Alte Höfe und Schlösser

Hallo zusammen,

ich suche ein altes Hofgut, oder ein kleines Schloss. Ich habe mir bereits 3 Objekte angeschauen, ein altes 300 Jahre Jagdschloss, und ein altes Herrenhaus, leider war die Lage und der Zustand nicht gan optimal.

In das Objekt soll letztlich eine Praxis und eine Physiotherapeuten Schule unterkommen, bestenfalls auch noch ein Wohnbereich.

Meine Frage ist: Wie finde ich solche Objekte am besten? Gibt es Ämter die solche alten Objekte verwalten? Worauf sollte man bei solch einem Kauf noch achten?

Schon mal im voraus vielen Dank für eure Infos.
Liebe Grüsse

Tanja Simon

Hallo Tanja!

Wie finde ich solche Objekte :am besten?

Z. B. auf Auktionen. Etwa http://www.ndga.de oder http://www.ostsee-auktionen.de und viele andere.

Gibt es Ämter die solche :alten Objekte verwalten?

Ja, sofern es sich um Eigentum der öffentlichen Hand handelt. Im Osten stehen viele Objekte unter der VerwahrlosungVerwaltung der BVVG. Aber auch die einzelnen Bundesländer unterhalten Verwaltungsgesellschaften.

Worauf sollte man bei solch :einem Kauf noch achten?

Erforderlich sind:

  • Eigener Sachverstand, um keinen Schrott zu kaufen.
  • Ortskenntnis und Kenntnis absehbarer Vorhaben, damit Du nicht plötzlich neben einem Autobahnzubringer oder im Braunkohle-Tagebau aufwachst.
  • Geld. Sehr viel Geld.
  • Liebe zum alten Gemäuer. Oder Verrücktheit. Du kannst sehr viel billiger und zweckentsprechender neu bauen. Die Sanierung eines alten Gemäuers wird immer viiiiel teurer. Solches Objekt lacht man sich nicht an, um Geld zu sparen (funktioniert wirklich nie!), sondern weil man das Ambiente mag.

Gruß
Wolfgang

Hallo Tanja,

Meine Frage ist: Wie finde ich solche Objekte am besten? es gibt spezialisierte Makler. Adressen kriegst Du ev. beim RDM (Ring Deutscher Makler)

http://www.rdm-bundesverband.de/

Gibt
es Ämter die solche alten Objekte verwalten?

Ev. Denkmalschutzämter. Die können vielleicht auch Anbieter nennen.

Worauf sollte man
bei solch einem Kauf noch achten?

Es sollte eine Person mit Spezielkenntnissen!!! für solch alte Gemäuer eingeschaltet werden, die sich das Objekt anschaut und ein Gutachten abgibt.
Du solltest Dir zudem im klaren sein, daß man bestenfalls eine grobe! Schätzung für anfallende Kosten und Aufwand der Sanierung machen kann, entsprechende finanzielle Reserven sollten also vorhanden sein.

Je niedriger der Kaufpreis, desto höher sind im allgemeinen später die Sanierungskosten, wobei keinerlei linearer Zusammenhang besteht.

Zur Sanierungs sind mindestens ein Jahr (besser deutlich mehr) anzusetzen.

Fachfirmen, auch wenn erstmal teurer, sind langfristig gesehen deutlich preiswerter. Referenzobjekte zeigen lassen und gut anschauen.
Architekten mit Fachkenntniss sind auch zu engagieren.

Niemalsnie aus dem Bauch heraus kaufen!!!
Immer den Kopf regieren lassen!

So das wars, was mir erstmal so einfiel

Hallo,

der Bund oder sonst wer versteigert seine Schlösser z.B. bei www.immobilien-auktionen.de

Gruß

Peter

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Hallo zusammen,

Hallo Tanja,

ich suche ein altes Hofgut, oder ein kleines Schloss. Ich habe
mir bereits 3 Objekte angeschauen, ein altes 300 Jahre
Jagdschloss, und ein altes Herrenhaus, leider war die Lage und
der Zustand nicht gan optimal.

Meine Frage ist: Wie finde ich solche Objekte am besten? Gibt
es Ämter die solche alten Objekte verwalten? Worauf sollte man
bei solch einem Kauf noch achten?

Guck mal unter http://www.pfeiffer-koberstein-immobilien.de/Burgen-…

Es gibt viele Immobilienmakler, die sich in dem Bereich spezialisiert haben, da kannst Du mal google befragen.

