Hallo,
zufällig beschäftige ich mich im Moment ein wenig mit dem Thema Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit (rein privat). Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Wirtschaftswachstum ist NICHT notwendig. Die Welt würde nicht zusammenfallen, wenn es ein Nullwachstum gäbe. Voraussetzung ist, daß das Bevölkerungswachstum gestoppt wird und alle gleichzeitig mitmachen. Dann würde jeder mit auf dem Niveau weiterleben, auf dem er sich jetzt befindet. Trotzdem würde damit der weitere Schwund der Ressourcen nicht aufgehalten, nur verzögert werden. Um praktisch die Ressourcen zu erhalten müsste man zurück in die Steinzeit, zumindest in die vorindustrielle Zeit, in denen man hauptsächlich erneuerbare Energiequellen (Holz, Wasserkraft, Windkraft) benutzt hat.
Dies ist aber nur theoretisch möglich, was ich im Folgenden darlege.
Der Mensch ist egoistisch veranlagt (deswegen hat auch der Kommunismus nicht funktioniert). Folglich wird er versuchen, auch auf Kosten der anderen seinen Vorteil zu suchen. Wenn man nun das Wirtschaftswachstum (quantitativ) stoppen würde (zum Beispiel in Deutschland), würden andere Staaten, die weiter auf Wirtschaftswachstum setzen, Arbeitskräfte und Investoren anlocken, da ja dort die Lebensbedingungen, technologischen Voraussetzungen usw besser wären (siehe Stadtflucht aus den Anfängen der Industriezeit: Jeder ging in die Stadt, wo es Arbeit gab). Das Land mit Nullwachstum geht auf lange Sicht zugrunde, da es seine Arbeitskräfte und Arbeitgeber verliert.
Es ist ein wenig wie mit Wettrüsten: Wenn ich kein Wirtschaftswachstum habe, dann hat es der andere, folglich muß ich mich am Weltmarkt anstrengen und wachsen.
Noch etwas zum Problem mit den Ressourcen. Die Kosten für Ressourcen werden nicht beachtet. Ebenso die (Folge)kosten von Atommüll, Klimaänderung usw. Es ist wie ein Kredit, den ein Todkranker aufnimmt: Warum soll ich mich um meine Schulden kümmern, bis ich die zurückzahlen muß bin ich sowieso tot. Übertragen auf die Welt: Heute kann ich Müll machen, bis der sich wirklich auswirkt bin ich nicht mehr da. Ganz im Sinne der Grundmaxime der BWL, der Mensch sei ein Egoist (was ja der Wahrheit entspricht). Folglich wird das Wirtschaftswachstum auf Kosten der Natur vorangetrieben. Es wäre also sinnvoll, sich rein auf qualitatives und umweltverträgliches Wachstum zu konzentrieren. Also keine Autos bauen, die noch schneller sind, sondern die noch weniger Treibstoffe verbrauchen. Es gibt da haufenweise Beispiele.
Ich würde mir aber keine Sorgen machen. Meiner Meinung nach wird sich alles von selbst regeln. Die Ressourcen werden immer knapper und somit teuerer. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, aber allmählich. Die Bevölkerung wird reduziert, da sie nicht mehr genügend mit Ressourcen (Nahrungsmittel, sauberes Wasser,…) versorgt werden kann. Nur die Reichen werden sich Ressourcen leisten können. Kriege um diese Ressourcen werden ihr Übriges dazu beitragen. Durch die geringere Bevölkerung wird sich die Natur allmählich wieder erholen und die Menschheit wird auf einem etwas niedrigeren Niveau weiterleben.
Tja, eine Möglichkeit das zu verhindern sehe ich nicht. Das sieht man ja schon daran, was diese ganzen Umweltkonferenzen bringen: nix.
Und eine alternative Wirtschaftsform: Weltweite Planwirtschaft unter einer einzigen weltweiten Diktatur, welche den Umweltschutz und Nachhaltigkeit über die Bedürfnisse ihrer Bürger stellt, was aber a)keiner möchte und b)nicht von Dauer wäre (Diktaturen haben es so an sich gestürzt zu werden oder irgendwann zu zerfallen, umso schneller, desto komplexer und weiträumiger das kontrollierte Gebiet ist).
Nun ja, bin wohl teilweise etwas vom Thema abgekommen, hoffe aber trotzdem, dass ich auf ein wenig Interesse gestoßen bin.
Gruß
Josef
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