Alltag in einer Villa in Rom

Hallo Experten,
folgende Fragen stellten sich mir, als ich kürzlich in einem Geschichtsbuch ein schlechtes Modell einer „typisch römischen Villa“ der Antike und einen ebenso schlechten Text dazu sah:
1.) Im Atrium war ein Hausaltar eingezeichnet. Wie haben die Römer zu Hause ihre Götter verehrt und welche? Gab es z.B. einen bestimmten Festtag für Mars oder hing das von den jeweiligen Nöten etc. ab? Hat man Opfer dargebracht, gebetet?
2.) Die berühmte Fußbodenheizung: Wie funktionierte sie? Ich habe mehrmals von einem doppelten Boden gelesen, in dessen Zwischenraum die durch einen Ofen erhitzte Luft zirkulieren konnte. Oder waren es Wasserleitungen mit erwärmtem Wasser, die unter dem Boden durchliefen?
3.) Wie viele Menschen bzw. wer lebte normalerweise in dem Haus (Eltern, Kinder, Großeltern, Bedienstete)? Was geschah, wenn ein Kind heiratete? Zog es weg oder blieb es mit der selbst gegründeten Familie bei den Eltern?
4.) Wo wohnten Sklaven? Hatten sie einen eigenen Wohnbereich in der Villa, neben dem vornehmen Herrenhaus?

Vielen herzlichen Dank im Voraus an jeden, der mir weiterhelfen kann!
Gruß, Sarah

Heizung - Hypokaust
Hallo !

Die Hausheizung

Wie die Bäder wurden auch die Privathäuser der Vornehmen durch die praktische und relativ sparsame „Hypokaustenheizung“ erwärmt.
Dabei handelt es sich um eine Warmluftheizung unter dem Fußboden und in den Seitenwänden zur Erwärmung der oberen Stockwerke.
Die Feuerstelle lag grundsätzlich außerhalb der Wohn- oder Baderäume. Dieser Heizraum (praefurnium) enthielt außer der Brennanlage auch einen Heißwasserkessel, Stapelplätze für das Brennholz.
Vom Praefurnium strömte die heiße Luft in die Hypokausten, 50 - 90 cm niedrige Räume unter dem Fußboden, der durch dichtstehende Pfeiler aus Ziegel oder feuerfestem Stein gestützt wurde. Über Abzugsschächte in der Wand leitete man die Abgase ins Freie, doch endeten die Schornsteine nicht auf dem Dach, sondern traten unterhalb der Traufe aus der Mauer. Zur besseren Wärmenutzung führte man seit dem 1. Jahrh. n. Chr. zusätzlich die Wandheizung ein. Die Innenmauer wurde mit viereckigen Hohlziegeln verkleidet, durch die von den Hypokausten aus sich die Warmluft flächig verteilte.

Gruß max

Ahnenverehrung - Mars
Hallo !

Ahnenverehrung im Haus

Im Atrium, wo Herd, Speisetisch und Hausaltar (lararium) standen, empfing der Hausherr seine Gäste, hier fand auch die salutatio der Klienten statt.
Die flügelartigen Erweiterungen des hinteren Teiles der Halle nach beiden Seiten zur Hauswand hin nannte man „alae“.
In ihnen waren in kleinen Schränken die Bilder der Ahnen (imagines), aus Wachs gefertigte Porträtmasken, die mit Inschriften ( elogia/tituli) versehen waren, untergebracht.

Mars

Die Römer, die wohl jedes Jahr in den Krieg zogen, verehrten den Kriegsgott Mars ganz besonders, in ältesten Zeiten als Fetisch in Gestalt einer Lanze. Der Festtag im ersten Monat des altrömischen Jahres bedeutete Weihe der Waffen und des Kriegsgeräts vor Kriegsbeginn, gewährleistete Schutz vor den Greueln der Verwüstung durch den Krieg.
Bei Beginn eines Krieges schüttelte der Feldherr in der Marskapelle der Regia die - ursprünglich eine - Lanze, das Bild des Kriegsgottes und rief aus : Mars, vigila ! Er redete damit die mit magischer Kraft ausgerüstete, später selbst zum Gott gewordene Waffe an.
Die Lanze wurde also im Laufe der Zeit als Mars verehrt.
(Die Welt der Römer)

Gruß max

Hallo !

