Alpträume eines 5jährigen

Hallo liebe Eltern,
vor kurzem gab es hier eine Anfrage ob ein 5jähriger einen eigenen Fernseher braucht oder nicht und das das Kind sogar „Herr der Ringe anschauen darf“. Viele meinten, daß dies ein 5jähriger nicht verarbeiten kann und Alpträume kriegen würde.
Ich habe auch einen 5jährigen Sohn (ohne eigenen Fernseher, guckt nicht Sachen an die nicht kindgerecht sind), aber seit ca. 1 - 2 Wochen leidet er an übelsten Alpträumen. Mein Sohn ist ein aufgewecktes Bürschle, aber zur Zeit ist er ein richtiges Angsthäufle. Auch tagsüber kann er nicht allein in sein Zimmer, dauernd werde ich gefragt wo ich bin (wir wohnen in einem Reihenhaus auf 3 Stockwerken aber schon seit 1 Jahr) und abends kann er absolut nicht einschlafen, weil er Angst hätte. Angst vor Sachen, die nicht neu sind (Beispiel: Er guckt ab und zu Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von der Augsburger Puppenkiste an, da gibts eine Stelle wo die 2 in der Wüste sind und eine Fata Morgana auftritt, das macht ihm jetzt Probleme, die Kassette hat er aber sicherlich schon 10 x angeschaut). Bei uns läuft der Tagesablauf ziemlich geregelt, es gibt jeden Abend noch eine schöne lange Gute-Nacht-Geschichte und dann ist er früher problemlos eingeschlafen. Wir sind tagsüber viel draußen, so daß er auch richtig müde ist. Wenn er jetzt abends im Bett liegt, möchte er gerne daß wir auf seinem Stockwerk bleiben er ruft ganz oft seid ihr moch da und heult dann im Bett er habe so Angst. Wenn wir ins Bett gehen müssen wir ihn dann hochtragen, früher kam er halt irgendwann in der Nacht zu uns hochgelaufen, aber jetzt schreit er das ganze Haus zusammen wenn er wach wir und wir im Bett liegen.
Es gab, außer daß ich mit Arbeiten aufgehört habe keinerlei Veränderung in der Familie, ich habe jetzt sogar mehr Zeit für ihn und kann mir diese Angstform nicht erklären. Habt Ihr auch Erfahrungen damit, demnächst haben wir beim Kinderarzt die U 9, dann werden wir das Thema auch ansprechen.
Freue mich auf Eure Erfahrungen.
Liebe Grüße
Sabine

Hallo Sabine,

das ist normal.
Du kannst ihn mit ein bißchen Phantasie gegen jede dieser konkreten Gefahren wappnen. Als Waffe gegen die Fata Morgana würde mir jetzt z.B. ein alter Fotoapparat einfallen. Fata Morganas vertragen es nämlich nicht, fotografiert zu werden! Es gibt i.ü. auch Schutzengel, das sollte er wissen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo,

Kann er sagen, wovor er angst hat? Dann fang die Personen, Wesen usw. vor dem schlafengehen mit ihm ein und wirf sie aus dem Fenster.
Setz dann ein Kuscheltier als Aufpasser in die Kinderzimmertür, dass kein böser Geist wieder hereinkann.

Oder lass Dir zeigen, wo sie herkommen und versuche sie, zu vertreiben, herauszulocken, einzusperren.

Vielleicht können Eure Katzen auf böse-Wesen-Jagd gehen, auf der Pirsch liegen o.ä.

Lasst ein kleines Nachlicht (Steckdose) an.

Wichtig: Du darfst Dich nicht von den Geistern beeindrucken lassen, damit er sieht, dass wenigestens Du sie besiegen kannst. Tu aber nicht so, als würde er sich täuschen (nach dem Motto: du spinnst ja).

Hat er ein Kuscheltier, dass ihn beschützen kann? Oder eine Taschenlampe, damit er Licht machen kann (oder sind die Geister auch im Lichte da?)

