Alltagsleben zur Zeit des Wirtschaftswunders

Hallo allerseits,
bin neu und etwas unsicher ob das Thema tatsächlich ins Geschichtsforum gehört. Hoffe es passt.
Ich beginne gerade an einem Roman zu arbeiten, der von der Kindheit/Jugend zu dieser Zeit handelt.
Was mich besonders interessiert sind die alltäglichen Dinge. Alles von den Sanitärenanlagen bis hin zu üblichen kindlichen Schwärmereien. Wie wurden in den Schulen über den Nationalsozialismus gesprochen? Wie waren die Schulen ausgestattet? Gab es Produkte, die man besonders gerne kaufte? Was für umgangssprachliche Redewendungen wurden oft gebraucht? Wirkte der Krieg noch in den Redensarten nach (bsp. wie „Er kämpft auf verlorenem Posten“)? Wie wurde (wenn überhaupt?) familienintern über Politik geredet/gedacht?

Das wäre es erst einmal. Falls jemand gute Literatur/Internetseiten zu diesem Thema weiß, wäre ich dankbar für Empfehlungen.

Vielen Dank im Voraus,
Lotta

Hallo !

>Was mich besonders interessiert sind die alltäglichen Dinge.
Alles von den Sanitärenanlagenbis hin zu üblichen kindlichen
Schwärmereien. Wie wurden in den Schulen über den
Nationalsozialismus gesprochen?Wie waren die Schulen
ausgestattet?Gab es Produkte, die man besonders gerne kaufte?Was für umgangssprachliche Redewendungen wurden oft gebraucht?Wie wurde (wenn überhaupt?)
familienintern über Politik geredet/gedacht?Das wäre es erst einmal. Falls jemand gute
Literatur/Internetseiten zu diesem Thema weiß, wäre ich dankbar
für Empfehlungen.

Hallo !

>Was mich besonders interessiert sind die alltäglichen Dinge.
Alles von den Sanitärenanlagen

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Schule

>. Wie wurden in den Schulen über den
Nationalsozialismus gesprochen?

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1000 Dank Conrad.
Derlei Informationen sind genau das, was ich suche.

Hallo Lotta,

das kann man so pauschal gar nicht beantworten…

Nehmen wir als Beispiel Sanitäre Anlagen:
Der Abtritt (oder gemeinhin „Plumsklo“ genant) war auf dem Lande ja auch
gleichzeitig „Dünger-Lieferant“…deswegen konntest du solche Abtritte auch noch weit bis in die 1970er Jahre hier in D finden.Im Herbst wurde
nämlich das „eingedickte“ auf die Felder als Dünger aufgebracht und untergepflügt…das kennt heutzutage natürlich niemand mehr,weil die ganzen „Klein-Landwirtschaften“ ja mittlerweile aufgegeben wurden.

Viel eher kann man das „Wirtschaftswunder“ an der Ausstattung der einzelnen Haushalte mit Haushaltsmaschinen ablesen…

In der Zeit von 1945 bis 1960 fandest du,wenn überhaupt,eine durch
Wasserkraft angetrieben „Holz-Waschmaschine“ und nur in „Luxushaushalten“ eine elektrische…
Erst mit den 1960er-Jahren begann dann der „Siegeszug“ der elektrischen Waschmaschine bis zu den 1970er-Jahren,wo dann wirklich fast jeder eine hatte.

Beim Telefon war es sogar noch später…
vom Kriegsende bis Anfang der 1960er-Jahre hatten kaum private Haushalte Telefon…
Die meisten „Privat-Anschlüsse“ waren bei den akademischen Berufen sowie den Angehörigen von Großunternehmen und Behörden zu finden
(Rufbereitschaft usw.).

