Betriebs- und Personalkosten koennen in vielen Betrieben schnell 50% des Umsatzes ausmachen; bei Arztpraxen in Deutschland bin ich mir nicht sicher. Stimmt die Rechnung dann noch? Und ist es ungerechtfertigt…?
hallo
setzen wir mal voraus dass das so ist… also 100.000 Euro im jahr überbleiben…(obwohl ich das bezweifle, wenn ich praxiskosten, versicherungen, steuern etc. überdenke, alleine die gerätekosten…)
ok… dann gugg dir aber auch das an, was auf der anderen seite steht: ein elend langes studium (10-12 semester) als AIPler (ok, früher, soll ja wohl geändert werden) schütze arsch im letzte glied.
dann hörst du dir den lieben langen tag das gejammer deiner patienten an und wenn du dann mal diagnostisch oder therapeutisch daneben liegst, hast du nen prozess am hals.
erstrebenswert??? nicht wirklich wenn du mich fragst.
und wenn man dann noch so ein selten gewordenes exemplar hat wie MEINEN hausarzt, der rund um die uhr, 24 stunden am tag, 365 tage im jahr für mich da ist… dann gönn ich dem aber schon JEDEN Euro!!!
also immer schön alles in relation zum aufwand sehen…
hallo
setzen wir mal voraus dass das so ist… also 100.000 Euro im
jahr überbleiben…(obwohl ich das bezweifle, wenn ich
praxiskosten, versicherungen, steuern etc. überdenke, alleine
die gerätekosten…)
Das sind dann weniger als 55.000 netto, richtig? Immer noch ne Menge Geld, aber, klar, Investitionen (nicht alleine notwendige Kurse, Weiterbildung usw.) und gewisses laufendes Risiko sind dabei immer vorhanden.
Hallo Sepp
Die Berichterstattung ist nicht nur unseriös, sondern auchn oberflächlich. Er will anscheinend die Lage „an der Front“ verharmlosen. Das ist ja eine alte Strategie und seit Jahrzehnten bekannt.
Tendenziell hat der zitierte Hoppe recht, nicht hingegen der Lauterbach.
Hoppes Satz, dass jede 3.Arztpraxis vor der Pleite steht, ist recht realistisch. Im wohlhabenden Süddeutschland mag das nicht zutreffen, aber hier in Berlin und den neuen Bundesländern schon.
Wenn wir unsere Praxis nicht im eigenen Haus hätten und nicht ohne Arzthelferinnen arbeiten könnten, hätten wir längst zumachen müssen. Viele um uns herum sind längst pleite oder haben kurz vor der Pleite die Praxis geschlossen. Einige haben die Kassenzulassung zurückgegeben und arbeiten nur noch mit Privatpatienten. Ich habe hier schon öfters die Realität des 3-Klassen-Systems beschrieben:
1.Klasse: Privat-Versicherte
2.Klasse: Ersatzkassen-Versicherte
Die 3.Klasse kann man sich ja denken, die bleiben übrig. Ich werde mich hüten, diese Kassen hier aufzuführen, denn wer die Wahrheit zu laut sagt, der kriegt u.U. handfesten Ärger.
Gruß aus dem Ärzte-Ghetto,
Branden
das lässt sich so pauschal nicht sagen. Wie überall gibt es verschiedene Menschen.
Insgesamt ist zunächst mal zu rechnen, dass die Ausstattung gleich mal 6 - 7-stellig kostet. Der Kredit ist zwar vergünstigt in der Regel, aber Rückzahlung sollte denn doch sein.
Dann kann ich wie überall hingehen und ‚Geld machen‘. Ich kann aber auch meinen Beruf ausüben. Kombinationen sind natürlich auch möglich.
Weiter ist es nicht so, dass ich mich nun täglich als Arzt in meine Praxis begebe, behandle und das war’s dann. Die Menge an Fort- und Weiterbildungen sind nicht verkehrt. Will ich die Reklame - Interessenvertreter als Veranstalter - meiden, dann kostet das hier und da auch gleich mal reichlich. Und kein Arbeitgeber zahlt mir Ausfall oder was.
