Alte Dämmwolle als Gefahrstoff bei energetischer Dachsanierung?

Guten Abend,

ich bin Mieter einer Dachgeschosswohnung und momentan von einer energetischen Maßnahme „betroffen“. Neben den Arbeiten am Dach selbst werden auch die Fenster der Dachgeschosswohnungen ausgewechselt und müssen wegen der neuen Dämmung auch etwas nach außen gesetzt werden. Hierauf bezieht sich auch meine Frage bzw. meine Unsicherheit, weil ich nicht genau weiß, wie ich mich verhalten soll.

Der Austausch der Fenster (Velux, also Dachschrägenfenster) hat bereits stattgefunden und im Zuge dieses Austausches wurde die Innenverkleidung meiner Fenster entfernt (teilweise herausgebrochen, herausgeschnitten - wie genau, das weiß ich nicht). In Folge dieser Entfernung kann ich nun auf’s Dach schauen bzw. auf den Zwischenraum zwischen Dachgebälk und „Außenhaut“ des Daches, also der Bereich, in dem auch die alte Dämmung untergebracht ist (Bitte nicht falsch verstehen, nur der Bereiche um die Fenster ist entfernt, nicht die komplette Wandseite). Diesen Blick habe ich nach wie vor, weil die Innenverkleidung erst nach Komplettsanierung des Daches erfolgen soll. Ich kann nun die alte Dämmung sehen und habe mir privat durch ein Gutachten bestätigen lassen, dass diese Dämmung krebserregende Stoffe enthält (kein Asbest, sondern KMF!), die laut Aussage des Gutachtens auch durch eine Spezialfirma entfernt werden müssten.

Da ich nicht genau weiß, wie die Innenarbeiten abgelaufen sind bzw. was genau gemacht wurde bin ich nun etwas ratlos, wie ich diese Information einordnen soll. Meine Befürchtung geht dahin, dass die alte Dämmung evtl. einfach herausgenommen und in einen Sack gestopft wurde (es ist nicht ganz sicher, dass wirklich vollständig gedämmt war, da bei meinen Nachbarn die Dämmung noch komplett zu sehen ist. Es wäre schon seltsam, wenn sie bei mir rauskäme, bei den Nachbarn aber nicht, aber genau weiß ich es nicht).

Ich bin mir aber relativ sicher, das bei den gemachten Innenarbeiten meine Möbel nicht ausreichend geschützt wurden, da ich sowohl Staubrückstände, als auch kleine Teile der Dämmung oder des Wandmaterials in den betroffenen Zimmern gefunden habe. Sollte also wirklich Dämmung in größerer Menge entfernt wurden sein, gehe ich davon aus, dass dies wie oben beschrieben gehandhabt wurde. Besondere Sorgen mache ich mir auch deshalb, weil mein Schlafzimmer betroffen ist, in dem sich zu dieser Zeit auch mein Bett samt Matraze befand. Da mir mehrfach zugesichert wurde, dass meine Möbel geschützt werden, habe ich keine besonderen Schutzmaßnahmen getroffen, sondern die Möbel lediglich unter den Fenstern weggeschoben.

Meine Frage ist nun: Sollte wirklich Dämmwolle in der von mir beschriebenen Weise entfernt wurden sein, wie groß ist nach eurer/ihrer Erfahrung die Gefahr für mich als Mieter, das die gefährlichen Kleinstrückstände der alten Dämmwolle in der Wohnung sind und auch bleiben? Reicht es, wie mir schon empfohlen wurde, gründlich zu lüften und zu saugen und dann zu wischen? Oder wäre es ratsam, schwerere Geschütze (Raumluftmessung, Spezialsauger) zu verwenden? Ist es sinnvoll, hier ein „größeres Fass“ aufzumachen und die Verwaltung mit dem Ergebnis zu konfrontieren oder wäre das etwas übers Ziel hinausgeschossen?

Ich weiß, das eine solche Frage aus der Ferne nur sehr schwer zu beantworten ist, würde mich aber sehr freuen, wenn mir jemand in dieser Sache ein paar Tips oder Erfahrung nennen könnte. Kommt vielleicht jemand vom Bau und kann das etwas realistisch einschätzen? Hat schon mal jemand ähnliche Erfahrung gemacht?

Ich habe versucht, meinen Text so asuführlich wie nötig, aber doch so kurz wie möglich zu halten. Das ist ziemlich schwierig. Sollte aber noch jemand eine wichtige Information vermissen, dann gern auch eine Frage stellen.

Vielen Dank und viele Grüße,
André

Hallo Andre,

we du zu Recht sagtest: Aus der Ferne und ohne Kenntnis der Einzelheiten nicht zu beurteilen.

KMF sind eben nicht KMFs.

Du hast ja ein Gutachten, dann wird es sicherlich einen Auftrag an die Handwerker gegeben haben, in dem Art die „Entsorgung“ spezifiziert wurde.

Ich selbst bin auf diesem Gebiet kein Experte, bin von Lehmwänden und Stroh umgeben.

Ich habe aber einen Link gefunden, der dir vielleicht weiterhlft:

http://www.nuernberg.de/imperia/md/gesundheitsamt/do…

Grüße

fribbe