Zur Schul-Situaition:
Hier muss man zwischen der Zeit nach Kriegsende bis etwa Mitte der 1950er-Jahre unterscheiden…
Während kurz nach dem Kriege noch die „Helden der Heimatfront“ mit
100% auf (Rechts)-Kurs da waren…änderte sich die Situation doch nachhaltig,als so nach und nach die „Frontkämpfer“ aus der Gefangenschaft bzw. wegen Vertreibung aus den alten Gebieten hier in der BRD in den Schuldienst kamen…
Wer Körperteile für den „GröFaZ“ auf irgendwelchem Schlachtfeldern gelassen hatte,war nämlich keineswegs mehr der Meinung,Krieg sei „toll“ und ähnliches…
Natürlich gab es auch immer noch einige „Fanatiker“…

Es ist schade,das heutzutage kein „aktiver Augenzeuge“ mehr als
Lehrer im Einsatz ist…das würde so manchen „Neu-Braunen“ bekehren,wenn er die „Kriegserinnerungen“ in Form von Holzbeinen oder
Metallsplittern im Arm live sehen könnte plus die wahre Geschichte dazu…

mfg

Frank

Hallo Lotta,

auch ich bin neu, von Marnelade auf diese Seite gestoßen, daher freut es mich besonders, gleich helfen zu können.
Es ist schon interessant wie verschieden das " Wirtschaftswunder" erlebt wurde. Ich möchte die Zeit nicht missen, wenn auch das Geld knapp und die Wünsche klein waren.
Wie Frank schon schrieb, waren die Plumsklos vorwiegend auf dem Lande zu finden, ich bin in Berlin groß geworden. Doch das Baden war mit mühe verbunden. Ein großer Wasserkessel wurde mit Kohle beheizt, und wenn das Wasser alle war, kam es kalt. Gebadet wurde alle 2 Wochen. Windeln wurden im Topf gekocht, und auf einem Waschbrett geschrubbt, sowie auch die andere Wäsche.
Geschwärm haben wir, klar. Conny,Peter Kraus, Elvis…
Leider hatte ich damals nicht die Mittel einmal die Woche ins Kino zu gehen. Doch diese Stars von damals kennst du bestimmt, das waren Stars, und wir haben geschwärmt.
Das waren Idole. Dazu gehörte natürlich auch Kennedy.
Bei den Produkten schliest sich hoffentlich jemand an. Meine Favoriten waren: Jeans, natürlich keine echten. Die wurden an der Innennaht so eng genäht, das man kaum mehr rein gepasst hat. Pettycouts, diese wurden mit Mehlstärke behandelt. Stöckelschuhe, und natürlich Schallplatten. Doch die waren mit ihren 4,00 DM ziemlich teuer.
Da ich ein Mädchen war, wurde über Politik garnicht gesprochen, auch der geschichtliche Unterricht lief ganz normal ab.

Mit freundlichen Grüßen
Helga

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

auch Schule und noch mehr
Hallo,

Ich stimme hier Conrad zu, weniger Frank, und zwar waren ausgerechnet die Kriegsversehrten die glühendsten Heldengeschichten-Erzähler.
Was Frank zudem übersieht: Anfang der 50er kamen nicht nur die Spätheimkehrer in die Schulen zurück, sondern auch eine Legion von nun entnazifizierten Lehrern, auch stark belasteten, die zwischenzeitlich in Fabriken gearbeitet hatten.

Das brachte z.T. ein richtiges Rollback mit sich. In meiner Heimat-Kleinstadt dominierten z.B. bis ca. 1953 an der Volksschule gutmütige ältere Fräuleins und ganz junge Lehrer. Dann kamen die beiden schlimmsten Nazis der ganzen Stadt, die 1933 in einer abenteuerlichen Aktion als erste die Hakenkreuzfahne auf den Kirchturm verbracht hatten, in die Schule zurück, besetzten sogleich Funktionsstellen und brachten wieder Zack-Zack in den Laden, einschließlich Prügelstrafe mit Stöcken für unliebsame Schüler.
Solche Figuren sind m.E. prototypisch und literarisch verwendbar, genauso wie der engagierte und liebevolle Junglehrer, der von den Schülern, die nur gelernt hatten, auf Gewalt zu reagieren, zur Verzweiflung gebracht wurde.

Lehrerinnen waren bis auf ganz wenige Ausnahmen (Kollegenfrauen) unverheiratet und wurden durchweg mit „Fräulein sowieso“ angeredet. Eine Freundin von mir, die, verheiratet, in den 60ern in den Schuldienst eintrat, versuchte den Kindern verzweifelt beizubringen, sie heiße nicht „Fräulein“, sondern Frau Beckmann (Name von der Redaktion verändert), woraufhin die Kinder zuhause erzählten: „Unser Frollein heißt Frau Beckmann.“

Interessiert dich die Geschichte im Arbeiter-Milieu?