Alles über die Römer :

ISBN 3402026104 Buch anschauen

Die Sklaven wohnten in Mietskasernen, weit weg von den Villen.

Gruß max

Familie
Hallo !

Sehr viel über die Zusammensetzung der Familien zeigt heute noch Pompeji.

Dort sieht man die Familienzusammensetzung exakt zu diesem Zeitpunkt :

Frauen mit Kindern auf dem Arm. Neun Menschen die sich aneinander klammer. Zwei Jungen, Hand in Hand. Usw.

Man weiß heute, dass die Ehe eine bloße Zweckgemeinschaft war, um Nachkommen zu zeugen und den Familienbesitz zusammenzuhalten. Wenn es gut ging entstand eine gewisse Zuneigung zwischen den Ehegatten. Eine Ehe war erst rechtskräftig, wenn die Frau, mit der ein Römer zusammenlebte, mindestens drei „eheliche“ Kinder geboren hatte.

Man weiß nicht viel über römische Ehen. Man ist von den römischen Dichtern der damaligen Zeit abhängig und keiner schreibt über besondere Leidenschaften eines Römers, die seiner Frau gegolten hätte.
(Man sollte nicht Hollywood glauben).

Ansonsten kam es auf den Reichtum eines Römers an, wie er lebte. Ob mit oder ohne seine und/oder die Schwiegereltern.

Gruß Max

Hi

Man weiß heute, dass die Ehe eine bloße Zweckgemeinschaft
war, um Nachkommen zu zeugen und den Familienbesitz
zusammenzuhalten. Wenn es gut ging entstand eine gewisse
Zuneigung zwischen den Ehegatten.

Im Prinzip korrekt, allerdings ist das doch eher etwas komplexer gewesen im Alten Rom

Eine Ehe war erst
rechtskräftig, wenn die Frau, mit der ein Römer zusammenlebte,
mindestens drei „eheliche“ Kinder geboren hatte.

Dürfte ich hier nach der Quelle fragen

Man weiß nicht viel über römische Ehen.

No ja, da gab es drei verschiedene Stufen

  • confarreatio… sozusagen ein sakraler Akt vor Zeugen.
  • coemptio… Eine Art ritueller verkauf auch vor Zeugen
    und dann noch eine recht intressante Art… den „usus“
    Sobald eine Frau 1 Jahr lang ununterbrochen bei dem Mann lebte, war man nach usus verheiratet. Intressant deswegen, weil die Frau diesen Prozess durch eine 3-Tägige Abwesenheit unterbrechen konnte.

Ohne zumindest formale Einwilligung beider Ehepartner ging sowieso gar nichts…

Man ist von den
römischen Dichtern der damaligen Zeit abhängig und keiner
schreibt über besondere Leidenschaften eines Römers, die
seiner Frau gegolten hätte.

Hm… wieviele flammende Liebesgedichte speziell für die Eigene Ehefrau findet man heute in der Literatur… auch nicht üppig, gelle.
Was das verhalten in der Ehe angeht, sind wir definitiv auf kreatives Raten angewiesen. Aber dadurch, dass die Ehe im alten Rom im wesentlichen eine zivilrechtliche Angelegenheit und keine sakrale war, dürfte es doch etwas „lockerer“ zugegangen sein.

Grüssle
Mike

2 „Gefällt mir“

Was mich hier bei www immer wieder überrascht, ist das Wissen der Teilnehmer beim Beurteilen irgendwelcher Antworten.
Sie warten erstmal eine Antwort ab (und dafür war auch hier wieder ein Tag vergangen) und dann wird an dieser Antwort herumgemäkelt.

Warum hast Du die Frage nicht selbst beantwortet?

Gruß max

Ohne Anrede

Weil ich rein zufällig auch noch was anderes zu tun habe, und nebenbei erst mal nachschaue, bevor ich was poste. Und warum sollte ich auf was antworten, was bereits beantwortet ist?

Und, wo ist jetzt deine Quelle bezüglich der 3 Kinder?

meine Weisheiten habe ich aus: G. Alföldy: Römische Sozialgeschichte.

Noch Fragen?

Etwas stinkig
Mike

1 „Gefällt mir“