Mein Sohn(13) hat ADS,er wurde bisher mit Concerta und Equasym behandelt.Ich bin auf der Suche nach einer alternativen Behandlung. Wer kann mir helfen???
Hallo,
geh mal ins Archiv und suche nach ADS (eher im Elternbrett oder Unterricht und Erziehung). Du wirst feststellen, dass kaum jemand hier positive Erfahrungen mit alternativen Behandlungsmethoden gemacht hat. Jedenfalls kaum jemand, der betroffene Kinder hat.
Gruß
eklastic
Hallo!
Ich bin der Meinung, dass alternative Therapien sehr wohl etwas bringen, jedoch nur in Kombination mit dem Medikament.
Habe die Erfahrung gemacht, dass vorallem eine Therapie (Verhaltenstherapie) sehr gut dabei helfen kann, gewisse Verhaltensweisen besser in den Griff zu bekommen, bis hin zu der Möglichkeit die Medikamente komplett weglassen zu können. Das funktioniert jedoch nicht bei jedem so gut, das muss einem klar sein.
Ich denke aber, dass auf Dauer gesehen, eine Therapie die einzige wirkliche „Alternative“ zu Medikamenten sein kann.
Erhält dein Sohn denn schon eine gute Therapie? Diese kann in jedem Fall eine gute Unterstützung sein und ich würde dir das wirklich sehr ans Herz legen. (Finanziell kann man Unterstützung bei der Jugendwohlfahrt und der Krankenkasse beantragen)
Zu anderen Alternativen:
Begleitend zu Medikamenten kann natürlich auch mit diversen anderen Dingen gearbeitet werden.
Hömoapathie kann für viele begleitend sehr hilfreich sein, ein bestimmtes Präparat muss aber auf jeden persönlich abgestimmt werden.
Einfache Hausmittel (Baldrian, Melissa, Passionsblume…) als Tee oder Präparat eingenommen können durchaus auch eine unterstützende Wirkung haben. Auch Thunfisch- und Nachtkerzenöl sollen eine Verbesserung bewirken.
Bei Bachblüten helfen eventuell
Chery Plum (bei überschießenden aggressiven Reaktionen)
Clematis (bei Neigung zu Tagträumen)
Impatiens (bei Ungeduld)
Vervain (bei ständig kreisenden Gedanken und nicht abschalten können)
White Chestnut (bei Hyperaktivität)
Wild Oat (bei Konzentrationsstörungen)
Wie gesagt sind diese Dinge aber nur begleitend einzusetzen und eine Wirkung kann nicht garantiert werden. Einen Versuch ist es aber wert.
Dinge die auch in einer Therapie vermittelt werden, die man sich eventuell aber auch selbst aneignen kann, sind Entspannungsmethoden. Bei ADHS kann ich mir am ehesten Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation vorstellen (wenn du dazu Fragen hast, schick mir ein email).
Hab auch schon gehört dass Massagen mit Sandelholz eine ausgleichende und beruhigende Wirkung haben können.
Was für deinen Sohn in Frage kommt, müsst ihr natürlich selbst entscheiden. Wirklich ans Herz legen, kann ich dir nur eine gute Therapie und trotz allem eine regelmäßige Medikamenteneinnahme, bis auch der Arzt der Meinung ist, dass diese nicht mehr nötig ist.
Alles Liebe für dich und deine Familie.
lg infi
Neurofeedback
Hi,
es ist zwar teuer und wird von keiner Kasse getragen, und angeboten wird es auch nur an wenigen
Orten in Deutschland, aber Neurofeedback soll eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit bringen.
Es ist eine computergestützte Methode, die Gehirnströme zu messen, und die, die zu schwach sind,
anzuregen.
Erfahrungsberichte aus erster Hand habe ich keine, aber Du kannst ja mal ein bisschen googlen.
Theoretisch soll Neurofeedback eine ‚permanente‘ Verbesserung herbeiführen, sodass der Betroffene
seine Medikamente absetzen könnte.