Das Gejammere um die zunehmende Gewalt unter Schülern ist, zumindest im Vergleich zu den 50ern, ein reiner Hohn.

Es gab in NRW vorwiegend Konfessionsschulen, und, wo die Schülerzahlen das annähernd erlaubten, nach Geschlechtern getrennte Klassen. In den Jungenklassen war es die größte Selbstverständlichkeit, dass nach dem Unterricht ein Platz aufgesucht wurde, wo heftige Faustkämpfe ausgetragen wurden, um den Stärksten der Klasse zu ermitteln. Es bildete sich ein dichter Kreis von anfeuernden Klassenkameraden um die sich Prügelnden, in den Magen war verboten, aber mit blanken Fäusten voll in die Fresse war erlaubt. Verloren hatte, wer anfing zu flennen oder wem die Nase blutete.

Mädchen taten gut daran, einen älteren Bruder zu haben, sonst waren sie z.T. arm dran. Aggressive Jungs, die teilweise in Rudeln auftraten, fanden Gefallen daran, sich ein, zwei Mädchen, die arglos des Wegs kamen, vorzunehmen und sie regelrecht zu traktieren. Hunde wurden eher selten an der Leine geführt, sondern streunten in der Wohngegend herum, und wenn sie nicht zu gefährlich aussahen, wurden sie von den Jungs getreten oder mit Steinen beworfen.

Die Mädchen hatten bis etwa 12 Jahre überwiegend Zöpfe als Haartracht und trugen karierte Faltenröcke, beides wurden sie während der Pubertät, auf frauliches statt kindliches Aussehen bedacht, nur über z.T. erbitterte Kämpfe mit der ganzen Verwandtschaft los und sie wurden noch wochenlang, auch in der Nachbarschaft, mit bedauernden Nachrufen über die „schönen Zöpfe“ bedacht. Da konnte man als älterer Bruder, der ohnehin ein gewichtigeres Wort in der Familie zu sprechen hatte, schon einen Stein im Brett oder auch konkrete Dienstleistungen, wie Schulbrote schmieren oder einige von den unsäglichen Himbeerbonbons, die sie mühsam erworben hatte, bekommen, wenn man sich in der Zopf-Frage auf ihre Seite stellte.
Die Jungs trugen kurze Hosen, zumal Lederhosen, mehr oder weniger, bis es schneite, mit ledernen Hosenträgern, und groß-karierte Hemden. Im kalten Winter dann sog. Trainingshosen, dunkelblaue baumwollene Hosen mit Gummizug im Bund und unten am Bein, ähnlich den einfachen Jogginghosen. Als besonderen Chic gab es „Skihosen“ (wurde damals so geschrieben) aus einer Art braunem Lodenstoff, mit einem zuknöpfbaren Bündchen an den Beinen.

Die Schulbrote hatte und brauchte man übrigens erst ab ca. Mitte der 50er, jedenfalls in der britischen Besatzungszone. Es gab nämlich eine „Schulspeisung“. Im Tornister war eine Schiefertafel mit Holzrahmen, eine hölzerne Griffeldose und ein kleines rundes Schwämmschen in einem kleinen Alu-Döschen mit Schraubverschluss. In den hözernen Tafelrahmen war seitlich ein Loch gebohrt, durch welches an einer gehäkelten Schnur ein ebenfalls gehäkelter „Tafellappen“ befestigt war, der aber aus dem Tornister herausbaumelte. Ebenfalls hing außen am Tornister ein Becher, aus Aluminium oder Emaille, in den man während der Pause mit einer Suppenkelle eine zum Teil widerlich verknubbelte Mehlsuppe aus großen Kübeln gegossen bekam. Der Schreiber dieser Zeilen hat vom Rektor eine Ohrfeige bekommen, weil der ihn dabei erwischt hat, wie er heimlich das Schulgelände verließ um die Suppe in den Gulli zu schütten. Außerdem musste er seine ganze Tafel mit „Lebensmittel sind eine Gottesgabe, die man nicht wegwerfen darf!“ vollschreiben, was ihn zu der Zeit noch einige Mühe gekostet hat.

