Tresor wörtlich
Hallo Experten,
Was macht Ihr mit alten Backups?
Ich habe so ungefähr zwei Schuhkartons voll CDs, die bei den
ganz alten Backups unverschlüsselt, bei den nicht ganz so
alten sehr schwach verschlüsselt mit einfachen Passwörtern
sind.
Die Alternativen sind ziemlich klar, aber ich kann nicht
wirklich den Arbeitsaufwand abschätzen.
Ziel ist, die Backups zumindest teilweise weiterhin zu
behalten, und zwar gut verschlüsselt mit möglichst geringem
Aufwand.
Hallo Marco,
vor rund 15 Jahren war ich vor der gleichen Thematik gestanden
und entschied mich aus Kostengründen für DAT-Bänder.
Mittlerweile habe ich Bänder, aber kein Lesegerät mehr…
CDs und DVDs eignen sich allerdings auch nur bedingt für
Backup oder Langzeitarchivierung (siehe
www.langzeitarchivierung.de).
- Frage, die Du Dir stellen musst:
Auf welche Zeit möchtest Du welche Daten behalten?
Für immer (also zumindest mindestens 20-50 Jahre)
=> Kategorisieren der Daten in wichtig, nice-to-have und
unwichtig.
Da jede CD so ungefähr Wöchentlich bis zweiwöchentlich gebrannt worden ist, und immer ungefähr das gleiche drauf ist, kann man rein von den Abständen her sagen, dass einige wenige CDs (vielleicht 150 Stück?) wichtig sind. Welche genau, ist mir eigentlich egal.
Steuerrelevante Daten müssen 6 bzw. 10 Jahre archiviert
werden.
Es handelt sich nur um Emails, Bilder, also Daten eher privater Natur.
Was ist danach, ggf. löschen und neu beschreiben oder
vernichten?
Mehr Infos siehe o.g. Link.
- Frage: Backup, inkr. Sicherung oder Archivierung?
=> Generell Voll-Sicherungen anlegen, weil im Fall der
Fälle die Rücksicherung inkrementeller Backups viel zu
(zeit-)aufwendig wird.
Der Zeitaufwand geht ins bodenlose, wenn die Daten dann noch
aufwendig verschlüsselt sind…
OK, das hatte ich sowieso vor. Voll-Sicherungen sind ja schon vorhanden, müssen nur „umgepackt“ werden.
- Frage: Aufwand vs. Beständigkeit…
„gut verschlüsselt mit möglichst geringen Aufwand“ ist relativ
zu sehen - niemand kann Dir garantieren, dass es das
verwendete Programm in 15 Jahren noch gibt bzw. vom „neuen“
Betriebssystem ausgeführt werden kann oder darf (Stichwort
„Kompatibilitätsproblem“ oder „Sicherheit“).
=> Lieber einen sicheren Ort zur Aufbewahrung der
Datenträger finden, als Zeit mit Verschlüsselung zu
verschwenden.
=> Sicherstellen, dass das Programm zur Wiederherstellung
auch in 20 Jahren noch funktioniert, wenn man Oma´s
Käsekuchen-Rezept sucht
Naja, dann werd ich wohl, was ich schon länger vor hatte, selber mal Blowfish nachprogrammieren, und C-code wird man wohl auch noch in 50 Jahren irgendwie compilieren können.
Hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen…
Zuletzt noch ein Beispiel aus der Praxis:
Ich hatte einen Kunden, der in einem feuerfesten Tresor den
AES-verschlüsselten Datenträgern das Verschlüsselungsprogramm
auf CD inkl. Kennwort auf Post-It-Zettel zum Wiederherstellen
beilegte…
Das ist nun mal wirklich hilfreich. Die Idee, die CDs kleiner zu machen (USB-Festplatte) und die in den Tresor zu legen… Da hab ich dann auch keine Kompatibilitätsprobleme mehr. Falls absehbar ist, dass die USB-Festplatte durch technischen Fortschritt nicht mehr einlesbar ist, dann kann ich mit dem hoffentlich noch vorhandenen Computer mit USB-Schnittstelle die Daten auf sehr einfache Weise auf den USB-Nachfolger rüberkopieren. Genau das hab ich mit „Wenig Aufwand“ gemeint. Danke.
Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!
Danke. ich glaub USB-Platte+ OBI-Tresor dürfte finanziell und aufwandsmäßig ziemlich genau ans Optimum hinkommen.
Gruss, Marco