Hallo!
Den Anreiz aus dem ALK-Brett aufnehmend, moechte ich hier mal meine Gedanken klar machen und eine Frage dran haengen.
Ich bin zwar zeitlich noch nicht so weit, mir wirklich Gedanken darueber machen zu muessen, wo und wie ich meinen Lebensabend gestalten moechte. Aber meine beiden Schwaeger sind nun pensioniert und wir haben im Familienkreis darueber in letzter Zeit oefter diskutiert. Und was Fritz im ALK-Brett geschrieben hat - die Familie als Pflegeheim - liegt mir etwas quer. Nein, nicht sein Bedauern, dass Frauen Altenpflege nicht mehr lernen (das ist einfach geschlechtsbezogen Unsinn heutzutage und sowas regt mich nicht mehr auf), sondern die Vorstellung, dass ich gern von meinen (dann erwachsenen) Soehnen bzw. deren LEbenspartnern, wenn sie denn bis dahin welche haben, gepflegt werden moechte - oder auch nur mit ihnen zusammenleben moechte.
Gerade aus diesem Grund moechte ich mir moeglichst fruehzeitig einen Plan zurechtlegen, was ich machen will, wenn ich nicht mehr allein leben kann, bzw. zu zweit mit meinem Mann. Die Erfahrung mit meiner Mutter und Schwiegermutter hat gezeigt, dass man, wenn man wirklich mal soweit ist, Hilfe zu benoetigen, oft nicht mehr flexibel genug ist, das selbst zu regeln. Was mir andere von ihren Eltern erzaehlen, bestaetigt das. Beispiel: Frau Mitte siebzig, will unter keinen Umstaenden ‚ins Heim‘, wird regelrecht aggressiv, wenn man die Moeglichkeit anspricht, ist aber nicht mehr in der Lage sich allein zu versorgen. Familienanschluss ist aus verschiedenen Gruenden (die Kinder leben im Ausland) nicht moeglich. Anderes Beispiel: Ehepaar um die 80, er hat einen Schlaganfall erlitten, beide wohnen seit 40 Jahren in der gleichen Mietwohnung, koennen einfach nicht ausziehen, die Frau ist koerperlich ueberfordert, der Mann geht nicht mehr aus dem Haus, weil er die drei Etagen nicht mehr bewaeltigen kann, aber umziehen ist nicht drin. Beide Faelle (und ich koennte noch viel mehr anfuehren) sind ein grosses Problem fuer die Kinder der alten Leute. Sie wollen das richtige tun, aber was ist richtig?
ICH moechte meinen eigenen Kindern NIE zur Last fallen. Ich moechte, solange ich das noch neutral einschaetzen kann, ein paar Plaene in der Hand haben, was ich machen werde, wenn es soweit ist, damit meine Kinder dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie mich mit 80 in ein Seniorenwohnheim bringen lassen, weil ich das frueher selbst so mitorganisiert und fuer gut befunden habe. Ich will, dass meine Soehne im Alter mit mir Kontakt haben, weil sie das moechten, nicht weil sie sich verpflichtet fuehlen, weil sie ein schlechtes Gewissen haben.
Ich wuensche mir, dass sie eines Tages bedauern, dass es mich nicht mehr gibt, und nicht, dass sie auf den Tag hinwarten, wo sie endlich befreit sind, von der Last, die ich dann darstelle.
Natuerlich kann man nicht fuer alle Eventualitaeten planen - aber doch fuer einige. Und, wie gesagt, das Wichtigste dabei ist mir, dass ich zu einer Zeit selbstbestimmen kann fuer eine Zeit, in der vielleicht Senilitaet o.ä. (hoffentlich nicht, aber weiss man’s?) Entscheidungen unmoeglich machen.
Nun meine Frage: wie sehen das andere? Oder hat Fritz doch fuer viele und nicht nur fuer Ausnahmen einen Nerv getroffen, wenn er von der Grossfamilie schwaermt (fuer mich waer das ein Albtraum!) ?
ich bin mal gespannt, was euch dazu einfaellt.
Tschuess + Gruesse,
Elke