Wodrauf Du achten solltest:

  1. wichtig ist wirklich der Denkmalschutz, man bekommt viele Objekte recht güstig, so hat es den Anschein, aber man muss dann die Auflagen erfüllen und dann wird man zur Kasse gebeten. Erkundige Dich vorher, wie es um den Denkmalschutz steht. Falls Du Dich in ein Objekt mit Denkmalschutz verliebt hast, dann gibt es noch ein Förderung, die Dir ein wenig unter die Arme greift, wenn die alte historische Bauten wieder in den Originalzustand versetzt. Aber auch hier muss Du Regeln und Gesetze einhalten, die sehr heftig sind

  2. Du solltest Dir genau die Substanz des Objektes angucken. Wie sieht das Mauerwerk aus oder bei Fachwerkbauten wie das Holz aussieht. Hast Du Feuchtigkeit im Bau. Wie sieht der Keller aus. Da sollte man wirklich auf einen Profi vertrauen, da der Laie das nicht sieht und meist auch nicht weiß worauf er achten soll. Lieber ein wenig Geld für den Gutachter ausgeben, als hinterher mit seinem ganzen Vermögen in dem Objekt zu hängen

  3. Schauen, ob Du viel selber machen kannst. Jede Handwerkerstunde kostet viel Geld und durch Deine Eigenleistung kannst Du eine Menge Geld sparen.

  4. Bei solchen alten Bauten weiß jeder eine Geschichte zu erzählen und ich gehe dann gerne mal in die Dorfkneipe und frage gerne die Leute aus, ob sie etwas über das Objekt wissen, ob es andere Kaufinteressenten hat oder warum das Objekt leer steht. Man wundert sich, was man da noch alles erfährt.

Aber wirklich, das wichtigste ist jemanden dabei zu haben, der sich mit Bausubstanz auskennt, gerade bei so alten Anwesen.

Gruß, Ingenieuse

Hallo Ingenieuse :smile:

  1. wichtig ist wirklich der Denkmalschutz, man bekommt viele
    Objekte recht güstig, so hat es den Anschein, aber man muss
    dann die Auflagen erfüllen und dann wird man zur Kasse
    gebeten. Erkundige Dich vorher, wie es um den Denkmalschutz
    steht. Falls Du Dich in ein Objekt mit Denkmalschutz verliebt
    hast, dann gibt es noch ein Förderung, die Dir ein wenig unter
    die Arme greift, wenn die alte historische Bauten wieder in
    den Originalzustand versetzt. Aber auch hier muss Du Regeln
    und Gesetze einhalten, die sehr heftig sind

Es gibt Banausen, die verkleiden eine historische Fassade mit Baumarktplatten, die kunsthandwerkliche Tür wird durch ein Sonderangebot aus Kunststoff mit Butzenscheibe ersetzt und die Fensteröffnungen, wo mal Feingliedriges das Bild bestimmte, werden passend gemacht, um den billig geschossenen Restposten verwursten zu können. Eine Sat-Schüssel an möglichst auffälliger Stelle, kreuz und quer über die Fassade genagelte Strippen, ein Blechbriefkasten mit Posthorn und ein paar bunte Glasbausteine runden das Bild ab. Schließlich wird noch beim Vertreter für Außenrolläden und Vordächer zugeschlagen und dem ehemaligen architektonischen Kleinod der Rest gegeben. Wer so etwas im Schilde führt, hat das Denkmalamt zum Feind.

Ansonsten aber hat man mit dem Denkmalamt kostenlos verfügbare Fachleute an der Hand! Der Kauf eines historischen Hauses macht nur Sinn, wenn man sein Erscheinungsbild mit seinen prägenden Elementen erhält und nicht ruiniert. Dabei gehört es zu den wichtigsten Anliegen des Denkmalschutzes, historische Substanz zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. Dabei kann man sich mit den Leuten der Denkmalämter trefflich streiten, aber das kann fruchtbarer Streit sein. Wichtig ist, nicht in Bastelei und ungeplante Einzelmaßnahmen zu verfallen. Man braucht ein stimmiges Gesamtkonzept. Wenn man bei einem alten Gemäuer eine finanzielle Bauchlandung vermeiden will, braucht man so ein Konzept ohnehin.

