Alternative Mitfahrbörse

Hallo!

Aktuelle Erfahrungen lassen mich doch sehr stark an der Umsetzung der Grundidee von mitfahrgelegenheit.de zweifeln. Gibt es irgendwelche kostenfreien Alternativen?
Bei mitfahrzentrale.de gibt es ein Bewertungssystem - habe aber keine einzige Bewertung gefunden…

Ich finde es schon ein Unding, dass die Kosten prinzipiell pauschal und nicht nach Anzahl der Mitfahrer berechnet werden. Mittlerweile betreiben ja schon viele ein „Mitfahrgeschäft“: klapprige, vollgepackte Busse zockeln lahm auf festen Routen hin und her. Dann am besten noch dreckig, Sitze voll mit Flecken und Haaren - echt ekelhaft!

Ich sehe ja ein, dass sich die Mitfahrer an den Gesamtkosten beteiligen, oder dass z.B. die Spritkosten von den Mitfahrern getragen werden, aber die meisten Fahrer bereichern sich inzwischen! (Beispiel: knappe 200km, 3 Mitfahrer, 45€ Einnahme - is schon dreist, finde ich!)

Eine sehr traurige Entwicklung…
Weiss jemand Rat?

vg nina

Hallo Nina

Ich sehe ja ein, dass sich die Mitfahrer an den Gesamtkosten
beteiligen, oder dass z.B. die Spritkosten von den Mitfahrern
getragen werden, aber die meisten Fahrer bereichern sich
inzwischen! (Beispiel: knappe 200km, 3 Mitfahrer, 45€ Einnahme

  • is schon dreist, finde ich!)

Eine sehr traurige Entwicklung…
Weiss jemand Rat?

mein Rat:

  • selber ein Auto anschaffen und eine Mitfahrgelegenheit anbieten, dann kannst du auch dick absahnen…
  • car-sharing
  • Mietauto
  • mit öffentlichen Verkehrmitteln fahren
  • zuhause bleiben

Jeder der drei in deinem Post geschilderten Mitfahrer fährt für 15 € 200 km weit, vielleicht sogar von Haustür zu Haustür.
Wenn du mir eine günstigere Alternative mitteilen kannst, nur zu!

Im übrigen kostet ein Auto nicht nur Sprit und Versicherungen…
Bei einen Golf V Diesel belaufen sich die Betriebskosten laut ADAC auf 0,41 € pro km, macht bei 200 km 82,00 € , d. h. Pro Insasse des Autos 20,50 €.

Wenn man regelmäßig zusammen fährt, kostet das dann ja auch keine Vermittlungsgebühr mehr bei der Mitfahrzentrale.
Meine ehemaligen Mitfahrer riefen mich immer wieder mal privat an, ob sie wieder mitfahren könnten.

Grüsse
dragonkidd

Hallo dragonkidd!

mein Rat:

  • selber ein Auto anschaffen

Ich habe ein Auto (und ja, ich weiß auch welche Kosten dadurch entstehen) und nehme auch Leute mit wenn ich lange Strecken fahre.

und eine Mitfahrgelegenheit
anbieten, dann kannst du auch dick absahnen…

Vielleicht kam das nicht richtig rüber bei meinem ersten Posting: es ist genau diese Einstellung, die mich so ankotzt!
Naja, muss wohl jeder für sich entscheiden, wie er das handhaben will… ich finde es einfach nur traurig. Alles muss aufgewogen werden, die anderen könnten ja sonst unterm Strich einen größeren Vorteil haben als man selbst…

Gruß
nina

Also Mitfahrzentrale.de hab ich schon mehrfach benutzt, einfach weil es das schon ewig lange gibt. Das war früher ein kleiner Laden hier in Bonn, und dann sind sie online gegangen.

Über den Service der Mitfahrzentrale konnte ich mich nie beschweren, das ist zwar schon einige Jahre her, aber ich wüsste nicht, dass der Besitzer gewechselt hat und mit wem man mitfährt, das hat ja weder die Zentrale noch mal selbst in der Hand.

Was spricht denn gegen die Mitfahrzentrale?

Servus,

dann lass uns doch dieses

Beispiel: knappe 200km, 3 Mitfahrer, 45€ Einnahme

mal angehen.

Die Richtwerttabellen vom ADAC berücksichtigen nicht, dass die zurechenbaren Kosten von vielen Dingen abhängen. Bei nicht grad besonders aufwendigen Fahrzeugen werden die zurechenbaren Kosten/km im allerbesten Fall bei 25 Cent, in der Regel zwischen 30 und 50 Cent liegen.

Für die drei Werte ergeben sich Kosten von 50 - 60 - 100 €.

Wenn er mit sehr niedrigen Kosten fährt, kostet den Fahrer selbst die Fuhre nach Abzug der Beteiligungen 5 €. Wahrscheinlich liegen die Kosten, die bei ihm selber bleiben, bei etwa 15 € - also genau gleich viel, wie die Mitfahrer auch bezahlen. Und wenn er relativ teuer fährt, bleibt er auf 55 € sitzen.

