber ich glaube auch die theoretisch vorhergesagte Halbwertszeit liegt jetzt schon bei 10^34 Jahren.
Bei einem generellen Neutronen-Zerfall - der ja auch die
stabilen Isotope betreffen würde - müßte aber im Gegensatz zum
Protonen-Zerfall ja am laufenden Band stabile Elemente
zerfallen. Tun sie aber beobachtbar nicht.
Woher weißt du das?
Weil man darüber was lesen würde. Aber es ist wohl logisch, dass man den Neutron-Zerfall beobachtet hätte. Schließlich ist 10^10 Jahre nicht allzugroß für eine Halbwertszeit und leicht feststellbar.
Auch habe ich eben noch nie etwas davon gelesen.
Zum Beispiel beschäftigt sich genau diese Frage hier mit diesem Thema:
http://van.hep.uiuc.edu/van/qa/section/New_and_Excit…
Dort heißt es:
Neutrons decay when by themselves but do not do so when bound
inside of atomic nuclei (well, many kinds of nuclei. Some nuclei in
fact decay in exactly this way -- one of the neutrons decays). The
energy levels inside nuclei are such that if a neutron were to decay
into a proton, it would have to find a place in a higher-energy level
(because of Pauli's exclusion principle keeping it out of lower-lying
energy levels), and the total energy doesn't add up to enough to allow
the neutron to decay. But in some nuclei, neutron decay is possible
and favored.
Das sagt doch ganz klar: Neutronen-Zerfall findet in Kernen nicht statt - außer natürlich in den radioaktiven Isotopen, aber da ists ja nun nichts neues. Aber hier wird auch ganz klar gesagt, dass es stabile Kerne gibt, in denen das nicht vorkommt. Die Begründung mit dem Pauli-Prinzip muss ich jetzt hier einfach mal glauben, dazu kann ich nichts sagen, bin ja schließlich kein Teilchenphysiker.
mfg
deconstruct
P.S: Vielleicht sollte lego mal was dazu sagen, der ist doch Teilchenphysiker und muss das doch wissen 