Altbau-Renovierung

Hallo liebe Mitglieder,

ich bin neu hier und habe direkt die erste (lange?) Frage. Meine künftige Frau und ich haben uns ein Altbauhaus (Bj. 1905) gekauft. Jetzt sind wir gerade quasi mitten in der Entkernung. Es hat 160 m² Wohnfläche und sowohl Decken, Wandverkleidungen als auch Fußböden, Dämmung und Verkabelung müssen erneuert werden, ebenso die Heizung. Nun ist es ja wohl so, dass es für energetische Sanierung wie z.B. Dach dämmen, Fenster tauschen, Heizung… Fördermittel gibt. Soweit richtig? Wir haben zwar einiges an Geld für die Sanierung eingeplant, wollen aber auch kein Geld verschenken. Wie geht man da am Besten vor?

Dann zum zweiten: Der Elektriker ist einmal quer durchs Haus gestiefelt und hat nach einer halben Stunde gesagt: „Also, 12.000 Euro brauchen Sie bestimmt für die Elektrik“. Halte ich für Unfug, weil a) so schnell kann kaum jemand einen Kostenvoranschlag erstellen und b) ist die Hauptverteilung im Keller neu. Gut, hier und da sieht man beim Aufstemmen der Wände noch alte, olle Käbelskes aus der Wand schauen, aber im Grunde ist die Elektrik soooo schlimm auch nicht. Es liegen noch rote Kabel (davon war der Elektriker warum auch immer auch nicht wirklich begeistert). Aber: Es gibt schon nym, sagt mein Vater. Was ist nym??

Zur Erklärung: ich bin Schreibtischtäter und für Haus-Sanierung habe ich eindeutig zu viele linke Hände. Könnt Ihr mir helfen? Ich danke Euch vielmals und wünsche allen schonmal schöne und frohe Ostern!

Florian

Was ist nym??

„genormtes heute übliches Kabel mit PVC Isolierungg und im Mantel“ wichtiger ist aber die Adernzahl und Querschnitt. nym gibt es aber erst seit den siebziegern.
Aber das ist doch egal wenn eh alle Kabel raus sollen oder?

und wenn dafür wände geöffnet werden müssen dann ist es zeit intensiv und das kostet.

wegen der Zuschüsse würde ich mich mal ans Land wenden die haben die informationen die du suchst.

Hallo!
Da ich kein Geschäftsmann bin,kann ich die Frage nicht beantworten.

hallo ZeitungsEnte,
je nach örtlichen begebenheiten gibt es vorgaben, die bei der stadt (liegenschaftsamt ?!?) eingesehen oder abgefragt werden dürfen. hier bei uns gibt es bei kauf sogar eine agenda mit 80 seiten, die ziemlich klar umreisst, was man darf und wie man es soll.
zum kostenvoranschlag sei gesagt, das ein elektriker
da räumliche standards verwendet. die sind schnell notiert. (zb hat ein schlafzimmer drei steckdosen und eine wechsel-/kreuz-schaltung für die deckenleuchte.)
noch dazu hat der bestimmt gestern schonmal so was gebaut und kennt den kurs … ^^
zum kaufmännischen umfang kann ich wenig sagen, wohl aber, das man in den 80ern schon für 70 qm2 komplettumbau und 50 % eigenleistung trotzdem auf 10 mille kam.
preisvergleich ist aber ratsam und gesellschaftsfähig.

NYM-Leitungen gibt es seit den späten 70ern und haben eine neue aera der elektrik eingeleitet. neue standards
haben qualitativ neue höhen möglich gemacht.
trotzdem haben auch diese eine lebensdauer von um die 25 jahre und alles davor verbaute ist nur noch gnädig, zu funktionieren. da elektriker für die sicherheit ihrer arbeit noch nach jahren verantwortlich sind,
… aber hier ufere ich aus.

ich hoffe, ich konnte helfen und freue mich über ihre bewertung.
mfg, ratlos

hallo ENte,

also das mit der Hellseherei ist so ne sache…

Das mit den 12.000 € basiert sicher auf einer gesunden Erfahrung. Und wenn jemand im Keller ne „neuen“ Verteilerschrank installiert hat und das mit Uraltkabeln verbunden - naja da würd ich als Elektriker mich auch nicht drauf verlassen. Du Schreibtischtäter wirst sicher wenn du einen Vorgang übernimmst auch nicht nur die letzte Mail lesen, sondern dirdas Ding von Grund auf reinziehen, wobei du anhand deiner Erfahrung auch sagen kannst, je dicker die Akte umso kritischer der Vorgang.

