Allgemeine Hilfe zum Hauskauf bzw. Neubau

Liebe Forumsmitglieder,

meine Frau und ich (Kinder sind „in Arbeit“ :wink: ) möchten uns ein Häuschen kaufen oder neu bauen und denken über verschiedene Möglichkeiten der Realisierung nach. Natürlich haben wir uns schon eingehend mit der Materie beschäftigt und über grundlegende Dinge wissen wir wohl auch bescheid, aber manche Dinge sind uns jedoch noch unklar, da es uns an Erfahrung/Wissen zur Umsetzbarkeit bzw. Sinn oder Unsinn einiger unserer Gedanken fehlt. Daher wären wir Euch für qualifizierte Meinungen und Ratschläge zu unseren Überlegungen sehr dankbar.
Zur besseren Beurteilung evtl. noch folgende Hintergrundinformationen: Wir sind beide in Festanstellung und haben z. Zt. eine zu ca. 70% beliehene Eigentumswohnung.

Sofern es mit dem Nachwuchs bald klappt, sollte ein Umzug in ca. 3-4 Jahren stattfinden, da dann unsere jetzige Wohnung einfach zu klein sein wird. Würde es daher evtl. Sinn machen bereits jetzt (u. a. aufgrund der noch relativ günstigen Zinslage) das Vorhaben anzugehen und das Haus dann zunächst zu vermieten, damit man dann steuerlich über diese 3-4 Jahre hinweg auch noch einiges abschreiben könnte und die Mieteinnahme ja das Darlehen in dieser Zeit schonmal teiltilgt - geht diese Rechnung auf? Gibt es hierbei Unterschiede bei Kauf eins bereits bestehenden Hauses oder bei einem Neubau zu berücksichtigen?

Bei einem Neubauvorhaben:

  • Gibt es Besonderheiten die man beim Kauf eines Grundstücks beachten sollte (außer, dass es sich um ein als Baugrundstück ausgewiesenes Grundstück handeln sollte)?
  • Welche Heizungsart bietet das beste Preis/Leistungs-Verhältnis und mit welchen Kosten ist zu kalkulieren? Welche der z. Zt. gerne angebotenen Varianten sollte man auf gar keinen Fall auswählen?
  • Kann man mit dem Kauf eines Ausbauhauses und der anschliessenden Beauftragung der Restarbeiten an andere Handwerksfirmen durch uns selbst Geld sparen oder nimmt man dann doch besser gleich ein schlüsselfertiges Haus - wo liegen hier die Einsparpotentiale (außer durch Eigenleistung)?
  • Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Bauträgers?
  • Sind die von einem Bauträger angegebenen Preise noch verhandelbar? Wie geht man da am besten vor?
  • Kann jemand besonders gute/günstige Bauträger empfehlen?
  • Gibt es Dinge, die Bauherren gerne vergessen oder aus Unkenntnis nicht beachten, aber unbedingt beachtet werden sollten - hat jemand besondere Tipps Allgemein oder zu Kosteneinsparung/Bezugsquellen etc.?

Zur Finanzierung:
Wir würden zunächst am Liebsten nur die Nebenkosten aus eigenen Mitteln bestreiten und sonst eine 100%-Finanzierung vornehmen, um die verbleibenden Eigenmittel in der Hinterhand zu haben, falls es irgendwo doch teurer als gedacht werden sollte und auch einfach um Reserven für sonstige Dinge in der Zukunft zu haben. Welche Form(en) der Finanzierung wären da möglich/sinnvoll. Wie könnte hier ggf. die vorhandene Eigentumswohnung eine Rolle spielen und sinnvoll in ein Gesamtkonzept der Finanzierung eingebaut werden? Ist der Einbau einer Anlage zur Energiegewinnung und -verkauf ggf. sinnvoll bzw. eine Lösung?

Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe!

Gruß
M+S

Hallo,
eines vorab: die Antworten die Du „erwartest“, solltest Du (fast) alle Deiner Bank stellen.

Würde es daher evtl. Sinn machen
bereits jetzt (u. a. aufgrund der noch relativ günstigen
Zinslage) das Vorhaben anzugehen und das Haus dann zunächst zu
vermieten,-

… geht diese Rechnung auf?

