Hallo zusammen!
meine oma leidet immer stärker unter altersdepression u.a. auch pseudodemenz. sie beschäftigt sich sehr stark mit ihrer schlimmen vergangenheit und macht meinen opa dafür verantwortlich, welcher schon weinend zusammengebrochen ist.
nun ist sie dabei ihr gesicht auf familienbildern zu zerkratzen. meine tanten und meine mutter (was ihre kinder sind) reden viel mit meiner oma darüber, weinen und versuchen sie zu einer therapie zu überreden. sie sieht dies jedoch nicht ein, denn andere sind daran schuld, dass es ihr so schlecht geht, warum müsse sie dann zum arzt?
meine einschätzung ist, dass sie auf der einen seite diese aufmerksamkeit geniesst, denn sie sagt immer, dass keiner zu schätzen wisse, was sie für alle getan hat. auf der anderen seite leidet sie natürlich und mit ihr die gesamte umwelt.
wie kann man ihr nun beibringen, dass sie eine therapie unbedingt nötig hat?
ich muss dazu sagen, dass ich die enkelin bin und ich nur die hälfte mitbekomme, was abläuft, denn die enkel wollen alle schützen.
ich bin psychologiestudent und soll mit ihr eine therapiesitzung durchspielen, damit sie merkt, dass ein therapeut nur hilfreich sein kann.
ist das der richtige weg?
viele grüße wweb
Hi
meine oma leidet immer stärker unter altersdepression u.a.
auch pseudodemenz. sie beschäftigt sich sehr stark mit ihrer
schlimmen vergangenheit und macht meinen opa dafür
verantwortlich, welcher schon weinend zusammengebrochen ist.
nun ist sie dabei ihr gesicht auf familienbildern zu
zerkratzen. meine tanten und meine mutter (was ihre kinder
sind) reden viel mit meiner oma darüber, weinen und versuchen
sie zu einer therapie zu überreden.
Wir wissen jetzt nicht, wie alt deine Oma ist. Ich hatte unlängst wieder ein paar ältere Patienten, einer war 83. Er war völlig klar, aber ich habe bei der Probesitzung gemerkt, dass mich eine Einzelbehandlung mit ihm doch sehr anstrengen (um nicht zu sagen: nerven) würde und ihm vorgeschlagen, zunächst weiter eine meiner Gruppen zu besuchen, in denen auch andere ältere Patienten sind.
Wenn die alten Leute deutlich über 80 sind (meine Mutter würde in wenigen Tagen 90 werden, ihr Freund wird dieses Jahr noch 94 und ist völlig klar im Kopf) ist es m a n c h m a l schon schwieriger mit den Therapien.
Aber vielleicht ist deine Oma ja erst in den 70ern - blutjung also *g* - das ist ja möglich, wenn du selbst noch sehr jung bist. Bei einer beginnenden Demenz verschiebt sich natürlich das alles und man kann dann therapeutisch oft nur noch auf bestimmte Methoden ausweichen.
An deiner Stelle würde ich mich mit einem Gerontopsychiater besprechen.
Gruß,
Branden
Hi
Wir wissen jetzt nicht, wie alt deine Oma ist.
meine oma ist jetzt in den 70ern.
Ich hatte unlängst wieder ein paar ältere Patienten, einer war 83. Er
war völlig klar, aber ich habe bei der Probesitzung gemerkt,
dass mich eine Einzelbehandlung mit ihm doch sehr anstrengen
(um nicht zu sagen: nerven) würde
das kann ich mir bei meiner oma auch gut vorstellen.
und ihm vorgeschlagen,zunächst weiter eine meiner Gruppen zu besuchen, in denen auch
andere ältere Patienten sind.
das ist eine gute idee
:Bei einer beginnenden Demenz verschiebt sich natürlich
das alles und man kann dann therapeutisch oft nur noch auf
bestimmte Methoden ausweichen.
