Alpenrose

Hallo liebe Blumenfreaks,

ich war letzte Woche im Zillertal und hab’ dort auf einer Wanderung auf etwa 1700 m Höhe ein kleines Ästchen Alpenrose mit Knospen von meiner Freundin gepflückt bekommen… damit ich dann daheim sehe, wie die Blüten aussehen… kannte das Pflänzchen bislang nicht…
Hab’s auch gut mit heimtransportiert, es steht hier, ca 500 m hoch, im Zimmer an heller Stelle im Wasser; das, was Blüte werden will, ist nun zartrosa mit etwas dunklerem rosa Rand… ist aber noch im Wachsen… und auch 2 klitzekleine frische grüne Blättchen habe ich heute morgen gesichtet… also es scheint dem Ästchen gut zu gehen und es ist spannend, jeden Tag zuzusehen, was sich wieder getan hat!
Ist es möglich, dieses Ästchen evtl. auch in die Erde zu setzen, wenn es ggf. hier im Wasser ein paar Wurzelchen geschlagen hat (es sieht nämlich so aus, als käme da 'was)? Macht das Sinn auf meiner Höhe oder überlebt das Pflänzchen nicht auf ca. 500 m? Und müßte mensch dann ‚was bei der Erde (besondere Sorte o.ä.) beachten?? Ich hab‘ bislang von Alpenrosen nämlich keine Ahnung, weiß inzwischen nur, daß sie zu den Rhododendren gehören…

Viele neugierige Grüße
Thuja

Hallo Thuja,

ich war letzte Woche im Zillertal und hab’ dort auf einer
Wanderung auf etwa 1700 m Höhe ein kleines Ästchen Alpenrose
mit Knospen von meiner Freundin gepflückt bekommen…

da sei mal froh, dass Euch niemand dabei erwischt hat. Das wäre unter Umständen teuer geworden. Alpenrosen gehören zu den geschützen Pflanzen.

damit
ich dann daheim sehe, wie die Blüten aussehen… kannte das
Pflänzchen bislang nicht…
Hab’s auch gut mit heimtransportiert, es steht hier, ca 500 m
hoch, im Zimmer an heller Stelle im Wasser; das, was Blüte
werden will, ist nun zartrosa mit etwas dunklerem rosa Rand…
ist aber noch im Wachsen… und auch 2 klitzekleine frische
grüne Blättchen habe ich heute morgen gesichtet… also es
scheint dem Ästchen gut zu gehen und es ist spannend, jeden
Tag zuzusehen, was sich wieder getan hat!

leider muss ich Dich enttäuschen.
Jede abgeschnittene Pflanze hat in Ästchen, Blatt und Blüte noch ein gewisses Reservoir zum Leben. Was die Alpenrose tut, ist das Notprogramm: alles raus, was kann und hoffen, dass es bis zur Bildung von Samen reicht. Damit die Art überlebt.

Ist es möglich, dieses Ästchen evtl. auch in die Erde zu
setzen, wenn es ggf. hier im Wasser ein paar Wurzelchen
geschlagen hat (es sieht nämlich so aus, als käme da 'was)?

das wäre ein halbes Wunder. Du siehst vermutlich Bakterien.

Macht das Sinn auf meiner Höhe oder überlebt das Pflänzchen
nicht auf ca. 500 m?

wenn Du es schaffst, extreme UV-Strahlung für die Alpenrose zu konstruieren, nachts 0° und tagsüber wahlweise circa 35° oder Schnee - dann schon.

Warum glaubst Du, wachsen diese Pflanzen nirgends in den Vorgärten Deiner Nachbarschaft?
Das sinst Spezialisten für extreme Standorte.

Und müßte mensch dann ‚was bei der Erde
(besondere Sorte o.ä.) beachten?? Ich hab‘ bislang von
Alpenrosen nämlich keine Ahnung, weiß inzwischen nur, daß sie
zu den Rhododendren gehören…

jau! Und dann überlege mal, das Alpenrosen in Gebieten mit Kalkgestein wachsen und trotzdem sauren Boden brauchen.

Wenn Du Dich wirklich dafür interessierst, dann geh bitte in eine Buchhandlung und besorge Dir ein Buch über Rhododendren. Befolge alle Tipps und vor allem grase im Internet nach Spezialversendern für geschütze Alpenpflanzen.
Solche gibt es nämlich (aus gutem Grund)
Wenn schon Alpenrose, dann wenigstens eine kräftige Jungpflanze, die vom Fachmann extra für Dich gepäppelt wurde.
Nichts schlimmeres, als ein kränkliches Etwas, in das du Mühe investierst und es dann doch in der Biotonne beerdigen musst.

viele grüße
geli

Hallo Geli,

danke für Deine ausführliche Information!
Daß Alpenrosen geschützt sind, wußte ich gar nicht (und ich vermute, meine Freundin auch nicht). Bei Wikipedia, bilde ich mir ein, davon auch nichts gelesen zu haben… oder stand das da und ich hab’s großzügig übersehen???
Gut, dann werd’ ich mich 'mal an meinem Ästchen erfreuen, was sich da tut und mich dann ggf. um ein „gescheites“ Pflänzchen kümmern!
Danke nochmals!

Viele Grüße
Thuja

Ich habe vor längerer Zeit eine Alpenrose mit vielen Wurzeln und Substrat versucht zu kultivieren. Die Pflanze war mit vielen andern von einer Planierraupe beim Wegebau im Gebirge auf die Seite geschoben worden. Trotz Originalsubstrat des Standorts und zusätzlich Rhododendrenerde hat sie sich innerhalb von zwei Jahren sang und klanglos verabschiedet.
Udo Becker

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