Hallo, Friedhelm,
„es“ ist ein Personalpronomen,
„dies“ ein Demonstrativpronomen,
„man“ ein Indefinitpronomen.
Alle drei können in einem Satz die Rolle des im deutschen Satz unverzichtbaren Subjekts einnehmen, wenn dies nicht bekannt ist oder in einem anderen Satz steht.
Nun weiß man - also alle möglichen Leute wissen es -, wie Regen zustande kommt. Man - schon wieder eine ganze Menge unbekannter und ungenannter Leute - kann aber nicht angeben, wer genau den Regen verursacht, also behilft man - s. o. - sich mit dem sächlichen Personalpronomen und sagt: ES regnet.
Dies - also das, was ich im vorherigen Satz sagte - bedeutet, dass wir, nach der Meinung Nietzsches, schon aufgrund unserer Grammatik Gott nicht loswerden, weil man im Deutschen in jedem Satz immer ein Subjekt, also einen Täter, angeben muss, damit er richtig konstruiert ist. Und seien diese Täter auch noch so inhaltsleere, unbekannte, verblasene Etwasse wie „es“, „dies“, „man“ oder „Gott“.
Es gibt Sptachen, die können eine Tätigkeit, eine Aktion, ein Geschehen ausdrücken, ohne einen Täter, also ohne Subjekt im Satz, ausdrücken.
Statt „ES“ regnet, heißt es da einfach: Regnen! oder Da regnen!
Solche Kulturgemeinschaften kommen oft auch ohne persönlichen Schöpfergott aus; sie haben bloß ein Schaffensprinzip oder deren zwei.
Das Dao und Yin und Yang zum Beispiel.
Gruß Fritz