An deiner Stelle würde ich mich mit einem Gerontopsychiater
besprechen.
ich bin der festen überzeugung, dass es depressionen sind. zum einen weil sie pseudodemtent ist. sie klagt ständig darüber, dass sie alles vergisst, selbst namen von bekannten personen und leidet darunter (demente würden dies eher vertuschen oder nicht mitbekommen). zum anderen hat sie ein sehr großes selbstwertproblem. sie möchte anerkennung für ihre geleistete arbeit im leben. wenn wir ihr die anerkennung geben, so ist das auch nicht richtig (da es mit ihrem selbstbild nicht übereinstimmt). somit steigt die frustration. heute rief mich meine mutter an und sagte, dass meine oma bei den kleinsten aufregungen anfängt mit tassen zu werfen…
ich soll nun morgen hin fahren und meine oma überreden, das eine therapie nichts schlimmes ist (ich bin psychologiestudent, 10. semester). auf mich sind nun alle blicke gerichtet… ;o)
die frage ist eben immernoch, wie kann ich meine oma dazu bewegen, sich helfen zu lassen. selbst zu einem gerontopsychiater würde sie nicht gehen, nicht mal zum hausarzt…
beste grüße, wweb
Hi wweb,
die frage ist eben immernoch, wie kann ich meine oma dazu
bewegen, sich helfen zu lassen.
Viele ältere Menschen möchten sich nicht mehr helfen lassen.
Finde ich nachvollziehbar…
Stell dir vor, du wärst alt und hättest dir dein ganzes Leben lang eine Lebenslüge aufgebaut.
Oder, nicht ganz so hart formuliert: du hättest dir dein Leben lang selbst etwas vorgemacht… oder dein ganzes Leben lang etwas massiv verdrängt… oder einfach nur dir dein Leben so zurecht gelegt, wie du es gerne hättest. (Wie z.B. statt selbstverantwortlich zu sein, die Schuld „für alles“ deinen Mitmenschen in die Schuhe geschoben)
Und dann würdest du mit über 70 eine Therapie beginnen…
… in der alles offengelegt wird, was du dir zeitlebens zurecht gelegt hast.
Was würde passieren? Wenn du nicht alles, was zum Vorschein kommt, massiv abblocken würdest, würdest du vor einer 70 Jahre lang andauernden Lebenslüge stehen. Dir würden all die Fehler bewusst, die du dein Leben lang gemacht hast. Dein Gewissen würde hundsmiseral, du würdest dein gesamtes Leben in Frage stellen, von deinen restlichen verbleibenden Jahren ganz zu schweigen.
Kurzum, du hättest das Gefühl, der Boden wird dir unter den Füßen entrissen, dir bleibt nichts mehr von all dem, was dir all die Jahre bzw. Jahrzehnte Beständigkeit und Sicherheit gab.
(Gewohntes Verhalten liefert große Sicherheit, sowohl für einen selbst als auch weil man weiß, wie das Umfeld darauf reagieren wird.)
Manchmal wird vergessen, dass Psychotherapie ein Kind der Neuzeit ist.
Wenn ich richtig rechne, ist deine Großmutter 1939 geboren, d.h., sie ist ein Kriegskind. Die Menschen damals mussten verdrängen, um überhaupt ein einigermaßen gutes Leben zu führen.
Was glaubst du, wieviel Lust sie hat, sich die alten Geschichten nochmal ins Gedächtnis zu rufen?
Und von Psychotherapie sprach damals noch kein Mensch (wie auch?)
In den Anfängen war sie schon eine gestandene Frau, hatte wahrscheinlich schon Familie und ihr Alltag lief, wie er eben lief. Das Hinterfragen war damals noch nicht in Mode…
Die Selbstverständlichkeit, mit der heute jeder zum Therapeuten rennt, ohne dass er von sich denken muss, krank zu sein, ist ein Privileg, dass gerade mal in meiner Generation anfing.
Imho, lass deine Oma, wie sie ist. Wenn sie sich nicht mehr ändern will, kann auch der Psychologie-Enkel mit den besten Worten nichts ausrichten.