Andere unterstützende Maßnahmen wären halt Ernährung (keine künstliche Farbstoffe etc, evtl kein
Weizen, sollte dieser ein Problem sein, etc). Manche Nahrungsmittel können zu einer Verschlimmerung
der Symptome führen. Aber die Symptome sind natürlich auch ohne diese noch da. Dh eine konkrete
Alternative ist dies auch nicht.
Man könnte auch Ergotherapie oder eine (ADS-) Verhaltenstherapie machen. Oder gezielt ADS-
coaching, wo der Betroffene quasi einfach Routinen erlernt, die den Alltag erleichtern.
gruss, isabel
oder ergänzungen
hallo,
deiner sehr kurzen anfrage nach zu urteilen ist dein sohn bisher nur mit psychopharmaka behandelt worden. hat es keine weitere behandlung gegeben? alternativen müssen vielleicht gar nicht gefunden werden, sondern eher ergänzungen zu pharmakotherapie. diese sollten dann irgendwann so greifen, dass die medikamentöse unterstützung immer weniger nötig wird.
studien vergleichen die wirksamkeit von mehreren therapieformen und darin kommt die kombination von pharmakotherapie und psychotherapie (verhaltenstherapie) am besten weg. auch die psychoanalytisch und tiefenpsychologisch arbeitenden kinder- und jugendlichentherapeuten kann ich sehr empfehlen.
verhaltenstherapie arbeitet effektiv an den selbststeuerungsfähigkeiten. tiefenpsychologie schaut auf die innere erlebniswelt. pharmakotherapie kann sehr effektiv biologische mechanismen beeinflussen.
achtung: viel zu oft werden kinder krank und deren gehirne zu stoffwechselgestörten organen erklärt. man kann aber die probleme von aufmerksamkeitsstörung und impulsivität nicht auf rein biologische faktoren reduzieren, bzw. wird damit nur EIN teil der störung erklärt. dieser teil der erklärung führt dann zur pharmakotherapie.
die anderen teile der störungserklärungen führen dazu, sich anzusehen, wie und wo kinder aufwachsen, welche menschen sie umgeben, wie gesund oder krank diese sind, welche sicherheiten und verlässlichkeiten sie haben oder vermissen, wovor sie angst haben, wie sie „gebunden“ sind, welche rollen sie in familien einnehmen (müssen), ob liebe oder vernachlässigung vorherrschen und/ oder ob es gar traumata gibt, usw.
das alles empfehle ich unbedingt in die behandlung miteinzubeziehen.
der ja schon vorhandene arzt wird sicher eine therapeutische praxis empfehlen können.
die ausschliessliche behandlung von ADHS mit pharmakotherapie, also ohne begleitende psychotherapie oder andere therapien, gilt als kunstfehler!
Was wurde denn schon in Richtung Elterntraining, Verhaltenstherapie, Ergotherapie und dergleichen gemacht und mit welchen Erfahrungen?
Mein Sohn(13) hat ADS,er wurde bisher mit Concerta und Equasym
behandelt.Ich bin auf der Suche nach einer alternativen
Behandlung. Wer kann mir helfen???
Mein Sohn nahm auch einige Zeit Equasym, es bekam ihm recht gut, aber er selber mochte nicht mehr. Bei einer Klassenfahrt setzte er es selber ab. Er sagte, er fühle sich besser. Wir sind dann auf Schüssler Salze umgestiegen. Schüssler Salz Nr. 5 (Kalium phosphoricum) D 6. Morgens und mittags haben wir jeweils 5 Tabletten im lauwarmen Wasser aufgelöst. Es tat fast die gleiche Wirkung wie die Chemie. Oder probiert doch mal die homöopathischen Kügelchen Zappelin. Damit hat eine Bekannte mit ihrem Sohn sehr gute Erfahrungen gemacht. Beides kann man ohne Bedenken einmal probieren.
Allerdings muß ich sagen, daß auch eine Ergotherapie sehr gut geholfen hatte. Aber das nur begleitend, dort waren auch andere Kinder manchmal zusammen mit dem gleichen Problem. Die Therapeutin hat den Kindern einiges über ihre Krankheit erklärt (bei Eltern wird ja leider oft nicht zugehört). Viel Glück! Gruß Enni