Vielleicht kann er mal malen, wovor er Angst hat? Bleib dann aber bei ihm, und lass Dir erklären, was er malt/wie die Figur aussieht. Vielleicht fällt Dir dann ein, wie man die Figur am geeignetsten wegsperrt/auflösen kann o.ä.

Wieder bessere Nächte,
K_K

Hallo Sabine,
auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder immer wieder neue Entwicklungsschübe durchmachen, die sich dann auch in solchen *Angstzuständen* äussern (z.B. Abnabelung von den Eltern). Mein Sohn hat auch solche Phasen (mit 7 noch!). Manchmal ist er ganz mutig und kann auch mal kurz allein bleiben, wenn ich z.B. kurz mal mit dem Hund unten bin. Und dann gibt es wieder Tage, da geht er sogar mit den Müll runterzubringen weil er nicht alleine bleiben kann.

Ich würde versuchen ihn zu unterstützen, weil es ja wohl im Moment ganz akut ist, und ihm z.B. ein ganz besonders nettes Kuscheltier kaufen, das extra da ist um auf ihn aufzupassen. Eventuell hilft auch Licht anlassen oder Türe auflassen etc.

Ich denke, daß die Phase auch bald wieder vorbei ist! Hinterher wirst Du vermutlich feststellen, dass dein Junior irgendeinen Schub gemacht hat (z.B. ist er auf einmal wesentlich selbständiger).

Alles Gute! Sandra

Hallo Hobitzker,

ich bin zwar noch keine Mutter, aber auch ich hätte noch ne Idee :wink:

Ich gehe mal davon aus, dass er als jünfjähriges Kerlchen schon den KiGa besucht.
Hat er da mal was erzählt? Wird er vielleicht von anderen Kindern gehänselt?
Hat er Probleme mit einem/einer Erzieher/in?

Manche Kinder trauen sich nicht, dies den Eltern zu erzählen und wie wir Erwachsenen auch, „verdauen“ die Kleinen solch bösen Erlebnisse im Schlaf.

Such doch (noch)mal das ruhige Gespräch mit ihm, wenn er nicht mit der Sprache rausrückt, dann verabrede einen Termin mit dem/der zuständigen Erzieher/in oder dem/der Leiter/in und frag dort mal nach, ob ihnen etwas seltsames aufgefallen ist. (evtl. auch ohne dem Kleinen was davon zu erzählen)

Das wäre so mein erster Gedanke…

Liebe Grüße
Anke

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Hallo,

ich habe zwar noch kein Kind, aber mir wird immer wieder ein Ereignis aus meiner Kindheit erzählt. Ich hatte von einem Tag auf den anderen mit dem Daumenlutschen aufgehört. Meine Eltern haben lange gebraucht, bis sie dahinter gekommen sind, was passiert war. Ich war bei einer Freundin zu Besuch, und deren Kindermädchen hat uns die Geschichte vom Daumenlutscher vorgelesen, dem als Strafe für das Daumenlutschen der Daumen abgeschnitten wird. Ich kannte die Geschichte von zu Hause, aber dieses Kindermädchen hat eben im Gegensatz zu meinen Eltern gesagt, dass mir das auch passieren würde, wenn ich am Dauemen lutschen würde.

Vielleicht könnte es ja bei Jim Knopf bei Euch ähnlich gewesen sein? Dass mit dem Daumenlutschen war für mich damals übrigens ein für allemal vorbei.

