Liebe „Betroffene“,
mein Ratsuchen geht an Euch, die als Paar getrennt leben aber
Eltern sind und mit einer neuen Beziehung angefangen haben.
Ich hab’ während der Trennungsphase eine neue Beziehung angefangen.
Hat sich so ergeben und kam genau richtig. Nach ca. einem Jahr
„nur“ Stress, endlich mal wieder angenehme Gefühle.
Das habe ich meiner Ex-Parnerin nicht verklickert; wünschte
mir nur, dass sie auch was findet, womit es ihr besser geht.
Besonders in dieser besinnlichen Vorweihnachtszeit ist es am
meisten zu spüren - man(n) fällt in ein Loch, die
Vergangenheit, das alte Leben holt einen ein und die
Traurigkeit und Unsicherheit kommt hoch.
Durch die oben erwähnte Konstellation habe ich die Trennung so
nebenbei vollzogen. Weihnachtliche Gefühle habe ich seit meiner
Kindheit nicht mehr…dafür aber andere, gute Gefühle 
Wie kann man(n) damit umgehen? Wie überwindet man(n) seine
eigenen negativen Gefühle und wie kann man(n) sich mit den
Konsequenzen seiner Trennung von Ehefrau und Kindern
arrangieren?
Indem man (Frau) sich klar bewusst wird, warum die Trennung nötig
war. Nämlich weil das alte Leben nicht mehr funktioniert
und ich weiß ,dass ich was ändern MUSS, um nicht mein Leben lang
unglücklich vor mich hin zu vegetieren. Es wurde bewusst, dass je
länger mit der Entscheidung Trennung gewartet wird, wertvolle
Zeit verloren geht!
Alleine dass ich diese Zeit nun für mich habe tröstet mich über
den Verlust des „Vollzeit“-Papas weg.
Wobei das bei jedem anders ist. Ich z.B. war nie der Super-Dad.
Wollte ich auch nie sein.
Meine Kids (Girlie 8, Bub 5) sind gerade mal 15 Km entfernt und
wir sehen uns öfter. Meist kurz, aber auch mal 'n Wochenende bei
mir. Bis jetzt ist das für die und für mich voll o.k.!
Traurige Gedanken, wie z.B. „Jetzt ist Papa nicht da, wo ich ihn
bräuchte“ werden mit Vernuft verdrängt. Auch wenn ich den Kids nur 1
mal in der Woche vermittele, dass ich immer für sie da bin, kommt das
an und ich merke sofort wenn’s irgendwo arg knirscht. Wie gesagt,
über die kleinen Problemchen habe ich mir eh nie Gedanken gemacht 
DAS es eine Trennung gab - wird als richtig empfunden. Aber
immer mal wieder kommt es hoch, das Spüren, dass man „draußen“
ist, nicht mehr dazu gehört, Teilzeitvater oder -mutter ist.
Nun, bei mir ist das kein Problem, weil ich nie den Anspruch
auf „bester Vater“ hatte. Aber genauso wie zu Voll-Familienzeiten
habe ich auch heute meine Position und die ist für die Kids,
auch im pädagogischen, zu erkennen. Papa is eben Papa 
Männer reden wenig über ihre Gefühle - mein Partner auch, aber
ich möchte wissen, wie ich meinem Freund (46) helfen kann.
Er beendete eine langjährige Ehe, die ohne Höhen und Tiefen,
ohne Kommunikation und sogar 10 Jahre lang ohne Berührungen
stattfand und fing mit mir neu an. (sie trennten sich, bevor
er mich kennenlernte) Die Frau war´s zufrieden und hatte die
letzten Jahre der Ehe nur Interesse an ihm als Vater ihrer 3
Kinder und nicht als Mann - darum lief auch nichts.
Heiligabend, jeden Geburtstag, jede Familienzusammenkunft ist
er dabei - sein altes Leben ist an diesen Tagen wieder so wie
früher - um so schwerer muss es ihm fallen, in sein neues
Leben zurück zu finden. Sie will keine neue Beziehung, sie
will ihn auch nicht zurück. So springt er denn zwischen den
Welten und ist außerdem jede Woche 2x da und wäscht die Wäsche
der Familie (seine eigene mit) und kocht für die Kinder,
repariert was am (eigenen) Haus - in Abwesenheit seiner
Noch-Frau, die zu dieser Zeit volltags arbeitet. Ich finde das
äußerst löblich - so lange wie sie noch keinen neuen Freund
hat mag das auch gut gehen, außerdem haben sie sich eine
Freundschaft bewahrt - aber ich spüre, wie er mehr und mehr
darunter leidet.
Meine Güte, so 'ne Story ist für mich nicht nachvollziebar, bzw.
hört sich das wie ein melankolischer Mensch an, der sich gerne
selbst ein bissl quält. 10 Jahre in einer festen Beziehung ohne
Sex mit dem Partner. Haste mal SM bei ihm angesprochen?
(Scherz, sorry aber da fehlen mir die „normalen“ Worte 
Auch ich hab mein Päckchen zu tragen, wenn ihr mal in meiner
Vika gelesen habt, dass meine Kinder (2 Mädchen, 10 und 13)
nicht bei mir weiter aufwachsen. Das versuche ich auch täglich
neu zu verwinden.
Dann ist das ja schon Rutine bei dir. Hör einfach mal auf damit.
Wie das Rauchen abgewöhnen. Man lenkt sich ab, macht irgend einen
anderen Scheiß, vielleicht auch was sinnvolles.
Wenn im Kopf dann ein gewisser Abstand von dem Problem besteht,
sieht’s aus der Entfernung gar nicht mehr wie ein Problem aus,
sondern eher wie eine Sache mit der man eigentlich gut umgehen kann,
da du der Steuermann bist.
Wie würdet - oder wie geht ihr damit um?
s.o.
Ich danke Euch schon jetzt für Eure Ratschläge!
*lg Birgit
Grüße,
Erik