Als Selbstständiger in die GKV wechseln

Hallo, habe folgende etwas knifflige Frage:
Fall: Ein Selbstständiger mit ehemals mehreren Mitarbeitern arbeitet nun alleine und hat natürlich deutlich weniger Umsatz.
Die Private KV kostet ca. 500€ (incl. 1 Kind), ein Wechsel bringt auch nichts, da der Selbstständige schon 50 Jahre ist.
Logischerweise kann er sich keine PKV mehr leisten und würde gerne in die GKV wechseln. Gibt es die Möglichkeit, z.B. einen Monat lang HartzIV zu beziehen und danach das Gewerbe wieder anmelden und in der GKV bleiben?
Was könnte man sonst noch machen?

Irgendeine Möglichkeit muss doch der Gesetzgeber für so einen Fall offen gelassen haben, die Kosten können einfach nicht mehr getragen werden…

Vielen Dank
Granini

Hallo Granini

genau deswegen hat aber der Gesetzgeber die Rückkehr in die GKV erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht.

Weil dann viele in jungen Jahren die Vorteile der günstigen PKV Tarife nutzen und im Alter, wenn es teuerer wird, dann wieder wechseln wollen.

Hast du denn keine Möglichkeit bei Deiner PKV in einen günstigeren Tarif zu wechseln bzw. eine Selbsbeteiligung zu wählen?

Außerdem werden Beiträge zur Krankenkasse ab nächstem Jahr steuerlich besser absetzbar, sodaß da auch noch eine (kleine) Entlastung auf Dich zukommen könnte.

Gruß

Willi

Hallo,
viel weniger wird der Selbstständige bei der GKV auch nicht zahlen, oder verdienst er jetzt gar nichts mehr?
Wie alt ist sein Kind? Wenn es eine z.B. Lehre beginnt, ist er schon mit 100 - 150 EUR entlastet!
Darüberhinaus gibt es Tarifgestaltungen (immer noch lukrativer als bei der GKV) die seinen Beitrag reduzieren könnten (er soll mit seiner Gesellschaft sprechen)!

Gruß cooler

P.S. Warum hat er in der Zeit, als er zig EUR eingespart hast, nicht einen Teil zur Seite gelegt? Vielleicht hat er auch für zigtausende von EUR seine Zähne richten lassen, usw… Ich schreib´s nur deshalb, weil ich der Meinung bin, dass man BEIDE Seiten (PKV und GKV), der Fairness halber, beleuchten sollte!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, und danke schonmal an euch beide.
Das Kind wird jetzt mit (Fern-)Abitur beginnen, das sind also noch ein paar Jahre. Der Umsatz wird sehr gering sein, die GKV wird alleine schon für den Elternteil deutlich günstiger sein.
Und mir ist schon klar, dass man nicht einfach im Alter aus Kostengründen wieder in die GKV soll, aber hier liegt ja auch ein Extremfall vor (erst eigener Betrieb mit mehreren Mitarbeitern, jetzt alleine arbeiten, also erheblich weniger Einkommen).

Es gibt auch keinen günstigeren PKV-Tarif wegen des Alters, man könnte höchstens ca. 30€ einsparen, FALLS die neue Krankenkasse überhaupt aufnimmt. Bei der aktuellen Gesellschaft ist schon der günstigste Tarif gewählt. (also nix mit Geld für Zahn o.ä. bekommen)

Wie gesagt: geht hier nicht um GKV bescheißen um Geld einzuheimsen sondern ganz einfach um Lebenserhalt, das Einkommen hat sich so extrem verringert dass die 500€ einfach eine unzumutbare Belastung geworden sind.

Gruß
Granini

Irgendeine Möglichkeit muss doch der Gesetzgeber für so einen
Fall offen gelassen haben,

Warum muß er das ? Ein Selbstständiger muß seine Entscheidungen selber verantworten. Wenn er in seinem Betrieb Fehlentscheidungen fällt, kommt auch keiner von außen und repariert alles wieder.

die Kosten können einfach nicht mehr getragen werden…

Schon mal Gedanken zu den Kosten der GKV gemacht ? Beitragssatz z.Zt. 15,5, % plus Pflegepflichtversicherung, die in der GKV teurer als in der PKV ist. Zusätzlich Praxisgebühr und diverse Zuzahlungen und Ärzte, die Kassenpatienten ohne Honorarvereinbarung gar nicht mehr behandeln (so kürzlich geschehen in NRW).

Warum muß er das ? Ein Selbstständiger muß seine
Entscheidungen selber verantworten. Wenn er in seinem Betrieb
Fehlentscheidungen fällt, kommt auch keiner von außen und
repariert alles wieder.

Aha, dann sollte so jemand auch keine Sozialleistungen beziehen oder wie?
Wie es aussieht bezahlt das Sozialamt auch einen Teil der Kosten für die PKV, dann kann doch auch gleich die Möglichkeit gegeben werden, in die GKV zu wechseln.
Die Alternative ist, gleich Hartzi zu werden, weil sich das Arbeiten gehen dann nicht lohnt. Ich finde das Grund genug.

