Alte Linden an der Grundstücksgrenze

Liebe Wissenden,

folgender rein fiktiver Fall:

an einen Park angrenzend wird eine Siedlung gebaut. Direkt an der Grundstücksgrenze des neuen Häuslebauers stehen mehrere große Linden.

Der Häuslebauer weiß, dass die Bäume nun mal vor seinem Haus da waren. Recht des Älteren sozusagen.

Wenn nun die Lindenäste 3-4 Meter in das (Über?) Grundstück ragen würden, hätte der Häuslebauer das Recht vom „Betreiber“ des Parks zu verlangen, dass sämtliche Äste, die in sein Grundstück ragen absägen zu lassen?
Angenommen, dass Schäden durch den Lindenblütennektar an Pflanzen und Gebrauchsgegenständen entstehen, wer muss dafür haften?

Wer muss haften, wenn die Bäume auf die Häuser stürzen (Sturm).

Durch die Baumaßnahmen der Siedlung sind die Wurzeln teilwese sogar auf 50 cm bis zum Baum gekürzt. Erhöht das nicht die Gefahr, dass die Linden kippen könnten?

Achja, wir nehmen an, dass Häuslebauer und Parkbetreiber in NRW leben und den dortigen Regelungen unterworfen sind.

Danke vorab für brauchbare Antworten.

Grüße
Ayse

Hallo,

Der Häuslebauer weiß, dass die Bäume nun mal vor seinem Haus da waren. Recht des Älteren sozusagen.

Naja so ähnlich.

Wenn nun die Lindenäste 3-4 Meter in das (Über?) Grundstück ragen würden, hätte der Häuslebauer das Recht vom „Betreiber“ des Parks zu verlangen, dass sämtliche Äste, die in sein Grundstück ragen absägen zu lassen?

Kommt wie immer und hier erst recht drauf an. Da gibt es sicher nicht nur das Nachbarrechtsgesetz zu beachten. Wenn dort gerade ganz megaseltene Tierchen nisten, da wird da sicher nichts abgesägt.

Angenommen, dass Schäden durch den Lindenblütennektar an Pflanzen und Gebrauchsgegenständen entstehen, wer muss dafür haften?

Das ist wohl Natur. Und wenn die Bäume da schon längst standen, kommt es ja auch nicht überraschend.

Wer muss haften, wenn die Bäume auf die Häuser stürzen (Sturm).

Ab einer gewissen Windstärke ist sowas fürher mal einfach so höhere Gewalt gewesen. Darunter mu/üsste man dem Eigentümer der Bäume eine Vernachlässigung seiner Verkehrssicherungspflicht nachweisen können.
Inzwischen sind jedoch mehrere Richter selbst Opfer von solchen Bäumen geworden, so dass man dies nicht mehr immer so schwarz weiß sieht. Zum Einlesen vielleicht mal das hier: http://www.baeumeundrecht.de/vsp/pdf/verschulden.pdf

Durch die Baumaßnahmen der Siedlung sind die Wurzeln teilwese sogar auf 50 cm bis zum Baum gekürzt. Erhöht das nicht die Gefahr, dass die Linden kippen könnten?

Ja. Und wer hat die gekürzt?

Achja, wir nehmen an, dass Häuslebauer und Parkbetreiber in NRW leben und den dortigen Regelungen unterworfen sind.

Na dann gilt da u.a. das Nachbarrechtsgesetz NRW. Am besten Du liest da mal kurz rein. Hier dürften insbesondere die §§ 40 - 48 von Interesse sein.
Möglicherweise beantwortet das schon Deine Frage(n) oder Du hakst dann entsprechend nochmal nach.
Am sichersten wird es sein, wenn man einen Fachanwalt aufsucht, der sämtliche hier lokal anwendbare Gesetzlichkeiten kennt und -ganz wichtig - auch Erfahrungen hat, wie sowas bisher vor Gericht auszugehen pfegte.

Grüße

Hi,

Wenn nun die Lindenäste 3-4 Meter in das (Über?) Grundstück ragen würden, hätte der Häuslebauer das Recht vom „Betreiber“ des Parks zu verlangen, dass sämtliche Äste, die in sein Grundstück ragen absägen zu lassen?

Kommt wie immer und hier erst recht drauf an. Da gibt es
sicher nicht nur das Nachbarrechtsgesetz zu beachten. Wenn
dort gerade ganz megaseltene Tierchen nisten, da wird da
sicher nichts abgesägt.

Da sind keine seltenen Tiere! Das hätte ich gemerkt. Im Grunde liebe ich Linden, aber diese stehen definitiv zu dicht am Zaun, teilweise nur 20 cm!!

