Alter der alliiierten Bomberpiloten i. zw. Weltkr

Hallo und Guten Tag,

stimmt es eigentlich, dass die Besatzungen der Bomber während des zweiten Weltkrieges meist extrem jung waren, unter 25?

Hatte das was damit zu tun, dass so junge Männer i.d.R. keine Familie zu versorgen hatten?

Vielen Dank im Voraus für Antworten,

Jasper.

Hallo Jasper,

nein bei der US-ARMY (Air Corps) war die Obergrenze für die Einstellung als Pilot 24 Jahre.
(Hinweis: Die US-Airforce als selbstständige Truppengattung gab es damals noch nicht)

Das hatte entscheidend mit der geforderten körperlichen Fitness zu tun.
Die damaligen Flugzeuge wurden noch „By Wire“ gesteuert und verlangten
junge und Kräftige Männer.Denn auch noch andere technische Hilfsmittel,die heute Selbstverständlich sind,gab es damals noch nicht.
Außerdem war die Durchfall-Quote mit über 50 Prozent sehr hoch…

Und mit 30 war man schon ‚zu alt‘?
Hallo Frank,

soll das heissen, dass man mit 30 schon „zu alt“ war? Es gibt doch viele 30-jährige Leistungssportler, sogar Gewichtheber. Ausserdem kann ich nicht verstehen, dass Erfahrung nicht auch eine Rolle gespielt hat.

Gruß Jasper.

Hallo Jasper,

bei denen, die auf dem regulären Weg kamen, d.h. erst bei der Army fliegen lernten bzw in England bei der RAF, galt ein normales Einstellungsalter bis 24. Ausnahmen gab es, wenn jemand schon Pilot war.
Du solltest Dir dieses Art der Fliegerei nicht so wei heute vorstellen. Die Maschinen wurden flight-by-wire ohne Servos geflogen. Das waren auch keine druckaufgeladenen Kabinen. Es war anstrengend, schweinekalt und verlangte Piloten ziemlich viel ab. Und wenn so ein Vogel Flak abbekam, aber eben nicht tödlich getroffen wurde, dann ging es möglicherweise heim mit kaputter Trimmung.
Schau mal, ob Du von Len Deighton „Bomber“ findest. Ist zwar ein Roman, aber der hat gut recherchiert und es gibt einen Eindruck, wie es damals zuging.

Gruß
Peter B.

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@Jasper
Hallo Jasper,

soll das heissen, dass man mit 30 schon „zu alt“ war? Es gibt
doch viele 30-jährige Leistungssportler, sogar Gewichtheber.
Ausserdem kann ich nicht verstehen, dass Erfahrung nicht auch
eine Rolle gespielt hat.

Einseitige „Leistungen“…

Hats du dich noch nie gefragt,warum man fast überall in der Welt bereits mit 16 Jahren (auch hier in Deutschland) zum Militär gehen darf???
Der Mensch hat nämlich zwischen 16 und 22 Jahren sein „Leistungshoch“
(genauso wie zum B. Organe wie die Menschliche Lunge um 17 Uhr )

Wie Peter es ja bereits ausreichend geschildert hat,war vor 70 Jahren
die Fliegerei eine ganz andere als heute…technisch gesehen könnte ich zum B. einen Jumbo-Jet hier von meinem Wohnzimmer über meinen PC fliegen (die US-Army macht das übrigens real mit „Drohnen“ im Irak,die werden aus den USA gesteuert).

Fachchinesisch
Hallo Peter,

Hallo Jasper,

bei denen, die auf dem regulären Weg kamen, d.h. erst bei der
Army fliegen lernten bzw in England bei der RAF, galt ein
normales Einstellungsalter bis 24. Ausnahmen gab es, wenn
jemand schon Pilot war.
Du solltest Dir dieses Art der Fliegerei nicht so wei heute
vorstellen. Die Maschinen wurden flight-by-wire ohne Servos
geflogen. Das waren auch keine druckaufgeladenen Kabinen. Es
war anstrengend, schweinekalt und verlangte Piloten ziemlich
viel ab. Und wenn so ein Vogel Flak abbekam, aber eben nicht
tödlich getroffen wurde, dann ging es möglicherweise heim mit
kaputter Trimmung.
Schau mal, ob Du von Len Deighton „Bomber“ findest. Ist zwar
ein Roman, aber der hat gut recherchiert und es gibt einen
Eindruck, wie es damals zuging.

Gruß
Peter B.

Ähm, ich bin kein Pilot. Ich bin bisher immer passiv geflogen, in den Urlaub und so. :wink: „Flight by wire“? Heisst das, dass die Lenkung rein mechanisch war? „Kaputte Trimmung“? Bedeutet das, dass das Seil beschädigt wurde, das die Lenkung des Piloten übertragen hat?

War das in allen Nationen des zweiten Weltkriegs so, dass die Piloten so jung sein mussten? Auch in der deutschen Luftwaffe oder bei der Luftwaffe Japans?