Therapie ist nur dann hilfreich, wenn sie aus eigenem Willen heraus begonnen wird. Denn nicht der Therapeut ändert den Menschen. Der Wille, sich zu ändern, muss aus einem selbst heraus kommen, der Therapeut kann nur Hilfestellung geben. (Das müsstest du eigentlich wissen!) Und dass du (bzw. ihr) es schafft, bei der Dame diesen Willen zu wecken, das mag ich stark bezweifeln!
Alles Gute,
jeanne
Hallo wweb!
:Bei einer beginnenden Demenz verschiebt sich natürlich
das alles und man kann dann therapeutisch oft nur noch aufbestimmte Methoden ausweichen.
An deiner Stelle würde ich mich mit einem Gerontopsychiater
besprechen.ich bin der festen überzeugung, dass es depressionen sind. zum
einen weil sie pseudodemtent ist. sie klagt ständig darüber,
dass sie alles vergisst, selbst namen von bekannten personen
und leidet darunter (demente würden dies eher vertuschen oder
nicht mitbekommen). zum anderen hat sie ein sehr großes
selbstwertproblem. sie möchte anerkennung für ihre geleistete
arbeit im leben. wenn wir ihr die anerkennung geben, so ist
das auch nicht richtig (da es mit ihrem selbstbild nicht
übereinstimmt). somit steigt die frustration. heute rief mich
meine mutter an und sagte, dass meine oma bei den kleinsten
aufregungen anfängt mit tassen zu werfen…
Vielleicht ist Deiner Einschätzung bezühlich Deiner Oma korrekt und sie leidet unter einer Pseudodemenz in Folge einer Altersdepression. Vielleicht aber auch nicht. Ich fürchte ohne eine ausführliche Diagnostik durch einen Arzt ist das nur spekulativ.
ich soll nun morgen hin fahren und meine oma überreden, das
eine therapie nichts schlimmes ist (ich bin
psychologiestudent, 10. semester). auf mich sind nun alle
blicke gerichtet… ;o)
So oder so, vor beginn einer Therapie steht erst mal der Besuch beim Arzt an. Erst danach solltest Du Dir Gedanken über Form der und Motivation zur Therapie machen. Vom Durchspielen einer Therpie mit Deiner Oma würde ich Dir abraten, denn ich glaube das führt zu nichts und kann die Sache höchstens noch schlimmer machen.
die frage ist eben immernoch, wie kann ich meine oma dazu
bewegen, sich helfen zu lassen. selbst zu einem
gerontopsychiater würde sie nicht gehen, nicht mal zum
hausarzt…
Versuche Ihr den Weg zu erleichtern in dem Du argumentierst, dass es in Ihrem Alter sinnvoll ist, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Biete Ihr an sie zum Arzt zu begleiten (das ist wäre auch aus fremdanamnestische Gründen sinnvoll).
Grüße und viel Erfolg!
TAndrija
ich bin der festen überzeugung, dass es depressionen sind. zum
einen weil sie pseudodemtent ist.
gut, aber das ist DEINE Überzeugung. Auch als Psychologe (oder P.student) ist man aber nicht allwissend und sollte das auch medizinisch abklären lassen - wenn die Dame zustimmt.
sie klagt ständig darüber,
dass sie alles vergisst, selbst namen von bekannten personen
und leidet darunter (demente würden dies eher vertuschen oder
nicht mitbekommen).
das stimmt so nicht, auch Menschen mit Demez sind Individuen und reagieren unterschiedlich. Besonders in der Anfangsphase bemerken sie ihre Fehler, viele leiden darunter und klagen vielleicht auch.
Die Versuche zu vertuschen kommen oft erst dann, wenn die Demenz stärker und daher auch beängstigender wird.
Aber wie gesagt, da gibt es immer auch Menschen, die ganz anders reagieren.
Ohne dass ich jetzt auch eine Diagnose stellen will:
Demenz kann auch mit Persönlichkeitsveränderungen einher gehen, oder Tendenzen, die immer schon da waren (z.B. anderen die Schuld zu geben) verstärken sich. Auch das könnte ja bei deiner Oma der Fall sein.