Angenommen, dass Schäden durch den Lindenblütennektar an Pflanzen und Gebrauchsgegenständen entstehen, wer muss dafür haften?

Das ist wohl Natur. Und wenn die Bäume da schon längst
standen, kommt es ja auch nicht überraschend.

Sicherlich nicht, dennoch wusste ich nicht vorher, dass alles kleben würde im Garten und ich ihn kaum nutzen kann deswegen!!!

Wer muss haften, wenn die Bäume auf die Häuser stürzen (Sturm).

Ab einer gewissen Windstärke ist sowas fürher mal einfach so
höhere Gewalt gewesen. Darunter mu/üsste man dem Eigentümer
der Bäume eine Vernachlässigung seiner
Verkehrssicherungspflicht nachweisen können.
Inzwischen sind jedoch mehrere Richter selbst Opfer von
solchen Bäumen geworden, so dass man dies nicht mehr immer so
schwarz weiß sieht. Zum Einlesen vielleicht mal das hier:
http://www.baeumeundrecht.de/vsp/pdf/verschulden.pdf

Danke für den Link. Ich versuche mich schon seit Wochen da durch zu lesen. Habe allerdings so wenig Hintergrundwissen, dass ich vieles nicht durchblicke!

Durch die Baumaßnahmen der Siedlung sind die Wurzeln teilwese sogar auf 50 cm bis zum Baum gekürzt. Erhöht das nicht die Gefahr, dass die Linden kippen könnten?

Ja. Und wer hat die gekürzt?

Die Siedlung ist durch die Stadt genehmigt worden. Die Bäume standen bereits um dieses Baugelände.
Die Baufirma hat mit Baggern bis zur Grenze des Baugeländes die Wurzel gekappt. Dort wo der Zaun steht hören sozusagen die Wurzeln auf. Besonders der Baum, der zu unserem Zaun nur noch 20 cm hat, macht mir besondere Sorgen!

Achja, wir nehmen an, dass Häuslebauer und Parkbetreiber in NRW leben und den dortigen Regelungen unterworfen sind.

Na dann gilt da u.a. das Nachbarrechtsgesetz NRW. Am besten Du
liest da mal kurz rein. Hier dürften insbesondere die §§ 40 -
48 von Interesse sein.

Das habe ich bereits gelesen. Aber für diesen speziellen Fall finde ich nichts.

Möglicherweise beantwortet das schon Deine Frage(n) oder Du
hakst dann entsprechend nochmal nach.
Am sichersten wird es sein, wenn man einen Fachanwalt
aufsucht, der sämtliche hier lokal anwendbare Gesetzlichkeiten
kennt und -ganz wichtig - auch Erfahrungen hat, wie sowas
bisher vor Gericht auszugehen pfegte.

Naja, soweit gehen würde ich nicht. Die Bäume müssen nicht verschwinden, aber die Kronen müssten wohl erheblich gekürzt werden!

Grüße

Danke dir!

Grüße
Ayse

Die Siedlung ist durch die Stadt genehmigt worden. Die Bäume
standen bereits um dieses Baugelände.

Hallo Ayse,

dann gibt es wahrscheinlich einen Bebauungsplan (mit Grünordnungsplan). Beides ist im Bauamt der Kommune einsehbar.

Grüße

Ulf

Ergebnis
Hallo, Ulf,

habe nochmal mit dem Betreiber des Parks gesprochen.
Der nette Herr sagte, dass die Bauvorschriften wohl nicht eingehalten worden seien!!!

Das zieht jetzt größere Kreise
Die Bäume könnten aufgrund der gekappten Wurzel (hier ist zu nah an den Bäumen aufgegraben worden, teilweise wie geschrieben bis auf 20 cm Abstand zum Baum) zur Gefahr werden.

Der nette Herr meinte, dass eventuell die Baufirma den Schaden bezahlen muss!

Die werden rauskommen und sich alles anschauen, evtl. sogar nochmal alles ausheben!

Somit gilt es zu warten.

Danke dir!

Hallo,

habe nochmal mit dem Betreiber des Parks gesprochen.
Der nette Herr sagte, dass die Bauvorschriften wohl nicht eingehalten worden seien!!!

So sieht es aus. Und irgendwer hat es abgenommen.

Das zieht jetzt größere Kreise
Die Bäume könnten aufgrund der gekappten Wurzel (hier ist zu nah an den Bäumen aufgegraben worden, teilweise wie geschrieben bis auf 20 cm Abstand zum Baum) zur Gefahr werden.