Mach erst mal folgendes. Mal nen grundriss und zeichne ein: Jede Steckdose, jeden Lichtschalter, jede Telefondose, LAN / Antennenbuchsen.
WEnn du das gründlich machst wirst du sehen was da alles zusammen kommt. Wenn du damit zu nem Elektriker gehst wird er dir auch eher ein Angebot machen als wenn du ihn durch die Räume führst. Klar da würde ich auch SIcherheit draufrechnen.

Und ansonsten seh dir mal die Seite der KFW an… solltest du finden als „Sesselpupser“ wie ich auch einer bin.

Hallo Florian,
Leider kan ich dir nicht behöflich sein weil ich mich nicht auskenne mit den Regeln renovieren Althauser.
Ich denke das das Bauamt dir weiterhelfen kan.
Was der Elektriker betrift, informiere dir bei andere Firmen und frage dass man die Arbeit etwas genauer angibt (Material, stunden usw).
Grüss, Joseph

Hallo,

bzgl. Fördermittel einfach im Internet bei Suchmaschine Google oder ecosia eingeben.

Was ist NYM — siehe Suchmaschine. Es ist einfacher, als wenn ich alles abschreibe.

Bei dem Kabel ist wichtig, daß die Isolierung um den Kupferdraht nicht porös ist. Es ist auch entscheidend wie alt sind die Kabel. Wenn die schon 40 Jahre und älter sind, wäre eine Erneuerung empfehlenswert. Wenn der Elektriker damit einverstanden ist, können Sie auch mit einem Nutenfräser die Schlitze fräsen mit einer Bohrkrone die Löcher für die Verteilerdosen bohren. Evt. können Sie auch die Kabel legen, so daß der Elektriker nur die Drähte entsprechend verdrahten muß. Falls der Elektriker nicht mitspielt einen anderen suchen.
Wenn bei so einer umfangreichen Renovierung alles der Handwerker ( Fachfirma) erledigt, wird die Angelegenheit viel zu teuer. Neubauen ist dann billiger. Sie müssen schon viiiiiiel selber machen!!!.

Tschüss

Hallo,

zum Thema energetische Sanierung:
Um KfW-Fördermittel zu bekommen, brauchst Du ein Gutachten eines Energieberaters für das Haus. Damit kannst Du bei Deiner Hausbank einen KfW-Kredit beantragen. Der Zinssatz liegt momentan bei 1-1,5%, die Tilgungsrate bei ca.3-5%.

Auch ich bin Handwerker und mache meinen Kunden oft Schätzpreis vorort. Die jahrelange Erfahrung ergibt mit der Zeit eine Gewisse „Schätz-Sicherheit“.
Um deinen POreis zu prüfen, solltest Du ein zweites Angebot einholen, aber Vorsicht: Es gibt Handwerker die schätzen lieber höher und rechnen hinterher evtl. weniger ab, es gibt aber auch solche, die es gerade andersrum machen.
Mündliche Kostenvoranschläge haben keine Rechtswirksamkeit, also: schriftlich anbieten lassen!
Selbst wenn du nur geschätzte Preise bekommst, dürfen diese dann nur um max. 15% überschritten werden.
Auch ich habe einen Altbau saniert. Im Erdgeschoss sind immer noch die alten zweiadrigen Leitungen (rot+grau) drin und funktionieren einwandfrei.
Hier hast Du halt keinen Schutzleiter.
NYM ist dreiadrig oder fünfadrig mit Schutzleiter (3bzw.5x1,5mm²) und die im Wohnbau eingesetzte Stromzuleitung.
Wenn Du sowieso komplett entkernst, macht die komplette Erneuerung der Stromleitungen sicher Sinn.
Den Sicherungskasten kannst Du bestimmt weiterhin nutzen. Wenn Du was sparen willst, kannst Du die Strippen selbst einziehen und die Schlitze selber klopfen. Das Verklemmen übernimmt dann der Elektiker.
Allerdings machen das nicht alle!

drei gute Ratschläge - gerade für jemanden, der sich selbst als „Schreibtischtäter“ bezeichnet

  1. Guten(!!) Architekten suchen und nehmen.
  2. Guten(!!) Architekten suchen und nehmen.
  3. Guten(!!) Architekten suchen und nehmen.

Bin selbst kein Schreibtischtäter sondern mache gerne unheimlich viel selbst. ABER: Bei unserer Generalsanierung habe ich auch einen Architekten hinzugezogen und er hat alles koordiniert. Und im Nachhinein bin ich echt froh über diese Entscheidung.