Fazit: keine Therapie ohne Diagnose. Und überreden bringt sowieso nichts - aber das wurde ja schon gesagt.
Gruß Ina
Meine Meinung…
Wenn der Fragende so sicher ist bezüglich der Diagnose, warum muss die dann aus der Ferne in Frage gestellt werden? Meine Erfahrung ist, dass die Pseudodemenz bei Altersdepression eher als Demenz verkannt wird als andersherum. Daher ja auch die Bezeichnung.
Eine weitere Erfahrung ist, dass Angehörige bzw. Begleitende in dieser Diagnose viel sicherer sein können als ein Arzt, denn diese sind ja diejenigen, welche Probleme mit der Abgrenzung der beiden Diagnosen haben. Eine Persönlichkeitsveränderung können Angehörige und Begleitende schon viel besser dadurch erkennen, dass sie mit ihnen leben und sie nicht nur gelegentlich eine Stunde sehen, wie ein Arzt. Zumindest, wenn sie sich informiert haben, aber das tun ja viele. Warum kann man das nicht einfach mal voraussetzen, dass das auch beim Fragesteller passiert ist?
Ärzte kommen differentialdiagnostisch da anscheinend nicht immer weiter.
Der Fragesteller hat nicht nach der Diagnose gefragt.
Ich habe schon oft wahrgenommen, dass der Fragesteller durch eine Antwort verunsichert bzw. vor ihm selbst „gewarnt“ werden soll (dass er ja nichts falsch mache).
Die Beschreibung, dass das Gejammere (o.ä.) der Dame schwer zu ertragen sei, passt zu einer Depression. Die Schuldzuweisungen von Demenzkranken äußern sich ganz anders als die von Depressiven (sie sind „abstrakter“, also schwerer nachzuvollziehen).
VG
Anwärter
Hi,
ich bin der festen überzeugung, dass es depressionen sind. zum
einen weil sie pseudodemtent ist. sie klagt ständig darüber,
dass sie alles vergisst, selbst namen von bekannten personen
und leidet darunter (demente würden dies eher vertuschen oder
nicht mitbekommen). zum anderen hat sie ein sehr großes
selbstwertproblem. sie möchte anerkennung für ihre geleistete
arbeit im leben. wenn wir ihr die anerkennung geben, so ist
das auch nicht richtig (da es mit ihrem selbstbild nicht
übereinstimmt). somit steigt die frustration. heute rief mich
meine mutter an und sagte, dass meine oma bei den kleinsten
aufregungen anfängt mit tassen zu werfen…
Aus meiner Sicht deutliche Anzeichen einer Depression.
ich soll nun morgen hin fahren und meine oma überreden, das
eine therapie nichts schlimmes ist (ich bin
psychologiestudent, 10. semester). auf mich sind nun alle
blicke gerichtet… ;o)
Ich kann mir auch vorstellen, dass das schwierig sein wird, aus bereits genannten Gründen. Zumal gerade der Verlust der Selbstbestimmungsmöglichkeiten, der Abbau die Depression vermutlich mitausgelöst hat und nun andere sie „bevormunden“ wollen. Aber einen guten Lösungsweg (Arztbesuch, eher die „biomechanische“ Schiene) wurde ja beschrieben.
die frage ist eben immernoch, wie kann ich meine oma dazu
bewegen, sich helfen zu lassen. selbst zu einem
gerontopsychiater würde sie nicht gehen, nicht mal zum
hausarzt…
Ups. Vielleicht macht der Hausarzt (oder ein „getarnter“ Neurologe / Psychiater) ja einen Hausbesuch?
Und warum „soll“ sie sich unbedingt helfen lassen? Damit es Euch mit ihr besser geht / das Gewissen beruhigt ist? Aber ich verstehe, dass die sonst geforderte Abgrenzungsübung keine leichte Sache ist…
Ganz bestimmt würde ihr Zuwendung und Abgrenzung helfen…
Mich würde interessieren, ob Du weitergekommen bist!
beste grüße, wweb
viele grüße vom anwärter
Hallo Anwärter!
