ich suche für eine hausarbeit sehr alte science-ficiton-literatur (am liebsten 30er jahre und früher), wo man insbesondere die damaligen visionen von technik/digitalität/computer erkennen kann.
also mich interessiert dabei besonders, wie man sich damals vorgestellt hat, wie es einmal wird (ganz egal ob die realität heute so ist oder nicht).
Hallo Marc,
mit dem namen Jules Verne sage ich Dir sicher nichts Neues. Aber schau doch mal als Einstieg bei Wikipedia unter ‚Hans Dominik‘ und ‚Karel Capek‘ nach …
hab hier Hans Dominik: „Ein neues Paradies“ vor mir liegen, Kurzgeschichten von 1907 bis 1933. Das dürfte genau das richtige sein.
Da werden z.B. Riesenpflanzen gezüchtet, um den Hunger auf der Welt zu besiegen und Radioaktivität nutzt man in Form einer Art von Energie-Lack.
also mich interessiert dabei besonders, wie man sich damals
vorgestellt hat, wie es einmal wird (ganz egal ob die realität
heute so ist oder nicht).
das unten angegebene Buch ‚Auf zwei Planeten‘ von Kurd Laßwitz ist schon daher sehr interessant, weil es vor der Entdeckung der Relativitätstheorie entstand und Fakten wie die Lichtgeschwindigkeit als Grenzgeschwindigkeit nicht bekannt waren.
Der ‚Raketenantrieb‘ der Raumschiffe besteht z.B. aus Katapulten, die Steine abschießen und so via Rückstoß beschleunigt werden.
Die modernen Katapulte schaffen es, die Steine mit Überlichtgeschwindigkeit abzuschießen!
Das sind nur einer der skurilen Punkte des Romans, der aber gerade deshalb sehr lesenswert ist.
ich suche für eine hausarbeit sehr alte
science-ficiton-literatur (am liebsten 30er jahre und
früher), wo man insbesondere die damaligen visionen von
technik/digitalität/computer erkennen kann.
Zeitlich und inhaltlich wohl hart an der Grenze: der „Klassiker“ ‚Brave New World‘ von Huxley. Auch ‚Wir‘ von Samjatin geht stark in die Richtung Sozial-Utopie.
Die technischen Aspekte stehen dort zwar nicht im Vordergrund, bilden aber doch einen Rahmen…
Ganz großer Klassiker ist auch noch Jules Verne (auch wenn ich kein Fan bin).
Außerdem H.G. Wells (nicht unbedingt der Krieg der Welten).
Nicht mehr ganz in Deine zeitliche Vorstellung passend aber dicht dran und sehr wichtig ist natürlich 1984 von George Orwell.
Ziolkowski: Außerhalb der Erde
Hallo,
Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (oder Ciolkowskij, 1857-1935) war ein wichtiger Pionier der Luft- und Raumfahrt. Er hat auf dem Gebiet der Aerodynamik geforscht, bedeutend wurde er aber vor allem als „Vater der Raketentechnik“ (zeitlich lange vor Walter Oberth und Wernher von Braun). So hat er z.B. schon 1903 in seinem Werk „Die Erforschung der Weltenräume durch Rückstoßapparate“ die Theorie der Flüssigkeitsrakete entwickelt und 1929 in „Kosmische Raketenzüge“ eine Art Stufenrakete konzipiert.
Empfehlen möchte ich Dir seine Erzählung „Außerhalb der Erde“ (erstmals vollständig erschienen 1920): unter genauer Berücksichtigung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse lässt Ziolkowski eine internationale Gruppe Gelehrter um die Erde, zum Mond und weiter in das Sonnensystem fliegen. Das Buch dürfte nur gebraucht zu haben sein - siehe etwa hier: http://www.abebooks.de/servlet/BookSearchPL?ph=2&tn=…
Grüße, Peter
da es - wie Du den Vormails entnehmen kannst - eine Unzahl älterer SF-Entwürfe gibt (Utopien, Dystopien, Triviales usf.), empfehle ich zur Überblicksgewinnung einen Blick in Brian W. Aldiss „The Billion Year Spree“ (dt.: „Der Hundert Milliarden Jahre Traum“). Das ist eine ganz ordentliche Geschichte der SF-Literatur.
Wenn es Dir um technische Visionen geht, empfehle ich, die großen Blöcke technischer Utopien zunächst voneinander abzugrenzen:
Raumfahrt, Verkehr
Roboter, Androiden, künstliche Lebensformen (bis zurück zu den Homunculi…)
und weitere.
Für den entsprechenden Bereich der Informationstechnologie (Rechenmaschinen, Computer usf.) wirst Du so früh m.E. nur wenig finden; die dürfte wohl hauptsächlich nach dem 2. Weltkrieg entstanden sein.
Aber zwei sehr schöne Quellen fallen mir spontan ein:
ISAAC ASIMOV, Die Maschine, die den Krieg gewann (Kurzgeschichte, Ende 50er, eine nette Abwägung, ob ein Großrechner oder ein Münzwurf ein besserer Entscheidungshelfer ist)
JOHN BRUNNER, Der Schockwellenreiter (Roman, Ende 60er, das früheste mir bekannte Literaturbeispiel für einen Angriff auf ein internetähnliches Gebilde durch einen Cmputervirus bzw. -wurm)