Nachteil ist: Vermeintlich höhere Kosten.

Vorteil: Der Architekt weiß genau was gemacht werden muss. Er erledigt die ganze Organisation. Die Handwerker kommen pünktlich und arbeiten zügig (sie wollen nämlich wieder mit dem Architekten arbeiten. Bei uns war es sogar so, dass wir bevor wir den Architekten beauftragten wir noch nicht mal Angebote von den Handwerkern bekamen - übrigens teilweise die gleichen, die mit dem Architekten zusammen komplett im Zeitplan lagen).
Die Handwerker geben Privatpersonen fast immer höhere Preise an als gegenüber Architekten. Schon alleine dadurch holt man die HOAI Kosten wieder raus (ist mein Eindruck und der hat sich ziemlich bestätigt). Und ein guter Architekt sagt auch, was nicht gemacht werden muss oder wo Einsparpotenzial liegt.

Wichtig ist allerdings, dass Ihr einen Architekten sucht, der was von Altbausanierung vesteht und nicht „abgehobene“ Dinge plant. Hört Euch im Bekanntenkreis / Nachbarschaft um oder geht ggf. auf Bau-Messen o.ä. und schaut bei wem viel Andrang herrscht, etc. . Keinesfalls irgendeinen beliebigen aus den gelben Seiten nehmen, nur weil er etwa sehr nah an der Baustelle arbeitet!

Übrigens: NYM ist die normale kunststoffummantelte Leitung mit kunststoffumhüllten einzelnen massiven Kupferdrähten - also der heute normale Standard im Hausbau und bei der angegenen Größe halte ich 12000Euro für die Elektrik auch ohne Hauptverteiler nicht für überteuert aber richtig ist auch, dass man nur vom Durchlaufen kein Kostenvoranschlag abgeben kann.

Gruß und Viel Erfolg!!

Hallo Florian,

nach dem Osterulaub kann ich erst jetzt antworten, Sorry!

Also eine Renovierung ist eine aufwändige Angelegenheit, die sehr gut überlegt sein will. Die Bezuschussung der Energetischen Renovierung muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen und dann muss der ausführende Fachbetrieb entsprechende Auflagen erfülllen. Manche Betriebe übernehmen auch die Beantragung der Zuschüsse. Hier mußt du dich kundig machen.

Laß in jedem Fall zur Elektrik und zu allen anderen Gewerken alternative Angebote machen. Bei einem Alter der Bausubstanz von über 100 Jahren schätze ich aber aus der Distanz heraus, dass ein hohes Renovierungspotenzial vorliegt. Dies hängt natürlich auch von der gewünschten Ausstattungsqualität ab. D.h. wieviel Steckdosen z. B. die einzelnen Räume bekommen,welchen Umfang hat die Leerrohrplanung,etc.

Die roten Leitungen deuten übrigens darauf hin, das an der elektrischen Installation lange nichts mehr gemacht wurde, denn die Farbe Rot stand sehr lange auf dem Index, d.h. sie durfte in der Installation nicht verwendet werden.

NYM ist die fachliche Bezeichnung für massive Manteladerleitung, die aber bei der Installation nur einen untergeortneten Stellenwert einnimmt.

Alles Gute Euch und gutes Gelingen

Michael

Hlo liebe Mitglieder,

ich bin neu hier und habe direkt die erste (lange?) Frage.
Meine künftige Frau und ich haben uns ein Altbauhaus (Bj.
1905) gekauft. Jetzt sind wir gerade quasi mitten in der
Entkernung. Es hat 160 m² Wohnfläche und sowohl Decken,
Wandverkleidungen als auch Fußböden, Dämmung und Verkabelung
müssen erneuert werden, ebenso die Heizung. Nun ist es ja wohl
so, dass es für energetische Sanierung wie z.B. Dach dämmen,
Fenster tauschen, Heizung… Fördermittel gibt. Soweit
richtig? Wir haben zwar einiges an Geld für die Sanierung
eingeplant, wollen aber auch kein Geld verschenken. Wie geht
man da am Besten vor?

