Alte Industrieglocke als Haustürklingel--aber wie?

Hallo an die Experten

Ich habe eine alte Industrieglocke die angeblich auf 220Volt laufen soll.Nun habe ich zu funktionszwecken die Glocke kurz an 220Volt gehängt.Es macht nur einmal „Klack“.Also habe ich mal den Deckel abgeschraubt.Es befinden sich folgende Dinge in der Glocke:Zwei Spulen,Ein Silbernes Bauteil mit 4Anschlüssen(Aufschrift Siemens B250 C125-b) sowie die Schrauben wo man die Leitungen anschraubt.
Jetzt zu meinen Fragen: Ist die Glocke überhaupt für 220Volt geeignet?
Warum macht die Glocke nur einmal „Klack“?
Bei 50Hz müsste die Glocke doch richtig rasseln.?
Wie bekomme ich das hin das die Glocke auf 220Volt läuft und dabei richtig rasselt?

Die Türklingel steuert ein Wechselstromrelais an was wiederum die 220volt an die Glocke legt. Mfg Vielen Dank in voraus

Das Bauteil ist ein Brückengleichrichter.
Der macht aus Wechselspannung (pulsierende) Gleichspannung.

Mach mal Photos - und packe nie wieder 230V an Sachen, von denen Du nicht sicher weißt, dass die dafür gebaut wurden, sonst macht’s erst puff, dann peng.

Hallo

Danke für die Warnung.

Habe versucht Photos zuladen,klappt aber irgendwie nicht.

Pulsierender Gleichstrom:Ist denn die Spannung von xVolt am Ausgang des Gleichrichter(Kennzeichnung mit +,-) denn immer die gleiche wie die Eingangsspannung,nur das die Spannung jetzt nicht mehr in Sinus Wellen,sonder in Puls ähnlichen Abständen kommt?
Ist die Puls ähnliche Spannung von der Frequenz her den die gleich wie die Frequenz der Sinus Eingangsspannung?
Warum „Klackt“ es den nur einmal,wenn doch die Spannung „pulsierend“ sein sollte?(Bei Gleichspannung würden doch die Spulen auch nur einmal anziehen und einen „Klack“ ergeben.
Kann man aus der Bezeichnung(Siemens,B250 C125-b) eventuell auf die Eingangsspannung schließen?

Viele,viele Fragen und ich bin so unwissend.
Für ebenso viele Antworten wäre ich Dankbar.

Hallo Namenloser

Ist denn die Spannung von xVolt am Ausgang des Gleichrichter(Kennzeichnung mit +,-) denn immer die gleiche wie die Eingangsspannung,nur das die Spannung jetzt nicht mehr in Sinus Wellen,sonder in Puls ähnlichen Abständen kommt?

Im Prinzip ja.
Wenn am Ausgang (+/-) des Gleichrichters nirgendwo ein Kondensator angeschlossen ist, dann hat der pulsierende Gleichstrom die gleiche Kurvenform (im Oszillogramm) wie der Wechselstrom, nur dass die negative Halbwelle „nach oben umgeklappt“ ist, also statt abwechselnd einer positiven und einer negativen Halbwelle (deshalb „Wechselstrom“) jetzt nur positive Halbwellen (deshalb pulsierender Gleichstrom) aufeinander folgen. Schließt Du aber an den Ausgang des Gleichrichters einen größeren Kondensator an, um den pulsierenden Strom zu glätten, dann nähert sich die Ausgangsspannung abhängig von der Größe des Kondensators und dem entnommenen Strom dem Spitzenwert der Wechselspannung, und das ist das 1,414-fache des Effektivwertes (welcher bei Wechselspannungsmessungen angegeben wird).

Ist die Puls ähnliche Spannung von der Frequenz her den die gleich wie die Frequenz der Sinus Eingangsspannung?

Ja, siehe oben.

Warum „Klackt“ es den nur einmal,wenn doch die Spannung „pulsierend“ sein sollte?(Bei Gleichspannung würden doch die Spulen auch nur einmal anziehen und einen „Klack“ ergeben.

Das ist mir auch unklar.
Das heißt, es ist mir unklar, warum man in die Klingel einen Brücken- (Vollwellen-) Gleichrichter eingebaut hat.

Bei einer Wechselstromklingel ist es möglich, dass der Klöppel auf die Frequenz des Wechselstroms abgestimmt ist (z.B. bei den alten Telefonklingeln, als diese noch echte Klingeln und keine Summer waren), ein Gleichrichter stört in dem Fall nur. Dieses System hat den Vorteil, dass keine Funkstörungen erzeugt werden.

Bei einer Gleichstromklingel (egal ob mit pulsierendem oder mit geglättetem Gleichstrom betrieben) und bei vielen einfachen Wechselstromklingeln ist ein Unterbrecher zum Betrieb zwingend erforderlich, der beim Anziehen des Klöppels den Stromkreis unterbricht und ihn beim Abfallen wieder schließt.