Wo genau liegt hier die Bereicherung?

Schöne Grüße

MM
zahlt ungefähr 9,5 Cent pro Kilometer beim VRN

also nochmal
Hallo,
ich sehe schon, du willst mich nicht verstehen… (mal abgesehen davon, habe ich nach alternativen Mitfahrbörsen gefragt, und nicht nach Bewertungen meiner Meinung)

Die Idee hinter www.mitfahrgelegenheit.de :

„Der Fahrpreis sollte sich i.d.R. nach der Anzahl der Mitfahrer richten. Als mitfahrgelegenheit.de Empfehlung gilt der absolut faire Preis von: Spritkosten + 10 % / Anzahl der Personen im Auto.“
(http://www.mitfahrgelegenheit.de/hilfe/faq.php#5)

Und wenn manche Leute das schwarz als Gewerbe betreiben, scheint ja wohl doch was übrig zu bleiben…

Was spricht denn gegen die Mitfahrzentrale?

Prinzipiell spricht nichts dagegen (mal abgesehen davon, dass die Informationen, welche Leistung man letztenendes für welches Geld bekommt, nicht unbedingt sofort ins Auge springen…).

Leider habe ich bei „meinen“ Strecken bisher kaum etwas gefunden.

vg nina

Hallo Nina,

ich kann Deinen Ärger verstehen.

Ich fahre auch in unregelmäßigen Abständen beruflich von Wien (meist) nach Vorarlberg und retour und inseriere diese Fahrten in diversen Mitfahrbörsen, auch in der von Dir genannten.

Ich stelle wie Du auch fest, dass in letzter Zeit zunehmend gewerbliche Angebote überhand nehmen, die zudem in ihrer Seriösität sehr dubios erscheinen: Stichwort: alte u. überfüllte Fahrzeuge mit Fahrern südosteuropäischer Herkunft. Allerdings geht das doch auch aus den Inseraten hervor, zumindest gibts immer Indizien dafür (zB angegebenen Kfz-Typ, oder Fahrtbeschreibungen a la „A nach B, jeden Montag 14Uhr Abfahrt am Hbf von A, Fixpreis xy Euro“). Man kann diese Angebote also meiden, was nicht heißt, dass ich nicht der Meinung wäre, dass die Börsen diese Offerte gänzlich unterbinden sollten. Leider interessiert die das genau null.

Du schreibst, dass Du Dir diese Mitfahrbörsen Geld kosten lässt. Verstehe ich nicht, ich muss bei keiner etwas bezahlen. Interessenten sehen meine Telefonnummer und rufen mich einfach an und fragen nochmal zu den Details nach. Wagentyp und Baujahr sehen sie auch schon online. Wofür genau bezahlst Du die Börsen?

Ach ja, Bewertungen hab ich auf der von Dir genannten Seite auch noch nie gefunden, ich wurde auch noch nie bewertet, trotz etwa ~10 Mitfahrern von der Seite. Ich hab sie aber auch nie darauf angesprochen, weil ich das Feature, da es eben keiner verwendet, für nutzlos halte. Letzendlich informiert sich ohnehin jeder per Telefon über den Fahrer, dazu brauchts kein bewertungssystem.

Zu den Kosten: Was Du schilderst ist klar ein Geschäft mit Gewinninteressen und somit bedingt es a) eine Personenbeförderungserlaubnis und b) ein Gewerbe. Also: Solche, wie Du schreibst klapprigen Busse und ihre Betreiber, würde ich ganz einfach anzeigen. Im konkreten Fall, wenn Du an so einen gerätst, solltest Du zumindest damit drohen und damit das unfaire Beförderungsentgelt ganz rasch senken können.
Auf einer Mitfahrbörse, weiß leider nicht grad welcher, steht explizit, dass dem Anbietenden kein Gewinn aus den Einnahmen der Mitfahrenden entstehen darf, sonst unterliegt er eben oben genannten Bedingungen. Dort stand auch ein entsprechender Paragraph dabei.

Ich halte es selbst so: Ich nehme meine Spritkosten und teile sie durch die Mitfahrer inklusive meiner Person. Sprich, je mehr mitfahren, desto günstiger wird es für alle Beteiligten. In jedem Fall bleiben meine anteiligen Spritkosten so hoch wie für die anderen.
Beispiel: 300 km bedeuten bei mir etwa 25 Euro Spritkosten, bei einem Mitfahrer verlange ich von ihm daher 12,50, sind es zwei Mitfahrer, von beiden jeweils 8 Euro. Auch diese Zahlungsmodalitäten kann man ja bereits vorher telefonisch erfragen und somit unliebsame Überraschungen ausschließen.
Ich fände es übrigens auch unfair, meine Fixkosten wie Versicherung, Steuern, Reifen und was weiß ich noch alles miteinzurechnen, ich nehme nur die variablen Benzinkosten als Grundlage des Kostenbeitrags für die Mitfahrenden.