Das Schreiben-Lernen vollzog sich in monotonen, aber pädagogisch ausgeklügelten Schritten. Man musste, ich glaube, eine ganze Woche lang, die ganze Tafel, die für die unteren Klassen liniert war mit Unter- und Oberlinie, die beim Schreiben nicht überschritten werden durften, mit schrägen Strichen voll"schreiben". Danach kam die ganze Tafel voll Spazierstöcke mit der Krümmung oben dran, danach mit der Krümmung unten. Daraus wurden dann schließlich Buchstaben wie „n“ und „m“ zusammengesetzt, die Vokale wurden dann extra geübt, usw.
Unser armes Fräulein Singendong hatte ein erstes Schuljahr von 64 katholischen Jungens zu unterrichten, die in den aus alten Filmen bekannten hintereinander aufgereihten Zweier-Bänken saßen, das ganze in vier Reihen. Sie brachte uns bei, „Alle Vögel sind schon da“ zu singen, wobei sie uns, gleichzeitig durch die Reihen marschierend, auf der Geige begleitete und zwischendurch, ohne aus dem Takt zu geraten, mal eben blitzschnell. pitsch, jemandem, der nicht beim Singen geradeaus nach vorne sah, eine mit dem Geigenbogen verpasste.

Taschengeld gab es nur in bürgerlichen Schichten. Eine gute und passabel einträgliche Möglichkeit für Arbeiterkinder, an ein paar Groschen zu kommen, war das Schrottsammeln. Schrott war in den ersten Nachkriegsjahren ein wichtiger Rohstoff für die Eisenverhüttung, und in jedem Stadtteil gab es Schrotthändler. Die beste Quelle zum Schrottsammeln waren ausgebombte Häuser, die in den Städten noch Jahrelang nahezu ungesichert herumstanden, und in denen die halbverwahrlosten Kinder aus kinderreichen Arbeiterfamilien mit Vorliebe herumstöberten, wodurch auch so mancher Unfall geschah, unter anderem auch dadurch, dass es eine beliebte Mutprobe war, ein Feuerchen zu zündeln und Brandbomben und Granaten, die man in den Trümmern noch fand und die teilweise noch scharf waren, hineinzuwerfen.

Zu den halbverwahrlosten Kindern aus kinderreichen Familien kam die Legion von Kindern von Kriegerwitwen, die berufstätig waren und ihre Kinder schon im Alter von sieben, acht Jahren tagsüber, wenn sie nicht eine Oma hatten, mehr oder weniger sich selbst überlassen mussten. Das waren dann die sog. „Schlüsselkinder“, die tatsächlich ihre Hausschlüssel, mit denen sie nach der Schule in ihre einsamen Wohnungen gelangten, an einem Band um den Hals trugen.

Schwangerschaftsgymnastik war, zumindest in der arbeitenden Bevölkerung, ebenso wie Schwangerschaftsurlaub, unbekannt und erstere wohl auch unnötig. Die Frauen verrichteten bis zum Schluss in den Fabriken oder im Haushalt schwere körperliche Arbeit - das hier beschriebene Waschen mit Waschbrett, zumal von Kochwäsche, wie Windeln (Es gab die nur als Baumwoll-Tücher, nicht als Pampers) war eine - durch den heißen Wasserdampf zusätzlich beförderte, schweißtriefende Knochenarbeit, welche die geeignete Vorbereitung für eine reibungslose Geburt war. Das ganze musste, sommers wie winters, genauso wie das schon angesprochene Badewasser für die Zinkwanne, auf dem mit Kohlen beheizten Küchenherd stundenlang gekocht werden. Auch für das Mittagessen musste im Sommer bei über dreißig Grad der Herd angeheizt werden.

Die Kohlen dafür bekam man übrigens in den ersten Nachkriegsjahren durch das sogenannte „Fringsen“
Durch die Reparationsverpflichtungen gegenüber den Alliierten wurde praktisch der gesamte Kohlen-Abbau aus dem Ruhrgebiet auf langen Güterzügen Richtung Frankreich transportiert, so dass für die einheimische Bevölkerung kein Heizmaterial zur Verfügung stand.

