Altersangemessenes Verhalten

Hallo Wissende,

da ich seit geraumer Zeit eine neue Arbeitsstelle innehabe, wo ich im Gegensatz zu meiner bisherigen Arbeit, viel mit Führungskräften (persönlich) zu tun habe, mache ich mir derzeit viele Gedanken über mein Auftreten und meine „Wirkung“ auf andere Menschen. Ich bin real 27 Jahre alt, und so werde ich von meinen Kollegen wohl auch gesehen. Ich selbst kann dieses Alter für mich gar nicht „einordnen“, sprich, ich selbst würde mein Verhalten, Interessen u.s.w. eher Menschen im Alter von ca. 20 Jahren zuordnen. Es geht nicht darum, dass ich vor dem Alter Angst habe… Probleme habe ich mit dem „Älter-werden“ und den dazugehörigen Veränderungen. Ich kann z.B. schlecht damit umgehen, wenn sich gewohnte Dinge in meinem Leben ändern (auch Kleinigkeiten) und hänge oftmals alten Zeiten hinterher. Ich kann z.B. komplett ausrasten, wenn Produkte die ich gerne & regelmässig kaufe vom Markt genommen werden…
Auch Freunden, die so langsam anfangen zu heiraten, Häuser zu bauen und Kinder kriegen will ich mit erhobenem Zeigefinger fragen, ob das denn „mit den Eltern abgesprochen ist“…
Kennt Ihr solches Verhalten von Euch selbst? Bin ich in meiner Entwicklung irgendwo hängen geblieben? Ich bin zwar sehr behütet aufgewachsen, wohne aber seit 8 Jahren in größerer Entfernung zu meinen Eltern und das ist auch kein Problem für mich.

Sollte ich mit meinen Ängsten oder Selbst-Einschätzungsproblemen fachmännische Hilfe suchen?

Gruß martina

Probleme habe ich mit dem

„Älter-werden“ und den dazugehörigen Veränderungen. Ich kann
z.B. schlecht damit umgehen, wenn sich gewohnte Dinge in
meinem Leben ändern (auch Kleinigkeiten) und hänge oftmals
alten Zeiten hinterher. Ich kann z.B. komplett ausrasten, wenn
Produkte die ich gerne & regelmässig kaufe vom Markt genommen
werden…
Auch Freunden, die so langsam anfangen zu heiraten, Häuser zu
bauen und Kinder kriegen will ich mit erhobenem Zeigefinger
fragen, ob das denn „mit den Eltern abgesprochen ist“…

Hallo Martina !
Das erste, was mir beim Lesen deines Textes in den Sinn kam ( muss aber nicht immer das beste sein :wink:,war, das Du wesentlich älter als deine Lebensjahre bist. Mit Veränderungen schlechter umgehen können, kenne ich eher von Leuten 50+.
So einige kleine Rituale hat wohl jeder von uns, aber für mich ist Veränderung ein Lebenstrieb. Ohne Veränderung gäbs keine Chance zur Verbesserung.
Bin momentan z.B. damit beschäftigt, einen Plan zum Umstellen des Wohn-und Schlafzimmers zu erstellen, da sich dort 4-5 Jahre nichts verändert hat. Das war viel zu lange, ich empfinde diese Situation, daß alles so lange am gleichen Platz steht, als festgefahren und statisch. Und könnte deswegen Schrei- und Weglaufgefühle bekommen. Auch jedes Jahr in den gleichen Urlaubsort zu fahren, wäre der Horror für mich. Dito, immer die selben Sachen zu essen. Was Neues auszuprobieren ist immer so schön Phantasie anregend !
Vielleicht habe ich in meinem Leben (zu) oft erfahren, wie das Leben sich innerhalb kürzester Zeit ändern kann und man irgendwie damit umgehen muss. Darum versuche ich auch, mein Herz nicht allzusehr an materielle Dinge zu hängen.
Wie meinst Du denn das mit dem erhobenen Zeigefinger und „…mit den Eltern abgesprochen“ ? Das Du immer noch das Gefühl hast, bei deinen Eltern im Geiste die Erlaubnis einzuholen oder siehst Du Dich eher in der Rolle der Älteren deinen Freunden gegenüber ?