Hier und da werden dann auch Exemplare gesichtet, die anstatt irgendwo einen gemütlichen Abend oder schöne Ferien zu genießen, kostenlos da behandeln, wo solche Artikel oft nicht mal dran denken.
Insgesamt haben wir die freie Arztwahl. Für mich - ich bin kein Arzt, nur Krankenschwester - heißt das, ich als Patient trage meinen Teil der Verantwortung in diesem System genauso wie alle anderen Beteiligten auch. - Sind ja noch einige mehr. - Ich suche mir nach Umzug also meinen Arzt in Ruhe aus, stelle Fragen, mache mich selber ein wenig schlau, wenn was ansteht.
Mal als Beispiel:
Ich brauchte und will mittlerweile einen Zahnarzt mit einer besonderen Technik. Die kostet Luxus viel für den Arzt in der Anschaffung. Da zahl ich auch gern meinen Anteil an Eigenbeteiligung. Er kann mich auch ohne Zuzahlung behandeln, aber dann fühle ich mich nicht so lange so gut. Also bin ich mir das wert.
Ob der Mann viel Geld verdient, weiß ich nicht. Es wird ihm auch nichts nützen. Der arbeitet oft auch am Wochenende und mit Urlaub ist das auch so eine Geschichte. - Also, er hat kaum Zeit, was damit anzufangen. Und sein Mitarbeiterstab geht im Turnus auf Schulungen. Auf seine Kosten.
Das sind dann weniger als 55.000 netto, richtig? Immer noch ne
Menge Geld, aber, klar, Investitionen (nicht alleine
notwendige Kurse, Weiterbildung usw.) und gewisses laufendes
Risiko sind dabei immer vorhanden.
stimmt. was mich allerdings immer wieder nachdenklich stimmt… wieso ist es in D um soooo vieles teuerer zum arzt zu gehen, als beispielsweise im süden.
ich bekam in griechenland von einer gynäkologin z.b. die absolut perfekteste und gewissenhafteste vorsorge meines langen *ggg* lebens… die frau nahm sich ca. 30-40 minuten zeit, (und das nicht nur beim ersten mal!!!) und war suuupergründlich… es kostete mich all in all gerade mal 40 euro… ohne den deutschen gynäkologen zu nahe treten zu wollen, aber ich glaub nicht, dass die dafür überhaupt aufstehen… oder??
schreibt mir, wenn ich mich irre…ich kann auch noch andere beispiele aus andern fakultäten aufführen, zb. beim cardiologen (FACHARZT ebenso wie die gynäk.!!!) beratung, untersuchung, vorsorge check, ekg und ultraschall der kranzgefässe… 70 euro…!!!
also, WIE machen die das und warum geht das in D nicht??
„…Ein normaler Hausbesuch wird zum Beispiel mit 400 Punkten berechnet, ein Notfall bringt 600 Punkte ein. Ein Punkt entspricht im Moment rund fünf Cent…“
Versuch’ mal für das Geld zu Hause Deine Waschmaschine reparieren zu lassen oder ordere mal nachts um drei einen Schlüsseldienst.
Selbst wenn unser Stand mehr verdienen sollte als andere Akademiker, was ich nach meinen Erfahrungen zum Beispiel mit Absolventen aus der Wirtschaft eher für ein Gerücht hielte:
Wir müssen die medizinische und rechtliche Verantwortung auch für den letzten Blödie übernehmen, vom eigenen Gewissen ganz zu schweigen, das muß meiner Meinung nach auch irgendwo vergütet werden.
Hallo Sepp,
Mach dir mal keine Sorgen um die Ärtzeschaft.
Solange es diesen Leuten so einfach gemacht wird, die Kassen zu bescheißen, werden sie schon nicht verhungern.
Nun, es geht nicht um die beiden Extreme (entweder Abzokken oder Verhungern), sondern eher darum, ob es - im Durchschnitt - angemessen erscheint. Klar gibt es schwarze Schafe, aber auch viele, die sich regelrecht fuer einen laecherlichen Lohn krank-gearbeitet haben (und immer noch tun)
Sepp
P.S.: vielen Dank fuer die vielfaeltigen und offenen Meinungen soweit!
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