Altbausanierung deckenbalken

Hallo,
Ich habe ein problem bei einer Altbausanierung:
Das Geäude soll wärmegedämmt werden, was jedoch nur von innen geschähen kann, da die Außenwand Denkmalgeschützt ist.Zusätzlich kommt hinzu das die Decken von Holzbalken getragen werden, die bis in das Mauerwerk hinein reichen. Dadurch würde eine nachträglich innen angebrachte Wärmedämmung dich durchgehend verlaufen können.
Es würden sich Wärmebrücken an den Holzbalkenköpfen bilden, die Für Feuchteschäden sorgen würden.
hat jemand vielleicht eine sinnvolle Lösung wür dieses Dämmproblem?

mfg Reichert

Hallo Herr Reichert,

ich sehe da kein Problem, den die Balkenköpfe lagen ja schon vorher im Mauerwerk (tlw. höhere Feuchtigkeit bei Regen auf die Fassade) und daran ändert sich ja nichts.

Gruß

J. Erhardt

Hallo Herr Reichert,

hier kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich habe so ähnliche Probleme und suche auch noch Rat.
Weiterhin viel Glück
selbst-ist-die-frau

Ich habe ein 400 Jahre altes Fachwerkgebäude und dies Problem gelöst. Auf meiner Homepage kannst Du schon mal das Ergebnis sehen. Falls Du mehr wissen möchtest, musst Du mich direkt anschreiben unter >[email protected]>
Dann kann ich Dir Fotos schicken.
Meine Page ist >www.maschmuehle.de

Hallo !
Wir hatten ein ähnliches Problem bei der Renovierung unseres alten Bauernhauses von 1920. Da unsere Wände i.D. 38 cm dick sind, teils aus Fachwerk, teils aus doppelt gemauerten Ziegeln, hat unser Architekt davon abgeraten, die Wände zu isolieren. Er hielt es für unnötig und sah die Gefahr, daß sich Schimmel bildet.
Wir haben dann nur die Decken gedämmt und den ( nicht
unterkellerten ) Boden und neue Fenster eingesetzt.
Der Dachstock ist nicht ausgebaut (Kaltdach).

Mit dem Ergebnis sind wir seit nun 6 Jahren sehr zufrieden. Das alte Haus atmet regelrecht mit seiner Umwelt. Im Winter brauchen wir kaum Heizung, im Sommer ist es innen angenehm kühl. Und obwohl innen eine vergleichsweise hohe Luftfeuchte herrscht - bei langen
Regenperioden z.B. kann es sogar sein, daß sich Poster oder Kalender an der Wand etwas wellen - haben wir nirgendwo feuchte Wände oder Schimmel. Dafür haben sich einige Hautprobleme, an die wir uns im zentral beheizten Mietwohnungsbau schon fast gewöhnt hatten, verflüchtigt.

Gruß von
Monika & Martin

Hallo Nikolai,

danke für die Expertenauswahl. Ich bin seit Ende der Frostperiode wieder nur am Bauen, deshalb in den Foren leider völlig inaktiv.

Wärmedämmung im Altbau ist ein sehr komplexes Thema, wo man viel beachten muss, um keine Schäden anzurichten. Ich darf auch nicht außen dämmen wegen Denkmalschutz und habe deshalb nur m.E. sehr verträgliche Dämmungsmaßnahmen im Inneren getroffen, die sich möglichst gut mit der alten Substanz vertragen, also kein Styropor, keine Mineralwolle, keine Gipskartonvorsatzschalen usw.

Grob zusammengefasst habe ich alles in diesem Artikel:

http://www.ciao.de/Altbausanierungen_Tipps_Tricks__T…

Zu Deinen konkreten Bedenken hinsichtlich der ins Mauerwerk eingelassenen Balkenköpfe: Holz bildet m.E. bei Weitem nicht so eine kritische Wärmebrücke wie z.B. quer vermauerte Bindersteine in Gebäudeecken o.ä. Das viel größere Problem ist es, eine Holzbalkendecke so zu dämmen, dass an der Holzkonstruktion keine Feuchteschäden entstehen. Ich habe die alten Geschossdecken wieder neu aufgebaut als Einschubdecken mit Tonschüttung. Wichtig ist m.E. immer, dass in die Decke gelangene Feuchte oben wieder herauskommen kann. Wenn z.B. unten verputzter Gipskarton als Sichtfläche dient, dann in den Einschüben eine dicke Tonschüttung liegt und oben ein Dielenboden aufgenagelt ist, dann kann ev. Feuchte ungehindert hindurch. Liegen dagegen Fliesen auf dem Boden, kann es zum Feuchtestau kommen. In diesem Fall müsste bereits der Eintritt von Wohnfeuchte in die Decke verhindert werden, z.B. durch Dampfbremsfolien. Sowas verarbeite ich nur im Notfall, weil ich die Decken lieber zu 90 % komplett durchlässig gebaut habe.

Bei den Balkenköpfen gibt es noch ein anderes Problem: die alten Erbauer waren leider nicht immer so genau mit den Wandstärken. In den Balkenauflagern kann die Außenwand so dünn sein, dass sie nicht mehr schlagregendicht ist. Dann gibt es wirklich Probleme, wenn Wasser von außen durchschlägt. Meist hilft dann die Fassadensanierung, weil ein guter Putz oder sanierte Fugen (bei Verblendmauerwerk) meist genügend Schutz bieten. In schlimmen Fällen wurde die Wand einfach zu dünn gemauert, ein Problem mit dem ich mich im 3. OG herumschlagen darf.