Warum „Klackt“ es den nur einmal,wenn doch die Spannung „pulsierend“ sein sollte?(Bei Gleichspannung würden doch die Spulen auch nur einmal anziehen und einen „Klack“ ergeben)

Die Lücken im pulsierenden Gleichstrom sind nicht groß genug, dass der Anker (Klöppel) nach erstmaligem Anziehen wieder abfallen würde - und ein Unterbrecher ist entweder nicht vorhanden oder er funktioniert nicht.

Kann man aus der Bezeichnung(Siemens,B250 C125-b) eventuell auf die Eingangsspannung schließen?

Nur auf die für den Gleichrichter (nicht unbedingt für die anderen Elemente der Klingel) maximal zulässige Betriebsspannung.

B250 = Brückenschaltung (Vollwellengleichrichtung) für einen Effektivwert der Eingangsspannung von max. 250V~

C125 = Die Eingangsnennspannung ist zulässig bei Anschluss eines Glättungskondensators ©. Es kann maximal ein Dauerstrom von 125mA entnommen werden.

Viele,viele Fragen und ich bin so unwissend.

„Wer nicht fragt, bleibt dumm!“

Für ebenso viele Antworten wäre ich Dankbar

Bitte sehr!

Gruß merimies

Hallo an die Experten

Habe es geschafft einen Link für meine Glocke zu erstellen.
Danke für die Unterstützung.

http://www.bilder-hochladen.net/files/eedu-1-jpg.htm…

http://www.bilder-hochladen.net/files/eedu-2-jpg.htm…

http://www.bilder-hochladen.net/files/eedu-3-jpg.htm…

Hi,

Das ist mir auch unklar.
Das heißt, es ist mir unklar, warum man in die Klingel einen
Brücken- (Vollwellen-) Gleichrichter eingebaut hat.

aber in deiner Antwort waren doch schon die Hinweise? Oder habe ich dich falsch verstanden?
Für die Netzfrequenz wäre die gezeigte Mechanik evtl zu langsam oder es war eine andere Klingelfrequenz gewünscht. Durch die Gleichrichtung kann die Gleichspannungsklingel verwendet werden.

VG
J~

Gleichstrom und Unterbrecher
Hi,

sag ich doch: Stell den Unterbrecher richtig ein, dann klappt es auch mit der Nachbarin.

Die Magneten ziehen den Anker an, auf dem Anker sitzt der Unterbrecher, der muss im angezogenen Zustand geöffnet sein. Mit der hübschen kleinen Schraube + Kontermutter oben in der Mitte stellst Du den Abstand ein.

Gruß Ralf

ps: Mach die Bilder beim nächsten Mal ein wenig kleiner - es rudert sich nicht gut im Bildbetrachter.

Hallo

Ganz herzlichen Dank,das sich so viele sich des Themas annehmen.

Dann hätte ich nur die Frage was der „Unterbrecher“ denn unterbrechen müsste.An diesem Unterbrecher ist kein Kabel dran.Müsste der Unterbrecher nicht etwa so arbeiten wie ein „Öffner/Schließer“.Also bräuchte ich doch zwei Anschlüsse bzw Kabel die ich irgendwo anschließen kann.Wiederrum sind auch drei Keramik Anschlußstellen vorhanden,eben genau auch da wo der Unterbrecher ist.
Habe es aber auch ausprobiert(Mechanisch und stromlos):wenn die Spulen anziehen ,würde der Anker ebenfalls in Richtung Spulen angezogen.Dabei öffnet sich der Unterbrecherkontakt. Das Problem ist nur das(jetzt mit STrom)das sich der Anker nicht wieder von den Spulen löst.
Vielen Dank
MfG Barryliejones

Hi Barryliejones,

beweg den Schwingarm mal rein mechanisch, indem Du rechts gegen den Widerstand der Feder in Richtung Spulen drückst und wieder loslässt. Falls sich das Ding nicht frei bewegt, klemmt irgend etwas. Und wegen der Stromführung mach Dir mal keine Gedanken, die Burschen haben das vor 80 Jahren derart trickreich gestaltet, dass der Otto Normalverbraucher wie ich erstmal nicht sieht, wo was fließt.

Der Anker sollte auch nicht auf die Magnete aufschlagen, prüf mal die Federspannung.

Gruß Ralf

Hallo Barryliejones.
Es wurde eigentlich schon alles gesagt.
Mir ist nur aufgefallen das Dein Läutewerk aus
Metall besteht und daher bei 230 V
unbedingt geerdet werden sollte!
Eigentlich ist keine Erdungsschraube zu erkennen.
Gruß
noge

auch hi,

Für die Netzfrequenz wäre die gezeigte Mechanik evtl zu langsam oder es war eine andere Klingelfrequenz gewünscht. Durch die Gleichrichtung kann die Gleichspannungsklingel verwendet werden

Klingeln mit Unterbrecher wurden aber in der Guten Alten Zeit auch an Wechselstrom betrieben. Bei mir ist so ein Modell noch in Betrieb.

Gruß merimies