Aber es gab doch schon damals auch zivile Luftfahrt, oder? Mussten dort die Piloten auch so jung sein, auch der Kapitän?

Und Antoine de Saint-Exupéry, der Autor des „kleinen Prinzen“, war doch schon 44, als er abstürzte. Wie kann das sein?

Gruß Jasper.

Hats du dich noch nie gefragt,warum man fast überall in der
Welt bereits mit 16 Jahren (auch hier in Deutschland) zum
Militär gehen darf???
Der Mensch hat nämlich zwischen 16 und 22 Jahren sein
„Leistungshoch“

In einigen Bereichen möglicherweise schon, in einigen aber sicher auch nicht. Die körperliche Leistungsfähigkeit dürfte im Alter zwischen 25 und 30 Jahren oder auch teilweise danach doch meist über denen eines 16-17jährigen liegen.
Beim Einstellungsalter wird aber natürlich auch die noch ausstehende Zeit für die Ausbildung berücksichtigt.

Grüße
Ostlandreiter

Servus

Ähm, ich bin kein Pilot. Ich bin bisher immer passiv geflogen,
in den Urlaub und so. :wink: „Flight by wire“? Heisst das, dass
die Lenkung rein mechanisch war? „Kaputte Trimmung“? Bedeutet
das, dass das Seil beschädigt wurde, das die Lenkung des
Piloten übertragen hat?

Fly by wire ist eigentlich schon eine verbesserte Form der Steuerung. Viel mehr als Geradeausfliegen konnte man damit aber nicht. Ansonsten erfolgte die Steuerung direkt über Kabel oder Stangen. Der ursprüngliche Sinn des Kopiloten war ja auch der, dass er dem Piloten beim Steuern helfen konnte wenn es haarig wurde.

Wenn die Trimmung kaputt ist ‚verzieht‘ das Flugzeug. Das kann viele Ursachen haben da man Flugzeuge ja durch Luftströme steuert (vereinfacht gesagt). Wenn also an der Oberfläche irgendwas kaputt geht zieht das Flugzeug in eine bestimmte Richtung. Das muss der Pilot ausgleichen was bei den damaligen Maschinen eben einen ordentlichen Muskeleinsatz erfordet.

War das in allen Nationen des zweiten Weltkriegs so, dass die
Piloten so jung sein mussten? Auch in der deutschen Luftwaffe
oder bei der Luftwaffe Japans?

Im Idealfall ja. Bei Ländern die drauf und dran sind einen krieg zu verlieren sinken die Standards aber sehr schnell…

Aber es gab doch schon damals auch zivile Luftfahrt, oder?
Mussten dort die Piloten auch so jung sein, auch der Kapitän?

Weiß ich nicht aber ich denke schon…

Und Antoine de Saint-Exupéry, der Autor des „kleinen Prinzen“,
war doch schon 44, als er abstürzte. Wie kann das sein?

Antoine de Saint-Exupéry wurde ja eigentlich schon '43 wegen seinem Alter ausgemustert. Er nutzte dann seine Bekanntheit um wieder fliegen zu dürfen. Allerdings nur Aufkläurngsflüge in einer P38 Lightning. Das war ein 2 motoriger Jäger der Amerikaner und daher viel einfacher (vom kraftaufwand) zu fliegen als ein 4 motoriger Bomber.

Gruß Jasper.

MfG
Christoph

Hallo Frank,

…technisch gesehen
könnte ich zum B. einen Jumbo-Jet hier von meinem Wohnzimmer
über meinen PC fliegen (die US-Army macht das übrigens real
mit „Drohnen“ im Irak,die werden aus den USA gesteuert).

…was ja Verschwörungstheoretiker bezüglich des 11. September behaupten…

Gruß Jasper.

Hallo

kurz ergänzend (weil Christoph die Dinge größtenteils ja schon beantwortet hat):

Es gab Unterschiede in der Zivilluftfahrt. Die Flugzeuge waren ganz einfach anders. Ein Knpfflugzeug wurde im Rahmen seiner Möglichkeiten auf Wendigkeit hin gebaut. Natürlich die Jäger als Extrem, aber in geringerem Maßstab auch die Bomber. Eine viermotorige Lancaster konnte relativ Korkenzieher fliegen (also gleichzeitig steigen oder fallen und gleichzeitig in einer relativ engen Kurve liegen). Der Korkenzieher einer Passagiermaschine dieser Zeit (z.B. die Fw-200) hatte dagegen mal eben ein paar Meilen Durchmesser.
Außerdem setzten die zivilen Linien oft auf Erfahrung im Gegensatz beispielsweise zur Luftwaffe (die Lufthansa-Piloten waren meist auch besser in Navigation, was ihnen dann die Jobs in der Seeaufklärung einbrachte). Aber meistens wurde dann darauf geachtet, dass ein älterer erfahrener Pilot einen jüngeren, kräftigen Kopiloten bekam.
Und was St. Exupery angeht, wie gesagt, der war eigentlich schon ausgemustert, hat aber durch Bekanntheit Druck machen können. Und die P-38 war eher leicht zu fliegen (wenn auch nicht so wendig, was ihr einige Verluste einbrachte).