Es bildete sich dann der Brauch heraus, dass an den Streckenabschnitten mit zerstörten und notdürftig reparierten Gleisanlagen, wo die Züge nur im Schrittempo fahren konnten, die wendigen Jungs auf die Waggons kletterten und Kohlen herunterschaufelten, die die unten wartenden Frauen dann in Körben einsammelten. Im besonders kalten Winter von 1946 auf 1947 kritisierte der Kölner Erzbischof Kardinal Frings, der später auf dem Konzil mit seinem jungen Adlatus, dem Theologen Joseph Ratzinger, eine bedeutende Rolle spielen sollte, in seiner Weihnachtspredigt im Kölner Dom die Alliierten für die schlechte Versorgungslage der Bevölkerung und betonte, dass das besagte Kohlenraffen nicht als Sünde anzusehen sei, woraufhin der berühmte Kölner Sprachwitz flugs das entsprechende Tätigkeistwort zu seinem Namen bildete.

Ich könnte noch viel erzählen, wenn ich nur wüsste, was.

Grüße
Oranier

Schulgebäude

>Wie waren die Schulen
ausgestattet?

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Was kaufte man?

>Gab es Produkte, die man besonders gerne kaufte?

4 „Gefällt mir“

… finden sich zuhauf in jedem Altersheim. Frage dort doch einfach einmal bei Dir in der Nähe nach. Bestimmt finden sich viele, die Dir mit Begeisterung ihre Lebensgeschichte erzählen und Deine Fragen beantworten.

>Wirkte der Krieg noch in den Redensarten nach (bsp. wie „Er
kämpft auf verlorenem Posten“)?

2 „Gefällt mir“

Hallo,
die Romane von Heinrich Böll halte ich - ohne hier eine Diskussion um ihre literarische Qualität beginnen zu wollen - für gute Zeugnisse der Realität der 50er Jahre (mit sehr vielen Einzelheiten) und einer kritischen Sicht darauf.
Gruß
H.

Max von der Grün

Hallo,
die Romane von Heinrich Böll halte ich - ohne hier eine
Diskussion um ihre literarische Qualität beginnen zu wollen -
für gute Zeugnisse der Realität der 50er Jahre (mit sehr
vielen Einzelheiten) und einer kritischen Sicht darauf.

Hallo,
richtig! Wobei ich, nebenbei bemerkt, nicht wüsste, was an der literarischen Qualtiät auszusetzen wäre. Die Berschreibung einer kaputten Welt geschieht am authentischsten durch einen kaputten Autor mit gebrochenem Stil.

Zum Einblick in das Ruhrgebiets-Arbeitermilieu eignet vorzüglich:
Max von der Grün, Irrlicht und Feuer.

Grüße
Oranier

Schul-Geschichte
Hallo,

in Bremen gibt es ein schulgeschichtliches Museum, dessen Erhaltung jedoch, soviel ich weiß, aus Finanzgründen zur Disposition steht. Hier kann man sich sehr sinnreich informieren.

Es finden sogar gelegentlich Veranstaltungen statt, in denen ein Unterricht aus früheren Epochen mit allen zur Verfügung stehenden Utensilien mit Schulklassen simuliert wird.

Vielleicht gibt es so etwas in Berlin ja auch, ansonsten lohnt sich ggf. für die junge Autorin ein Besuch in der schönen Hansestadt.

Bei Bedarf führe ich auch gerne die oben begonnene Berichterstattung fort.

Grüße
Oranier

Hallo Lotta,

empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang die Romane Walter Kempowskis, insbesondere Herzlich Willkommen ISBN 3442721903 Buch anschauen und Heile Welt ISBN 3442726506 Buch anschauen

Bildmaterial findest Du z.B. in folgendem Bildband Münster - Die fetten Jahre ISBN 3402065207 Buch anschauen. Das Buch liefert zwar ausschließlich Material zur genannten erzkatholischen Stadt in NRW, ist aber in puncto Alltagsgeschichte durchaus ergiebig.

Viele Grüße
Diana

Ich bin ehrlich begeistert von all den tollen Beiträgen. Dass ich so rasch so viele Antworten bekomme, habe ich nicht erwartet. Hut ab.

Werde jetzt erstmal diverses Material sichten, bevor ich weitere Fragen stellen kann.

Grüße
Lotta

Hauptsächlich aber in den Sportberichten der Wochenschauen und
im Radio findest Du den Ton der Wehrmachtsberichte wieder.
Vielleicht ist das aber auch so, weil Sport und Krieg nicht
weit auseinander liegen.

Dieses bellende Sprechen ins Mikrophon hängt auch mit der von damaliger Unterhaltungselektronik gebotenen Tonqualität zusammen.

Gruß

Pavel