Viele Grüße und viel Mut für Deinen Sprösssling,

Bianca

Hallo,
danke für Eure Antworten, ein paar Dinge machen wir ja schon. Licht ist immer an, sonst geht bei unserem Sohn gar nix, Türe ist sowieso immer offen…
Kuscheltier, das auf ihn aufpasst haben wir auch, er hat sogar die Fata Morgana im Kindergarten gemalt und einen Kindergartenkumpel gefragt ob er das auch kennt. Ansonsten ging er von Anfang an nicht besonders gerne in den Kindergarten, aber noch ein Jahr dann ist das auch rum. Einen besonderen Anlaß gab es im Kindergarten nicht, im Gegenteil die Erzieherin ist mit seiner Entwicklung echt super zufrieden, er ist ja ein Grenzkind für die Einschulung und sie meinte kein Problem bei ihm.
Die Fata Morgana hat mein Mann ihm anhand eines Spiegels super erklärt aber am nächsten Tag kam er halt mit einem anderen Problem. Vor allem daß er nirgends alleine sein kann, er klebt an mir wie ein Säugling (ein Mama-Kindle war er allerdings schon immer), aber zur Zeit ist es einfach für sein Alter ein bischen arg. Nun ich nehme mir halt jetzt einfach viel Zeit, wir haben heute abend vor dem Zubettgehen besprochen, daß wir morgen alles was im Angst macht aufschreiben und dann jeden einzelnen Punkt durchgehen… mal sehen vielleicht hilfts.
Als Eltern wirds einem halt nie langweilig…
Liebe Grüße
Sabine

Hallo Sabine,
meinst Du, zwischen seinen Ängsten und dem Nichtalleinsein bzw. AnDir kleben besteht ein Zusammenhang? Vielleicht sind es zwei paar Schuhe.

Was mir nicht ganz gefällt, ist, dass Dein Sohn offenbar nicht gerner in den Kiga geht. Warum? Vielleicht sind seine Ängste Ausdruck dafür, dass er mit dem kiga nicht zurecht kommt. Vielleicht sind seine Ängste diffus, aber er benennt sie konkret (Fata Morgana,…was noch?), weil ihr ihn fragt, was ihm angst macht. Eigentlich kann er es nicht in Worte fassen, aber für uns Erwachsene macht er die Ängste vorstellbar, "ding"fest, denkt sich eine Sache/Person/Wesen aus.

Warum mag er also nicht gerne in den KiGa gehen? Zu langweilkig? Überfordert? Nur Streit mit (bestimmten) Kindern? Mit einer Erzieherin scheint es ja zu klappen, aber wie ist das Verhältnis zu anderen erz.? Oder stellt die Erz. es (seine Entwicklung, Verhalten)nur so positiv dar, damit sie ihre Ruhe hat?! Ist er vielleicht angepasst, deshalb unkompliziert, unauffällig? Aber eigentlich fühlt er sich unglücklich, unzufrieden…?

Ist mir so durch den Kopf gegangen, aus eigener Erfahrung mit unserer Tochter
Gruss,
K_K
Kann er nicht mal ein paar Tage oder Wochen aussetzen?
Es gibt manchmal Situationen, da muss man ein Kind aus dem KiGa nehmen.

Hallo Sabine,

Bist du sicher, dass es richtige Alpträume sind ?

Es gibt, und wir haben ihn zuweilen im Haus, den sogenannten Nachtschreck. Äußert sich ähnlich, nur dass das Kind nicht wach ist, wenn es anfängt zu schreien. Es schläft noch, schreit wie ein Irrer, ist nicht ansprechbar, völlig verwirrt und total von der Rolle. Das kann endlose 10 Minuten dauern.
Wichtig ist der Unterschied insofern, als daß der Nachtschreck vorzugsweise bei Jungen im Alter zwischen 3 und 7 auftritt und offenbar nicht durch spezielle äußere Eindrücke ausgelöst wird, die dann verarbeitet werden, sondern ein erblich bedingtes, eher physisches Problem ist. Da kann man dann lange nach Ursachen forschen und Probleme sehen, wo gar keine sind. Frag mal bei Eltern/Schwiegereltern nach. Sowas vergißt man völlig, es hört ja auch von allein wieder auf.
Dieser Nachtschreck ist ziemlich beunruhigend für die Eltern.
Sein ängstliches Verhalten könnte eine Reaktion auf Euer besorgtes Verhalten sein. Zuwendung gibt’s ja dann auch reichlich, nicht wahr? Ist doch nett. 5-jährige üben sich durchaus sehr geschickt im Manipulieren, ohne Bosheit, reines Interesse.