Wenn der Fragende so sicher ist bezüglich der Diagnose, warum
muss die dann aus der Ferne in Frage gestellt werden? Meine
Erfahrung ist, dass die Pseudodemenz bei Altersdepression eher
als Demenz verkannt wird als andersherum. Daher ja auch die
Bezeichnung.
Mag sein, was Du schreibst, aber das professionellere Vorgehen ist nun mal in solche einem Fall eine fundierte medizinisch/psychiatrische Diagnostik.
Eine weitere Erfahrung ist, dass Angehörige bzw. Begleitende
in dieser Diagnose viel sicherer sein können als ein Arzt,
denn diese sind ja diejenigen, welche Probleme mit der
Abgrenzung der beiden Diagnosen haben. Eine
Persönlichkeitsveränderung können Angehörige und Begleitende
schon viel besser dadurch erkennen, dass sie mit ihnen leben
und sie nicht nur gelegentlich eine Stunde sehen, wie ein
Arzt. Zumindest, wenn sie sich informiert haben, aber das tun
ja viele. Warum kann man das nicht einfach mal voraussetzen,
dass das auch beim Fragesteller passiert ist?
Ärzte kommen differentialdiagnostisch da anscheinend nicht
immer weiter.
Ich verstehe nicht ganz, warum Du hier auf eine Persönlichkeitsveränderung anspielst. Die kann es in beiden Fällen geben.
Der Fragesteller hat nicht nach der Diagnose gefragt.
Ich habe schon oft wahrgenommen, dass der Fragesteller durch
eine Antwort verunsichert bzw. vor ihm selbst „gewarnt“ werden
soll (dass er ja nichts falsch mache).
Das ist richtig. Er hat nicht nach einer Diagnose gefragt, aber von der Diagnose ist nun mal das weitere Vorgehen abhängig!
Grüße!
TAndrija
Tag,
Mag sein, was Du schreibst, aber das professionellere Vorgehen
ist nun mal in solche einem Fall eine fundierte
medizinisch/psychiatrische Diagnostik.
Vielleicht hat es die ja schon gegeben?!?
Ich verstehe nicht ganz, warum Du hier auf eine
Persönlichkeitsveränderung anspielst. Die kann es in beiden
Fällen geben.
Sie ist für die Angehörigen und Begleitenden nachvollziehbar und mit Zusatzwissen erklärbar. Ärzte können den Verlauf der Persönlichkeitsentwicklung nicht nachvollziehen, wenn sie die Person nicht kennen. Die Fachleute (gebildet im Fach „Verwandter“) können auch die Angehörigen sein.
Das ist richtig. Er hat nicht nach einer Diagnose gefragt,
aber von der Diagnose ist nun mal das weitere Vorgehen
abhängig!
S.o. Vielleicht hatte er einen guten Grund, nicht zu fragen.
Ich würde mich schlussendlich immer auf mein Gefühl verlassen und nicht auf die Diagnose des Arztes. Viele verlassen sich auf letzteres und fühlen sich betrogen, wenn der Arzt einen Fehler gemacht hat.
Gruß Anwärter
Tag,
Mag sein, was Du schreibst, aber das professionellere Vorgehen
ist nun mal in solche einem Fall eine fundierte
medizinisch/psychiatrische Diagnostik.Vielleicht hat es die ja schon gegeben?!?
Tja, vielleicht. Bei dem was bisher von wweb geschrieben worden ist kommt das aber nicht klar heraus.
Ich verstehe nicht ganz, warum Du hier auf eine
Persönlichkeitsveränderung anspielst. Die kann es in beiden
Fällen geben.Sie ist für die Angehörigen und Begleitenden nachvollziehbar
und mit Zusatzwissen erklärbar. Ärzte können den Verlauf der
Persönlichkeitsentwicklung nicht nachvollziehen, wenn sie die
Person nicht kennen. Die Fachleute (gebildet im Fach
„Verwandter“) können auch die Angehörigen sein.