Ist das so? Es gibt ja Bäume, wo die „entscheidenden“ Wurzeln eher in die Tiefe wachsen, während andere eher mehr oder weniger stark unter der Oberfläche langwachsen. Bei Letzterem wäre das natürlich ein starkes Stück und hätte den Bauleuten schon beim Buddeln auf den Helm fallen können. Da hätte man dann auch gleich schön gesehen, was dieser bringt ;o)

Der nette Herr meinte, dass eventuell die Baufirma den Schaden bezahlen muss!

So sieht es wohl aus.

Die werden rauskommen und sich alles anschauen, evtl. sogar nochmal alles ausheben!

Was soll das denn bringen? Die werden doch noch wissen, wo lang und wie tief die gebuddelt haben?

Somit gilt es zu warten.

Oder vielleicht mal das Ordnungsamt ganz offiziell informieren. Da es ein Park ist, könnte hier ja auch die öffentliche Sicherheit ganz stark gefährdet und Gefahr im Verzug sein. Die nächste Gewitterböe kommt bestimmt. Die baufirma hätte dann nicht nur den Schaden zu ersetzen, sondern bekommt sicher noch ein Bussgeld oben drauf. Einen Baum zu beschädigen kann einem finanziell teurer zu stehen kommen als ein Kind umzufahren.

Grüße

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Hallo,

habe nochmal mit dem Betreiber des Parks gesprochen.
Der nette Herr sagte, dass die Bauvorschriften wohl nicht eingehalten worden seien!!!

So sieht es aus. Und irgendwer hat es abgenommen.

Die Bauplanung wurde genehmigt ohne einen Vor-Ort-Termin!!
(Der Herr sagte das am Telefon. Die Stadt hätte schon viel mehr Bäumen durch ihr Verhalten das Leben gekostet!!)

Das zieht jetzt größere Kreise
Die Bäume könnten aufgrund der gekappten Wurzel (hier ist zu nah an den Bäumen aufgegraben worden, teilweise wie geschrieben bis auf 20 cm Abstand zum Baum) zur Gefahr werden.

Ist das so? Es gibt ja Bäume, wo die „entscheidenden“ Wurzeln
eher in die Tiefe wachsen, während andere eher mehr oder
weniger stark unter der Oberfläche langwachsen. Bei Letzterem
wäre das natürlich ein starkes Stück und hätte den Bauleuten
schon beim Buddeln auf den Helm fallen können. Da hätte man
dann auch gleich schön gesehen, was dieser bringt ;o)

Tatsächlich ist es so.
Die Siedlung liegt tiefer als der Park, so dass die Wurzeln der Bäume bis zu einer Höhe von 1,30m tief abgetragen wurden. Das hätte nicht passieren dürfen.

Der nette Herr meinte, dass eventuell die Baufirma den Schaden bezahlen muss!

So sieht es wohl aus.

Die werden rauskommen und sich alles anschauen, evtl. sogar nochmal alles ausheben!

Was soll das denn bringen? Die werden doch noch wissen, wo
lang und wie tief die gebuddelt haben?

Nein, der Parkbetreiber wusste von nichts. Ich glaube, dass die GaLa-Firma Mist gemacht hat. Wäre nicht der erste Fehler!!!
Der Parkbetreiber will jetzt auf unserem Grundstück aufgraben, um zu sehen, wieviel Wurzelwerk zerstört wurde. Ich weiß sehr genau die Grenze an der die Wurzeln gekappt wurden!

Somit gilt es zu warten.

Oder vielleicht mal das Ordnungsamt ganz offiziell
informieren. Da es ein Park ist, könnte hier ja auch die
öffentliche Sicherheit ganz stark gefährdet und Gefahr im
Verzug sein. Die nächste Gewitterböe kommt bestimmt. Die
baufirma hätte dann nicht nur den Schaden zu ersetzen, sondern
bekommt sicher noch ein Bussgeld oben drauf. Einen Baum zu
beschädigen kann einem finanziell teurer zu stehen kommen als
ein Kind umzufahren.

Ich hatte dort schonmal angerufen. Sie verwiesen mich auf den Parkbetreiber, der eine Tochtergesellschaft der Stadt ist!!

Letztes Jahr wurden sehr dicke Äste (10-15cm Durchmesser) dürr und brachen bei Wind ab. Das wurde gefährlich (zumindest offensichtlich für den Laien).
Der Betreiber schickte seine Mannschaft und sie mussten dicke Äste absägen.

Danke dir nochmal für deine Anregungen.

Grüße

Grüße zurück :smile:
Ayse