Schon mal Gedanken zu den Kosten der GKV gemacht ?
Beitragssatz z.Zt. 15,5, % plus Pflegepflichtversicherung, die
in der GKV teurer als in der PKV ist. Zusätzlich Praxisgebühr
und diverse Zuzahlungen und Ärzte, die Kassenpatienten ohne
Honorarvereinbarung gar nicht mehr behandeln (so kürzlich
geschehen in NRW).

Och Leute, das ist aber alles nicht sehr konstruktiv. Glaubt mir, ich habe schon alle Möglichkeiten der PKV geprüft, ich würde wirklich nur gerne wissen, ob und wie ein Wechsel in die GKV möglich ist.
Dann kann man ja immernoch überlegen, ob das sinnvoll ist oder nicht.

Trotzdem danke für die Tipps, aber erstmal geht es echt nur um die MÖGLICHKEIT eines Wechsels.

Gruß
Granini

Hallo Granini,

seit dem 01.01.09 MUSS meines Wissens jede PKV einen sogenannten Basistarif anbieten, der sowohl von den Kosten als auch von den Leistungen denen der GKV entspricht.

Ein Wechsel ist nur möglich, wenn der Versicherte unter 55 ist und sozialversicherungspflichtig wird. Ich schätze, mit Hartz IV geht das eher nicht. Allerdings könnte der fiktive Versicherte eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit (sprich: Anstellung) aufnehmen…

Allerdings ist die GKV für freiwillig versicherte Selbständige auch kein Schnäppchen. 15,5 % auf’s Einkommen ohne Arbeitgeberzuschuss. Und dann wird da auch ein gewisser Mindestverdienst (ich glaube, ca. 1800 Euronen; bei bestimmten Existenzgründern ca. 1200 Euronen)angesetzt - egal, ob man das verdient oder nicht. Wenn wir also mal von den 1800 Euro ausgehen, dann wäre das ein Mindestbeitrag von 280 Euro plus Pflegeversicherung. Wenn der Versicherte allein arbeitet (sprich, wenn er krank wird, fällt das Einkommen komplett aus, die Kosten laufen aber weiter) braucht er aber auch noch eine Krankentagegeld-Versicherung und die kostet auch nochmal…

Liebe Grüße

Felicia

Hallo Granini,

seit dem 01.01.09 MUSS meines Wissens jede PKV einen
sogenannten Basistarif anbieten, der sowohl von den Kosten als
auch von den Leistungen denen der GKV entspricht.

Dummerweise ist da der HÖCHSTBETRAG der GKV zu zahlen ! :frowning:

Ein Wechsel ist nur möglich, wenn der Versicherte unter 55 ist
und sozialversicherungspflichtig wird. Ich schätze, mit Hartz
IV geht das eher nicht. Allerdings könnte der fiktive
Versicherte eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit
(sprich: Anstellung) aufnehmen…

Allerdings ist die GKV für freiwillig versicherte Selbständige
auch kein Schnäppchen. 15,5 % auf’s Einkommen ohne
Arbeitgeberzuschuss. Und dann wird da auch ein gewisser
Mindestverdienst (ich glaube, ca. 1800 Euronen; bei bestimmten
Existenzgründern ca. 1200 Euronen)angesetzt - egal, ob man das
verdient oder nicht. Wenn wir also mal von den 1800 Euro
ausgehen, dann wäre das ein Mindestbeitrag von 280 Euro plus
Pflegeversicherung. Wenn der Versicherte allein arbeitet
(sprich, wenn er krank wird, fällt das Einkommen komplett aus,
die Kosten laufen aber weiter) braucht er aber auch noch eine
Krankentagegeld-Versicherung und die kostet auch nochmal…

Beim aktuellen Tarif ist auch kein KTG vorhanden.
Und wenn man auf jeden Euro schauen muss, ist 280-300 deutlich besser als 500€ jeden Monat. Kind ist schließlich auch noch umsonst mitversichert.

Wie sieht es jetzt mit einer Wechselmöglichkeit in die GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG aus, weiss das jemand?

Gruß
Granini

Aha, dann sollte so jemand auch keine Sozialleistungen
beziehen oder wie?

Welche hättest Du denn da anzubieten ? Ich bin auch selbstständig und wüßte gerne, was ich im Fall der Fälle in Anspruch nehmen kann.

Wie es aussieht bezahlt das Sozialamt auch einen Teil der
Kosten für die PKV, dann kann doch auch gleich die Möglichkeit
gegeben werden, in die GKV zu wechseln.

Die Regelungen von Hartz IV kenne ich (glücklicherweise) nicht. Aber eine andere Möglichkeit für die Rückkher in die GKV gibt es nicht. Auch der Umweg über eine versicherungspflichtige Beschäftigung funktioniert nicht immer.