Hallo Ralf,
In meinem Bekanntenkreis habe ich einige die es einige Jahre
in einer Firma „aushielten“ bis diese Firma aufgekauft,
vergrößert etc. wurde.
Hier kommen eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. Zum einen ist es so, dass -wie so oft- auch hier die „Globalisierung“ als ein Argument für den von Dir beschrieben Wandel in der Unternehmenslandschaft herhalten muss.
Zum anderen kommt aber hinzu, dass insb. aus Amerika immer mehr finanzielle Mittel nach Euro transferiert werden. Konkret geht es dabei um die großen amerikanischen Versicherungen und Pensionskassen sowie vermögende Familien, die Ihr Geld sogenannten Finanzinvestoren anvertrauen.
Diese locken die solventen Kapitalgeber u.a. damit, Renditen von teilweise bis zu 40 % zu erzielen und auch zu garantieren.
Erreicht werden sollen diese Traumrenditen mittels deutscher Unternehmen und hier insb. solcher aus dem Mittelstand. Ziel sind hier vornehmlich solche Untermehmen, die sich in Familienbesitz befinden, einen erheblichen Anteil am Weltmarkt haben oder sogar Weltmarktführer sind.
Meist wurde dann die Geschäftsführung und einige Manager
ausgetauscht und oftmals wurde dann auch die Gangart „härter“
sodaß diese Bekannte dann oft Mobbing und höherem
Leistungsdruck ausgesetzt wurden und dann nahezu „rausgeekelt“
wurden.
Ja, das entspricht defintiv den Tatsachen. Die sog. Finanzinvestoren greifen bei der Übernahme auf eine „ökonomische Gesetzmäßigkeit“ zurück, die dem Laien nicht unmittelbar einleuchten muss. Dahinter steckt, dass es unter gegebenen Umständen die bei solchen Deals regelmäßig vorliegen sinnvoll ist, den Kauf eines solchen Unternehmens mit einem hohen Fremdkapitalanteil durchzuführen. Will also heißen, dass das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital oftmals bei 30 zu 70 liegt.
Das Fremdkapital, welches sich die Finanzinvestoren trotz der hohen Einlagen ihrer Kapitalgeber bei Banken leihen, wird nach der Übernahme dem übernommenen Unternehmen aufgebürdet. Es muss nun also seinen eigenen Kaufpreis mit erwirtschaften. Hier wird unmittelbar deutlich, dass sich der Druck „aus gutem Grund“ erhöht. Damit es dennoch gelingt, weil nur wenn das Unternehmen weiterhin überlebt, lassen sich auf anderem Wege die 40 % erzielen, kommen neue Leute, meistens von den Finanzinvestoren ausgesucht „ins Boot“.
Auch in meiner Firma ist dies geschehen und einige Leute die
lange Jahre bereits in der Firma gearbeitet hatten mußten
schon gehen. Da ich allerdings schon über 10 Jahre in der
Firma bin und Betriebsratsmitglied haben sie bei mir damit
noch ein Problem:smile:
Dein Glück 
Ich habe halt den Eindruck daß es im Moment bei immer mehr
Firmen in Deutschland so passiert und daß auch oft
ausländische Firmen dahinterstecken die die deutschen Betriebe
dann „sanieren“.
Ja, da muss man differenzieren. Es ist alles vorhanden. Von sinnvollen Übernahmen über Sanierungen bis hin zu kompletten Ausschlachtungen.
Wie ist euer Eindruck und was kann man dagegen tun?
Man selber kann dagegen recht wenig bis gar nichts machen. Auch hier gilt, dass der Markt letztlich für eine „Regulierung“ sorgen muss und auch wird, nämlich dann, wenn die ersten Kredite (Aufgenommenen Mittel für die Firmenübernahme) nicht mehr bedient werden können. Für 2008 wird eine solche und dann wohl auch dramatische Korrektur kommen. Leider sind auch viele deutsche Banken mit dabei und somit könnte es über diese Geldhäuser auf die gesamte deutsche Wirtschaft Auswirkungen haben.
VG
TraderS