Hallo ich muss ein Referat über Trauer halten und soll auch über Trauerrituale was vorbereiten .
Da fällt mir in den Sinn das man z.b. auf der Beerdigung Schwarz trägt , oder man Todesanzeigen in der Zeitung aufgibt, oder Blumen und Kerzen auf das Grab stellt .
Aber was gibt es noch ? Ich kann im Internet einfach kleine (klaren ) Antworten finden !
Oder nennt man diese Aspekte vllt anders und nicht „trauerrituale“ ?
mit der Farbe schwarz hast Du schon mal gleich einen interessanten Ansatz gefunden, denn z.B. in Asien ist weiß die Farbe der Trauer. D.h. Du könntest also mal international schauen, was es an sich ggf. widersprechenden Trauerritualen gibt. Denn so „allgemein“ sind die Rituale gar nicht, die wir von uns hier kennen.
BTW: Z.B. in Japan kennt man Schnittblumen auch nur im Zusammenhang mit Trauer, und bringt daher keine Schnittblumen zum Besuch mit.
sagt Dir übrigens der Begriff Sepulkralkultur etwas? Dazu gibt es sogar ein Museum in Deutschlans http://www.sepulkralmuseum.de/ Und auf der Webseite findest Du viele interessante Hinweise.
in katholischen Gegenden kennt man das Trauerfasten (gewisse Zeit bis zur Beerdigung wird weniger gegessen und getrunken), die Aufbahrung (Abschiednehmen von der Leiche), das Beten bei der Leiche sowie später am Grab und die sogenannten „Trauergespräche“, d. h. Gespräch mit dem Seelsorger über das Leben des/der Heimgegangenen.
BTW: Z.B. in Japan kennt man Schnittblumen auch nur im
Zusammenhang mit Trauer, und bringt daher keine Schnittblumen
zum Besuch mit.
davon hattest du bereits einmal erzählt.
Was mir dabei aber gerade einfällt: Ikebana - das finden doch ebenfalls Schnittblumen Verwendung (ja, das Arrangement sieht natürlich etwas anders aus als ein Blumenstrauß).
Oder ist Ikebana, im Gegensatz zu unseren Schnittblumen, nicht für zu Hause gedacht und wird auch nicht verschenkt? Oder ist das „Problem“ jenes, dass die Blumen zur Trauer eben genauso wie unsere Blumensträuße aussehen und daher unterschieden wird „Blumen wie Idebana ist ‚alltäglich‘, Blumenstrauß hat mit Trauer zu tun“?
Rituale sind eher die Formen der Beisetzung oder des Gottesdienstes.
Was Du meinst, sind die Bräuche. Die sind von Region zu Region und bei den verschiedenen Religionen sehr unterschiedlich.
Ein paar der Bräuche zähle ich Dir auf, aber es gibt hunderte davon:
Kerzen aufstellen (in Kärnten gibt es sogar eigene Trauerkerzen)
Bildchen für jeden Beerdigungsteilnehmer
Seelenmessen
Jahrestagsgottesdienst und -Treffen (z.B. in der Schweiz)
Parten (= gedruckte Verständigungen über Ableben)
Inserat in Zeitung
Beileidsbillets an nächste Verwandte
Dankschreiben
Kranz- bzw. Blumenspenden mit Trauerschleifen
jeder wirft einzelne Blume ins offene Grab
jeder wirft eine Schaufel Erde ins offene Grab
gemeinsames Essen nach Beerdigung
usw.
Vielleicht kannst Du beim Referat auch einen Ausflug zu anderen Kulturkreisen machen. Ich fand es z.B. besonders interessant, dass in Israel keine Blumen aufs Grab gelegt werden, sondern Steine.
In Russland wird der Tote 3Tage lang zuhause aufgebahrt und nahe Verwandte müssen Wache halten. Alle Spiegel im Haus werden mit Lacken übergeworfen. Und man darf nicht an der Tür klopfen(klingeln) wenn der Tote im Haus ist.
Den Weg zum Friedhof muss man zu Fuss beschreiten.
Bei den „Russlanddeutschen“ ist es üblich Klagelieder zu singen(gruselig!).
Neun, 40 und 90Tage nach dem Tod ist es üblich dem Verstorbenem zu gedenken. Unter seinem Foto oder am Tisch wo er/sie am liebsten saß wird ein Glass Wodka(ich ahne schon, die ganzen Vorurteile) und Stück Brot darüber hingestellt. Für den Toten sozusagen.
Wie schon einige Vorredner gut bemerkt haben , hängen die Rituale sehr stark vom Glauben und dem Regionalen ab.
man müsste nachhaken wie umfangreich dieses Referat sein soll , ob es nur gängige Rituale in Deutschland , nur Rituale einer Glaubensrichtung sein soll , oder ob Weltweit und alle gängigen Religionen mit eingeschlossen werden sollen , sowie Rituale vergangener Zeiten , beispielweise eine Seebestattung mit eingebunden werden sollte , was dann aber eher dem Umfang einer Doktorarbeit gleich käme .
selbst in Deutschland , bei 2 Christlichen Religionen die am meist verbreitesten sind , gibt es unterschiede , beispielweise gehört bei der kath. Beerdigung unbedingt das schwenken von Weihwasser hinzu , was bei EV zu keiner Zeit einsatz in der Kirche findet .
sowie es selbst bei inzwischen aus der Kirche ausgetrenen Personen ein Pfarrer das Begräbniss begleitet und der Verstorbene in einem Sarg beerdigt wird , ein Ritual das inzwischen als natürlicher Ablauf angesehen wird .
rein theoretisch könnte auch ein Gärtner und ein Baggerfahrer ohne grosses Tamm Tamm jemand beerdigen .
so einen großen Hintergrund zu Japan habe ich auch nicht. War nur ein paar Wochen dort, und habe hier auch hin und wieder mit japanischen Professoren zu tun gehabt, da mein Doktorvater mit einer Japanerin verheiratet war.
Was die Blumensteckkunst angeht, so braucht es dafür natürlich Schnittblumen, aber da ist ja eher der Weg das Ziel und die Blume Mittel zum Zweck.
Aber vielleicht findet sich ja noch jemand mit mehr Hintergrund zu Japan.