Ich habe mal eine praktische Frage. Ich bin gerade dabei mein Diplom in Psychologie zu machen und möchte danach gerne bei einem Prof. promovieren, der Mediziner ist. Es geht um neurowissenschaftliche Forschung und es handelt sich um psychologische Themen, welche sowohl an medizinischen wie auch an psychologischen Fakultäten beforscht werden.
Ich wollte mich auch um ein Stipendium bewerben. Die Leute von der Stiftung sagten mir,ich bräuchte einen psychologischen Erstgutachter. Nun meine Frage: ist das etwas spezifisches wegen des Stipendiums oder darf ein Mediziner generell nicht mein Doktorvater sein, wenn ich in Psychologie promovieren möchte? Er sprach davon, dass ich einen Dr. phil machen könne.
Jetzt frage ich mich ob ich einen Dr. rer. nat bei einem Mediziner machen könnte ohne die psychologische Erstbetreuung.
Davon hängt für mich ziemlich viel ab.
Da ich ja noch in der Verhandlung bin will ich den Prof auch nicht selbst so doof fragen.
Also meine Frage ist: kann ich in Psychologie (Dr. phil oder rer nat) bei einem Mediziner ohne psychologischen Erstgutachter promovieren?
das kann Dir hier genau wahrscheinlich niemand sagen, denn das hängt von der Promotionsordnung der Hochschule ab.
Dort steht genau umschrieben, welcher Personenkreis als Gutachter in Frage kommt. Und bei Unklarheiten sollte das jeweilige akademische Prüfungsamt genaue Auskunft geben können.
Mir fällt noch ein, dass einige Hochschulen auch für Nicht-Mediziner die Promotion in Medizin anbieten (Dr. rer. medic), das ist auch ein schöner Titel und meistens etwas „günstiger“ (Arbeitstechnisch) als der Dr. rer. nat. in Psychologie zu erwerben…
Moin Sophie
Selbst wenn es nicht ausgeschlossen sein sollte, so halte ich dein Ansinnen doch für schwierig. Grundsätzlich kann man nur in dem Fach promovieren, welches man auch studiert hat. Selbst, wenn es dir gelänge, fachfremd eine Promotion zu beginnen, so setzt du dich doch größerer Beobachtung und größerer Skepsis aus und musst unter Umständen weit mehr leisten in deine Dr-Arbeit als ein „Ansässiger“.
Ich halte es für praktikabler, wenn du dir einen Professor/Dr-Vater in deinem Fach, am besten an deiner Uni, also deinem Fachbereich vor Ort, suchst und deine Themata-Interessen mit ihm besprichst. Oftmals sind diese Profs auch aufgeschlossen gegenüber Grenzgebieten.
Gruß,
Branden
Lieber Patrick,
vielen Dank für diese Info, das hilft mir echt weiter .
Dann werd ich mal beim Prüfungsamt in der betreffenden Uni anrufen.
Einen Dr. rer. medic. könnte ich bei ihm machen, das hatte er auch gesagt. Er meinte aber gleichzeitig, dass der in der Forschung weniger angesehen sei und die Psychologen den Dr. rer. medic. meist lieber nicht machen wollten.
Der ist erheblich weniger Aufwand, da hast du recht. Eine Publikation reicht. Für den Dr. phil. oder rer. nat. sind es zwei bis drei. Finde den Unterschied ziemlich krass. Deshalb ist er wahrscheinlich auch „weniger wert“.
Lieber Branden,
auch dir danke für deine Antwort. Bei dem Prof. arbeiten mehrere Psychologen, in der Abteilung gibt es auch einen reinen Neurowissenschaftler und einen Physiker. Das ist bei der neurowissenschaftlichen Forschung etwas anders. Das ist quasi selbst ein Grenzgebiet, bei dem sowohl die biologische als auch die psychologische Seite mitmischen. Von daher bin ich mit meinem Studium und meiner fMRT-Erfahrung bestens qualifiziert.
Und da der Prof. ziemlich cool drauf ist, hat er auch als Mediziner nichts gegen Psychologen, obwohl es da ja häufig Grabenkämpfe gibt.
dass du dich nicht traust, den prof selbst zu fragen, ob das geht, und dich damit fragend-nichtwissend zu zeigen, ist in der wissenschaft der uni´s das größte problem!
alle sind hyperschlaue allewisser, die gehen nur zur uni, um sich mit ihrer überlast an wissen dort mal kurz zu zeigen.
und lernen???
lernen tut man durch eine veränderung von nicht-wissen hin zum wissen. zum -übrigens streng wissenschaftlich gesagt: vorläufigen- wissen.
wer nicht zeigt, dass er etwas nicht weiss, lernt nichts dazu oder nicht genug dazu.
es ist eine verdammt üble kultur an den uni´s, überall wissend erscheinen zu müssen.
ich empfehle literatur neben der aufforderung, direkt den prof zu fragen. gibt er eine geringschätzende antwort (und glaub´mir, das machen besonders mediziner seeeehr gerne!!!) such´dir einen besseren prof, denn während einer promotion werden viele fragen auftauchen: