Ich muss es mir von der Seele schreiben, tut mir leid:
Ich bin mit Haarausfall zu meinem Hausarzt gegangen, der obiges diagnostizierte, mich mit einem Schulterzucken und Zinktabletten nach Hause entließ. Zur Sicherheit machte er eine Blutuntersuchung - ohne Befund. Ich bin seit Jahren bei ihm in Behandlung, nehme ebenfalls seit Jahren 1x wöchentlich eine Jodetten-Tablette, gehe regelmäßig zur Blutkontrolle, die immer ohne Befund ist. Er weiß auch, dass meine Schwester als junge Frau sämtliche Haare verloren hat, auf Dauer.
Einigermaßen beunruhigt ging ich eine Tür weiter, zum Dermatologen. Dort bekam ich ein Schulterzucken und eine von vorneherein als unwirksam deklarierte Cortisonsalbe. Nur weil ich die Geschichte mit meiner Schwester wieder erwähnte, ordnete auch er eine Blutuntersuchung, dazu Haarwurzelprobe an. Diese zweite - genauere - Blutuntersuchung hat nun einen signifikanten Anstieg mikrosomaler Antikörper ergeben, also eine gegen die Schilddrüse gerichtete Autoimmunreaktion, die durchaus für den Haarausfall verantwortlich sein kann. Nächste Woche wird das genauer festgestellt. Dieser Dermatologe gestand mir auf Nachfrage, wenn nicht die Sache mit meiner Schwester gewesen wäre, hätte er die Blutuntersuchung auch nicht vorgenommen…
Ich weiß nicht, ob ich da überempfindlich bin, aber ich fühle mich etwas im Stich gelassen von den gelahrten Herren Doctores. Mein Hausarzt wusste ganz genau, dass ich mich das ganze letzte Jahr schon sehr schlecht gefühlt hatte, Depressionen, Müdigkeit, lauter unklare Beschwerden, sogar die typischen Veränderungen der Fingernägel (Längsrillen, Glanzlosigkeit), bis zu schlechter Letzt der Haarausfall. Und er ist nicht auf die Idee gekommen, die Schilddrüse neu checken zu lassen? Und auch dem anderen Arzt wär’s ganz egal gewesen? Obwohl, wie er zugibt, AA ziemlich häufig vorkommt, hat er sich nie berufen gefühlt, mal zu recherchieren, ob es neue Erkenntnisse u. Behandlungsmethoden gibt, außer Schulterzucken und einem feuchtwarmen Händedruck?
Zum Glück sind meine Haare im Begriff nachzuwachsen (keine Entwarnung; sie können dafür an anderer Stelle ebenso spontan ausfallen…), deshalb können sie sich sträuben!
Übrigens habe ich ganz ähnliche Erfahrungen von Gleichgültigkeit und Lauheit erst neulich auch bei Tierärzten gemacht. Da wird in ein armes Viech auf gut Glück was für alle Eventualitäten reingepfeffert, anstatt genau nachzugucken, was ihm denn fehlt (im Fall meiner Katze verträgt sie die Heizungsluft nicht. Habe einen Luftbefeuchter aufgestellt und sie ist wieder putzmunter. Dem Arzt habe ich aber 53€ für Vitaminspritze, Wurmkur und Salbe gegen Ohrmilben bezahlt. Nix davon hätte sie gebraucht).
So, jetzt geht’s mir wieder besser 
Grüße,
Eva
Freundlicher Zuspruch tut guter als jede Medizin!