Welches ist die sinnvollste Variante ein 50Jahre altes Haus ohne vorhandene alte Baupläne trocken zu legen und Schimmel und muffigen Geruch zu beseitigen.Esist nicht bekannt,ob Bodenplatte oder nur Streifenfundament vorhanden sind.Das Haus steht am Fuße eines unbebauten Berges,wo Wasser vom Hang drückt.Es ist voll unterkellert.
Hallo Baerbel,
schau zuerst mal nach ob wirklich Wasser vom Berg drückt. In diesem Fall muss irgendwo, meistens im Keller das Wasser direkt aus der Wand rinnen - wirklich rinnen, schon so ein oder mehrere Kübel Wasser pro Tag. Wenn die Mauer nur feucht oder auch nass ist dann handelt es sich mit großer Sicherheit um Kondensfeuchtigkeit. Man darf sich nicht täuschen lassen, auch „nur“ durch Kondensation können ein paar Liter pro Tag zusammenkommen.
Wenn es kein drückendes Wasser vom Berg ist dann ist die Sache relativ einfach. Es ist auch egal welches Fundament das Haus hat.
Du bekommst die Feuchtigkeit und damit den Schimmel hinaus durch ausreichendes Heizen und regelmäßiges Lüften. Dadurch reduzierst Du die relative Luftfeuchtigkeit. Man kann die rel. Luftfeuchtigkeit durch mehrere Faktoren beeinflussen. Der ideale Bereich
für´s Wohlbefinden und gegen den Schimmel ist zwischen 40%rel. und 60%rel. Feuchtigkeit. Der Wert „rel. Feuchtigkeit“ bezieht sich auf die Lufttemperatur, d.h. der Wert ändert sich mit der Temperatur. Je höher die Temperatur desto niedriger der Wert (bei gleicher absoluter Feuchte). Daraus folgt dass eine Temperaturerhöhung die rel. Feuchtigkeit senkt und dadurch auch die Probleme weniger werden. Auch weil bei höherer Raumtemperatur die Wandoberflächen wärmer werden und dadurch weniger Kondensation auftritt - und in der Folge weniger Gefahr von Schimmelbildung. Ab ca. 80% rel. Feuchtigkeit bildet sich ziemlich sicher schon irgendwo Schimmel. Also Lufttemperatur mind. ca. 20°C bis ca. 23°C in den Wohnräumen. Gegen die Befürchtung dass dadurch die Heizkosten stark steigen kann ich beruhigen: höhere Temperatur bewirkt weniger rel. Luftfeuchtigkeit, dadurch weniger Kondensation = trockene Wände. (feuchte Mauer = guter Wärmeleiter = schlechte Dämmung - dagegen: trockene Mauer = schlechter Wärmeleiter = gute Dämmung; man kann sich jetzt aussuchen was man will!
So lange ein Feuchte- bzw. Schimmelproblem besteht soll auch auf eine Nachtabsenkung verzichtet werden. Weiters lässt sich der Wert senken wenn die feuchte Luft in der Wohnung mit trockener Luft von aussen ausgetauscht wird, d.h. LÜFTEN, und dies mehrmals am Tag, aber nicht zu lange sondern nur um die Luft auszutauschen und nicht die Wände und Möbel zu kühlen!!! Dies dauert nicht länger als höchstens ca. 5 Minuten, aber dafür alle zwei, drei Stunden.
Auch sollte man die Feuchtigkeitsquellen reduzieren, die da wären: Pflanzen, Aquarium, kochen (nur mit Dunstabzug ins Freie), baden - duschen (das Badezimmer ins Freie lüften, nicht in die Wohnung), Wäsche nicht in der Wohnung trocknen; nur um die wichtigsten zu nennen. Als vorübergehende Sofortmaßnahme empfiehlt sich bei starkem Befall ein elektrischer Luftentfeuchter für ein paar Wochen um die Wände trocken zu bekommen (gibt´s auch zum ausleihen).
Möbel nicht direkt an die Wand stellen - vor allem bei Außenwänden - sondern ca. 10cm „Luft“ lassen und womöglich Möbel mit „Füssen“ kaufen (so wie die alten Oma Möbel, damals wusste man es anscheinend besser).
Zusätzlich oder überhaupt als Dauerlösung empfiehlt sich eine Wohnraumlüftung (Komforlüftung ev. mit Wärmerückgewinnung), damit sind Feuchtigkeits und Schimmelprobleme erledigt.
Im Keller ist das Problem etwas schwieriger zu lösen. Da ein Keller meistens nicht geheizt wird, dazu die Wände unter dem Erdniveau liegen und dadurch nicht durch die Sonne oder die Außentemperatur erwärmt werden ist das Kondesfeuchtigkeitsproblem schwieriger in den Griff zu bekommen. Vor allem im Sommer, wenn warme, feuchte Luft in den Keller kommt, dort abkühlt und die Feuchtigkeit an den Wänden kondensiert. Man kann dem nur begegnen wenn man vor allem im Sommer alle Fenster und Türen geschlossen hält. Lüften nur bei mind. 7°C weniger Aussentemperatur als im Keller. Auch im Winter nicht zuviel lüften damit der Keller nicht zu sehr auskühlt, und dadurch das Problem im nächsten Sommer noch stärker auftritt. Auch für den Keller gibt es eine zuverlässige Lösung mit einer kontrollierten Kellerlüftung.
Ich hoffe dass Du bis hier mit dem Lesen durchgehalten hast und ein paar hilfreiche Tipps dabei waren. Für weitergehende Antworten schick mir gerne Deine Fragen, ich werde sie gerne beantworten.
lg. Lois
Hallo,
so eine Frage kann erst nach einer Ortsbesichtigung und einer umfangreichen Beratung beantwortet werden. Eine Pauschallösung gibt es im gesamten Bausektor nicht!
Gruß