Dann zum zweiten: Der Elektriker ist einmal quer durchs Haus
gestiefelt und hat nach einer halben Stunde gesagt: „Also,
12.000 Euro brauchen Sie bestimmt für die Elektrik“. Halte ich
für Unfug, weil a) so schnell kann kaum jemand einen
Kostenvoranschlag erstellen und b) ist die Hauptverteilung im
Keller neu. Gut, hier und da sieht man beim Aufstemmen der
Wände noch alte, olle Käbelskes aus der Wand schauen, aber im
Grunde ist die Elektrik soooo schlimm auch nicht. Es liegen
noch rote Kabel (davon war der Elektriker warum auch immer
auch nicht wirklich begeistert). Aber: Es gibt schon nym, sagt
mein Vater. Was ist nym??

Zur Erklärung: ich bin Schreibtischtäter und für
Haus-Sanierung habe ich eindeutig zu viele linke Hände. Könnt
Ihr mir helfen? Ich danke Euch vielmals und wünsche allen
schonmal schöne und frohe Ostern!

Florian

Hi,
tja, da werdet ihr euch wohl noch etwas mehr mit dem Thema beschäftigen müssen…
die Entscheidungen nimmt euch keiner ab, also besser so gut wie möglich informieren.

  1. Schritt - Leute fragen, die VERBINDLICHE Auskunft geben können, und diese bezahlen. Z.B. Vor-Ort-Energieberater (Kfw gefördert)zum Thema „Prioritäten“.

2.Danach entsprechend Fachleute nach Aternativen und Preisen fragen.
Wie z.B. Elektriker. Der wird wohl nicht ganz verkehrt liegen, nehme an bei deinem Schreibtischjob gibt es auch so etwas wie Erfahrungswerte; aber ev habt ihr ja verschiedene Zielvorstellung…

also überlegen: WAS GENAU WILL ICH und was genau kann ich bezahlen?!
Und immer eine Sicherheit einplanen, weil Bauen IMMER teurer wird als gedacht.

hallo Florian,

ist von hier aus schwer einzuschätzen ob 12000 zutreffen.
Prinzipiell hole ich mir immer ( egal welches Gewerk)min. 3 schriftliche Angebote ein. Da kann man auch die Leistungen genau vergleichen.

Dass die Verteilung neu ist ist schon mal gut, hat aber auch im ersten Moment nicht viel zu sagen.wie neu? Ist Reserve platz vorhanden? Sind alle Zimmer/Räume vor allem Küche/Geräte separat abgesichert? Fehlerstromschutzschalter für Bäder vorhanden?
Wie ist der Zustand der Schalter und Steckdosen? Auch neu? Telefon, SAT-TV, LAN? Was für eine Ausstattung pro Raum stellt ihr euch vor? Aussenbelauchtung Garage?
Bei einem Bau 1905 sollten die Kabel zwar schon einmal ausgetauscht worden sein, aber „rote“ oder auch graue Leiter sollten keine mehr vorhanden sein.
Also geh ich mal davon aus, dass das alles ausgetauscht werden sollte. Bei einem Altbau gibt keiner gerne einen Festpreis an, man weiss nie welches Loch noch aufgeht wenn man da dran geht.
Selbermachen ist zwar billiger, aber wenn ich mal schätzen sollte: für einen Altbau 4-5Zimmer gehobene Ausstattung vom Fachmann auf den Stand der Technik bringen lassen sind schnell mal 10000€ weg.
Die alte Kabel drin lassen wäre am falschen Ende gespart.

ich hoffe ich konnte dir helfen.
Harald

Hallo Florian, entschuldige bitte die verspätete Antwort. War über Ostern nicht da.
Wegen der Fördermittel solltest du das Netz durchforsten (KfW, …).
Zu NYM mal ein kleines Beispiel:
Beispiel für eine Leitungsbezeichnung nach nationaler Norm: NYM-J 3x1,5

N = Normenleitung
Y = Isolierung der Adern aus Polyvinylchlorid (PVC)
M = Mantelleitung
-J = mit grün-gelbem Schutzleiter
3 = Anzahl der Adern
x=„mal“
1,5 = Leiterquerschnitt in mm2
Weiteres bei Wikipedia…
http://www.igfd.org/?q=Nym
Zum Elektriker:
Was er sagt ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, er hat nämlich mal kurz eine komplette Neuinstallation ins Auge gefasst, was auch das einzig Vernünftige ist.
Schließlich muss er anschließend für dir gesamte Anlage haften und da will er sich nicht 100 Jahre alten Krempel in die Garantie nehmen.
Du kannst dir natürlich noch andere Elektriker für ein Angebot dazuziehen und dir dann das passende raussuchen.
So, genug kluggeschissen…:smile:
Viele Grüße aus der Nordheide und viel Erfolg bei der Sanierung.
de Maddin