Generell finde ich es wie Du schade, dass man mittlerweile vorsichtig sein muss, weil sich auf den Börsen mehr und mehr zwielichtige Typen herumtreiben. Ich merke auch, dass am Telefon viele Interessenten sehr genau in diese Richtung nachfragen, bedauerlich, weil einfach anfangs immer ein von Misstrauen geprägtes Klima im Raum steht, wobei der Grundgedanke einer Mitfahrbörse ja sehr positiv ist.

Den Rat, den ich Dir also geben kann, ist Dich vorab bei Deinen potentiellen Fahrern zu informieren und Dich nicht blind mit ihnen treffen solltest, dann lassen sich wohl schon im Vorfeld böse Überraschungen vermeiden. Die verschiedenen Mitfahrbörsen nehmen sich leider alle nicht viel, also ein Ausweichen auf andere macht allein keinen Sinn, schwarze Schafe wirst Du überall finden und um die Möglichkeit, einen Treffer zu finden, zu maximieren, würde ich weiterhin möglichst breit die Suche anlegen.

Ach ja, zur Suche: Bei mitfahrzentrale.de ist ein sagenhaft schlechtes Suchsystem implementiert. Wenn ich von Wien nach Feldkirch fahre, komme ich an einer Reihe von Groß- und Kleinstädten (und somit vielen potentiellen Interessenten) vorbei. Ein Interessent, der etwa eine Fahrt von Innsbruck nach Feldkirch sucht, findet mich nicht, weil im System von mitfahrzentrale.de explizit die Fahrt von Wien nach Feldkirch hinterlegt ist und keine Zwischenstops angebbar sind, zb das System meine Fahrt selbstständig in die Teilstrecken Wien-Innsbruck und Innsbruck-Feldkirch aufteilt und verknüpft. Innsbruck läge direkt an der Strecke, aber diese Mitfahrbörse ist nicht fähig an der Strecke gelegene Orte mit einzubinden. Ich müsste daher jede Teilstrecke als extra Fahrt angeben, was mir schlicht zu mühsam ist.
Rat an Dich: Wenn Du von A nach B willst, und weißt, dass in der Steckenverlängerung eine weitere Destination C liegt, suche auch die Strecke A nach C und erkundige Dich beim Fahrer, ob er in B stehenbleiben kann. So kommst Du viel eher auf einen grünen Zweig.

Viele Grüße

Jerry

Hi Jerry!

ich kann Deinen Ärger verstehen.

Und ich dachte schon, ich habe zu romantische Vorstellungen von MFGs…
Aber offensichtlich bin ich mit meiner Meinung doch nicht alleine! Das stimmt mich wieder ein bißchen zuversichtlicher!

Allerdings geht das doch auch aus den Inseraten hervor,
zumindest gibts immer Indizien dafür (zB angegebenen Kfz-Typ,
oder Fahrtbeschreibungen a la „A nach B, jeden Montag 14Uhr
Abfahrt am Hbf von A, Fixpreis xy Euro“).

Mittlerweile machen das auch viele „Privatfahrer“… ist mir schon öfters passiert!

Du schreibst, dass Du Dir diese Mitfahrbörsen Geld kosten
lässt. Verstehe ich nicht, ich muss bei keiner etwas bezahlen.
Interessenten sehen meine Telefonnummer und rufen mich einfach
an

Und wofür gibt es dann die kostenpflichtige Hotline bei mitfahrzentrale.de? Ich finde die ganze Seite sehr unübersichtlich…

Den Rat, den ich Dir also geben kann, ist Dich vorab bei
Deinen potentiellen Fahrern zu informieren und Dich nicht
blind mit ihnen treffen solltest

Vielleicht hatte ich zuvor immer Glück bei meinen Fahrern, daher denke ich meist gar nicht daran, nach dem Preis oder dem Auto zu fragen. Es gab lange einen Standard, an den sich jeder so mehr oder weniger gehalten hat. Und DAS hat sich anscheinend geändert.
Wenn man nicht so die Auswahl hat, ist man ja irgendwie auch drauf angewiesen. Prinzipiell ist es ja dennoch ein guter Preis, das ist auch klar!
Wenn ich Leute mitnehme, fragt eigentlich auch fast nie jemand im Voraus nach dem Preis.
Ich denke, dass diese Entwicklung in Großstädten wesentlich verbreiteter ist als „auf dem Land“…

Rat an Dich: Wenn Du von A nach B willst, und weißt, dass in
der Steckenverlängerung eine weitere Destination C liegt,
suche auch die Strecke A nach C und erkundige Dich beim
Fahrer, ob er in B stehenbleiben kann.

Das muss ich sowieso immer machen :wink: ich lebe aber einfach nicht an einer „Hauptverkehrsader“, d.h. ich muss dann selber erst irgendwie zum Treffpunkt kommen. Wenn die MFG dann von 300 km Entfernung kommt, ist das zeitlich ziemlich schlecht planbar…

Naja, ich gebe die Hoffnung erstmal nicht auf!
Bei meiner nächsten Fahrt sitze ich wieder am Steuer… da gibt’s - bisher zumindest - keine bösen Überraschungen :wink:

vg nina