Gruß
Peter B.

Hallo Ostlandreiter,

da liegst du leider falsch…

In einigen Bereichen möglicherweise schon, in einigen aber
sicher auch nicht. Die körperliche Leistungsfähigkeit dürfte
im Alter zwischen 25 und 30 Jahren oder auch teilweise danach
doch meist über denen eines 16-17jährigen liegen.

Ab 25 geht es bereits bergab mit der gesamten Leistungsfähigkeit.
Es geht hier um die meßbaren Werte,nicht wie sich jemand „Fühlt“…
Um ein Beispiel zu nennen:
100 Meter -Lauf…
mit 16 10,78 Sekunden
mit 26 10,91 Sekunden

Der Läufer „fühlt“ sich genauso fit wie früher…

Hallo Ostlandreiter,

da liegst du leider falsch…

In einigen Bereichen möglicherweise schon, in einigen aber
sicher auch nicht. Die körperliche Leistungsfähigkeit dürfte
im Alter zwischen 25 und 30 Jahren oder auch teilweise danach
doch meist über denen eines 16-17jährigen liegen.

Ab 25 geht es bereits bergab mit der gesamten
Leistungsfähigkeit.
Es geht hier um die meßbaren Werte,nicht wie sich jemand
„Fühlt“…
Um ein Beispiel zu nennen:
100 Meter -Lauf…
mit 16 10,78 Sekunden
mit 26 10,91 Sekunden

Auf wen und welche Situation beziehen sich diese Angaben?
Sicher gibt es Dinge, die man mit 16 Jahren besser leisten kann als mit 26, aber auch andere Dinge, bei denen es umgekehrt ist.

Grüße
Ostlandreiter

Aber es gab doch schon damals auch zivile Luftfahrt, oder?
Mussten dort die Piloten auch so jung sein, auch der Kapitän?

Weiß ich nicht aber ich denke schon…

Daß die Einstellungshöchstgrenze bei 24 Jahren lag, heißt doch überhaupt nicht, daß die Piloten alle so jung sein mußten. Es wird viel mehr der Abschreibungszeitraum bedacht worden sein.
ASelbst wenn ein Pilot hätte noch bis zum Alter von 50 Jahren im Dienst sein können, war er bei einem Einstellungsalter von 24 Jahren um einiges länger im Dienst als bei einem Einstellungsalter von vielleicht 30 Jahren, womit sich die teure Ausbildung viel besser rechnete.

Grüße
Ostlandreiter

Hallo,
Was die rein physischen Parameter angeht, wird ab Mitte 20 im Durchschnitt alles schlechter.
Gruß
Werner

o.w.T.

MOD.: *hüstel*
Hi

Ich schließe diesen Teilthread hier mal ab, denn irgendwie hat das jetzt nicht mehr sehr viel mit dem Brett Geschichte zu tun

Gruß
Edith

Hallo Ostlandreiter

Daß die Einstellungshöchstgrenze bei 24 Jahren lag, heißt doch
überhaupt nicht, daß die Piloten alle so jung sein mußten. Es
wird viel mehr der Abschreibungszeitraum bedacht worden sein.
ASelbst wenn ein Pilot hätte noch bis zum Alter von 50 Jahren
im Dienst sein können, war er bei einem Einstellungsalter von
24 Jahren um einiges länger im Dienst als bei einem
Einstellungsalter von vielleicht 30 Jahren, womit sich die
teure Ausbildung viel besser rechnete.

das interessierte damals keinen…das die Piloten im Krieg
sooo Alt würden,wurde nicht „berechnet“…die waren genau wie
Landser „Kanonenfutter“…

das interessierte damals keinen…das die Piloten im Krieg
sooo Alt würden,wurde nicht „berechnet“…die waren genau wie
Landser „Kanonenfutter“…

Ich bin davon ausgegangen, daß diese Einstellungsvoraussetzungen nicht erst nach Kriegsausbruch festgelegt wurden.

Grüße
Ostlandreiter

Hallo Ostlandreiter,

die Einstellungsvorausetzungen waren bis 1945 noch wie im 1.Weltkrieg bei der US-Armee.
Die „Air Force“ wurden ab 1940 buchstäblich „aus dem Boden gestanzt“…
1939 waren gerade mal 7.000 Soldaten in der „Flugabteilung“ der Armee…
1945 bestand die "Army Air Force " aus über 2 Millionen Soldaten…

Bis zum Ende des 2. Wk und dem Abwurf der ersten Atombombe wurde von allen Militärs immer mit der „Verlust-Quote“ gerechnet…
(außer unser GröFaz…das hätte er wohl mal lernen sollen…)

Ert mit den heutigen „High-Tech“ -Spielzeugen auf dem Kriegsschauplatz ist das Leben des Soldaten „wichtig“ geworden…schließlich kostet die Ausbildung eines „Spezialisten“ für so ein Waffensystem hunderttausende von TEURONEN…