Aber prof. Hilfe, glaube ich, brauchst Du nicht.
Liebe Grüße

Sabine
P.S: jetzt fällt mir doch eine Gewohnheit ein, die ich nicht mehr missen möchte und welche mir am WE und im Urlaub fehlt : w-w-w

hallo martina,

1)ich bin 20E:smile:ich habe keine Probleme mit dem aelterwerden, denn ich lebe ewig:smile:
2)dass du dich juenger fuehlst, ist gut. dass du dich in einer hoeheren Position anfangs unwohl fuehlst, ist normal. es gibt leute, die geniesen es, endlich in einer bestimmten position zu sein, in der sie andere schoen rumkommandieren koennen. ich bewundere dich, wenn du das nicht machst:smile:
3)solange du im kaufhaus nicht randalierst, nur weil es bestimmte artikel nicht gibt, brauchst du dir sicher auch keine sorgen machen.
4)familie usw…dass du da vielleicht innerlich etwas neidisch bist, was sich dann darin aessert, dass du es ihnen nicht richtig zutraust, ist wohl auch normal. ich beneide meinen freund auch manchmal, denn er ist 4 jahre juenger und hat schon ein kind…is zwar verdammt viel stress, aber wenigstens was zum spielen:smile:
5)wenn du dich hier im internet dazu ueberreden laesst, irgendeine psychologische hilfe anzunehmen, solltest du das vielleicht wirklich tun:smile:ich meine nur, du klingst ganz normal, nicht labil oder so.du brauchst keinen arzt[es sei denn, du willst und es ist schlimmer als du hier schreibst], sondern einen mann:smile:oder frau, was dir halt lieber ist.

mfg
rene

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Hallo, Martina,
ich bin ja nun deutlich älter als du, aber das kenne ich auch.
Wenn ich mich erinnere, dann ging die Anpassung „gefühltes Alter“ zu „realem Alter“ immer in Schüben vor sich. So alle 7 Jahre erfolgte bei mir eine Anpassung.

Du bist beruflich gefordert „vernünftiger“ und „reifer“ zu reagieren und dich zu geben, als es deinem Selbstbild von dir entspricht. Du fühlst, dass da etwas nicht ganz im Gleichgewicht ist zwischen deiner Person und der Rolle, die du glaubst spielen zu müssen.
Aber das gibt sich mit der Zeit. Immer mehr wächst du in deine Rolle hinein. Das größte Problem wird wohl sein, dass du mit dieser Rolle auch einverstanden bist. Ist das, was du dann sein wirst, wenn du deine Rolle perfekt spielst, wirklich die Person, die du sein willst?

Aber um das herauszufinden brauchst du keine professionelle Hilfe, dazu musst du dich nur weiterhin so kritisch beobachten, wie du es jetzt (ausweislich deines Posting) tust. Und dich nicht verbiegen lassen. Versuche lieber, statt dich der Rolle völlig anzupassen, nach und nach dir die Rolle auf den Leib zu schneidern. Sodaß am Ende beide aus einem Guss sind.

Grüße
Eckard

Hallo Sabine,

Das erste, was mir beim Lesen deines Textes in den Sinn kam (
muss aber nicht immer das beste sein :wink:,war, das Du
wesentlich älter als deine Lebensjahre bist. Mit Veränderungen
schlechter umgehen können, kenne ich eher von Leuten 50+.
So einige kleine Rituale hat wohl jeder von uns, aber für mich
ist Veränderung ein Lebenstrieb. Ohne Veränderung gäbs keine
Chance zur Verbesserung.

Diese Aussage „du wirkst so reif“ habe ich mir als Teenie oft anhören müssen. Irgendwie war ich auch immer stolz reif zu wirken und es entspricht auch den Tatsachen, dass ich bereits früher gut mit Älteren klar kam.

Das war viel zu lange, ich empfinde diese Situation, daß alles so lange am gleichen Platzsteht, als festgefahren und statisch. Und könnte deswegenSchrei- und Weglaufgefühle bekommen.

Kann ich gut nachvollziehen! Mit meinen eigenen Veränderungsentscheidungen kam ich immer ganz gut klar, bin z.B. mit 27 Jahren schon 12 mal umgezogen…

Vielleicht habe ich in meinem Leben (zu) oft erfahren, wie das
Leben sich innerhalb kürzester Zeit ändern kann und man
irgendwie damit umgehen muss.

Das wird es wohl auch bei mir sein *zustimm*, Scheidungskind (ohne Probleme), Vater mit 50 plötzlich verstorben, räumliche Trennung von vielen Freunden nach gemeinsamem Studieum u.s.w.

Wie meinst Du denn das mit dem erhobenen Zeigefinger und
„…mit den Eltern abgesprochen“ ? Das Du immer noch das Gefühl
hast, bei deinen Eltern im Geiste die Erlaubnis einzuholen
oder siehst Du Dich eher in der Rolle der Älteren deinen
Freunden gegenüber ?

Ich denke über mich selbst, dass ich die Sicherheit benötige wichtige Entscheidungen mit meiner Familie „abzusprechen“ oder zu besprechen obwohl keiner von aussen diese Erwartungen an mich stellt.

Also, danke an alle die sich die Zeit genommen haben sich mit meinem Seelchen zu befassen und die immer noch denken „ich bin normal“.

Martina