Hallo mein Name ist Christoph und hätte da ein Problem, vielleicht
könnt Ihr mir ja weiterhelfen.
Ich suche schon seit geraumer Zeit eine Eigentumswohnung in der
Stadt, gar nicht so einfach.
Heute habe ich endlich meine Traumwohnung entdeckt.
Hinterhof Bj., 1920, 3.OG+DG
Das Problem besteht darin, daß dieses Haus freistehend ist, und nur
eine doppelt gemauerte Ziegelwand besitzt. Das Haus steht genau auf
der Grundstücksgrenze und ist somit wahrscheinlich nicht von Außen
dämmbar.
Meine Frage, ist es sinnvoll eine Innendämmung vorzunehmen, oder
lieber mehr Heizkosten auf sich zu nehmen. Wenn Dämmung, wie sieht es
zwischen den Geschossen aus? Muß der Geschoßdeckenanschlus freigelegt
werden und ebenfalls gedämmt werden? (Kältebrücke?)
Ich wüde mich freuen wenn mir jemand einen Ratschlag geben könnte.
Da ich Schreinermeister bin, verstehe ich auch ein bischen
Fachchinesisch bzw kann mich informieren.
wenn ich richtig verstanden habe, hat Dein Traumhaus Außenmauern mit Luftschicht. Grundsätzlich ist eine Außendämmung optimal, u. a. deshalb, weil Dich dann irgendwelcher versteckter Baupfusch in Form von Wärmebrücken nicht mehr interessieren muß.
Ich wohnte vor etlichen Jahren in so einem alten Gemäuer, mit hohen Heizkosten und unangenehmen Raumklima. Ich füllte damals den Hohlraum mit Polystyrol-Kugeln aus. Das ist das gleiche Material, aus dem auch die Styropor-Platten hergestellt werden. Gibts im Baustoffhandel in riesigen Plastiksäcken. Etwas mühsam ist das Befüllen der Wand. Ich bohrte die Außenwand dafür mit einem Kernlochbohrer (Steckdosensenker) jeweils an den höchsten zugänglichen Stellen im Abstand von ca. 1m an. Zum Einfüllen baute ich aus PVC-Abflußrohren eine Vorrichtung, die man sich wie ein auf dem Kopf stehendes T vorstellen kann. Obendrauf kam der Sack mit den Styropor-Kugeln mit der Öffnung nach unten. Weil die Kugeln das Rohr sofort verstopfen, blies ich mit Pressluft in das freie Ende des T-Stücks.
Zumindest überschlägig kann man mit ca. 5-7 cm Hohlraumstärke rechnen. Du bist also schnell mit etlichen Kubikmetern Isoliermaterial dabei. Das Zeug ist aber billig und der erzielte Effekt für Raumklima und Heizkosten war absolut überzeugend. Natürlich stören alle möglichen Wärmebrücken, die garantiert verborgen sind, trotzdem lohnte die Maßnahme damals unbedingt.
Du darfst innen nicht zu viel isolieren. Wenn innen isoliert wird, und der Taupunkt in der Ziegelwand liegt, wird sie feucht.
Da das Risiko sehr hoch ist, Pfusch zu bauen, würde ich einen Fachmann fragen, der Dir eine Taupunktberechnung machen kann.
Ich habe heute das Haus mal etwas gründicher angeguckt.
Der „Grundstücksverwerter mit Porsche“ hat gesagt, daß man, und das ist hier der Fall, eine Brandschutzwand (26 cm)nicht als Eigentum betrachten darf, geschweigeden auf die dann ins Nachtbargrundstück reichenden Dämmschicht hoffen darf. Nach seiner Aussage gehört die Wand niemanden, stimmt das? Auch nicht wenn man sich mit dem Nachtbarn einigt, mündlich? Teoretisch müßte ich ja mit Grundbuch und so das Grundstück, welches die Dämmung überragt, kaufen.
Steht das Alles im Verhältnis mit der anschließenden Energieersparnis?
Ist Innendämmung mit ausreichendem Lüftungsverhalten nicht sinnvoller?
Ich hab mal Spaßeshalber bei einigen Malerfirmen wegen der Außenisolierung angerufen. Das ganze Vorhaben würde ca. 15.000 DM kosten. Wieviel Heizkosten müßte man mehr im Jahr haben, daß sich so etwas rentiert? Wie lange wohne ich in dieser Wohnung? 15 Jahre? 1000 DM pro Jahr die ich verheizen müßte?
Nach mir die Sinnflut ist zwar auch keine Lösung, aber als Normalsterblicher der auf die Mark gucken muß bleibt mir fast keine andere Wahl.
Vielleicht weiß jemand Eine?
Gruß an Alle die sich Gedanken machen, und an alle Leidensgenossen.
von einer Innendämmung muss ich dir dringend abraten. Eine fachgerechte Ausführung ist relativ teuer (Iso-Tapete & Co ist Pfusch)und verkleinert die Wohnfläche erheblich.
Desweiteren besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit der Kondenzwasserbildung erst in und anschließen auf der Dämmung.
Eine fachgerechte Dämmung muss immer von der kalten Seite (also Aussen) hinterlüftet werden.
Das stimmt nicht generell. Das Innendämmung
zu Kondenswasser führt ist wahrscheinlicher
als Außendämmung. Es muß aber nicht zwangläufig so sein. Man muß in jedem
Einzelfall die Dampfdiffusionsfähigkeit
der einzelnen Schichten berechnen.
Mit einer hochdichten Dampfsperre kann es
auch mit Innendämmung gehen.
Dann ist aber wichtig das man eine
FeuchtigkeitsPUFFERNDE Schicht als Innenoberfläche hat (z.b. offenporiger Kalkputz)
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