Nein. Die Belastung für die ETW laufen weiter, eine Bank mag in der Regel keine vermieteten Einfamilienhäuser (weil…:smile:, die Gefahr von Nichträumung bei Kündigung, Mietnomadentum und „Ramponieren“ bzw „nicht wunschgerechtem Umgang“ mit „Deiner“ Immobilie ist bei Vermietung eines Einfamilienhauses gewaltig hoch …

Denk mal selber nach: würdest Du wirklich gern Deinen frisch nach Deinen Vorstellungen gebauten Neubau ausgerechnet einem Fremden vermieten?

Bei einem Neubauvorhaben:

  • Gibt es Besonderheiten die man beim Kauf eines Grundstücks
    beachten sollte (außer, dass es sich um ein als Baugrundstück
    ausgewiesenes Grundstück handeln sollte)?

Ja, einige :wink: , von denen Dir vielleicht die Hälfte der Verkäufer mitzuteilen hat, so sie denn bekannt sind … (Bergschäden, Altlasten, zukünftige Umgebungsbebauung, Grundbuchinhalt, Baulasten usw. usf …)

  • Welche Heizungsart bietet das beste
    Preis/Leistungs-Verhältnis und mit welchen Kosten ist zu
    kalkulieren? Welche der z. Zt. gerne angebotenen Varianten
    sollte man auf gar keinen Fall auswählen?

Das ist keine Frage der Auswahl, sondern des Angebots vor Ort oder Deines Bauträgers …
Wenn kein Gas liegt, gibts auch keines, wenn ein Fernwärme-, Solar- oder Blockkraftwerkanschlusszwang da ist, gilt der usw …

Üblicherweise bietet ein Bauträger ein bestimmtes System an.
An frei wählbaren Alternativen kann Dir niemand ohne Ortskenntnis einen Rat geben. Geothermie rechnet sich in der Regel nur, wenn ein Bauträger das großflächig anbietet oder nachweisbar in der näheren Umgebung bereits verbaut wurde.

  • Kann man mit dem Kauf eines Ausbauhauses und der
    anschliessenden Beauftragung der Restarbeiten an andere
    Handwerksfirmen durch uns selbst Geld sparen oder nimmt man
    dann doch besser gleich ein schlüsselfertiges Haus - wo liegen
    hier die Einsparpotentiale (außer durch Eigenleistung)?

In der Regel ist ein Bauträger billiger als „normale“ Handwerksbetriebe (mit zunehmender Größe umso eher).

  • Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines
    Bauträgers?

Seine finanzielle Leistungsfähigkeit und die Qualität seiner Bauvorhaben bzw. Baubeschreibungen :wink:

  • Sind die von einem Bauträger angegebenen Preise noch
    verhandelbar? Wie geht man da am besten vor?

Sind sie in der Regel nicht, allenfalls kleinere Bauleistungen kommen während der Bauzeit noch „gratis“ dazu.

  • Kann jemand besonders gute/günstige Bauträger empfehlen?

Klar, aber ggf. nützen Dir welche im Ruhrgebiet exakt gar nix, wei Du in Bayern oder Hamburg wohnst :wink:

  • Gibt es Dinge, die Bauherren gerne vergessen oder aus
    Unkenntnis nicht beachten, aber unbedingt beachtet werden
    sollten - hat jemand besondere Tipps Allgemein oder zu
    Kosteneinsparung/Bezugsquellen etc.?

Irgendetwas vergessen sie immer :wink:
Es ist empfehlenswert, mit Leuten zu sprechen, die bereits mit DEM Bauträger oder in DER Gegend „der Begierde“ gebaut haben.

Zur Finanzierung:
Wie könnte hier ggf. die vorhandene
Eigentumswohnung eine Rolle spielen und sinnvoll in ein
Gesamtkonzept der Finanzierung eingebaut werden? Ist der
Einbau einer Anlage zur Energiegewinnung und -verkauf ggf.
sinnvoll bzw. eine Lösung?

Bei nicht annähernd ausreichendem Eigenkapital (mind. 30 % gelten als „gesund“) verbietet sich jede Form der Spekulation. Eine seriöse Bank sagt Dir das auch … die Anlage zur Energiegewinnung senkt die laufenden Kosten pro Monat, sonst nix. Ein echter „Gewinn“ ist damit kaum in den ersten zehn Jahren zu machen (oder willst Du eine Scheune kaufen? :smile: ) .

Gruß vom
Schnabel