Alte Seiten eines Buches

Guten Abend liebe Freunde von „Wer-Weiss-Was.de

ich schreibe hier einen Beitrag, weil ich von meiner Großmutter alte eingerahmte Seiten bekommen habe.

Es interessiert mich was dort geschrieben steht?.. Wie alt diese Seiten sind?.. Ob es überhaupt Seiten sind?..

Meiner Meinung nach sind es Seiten aus einem großen Buch. Da sie vorne und hinten Beschriftet sind und eine Schnittkante am Rand vorhanden ist.

Die Sprache könnte Latein sein. Da bin ich mir aber nicht sicher.
Vielleicht sind die Punkte, welche dort abgebildet sind, andeutungen von Noten.

Die Seiten wurden von Hand geschrieben. Sie wurden sehr präzise angefertigt und kommen aus der Familie Großmütterlicher, adliger Seite.

Die Familie hatte Kontakte zu Berühmtheiten wie Knigge und Goethe.

Die Seiten sind schon seit langer Zeit in Familienbesitz.

Vielleicht kann mir hier jemand mehr erzählen. Auch kleine Auskünfte sind willkommen.

Ich hoffe auf eine Aufschlussreiche und Interessante Diskussion.

Hier der Link zu den Bildern:
http://sites.google.com/site/bildervh/

Hallo,

http://sites.google.com/site/bildervh/

Die Sprache könnte Latein sein.

Vielleicht sind die Punkte, welche dort abgebildet sind,
andeutungen von Noten.

ja, es ist Latein, und es sind Noten.
Es handelt sich wohl um gregorianische Gesänge (http://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Choral , siehe auch http://ubcvault.ca/catalog/detail.php?image_id=210)

Der Text auf der dritten Seite ist ein Psalm (114.10-11) und lautet

Sancti tui, domine, benedicent te; gloriam regni tui dicent

(Deine Heiligen, Herr, rühmen dich; sie preisen deine Herrschaft)

Gruß
Kreszenz

Servus,

Wie alt diese Seiten sind?..

wenn sie nur schlicht gerahmt aufbewahrt worden sind, eventuell an der Wand gehangen haben, ohne Tresor und Klimakammer, handelt es sich mit Sicherheit um Faksimiles.

Die technischen Möglichkeiten einer so präzisen Reproduktion sind wohl seit etwa vierzig Jahren gegeben, älter werden die Stücke kaum sein.

Schöne Grüße

MM

Hallo!

Kreszenz hat Dir ja schon fast alles mitgeteilt.
Nur noch so viel: Die Seiten scheinen nicht zusammenzuhängen, da die Textfragmente am jeweiligen Beginne einer Seite nicht zu einem Ende einer anderen Seite passen.

Der Text ist seeehr deutlich geschrieben (wenn Du ein „f ohne Strich“ als langes s erkennst, dann kannst Du das auch alles selbst lesen): 1. Seite dictum in seculum seculi. Alleluia. (sieht nach Spätlatein aus, ich denke, früher hieß es mal saeculum), dann beginnt ein neues Lied: Beatus vir qui time[t …]
2. Seite: […]so. Vitam petiit et tribuisti ei longitudinem […]
3. Seite hat Kreszenz schon beschrieben.

Kannst Du Noten lesen? Der Notenschlüssel am Beginn der Zeilen der zweiten Seite (und der ersten drei Zeilen der ersten Seite) ist ein F-Schlüssel, der andere ist ein C-Schlüssel. Die Noten sind immer ohne Vorzeichen zu lesen, der Rhythmus folgt dem Sprechrhythmus. Balken stehen für Tonhöhenverläufe.
Die erste Zeile beinhaltet also die Töne f-a-g-a a-g-a-f e f-g-e-f-a.
Es geht aber dabei nur um die relative Tonhöhe. Wenn Du nicht so hoch singen kannst, dann kannst Du auch in einer anderen Tonart dasselbe singen, z.B. in D-Dur d-fis-e-fis fis-e-fis-d cis d-e-cis-d-fis.

Bemerkenswert ist, das der Text immer da steht, wo er gesungen wird, und nicht nach Silben gruppiert ist. Wenn Du Dir z.B. das Ende der ersten Seite ansiehst, stellst Du fest, das das s von „Beatus“ erst am Ende des Mellismas steht - gesungen wird eben auf u, nicht auf s!

Liebe Grüße
Immo

Hallo!
So aus dem Stand würde ich die Blätter ins 15. oder 16. Jahrhundert datieren. Ob sie nun original oder - wie schon angedeutet - Faksimiles sind, kann man anhand der Bilder natürlich nicht entscheiden ; dazu müßte man sie in die Hand nehmen und feststellen, ob es Papier oder Pergament ist etc.