Da gebe ich Dir Recht, denn die Meinung eines Angehörigen wäre (wie ich ja auch schon geschrieben habe) aus fremdanamnestischen Gründen sinnvoll.
Ich würde mich schlussendlich immer auf mein Gefühl verlassen
und nicht auf die Diagnose des Arztes. Viele verlassen sich
auf letzteres und fühlen sich betrogen, wenn der Arzt einen
Fehler gemacht hat.
Naja, wenn Du Dich immer nur auf Dein Gefühl verlässt anstatt auf die Diagnose eines Arztes, dann kannst DU Dir ja jeglichen Besuch beim Arzt sparen.
Ich fände es allerdings interessant, wie Du beispielsweise - rein gefühlsmäßig - zwischen einer „richtigen“ Demenz und einem Normaldruckhydrozephalus unterscheiden willst, ohne dass das vernünftig diagnostiziert wird!
Grüße
TAndrija
Hi,
Tja, vielleicht. Bei dem was bisher von wweb geschrieben
worden ist kommt das aber nicht klar heraus.
Die Frage der Diagnose stand für ihn zumindest nicht mehr im Raum.
Ich verstehe nicht ganz, warum Du hier auf eine
Persönlichkeitsveränderung anspielst. Die kann es in beiden
Fällen geben.Sie ist für die Angehörigen und Begleitenden nachvollziehbar
und mit Zusatzwissen erklärbar. Ärzte können den Verlauf der
Persönlichkeitsentwicklung nicht nachvollziehen, wenn sie die
Person nicht kennen. Die Fachleute (gebildet im Fach
„Verwandter“) können auch die Angehörigen sein.Da gebe ich Dir Recht, denn die Meinung eines Angehörigen wäre
(wie ich ja auch schon geschrieben habe) aus
fremdanamnestischen Gründen sinnvoll.
Die Angehörigen sind im Endeffekt auch am ehesten Fürsprecher des Patienten, denn sie sind ihm verbunden. Sie stehen im günstigen Fall wirklich hinter ihm, er ist für sie nicht nur eine Nummer (mal etwas provokant gesagt). Die Angehörigen sollten als Fachleute mit Kenntnis des Patienten, der Familie und des sozialen Umfeldes angesehen werden und somit auf einer Ebene mit dem Arzt „verhandeln“. Darum geht es mir, denke ich. Natürlich ist das die Fremdanamnese, wobei dieser Begriff die Wichtigkeit der Aussage der Angehörigen nicht genug herausstellt und den Wert, den sie haben sollte.
Ich würde mich schlussendlich immer auf mein Gefühl verlassen
und nicht auf die Diagnose des Arztes. Viele verlassen sich
auf letzteres und fühlen sich betrogen, wenn der Arzt einen
Fehler gemacht hat.Naja, wenn Du Dich immer nur auf Dein Gefühl verlässt anstatt
auf die Diagnose eines Arztes, dann kannst DU Dir ja jeglichen
Besuch beim Arzt sparen.
Natürlich gehe ich zum Arzt, gebe das endgültige „Urteil“ und die Entscheidung, wie ich handele nicht aus der Hand.
Ich fände es allerdings interessant, wie Du beispielsweise -
rein gefühlsmäßig - zwischen einer „richtigen“ Demenz und
einem Normaldruckhydrozephalus unterscheiden willst, ohne dass
das vernünftig diagnostiziert wird!
Das erübrigt sich wohl durch den obigen Satz. Die Entwicklung von demenzartigen Symptome, die Folge einer Depression sind, lässt sich von einem Laien gut nachvollziehen, wenn er die Person kennt.
Ärzte sollten der „Fremdanamnese“ mehr Wert beimessen und P. und Angehörigen als Partner im Prozess ansehen. Ich bin nicht gegen ärztliche Diagnostik! (??)Ich sehe die Gefahr, als P. in eine Schublade eingeordnet zu werden, bzw. dass sich der P. dann damit abgeben soll. Und wenn P. und Angehörige nicht verstehen, warum es gerade diese eine Schublade sein soll, sollen sie das Denken dem Arzt überlassen?! Und wenn sie es zu verstehen scheinen, dann am besten auch… oder wie?
