Hallo liebe Leute,
vielleicht kennt ihr das Phänomen ja aus eingener Anschauung, bei euch zuhause oder zu Besuch (Foto kann ich nach Bedarf machen und schicken, aber ist wohl unnötig):
Der Rauch zieht in die Ecken, wegen schwächerer Luftumwälzug, die sind auffällig bis ekelig braun/schwarz - nur die ganz innersten Ecken, je nach Lage 2 bis 5 mm breit, sind strahlend weiß, jedenfalls im Verhältnis zur Umgebung.
Das sind nun nicht die Themen, die wissenschaftliches Furore machen, ich grübel aber trotzdem darüber nach, und habe auch eine Idee:
Wenn die Teertröfchen/Rußteilchen eine bestimmte Entfernung zu einer Wand erreichen - der jeweils ganz geringfügig näheren z.B. - werden sie durch Van-der-Waals-Kräfte zuerst leicht, dann aber heftig angezogen, sodass sie nicht mehr in die Ecke wandern können, sondern zügig zur nächstgelegenen Wand wandern.
Andererseits sind 3 mm eine recht große Entfernug für die VdW-Kräfte.
Hat sich irgendjemand darüber Gedanken gemacht? Zoelomat
Hallo,
also vdW-Kräfte sind es definitiv nicht, diese haben eine Reichweite von ca. 1000pm.
Hallo Zoelomat!
Das Phänomen fällt mir auch seit Jahren auf.
Als ob die Partikel eine unsichtbare Kugel um sich herum hätten.
Ein kugelförmiges Kraftfeld?
Es erinnert auch daran, dass beim Schweißen von Nähten auf der Innenseite eines rechten Winkels der Lichtbogen immer zu einer der beiden Seite springen will.
Ob es was mit Elektrizität zu tun hat?
Staub sammelt sich oft an elektrisch geladenen Flächen, deshalb sind meine selbstgeschriebenen Bücher auch so verstaubt, weil da so viel Spannung drin ist.
Also ich vermute (!), es ist ein „kugelförmiges“ elektrisches Feld, das bei Annäherung an eine Wand auf weniger als ein paar Zentimeter den Partikel anzieht.
Grüße
Andreas
Hi,
> Hat sich irgendjemand darüber Gedanken gemacht?
Ja: http://de.wikipedia.org/wiki/Fogging
Eine eindeutige Erklärung wird dort nicht genannt, aber möglicherweise hilft Dir das Stichwort weiter.
Gruß,
V.
Moin,
Der Rauch zieht in die Ecken, wegen schwächerer Luftumwälzug,
die sind auffällig bis ekelig braun/schwarz - nur die ganz
innersten Ecken, je nach Lage 2 bis 5 mm breit, sind strahlend
weiß, jedenfalls im Verhältnis zur Umgebung.
Die Begründung ist falsch. Allerdings liefern die Strömungsverhältnisse im Zusammenhang mit Thermophorese eine Erklärung:
Wenn wir das Zimmer als Konvektionszelle uns vorstellen, so ist in der tat in den Ecken die Luftströmung am geringsten. Rauchteilchen koppeln jedoch quasi ideal an das Gas an, so dass sie immer mit dem Gas mitbewegt werden - modulo die auch durchs Gas hervorgerufene Brownsche Molekularbewegung.
Hinzu kommt allerdings, dass i.A. die Wände, mehr noch die Kanten und insbes. die Ecken von Zimmern kühler sind als der Rest[1]. Das sorgt grob für ein Temperaturgefälle auch im Gas - was Anlaß zur thermophoretischen Bewegung der Teilchen gibt: die Seite des Rußteilchens, wo das Gas marginal kühler ist, vermag leicht weniger Impuls auf dieses zu übertragen als die leicht wärmere Seite. Sprich, der Temperaturgradient im Gas sorgt für eine Teilchenbewegung zu Kältestellen im Zimmer hin. Und diese sind vorzugsweise die Ecken.
[1] zum einen, weil die Konvektionsbewegung dorthin schlechter funktioniert zum anderen weil sie häufig mehr Exposition zu den Außenseiten eines Gebäudes haben und Wärme an Ecken besonders gut abgeführt werden kann (man hat zwei oder drei Richtungen gegenüber quasi nur einer in der Mitte der Wand)
Gruß,
Ingo
Hallo Fragewurm,
Der Rauch zieht in die Ecken, wegen schwächerer Luftumwälzug,
die sind auffällig bis ekelig braun/schwarz - nur die ganz
innersten Ecken, je nach Lage 2 bis 5 mm breit, sind strahlend
weiß, jedenfalls im Verhältnis zur Umgebung.
Das ist ein Strömungsproblem.
Die Luft lässt sich nicht im 90° Winkel ablenken.
In der Ecke bildet sich ein Polster, evtl. auch eine Walze.
Leider habe ich gerade kein passendes Bild gefunden, aber das hier könnte weiter helfen:
http://www.ifh.uni-karlsruhe.de/science/aerodyn/nume…
(Links, das zweite von oben)
MfG Peter(TOO)
Hatte den Artikel tatsächlich gelesen, stelle ich gerade fest, die schwarzen Steifen über Heizungsrohren etc.
Ein Bild zeigt auch schön die hellen Steifen, allerdings ohne dass ich eine Erklärung bemerkt hätte.
Trotzden schönen Dank, Zoelomat
Will dich ja nicht enttäuschen, aber der Effekt ist auch an den Ecken meines Schornsteins sichtbar. Der ist zwar nur ein halbes Jahr in Betrieb, aber dann warm.
Und die restlichen Monate ist er gleichwarm, weil er inen ist und ich ganz selten die Tür geschossen habe.
Allerdings hast du insofern recht, dass die Außenwände wesentlich stärker von der Braun-/Schwarzfärbung betroffen sind. Nur der „Eckeneffekt“ scheint mir realtiv gleich.
Trotzdem Dank, Zoelomat
Mir scheint auch ein elektrisches Phänomen am wahrscheinlichsten; zumindest habe ich deinen spannenden Ergüssen einen Humorpunkt vergeben.
Gibt’s die auch zu lesen
Zoelomat
Moin,
Und die restlichen Monate ist er gleichwarm, weil er inen ist
und ich ganz selten die Tür geschossen habe.
Thermophorese funktioniert hervorragend schon bei Temperaturunterschieden, die bei Bruchteilen von Grad pro Meter liegen…
Gruß,
Ingo