Beschreibe doch mal, was Du genau vorhast !

Gruß
AallRounder

Hallo,
ich denke, dass es bei der Innendämmung wichtig ist, eine gute Dampfsperre auf der Innenseite der Dämmung anzubringen, damit kein Wasserdampf aus der Luft in die Wand eindringen kann, der dann beim weiteren Durchgang durch die Wand nach außen immer kälter wird und dann zu Wasser kondensiert.
Das mit den Deckenbalken sehe ich nicht als so ein großes Problem, weil Holz kein guter Wärmeleiter ist und deshalb die Balken innen nicht so kalt sind, dass Wassserdampf daran kondensiert. Nur an kalten Stellen, in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit im Raum kann Wasserdampf an diesen kalten Stellen kondensieren, was dann zu Schimmelbildung führen kann. Wichtig ist auch, dass man im Winter auf die Luftfeuchtigkeit achtet. Sie soll meines Wissens zwischen 40% und 60% relativ liegen. Wenn sie zu hoch wird, muss man stoßlüften, d.h. möglichst 2 gegenüberliegende Fenster, je nach Temperaturdifferenz, kurze Zeit öffen. Dann kommt kalte Luft mit wenig Luftfeuchtigekeit herein und die Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt.
Wenn man an einem Dach eine Zwischensparrendämmung macht liegt die Dämmung auch nur zwischen den Holzsparren und das Holz geht von der kalten Seite außen zur warmen Seite nach innen durch. Hier muss auch an der Innenseite eine Dampfsperre angebracht werden. Durch Hölzer innen, quer zu den Sparren, zwischen denen dann auch Dämmung angebracht wird, kann man die Dämmung noch verbessern.
Viele Grüße
Klaus

Hallo, bei den Balken hilft ja nur die aussparung der Dämmung, Wärmebrücken lassen sich da nicht vermeiden. Wie es mit der Feuchtigkeit ist, kann ich leider nicht sagen. Sorry. Habe mehr den Außenbereich gemacht.

MfG

Folgende Möglichkeit besteht:
Eine Vorbauwand (als Leichtlehmwand) erstellen (bestehend aus einem Rahmenbau der innenseitig mit entweder Strohmatten oder besser Strohbauplatten versehen ist) die mit Holzhäcksel die mit Lehm ummantelt sind, verfüllen. Das Verfüllmaterial nicht direkt auf dem Holzfußboden, sondern mit 2cm Abstand vom Boden auf einer ca. 2,5 cm starken Bohle aufbringen. Anschließen diese Vorbauwand mit Leichtlehm (Lehmputz mit Strohhäcksel oder auch Holzspäne), nach Bedarf anschließen mit einen Lehmfeinputz verputzen. Optimal ist wenn diese Putzlage ca. 3 cm stark ist. Den Putz mit offenem Material versehen damit die Dampfdiffusion gewährleistet ist. Ebenso ist sehr wichtig das die Außenbeschichtung mit ebenfalls offenem Material vorgenommen wird (z.B. Silicatfarbe). Dabei gilt: innen sperrender als außen!
MfG
Wolfgang Döhler (bei Fragen, mit Geduld:06781-25701
Bei dieser Maßnahme ist

Hallo,

nicht die Innenwände dämmen, das geht gerade in der Kombination bei Ihnen schief.
Dach/Keller optimieren, ev. Fenster, der Rest ist nun mal alte Substanz.
mFG,
falko

Hallo Herr Reichert,
eine Innenwanddämmung hat neben anderen Problematiken auch immer das Problem, daß die Innenwanddämmung durch die Geschossdecken unterbrochen wird. Hierbei ist in der Regel eine Holzbalkendecke sogar besser als eine Betondecke, da diese aufgrund Ihrer Dichte eine größere Wärmebrücke darstellt.
Von Ferne kann ich nur sagen, beachten Sie bitte bei einer Innenwanddämmung folgendes:

  • nehmen Sie nur für eine Innenwand zugelassenes Dämmsystem. Lassen Sie diese von einem Fachbetrieb, der für die Dämmarbeiten haftet, einbauen. Lassen Sie sich nicht eine Styropordämmung „aufschwatzen“, sondern nehmen Sie am besten ein zugel. System aus Calcium-Silikatplatten.
  • wenn möglich sollten auch die Fensterlaibungen und ein Streifen unter der Decke (an der Aussenwand entlang) gedämmt werden, da hier die Gefahr der Schimmelbildung besteht.
    Dies nun mal das Wichtigste,
    mit freundlichen Grüßen
    Beate Schlüter

Hallo Herr Reichert, tut mir leid das ich erst heute antworte, irgendwie habe ich die Anforderung übersehen.
Also:Eine Innendämmung bei Fachwerkhäusern ist problematisch. Hier sollten sie in jedem Fall den Fachverband für Vollwärmeschutz anschreiben. diese leiten Ihre Anfrage an die etablierten Firmen die Mitglied im Fachverband sind weiter.
Es sollte in jedem Fall ein „Glaserdiagramm“ erstellt werden.
Mit freundlichem Gruß hagüme