Viele Grüße

Heike

Hallo Heike,
ne Nachtschreck ist es sicherlich nicht, weil das hatten wir schon(ist aber schon länger her und kam nur 2 bis 3 x vor. Nein er schreit nur wenn er nachts aufwacht und es ist alles still im Haus. Na ja er heult halt. Wir haben aber heute zusammen eine Traumfalle gebaut (Schuhkarton mit Schlitz drin), mal gucken ob es funktioniert. Letzte Nacht wars allerdings besser, vielleicht wie ich schon geschrieben habe ist es wirklich nur eine Entwicklungsphase, die er gerade durchmacht.
Viele Grüße
Sabine

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Hallo,
also das mit dem Kindergarten ist so ne Sache. Es ist ein KIGA mit offenem Konzept, kennst Du das? Ich erklärs mal kurz: Die Gruppe hat ca. 10 Kinder und 2 Erzieherinnen, doch wird in der Gruppe meist nicht so viel gemacht sondern jede Erzieherin hat ihren Fachbereich und es gibt jeden Tag Angebote an denen die Kinder teilnehmen können. Soweit so gut, aber es fehlt halt meines Erachtens das wirkliche miteinander spielen mit den Kindern. Oft müssen die was alleine machen und wenn die in den Kindergarten kommen mit 3 sind die einfach oft überfordert. Zudem ist es auch schwieriger Freunde zu finden wenn man nicht zu den offenen Kindern gehört, die gut auf andere zugehen können. Zudem gibts noch eine Schulkindbetreuung, was leider oft schwierig ist, weil die Schulkinder oft auf die kleineren los gehen. Jetzt kann man fragen warum ich den KIGA gewählt habe. Nun ich hab wieder mit arbeiten angefangen als Flori 3 war und es war der einzige Kindergarten wo ich einen Platz bekam. Aber ich glaube die Kindergartensituation haben wir soweit es geht gut geregelt. Ich arbeite jetzt nicht mehr und er geht nur von 9.00 bis 12.00 Uhr und er kommt damit gut zurecht. Und die Erzieherin in seiner Gruppe gehört Gott sei Dank zu den „Fähigen“… ne also was vormachen tut sie uns nicht. Klar, daß er sich anders durchsetzten muß als zuhause, aber das muß er auch lernen. Wenn er nächstes Jahr in die Schule kommt das ist auch nicht immer ein Zuckerschlecken, deshalb möchte ich ihn auch nicht für längere Zeit rausnehmen, er muß ja auch lernen sich in einer Gruppe zurechtzufinden auch wenn Kinder drunter sind die Schwierigkeiten machen. Wir versuchen so gut es geht ihn mit der Erzieherin zu untersützen. Aber als Vorschulkind hat man in dem KIGA auch gewisses Oberwasser, oft Angebote nur für die 5jährigen und das stärkt ihn doch sehr. Wir werden jetzt mal abwarten, vielleicht macht er einfach eine neue Entwicklungsphase durch.
Viele Grüße
Sabine

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Hallo Hobitzker,

Hallo Anke !

ich bin zwar noch keine Mutter, aber auch ich hätte noch ne
Idee :wink:

Lass Dir von niemandem - manche Eltern haben so ne Neigung, Nichteltern prinzipiell als inkompetent zu betrachten, was Tipps und Anregungen für die Kindererziehung betrifft - einreden, dass Deine Gedanken hinsichtlich Erziehung und Kinder weniger wert seien als die von Leuten, die schon Kinder haben !

Liebe Grüße

ebenfalls Liebe Grüße

Anke

Wolkenstein