Hallo,
zur Altersvorsorge bin ich (31 Jahre) bereit, monatlich x Euro zu sparen. Da ich sehr gute Erfahrungen mit Aktienfonds gemacht habe, spare ich aus versteurtem Einkommen 100% von x damit.
Nun meint der Berater eines Finanzdienstleistungs-Konzerns, ich solle die Aktienfonds-Quote auf 50% verringern. Begründung: Wenn ich später mit 50-60 in sichere Anlagen (z.B. Renten) umschichten müsse, würden die Erträge daraus versteuert.
Inwiefern stimmt diese Einschätzung und sollte ich tatsächlich meine Aktienfonds-Quote verringern (z.B. zu Gunsten von Riester, Rürup etc.)?
Viele Grüße
Stickinho
Hi
Dein Berater hat insofern recht, das die Erträge zu versteuern sind, wenns soweit ist. Die 50%ige aufteilung in andere Anlagen macht auch sinn, wenn man dann weniger Steuern zahlen will und man die Sicherheitsfaktoren berücksichtigt…
Da du jedoch schon Erfahrungen mit Fonds hast, gehe ich mal auch dafon aus, dass dein Vermögen in mehreren Fonds gespart werden soll, da du durch Streuung und Mischung eine höhere Sicherheit anstrebst. D.h. du wirst auch Fonds darunter haben, die zueinnander Antizyklisch laufen (der eine boomt, der andere verliehrt momentan an Wert). Du wirst also nicht alle Fonds zur gleichen Zeit umschichten, also verteilen sich die Steuerzahlungen auf längere Zeit.
Die zu erwartenden Rendite wird bei Fonds höher sein, als bei der „klassischen AV“. Wer viel Gewinne erziehlt, sollte bereit sein mehr Steuern zahlen zu müßen. Unterm Strich wirst bei sorgfälltiger Auswahl sicherlich mehr aus einer Fondsmischung bekommen, als bei der Alternative.
Jedoch bietet die klassische AV höhere Sicherheit, mit Guarantien. Schwachpunkt im vergleich zu Einzelfonds sind die Renditen und Flexibilität. Wenn eine LV, dann eine fondgebundene LV, denn die dt. KLV, Riester und Ryrup Rentieren sich nur für eine Minderheit, zu der du wahrscheinlich nicht gehörst. Pluspunkt für dein Vermittler ist jedoch, das er wesentlich mehr kassiert bei der klassischen AV als bei Einzelfonds.
Mein Fazit ist, wenn jemand ahnung über Fonds hat und antyzyklisch handeln kann, sollte er sich seine eigene „FondsLV“ aufbauen.
MfG
Michael
hallo,
der finanzberater hat nicht recht.
es kommt daruf an, sein anlagevermögen auf unterschiedliche assetklassen zu verteilen.
das nennt man dann diversifikation.
dasa haben wir aber so oft durchgekaut, da müsste es fast schon ein faq dazu geben.
strubbel
$:open_mouth:)
Nun meint der Berater eines Finanzdienstleistungs-Konzerns,
ich solle die Aktienfonds-Quote auf 50% verringern.
Begründung: Wenn ich später mit 50-60 in sichere Anlagen (z.B.
Renten) umschichten müsse, würden die Erträge daraus
versteuert.
Die Begründung deines Berates ist völliger Unsinn. Darf man mal wissen welcher Finanzdienstleistungs-Konzern das ist ?
Wenn du einen ganz normalen Sparplan in Aktienfonds hast, muss du die anfallenden Erträge jedes Jahr in der Steuererklärung angeben und versteuern. (wenn dein Sparerfreibetrag überschritten wird).
Dazu bekommst du eine Jahresbescheiningung über die Erträge und sofern Stuern schon abgeführt wurden eine Steuerbescheinung.
Nochmals diese Aussage deines Beraters ist völliger Unsinn, aber kein Einzelfall !!!
Inwiefern stimmt diese Einschätzung und sollte ich tatsächlich
meine Aktienfonds-Quote verringern (z.B. zu Gunsten von
Riester, Rürup etc.)?
Solltest du keinen Riester-vertrag ahben, so kann ich dir nur empfehlen einen abzuschließen. Leider haber die Berater oft keine Ahnung davon oder wollen es dir nicht anbieten.
Riester lohnt sich für jeden und die Förderung ist je nach Lebenssituation sehr gross.
Solltest du bei Riester ganz in Aktien beleiben wollen, so gibt es derzeit nur die UniProfilRente der UnionInvestment. Die Finantest beurteilt dieses als gutes Produkt, dem ich mich nur anschließen kann.
Willst du mehr Sicherheit, so sind auch Banksparpläne mit Riester interessant.
Gruss
Guido
Vielen Dank für Eure Antworten. Ich werde meine stark Fondssparplan-basierte Altersvorsorge beibehalten und mit einem fondsbasierten Rieser-Produkt (z.B. UnionInvestment) leicht ergänzen.
Wenn ich es richtig verstehe: Zwar sind bei Fonds Dividenden, Zinsen etc. zu versteuern, da für die guten Renditen im langjährigen Vergleich aber der (außerhalb der Spekulationsfrist) steuerfreie Wertzuwachs verantwortlich ist, ist ersteres nur von untergeordneter Bedeutung. Sollte ich später z.B. in festverzinsliche Anleihen umschichten,wären auch (nur) die Zinsen steuerpflichtig.
Viele Grüße
Sven
P.S.: Der FDL-Konzern ist MLP …