In allen Bundesländern gibt es zahllose öffentliche Bauten, Kirchen etc. mit erheblichem Sanierungsstau, oft nur notdürftig vor dem endgültigen Verfall geschützt. Deshalb sollte man jede Hoffnung auf noch so bescheidene Zuschüsse aus Mitteln des Denkmalschutzes begraben. Manchmal gibts im Rahmen der Dorferneuerung ein bißchen Geld, sofern Haushaltsmittel vorhanden sind. Haushaltsmittel sind aber nicht vorhanden. Also: Suchst Du eine helfende Hand, nimm Deine eigene und verlasse Dich nicht auf die öffentliche Hand. Die erwähnten Mittel kann man von der Höhe her ohnehin in der Pfeife rauchen.
Bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude bewegt man sich regelmäßig im mindestens 6stelligen Bereich. Dabei gehören Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen im Sinne des Denkmalschutzes zu den höchst interessanten Dingen. Bisher sind Kürzungen auf diesem Gebiet m. W. nicht angedacht. Man darf also planen.

Ich würde je nach Lage des Einzelfalls sogar so weit gehen, die Aufnahme eines erhaltenswerten Gebäudes in die Liste der Baudenkmäler zu betreiben. Wenn man ein Gebäude verschandeln will, ist jeder Euro zum Fenster hinaus geworfen. Will man ein Gebäude erhalten, wird es so oder so teuer. Dann nehme ich die Abschreibungsmöglichkeiten doch mit Kußhand mit.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,
die Fassade ist ja noch das „harmloseste“ - aber wenn der Denkmalschutz auch das Innere betrifft, Räume dürfen nicht verändert werden etc. - dann ist meine Meinung: Finger weg!
Gruß
Peter

Hallo Peter!

die Fassade ist ja noch das „harmloseste“ - aber wenn der
Denkmalschutz auch das Innere betrifft, Räume dürfen nicht
verändert werden etc. - dann ist meine Meinung: Finger weg!

Das kommt auf die Räume an. Ganz normale Grundrisse werden das Denkmalamt nicht interessieren. Hat man aber einen Saal mit kunstvollem Fußboden, Deckenmalereien und Intarsienarbeiten an den Wänden, ist es einfach das falsche Objekt für Leute, die unter allen Umständen eine abgehängte Decke aus Fertigelementen, Laminatboden und Wände aus Gipskarton haben wollen. Eine historische Eingangshalle mit prächtigen Trreppenaufgängen und metallbildnerischen Geländern ist nun mal nichts für die Leute von Portas & Co., die alles, was man nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, mit selbstklebender Folie verkleiden.

Es ist letztlich völlig egal, welche Gebäudeteile vom Denkmalschutz erfaßt werden. Die Elemente des gesamten Gebäudes müssen ein stimmiges Ganzes ergeben, andernfalls übt man sich in Augenkrebs erzeugendem Banausentum.

Ob es die besonders geschützte Eingangshalle ist, die Fassade oder alles zusammen einschließlich der Anlage des umgebenden Parks, ist mit Sachkenntnis und geschickter Hand immer eine zeitgemäße Nutzung möglich und man muß auf keine technischen Annehmlichkeiten verzichten.

Was heraus kommt, wenn stilloses Proletentum an die Stelle des Denkmalschutzes tritt, kannst Du in Ostdeutschland überall bewundern. Da wurden prächtige Schnitzereien in der Schloß-Eingangshalle abgebeilt, um Bretter mit 4-Zoll-Nägeln einfacher annageln zu können. Kunstvolle Fenster wurden rausgerissen und so weit zugemauert, bis DDR-Standardmaß paßte.

Ähnliches findet man überall, wo der Denkmalschutz entweder nicht zuständig ist oder nicht rechtzeitig bemerkt, wes Geistes Kind die neuen Erwerber eines Baudenkmals sind. Da wird ohne Rücksicht auf Baustil und Gesamterscheinung verbastelt, was Max Bahr und Praktiker-Märkte hergeben. Lebten wir im Mangel und die Menschen in Erdhöhlen, wäre das alles entschuldbar. Wir leben aber nicht im Mangel und wer ein Baudenkmal erwirbt, muß sich sachkundig machen und das erforderliche Fingerspitzengefühl entwickeln. Wer so gar keinen Draht für das Ambiente und die Schönheit des alten Gemäuers hat, soll die Finger davon lassen und seine Baumarktträume anderweitig ausleben.

Gruß
Wolfgang

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Hallo,
darf es auch ein Bahnhof sein?
Für die angedachte Nutzung gibt es da meist eine ganz gute Verkehrsverbindung.
Dann schau mal hier:
http://www.bahnliegenschaften.de/

Du findest z.B. sowas:

http://www.bahnliegenschaften.de/Immobilien/ImmoDeta…
http://www.bahnliegenschaften.de/Immobilien/ImmoDeta…

Gruß
Peter