Gruß Anwärter
ich bin psychologiestudent und soll mit ihr eine
therapiesitzung durchspielen, damit sie merkt, dass ein
therapeut nur hilfreich sein kann.
ist das der richtige weg?
Hallo,
ich finde, dass man als Angehöriger nicht psychotherapeutisch tätig sein sollte. Man ist einfach nicht neutral genug wegen perönlicher Betroffenheit.Das wird einem auch immer wieder während der Ausbildung vorgebetet.
Zudem gilt es noch, die genaue Diagnose zu stellen, wurde ja schon mehrfach angeregt. Wenn die Oma nicht mag, müsst ihr sie halt bissl betuppen und so zu ihrem „Glück“ zwingen, denn nur so kann ihr geholfen werden.Routinechek ist immer ein ganz gutes Argument.
Bei allem Respekt vor psychotherapeutischen Aktionen (die oft von „älteren Semestern“ abgelehnt werden, zum Psychonkel gehn doch nur die Bekloppten…) sollte die Frage nach passenden Medikamenten nicht außer Acht gelassen werden. Ist es beginnende Demenz, gibt es gute Mittel, die den Krankheitsverlauf verlangsamen und den Zustand manchmal etwas verbessern. Ist es eine Depression, sollte Antidepressiva gegeben werden, damit die Frau nicht so leidet. Und manchmal ist es beides, und es gilt zu kombinieren.
Schau doch mal in die Seite der Alzheimergesellschaft, da gibt es ein Angehörigenforum.
Alles Gute
allu
Hei Anwärter!
Das erübrigt sich wohl durch den obigen Satz. Die Entwicklung
von demenzartigen Symptome, die Folge einer Depression sind,
lässt sich von einem Laien gut nachvollziehen, wenn er die
Person kennt.
Das möcht ich mal nicht so stehenlassen, denn diese demenzartigen Symptome infolge einer Depression sehen sehr ähnlich aus wie eine beginnende Demenz, die dem Betroffenen so zusetzt (die Menschen merken nämlich sehr oft, das da was mit ihnen passiert), das er depressiv reagiert.
Und manche Menschen reagieren halt agressiv, je nach dem, wie die Leut getrickt sind.
Allu
Hallo Allu!
Das erübrigt sich wohl durch den obigen Satz. Die Entwicklung
von demenzartigen Symptome, die Folge einer Depression sind,
lässt sich von einem Laien gut nachvollziehen, wenn er die
Person kennt.Das möcht ich mal nicht so stehenlassen, denn diese
demenzartigen Symptome infolge einer Depression sehen sehr
ähnlich aus wie eine beginnende Demenz, die dem Betroffenen so
zusetzt (die Menschen merken nämlich sehr oft, das da was mit
ihnen passiert), das er depressiv reagiert.
Ja, das stimmt. Aber ich denke, dass die Entwicklung einer endogenen (ich hoffe, der Begriff stimmt) Depression sich schon früh zeigt- für die Angehörigen (die ja auch durch den Erkrankten „benachrichtigt“ werden, d.h. ihnen wird etwas mitgeteilt durch die Erkrankung). Eine Altersdepression in dem Ausmaß ist wohl nie als nur reaktiv (als Reaktion auf körperlichen und geistigen Abbau in durchschnittlichem Ausmaß) anzusehen. Anders als die von Dir beschriebene Reaktion auf die beginnende Demenz.
Auch für eine Alzheimerdemenz gibt es laut meinem Fachbuch (für mich nachvollziehbare) Persönlichkeitseigenschaften, die oft vorkommen (vor der Erkrankung).
Gerade weil die Differentialdiagnostik schwierig ist, sollte man die Angehörigen als Fachleute mit einbeziehen.
Und manche Menschen reagieren halt agressiv, je nach dem, wie
die Leut getrickt sind.
Gerade auch Demenzkranke und Depressive.
Gruß Anwärter