Altersvorsorge - Riester, Rürup, usw

Hallo,

mal sehen, ob mich hier jemand den entscheidenden Schritt weiterbringen kann.

Ich bin zwar nicht ganz unerfahren, was Geldanlage-Produkte angeht (wahrlich nicht) - aber diese wachsende Dschungel an wie auch immer geförderten Altersvorsorge-Produkten wird ja immer unterträglicher.

Zur Lage:
32 Jahre alt, jeweils immer befristet beschäftigt, (knapp) unterhalb der KV-Beitragsbemesssungsgrenze verdienend , 1 Kind, ledig.
Berufliche Zukunftspläne nicht sehr klar (schon wegen der befristeten Arb.V.) - kann auch mal schnell eine selbständige Tätigkeit werden.
Persönliche Pläne (Anzahl der Kinder, etc. *g*) auch noch recht diffus.

Altersvorsorge ist in Gang gesetzt - über eine an sich recht vernünftige Streuung (Aktien, Immos, Renten).

Übrig blieb bisher nur die Frage, inwieweit es Sinn macht, sich diese Altersvorsorge steuerlich/‚staatlich‘ fördern zu lassen…

Ich möchte nur mal einige Problempunkte ansprechen, vielleicht kennt trotzdem jemand ein produkt, daß hier wie die „Faust auf’s Auge“ paßt:

  1. befristete Arbeitsverträge
    Damit scheiden (leider) wohl schon mal alle betrieblichen AV-Produkte aus (Pensionskasse, Pensionsfonds, etc.). Selbst die wohl recht lukrative (zumindestens bis 2008) Gehaltsumwandlung macht bei jeweils 1- oder 2-Jahres-Veträgen einfach keinen Sinn.
    Oder?

  2. ledig + 1 Kind
    Wenn wir das Beispiel Riester-Rente nehmen…Die Förderung ist erkennbar, aber nicht gerade üppig.
    a) Bei der Riester-Rente habe ich eigentlich die größten Bedenken, daß dieses Produkt in der/den nächsten Legislaturperiode(n) wieder gekippt wird.
    b) Wer sich mit den Auflagen für Riester-Produkte schon mal beschäftigt hat…: Die geringe Auswahl an zugelassenen Geldanlage-Produkten (Fonds, Sparpläne, etc.) ist nicht gerade hilfreich. Die eingebaute „Garantie“-Forderung vom Gesetzgeber kostet zusätzliche Rendite, das macht einen (wie großen?) Teil der Förderung wieder zunichte.
    c) Die AV-Produkte sind recht starr und unflexibel - und an eine Reihe von Auflagen/Einschränkungen gebunden. Das ist vorteilhaft für ansonsten undisziplinierte Sparer - aber eher von Nachteil für Leute, die wissen, was sie tun.
    d) Die unklare persönliche Situation läßt kaum Prognosen über das zukünftige Förder-Level zu.

Wir haben ja einige Experten hier - kann mal jemand den Knoten mit aufdröseln?

Gruesse,
Ralf

Hallo Ralf, Du verdienst recht ordentlich. Zu den sonstwie geförderten Produkten rate ich nur bei wirklich Geringverdienern oder vielen kleinen Kindern.
Riester könntest Du machen. Aber die Nachteile, die Du selber auch siehst, dominieren. Und wenn Du selber die Rente doch nicht erlebst, dann sollte das Geld doch wenigstens den Kindern vererbt werden können…
Wichtig ist doch, daß im Alter ausreichend Geld da ist. Muß ja nicht aus einem eigens dafür definierten „Altersvorsorgeprodukt“ kommen. Und da Du Dich selbst bei den Geldanlageprodukten auskennst, da stell Dir eine gesunde Mischung zusammen und mach auch eine Hochrechnung bis zum Ruhestand. Und dann einmal im Jahr eine Zwischenbilanz. Soll-Ist.
Schau ruhig auch mal über Aktien-Immo-Renten hinaus. Ist wirklich nicht alles nur für den Dummenfang was es da sonst noch gibt.
Und die wirklichen Risiken für Dich und den Sproß gehören nun mal zu einer Versicherung…

Grüße
Boris

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Hi

Da du dich ja auskennst, wirst auch die nachteile der KLV kennen. Die Riester-Rente ist im prinzip dasselbe, nur ist ein anderes Risiko abgesichert u. leider staatlich gefördert!
Da leider viele der Produkte die staatlich gefördert werden (Riester, Bauspar,…) mehr „nebenwirkungen“ haben, stelle ich mal eine gegenfrage. Bist bereit mehr zu zahlen (Steuern, kosten…) wenn die Rendite stimmt? Es gibt schließlich einige gute Produkte auf dem Markt, mit guter Rendite und mit geringen Risiken. Eine gesunde Mischung davon, und dir sollten dann die staatlichen förderungen egal sein. Das einzige das ich als steuervorteil einsetzen würd, währe ne Immo.

Hallo,

es ist leicht über KLV und andere Produkte zu granzen - trifft aber bei Riester und Rürup Renten nicht den Punkt.

  1. Rürup Rentze - es gibt bisher kein Produkt - die Allianz schult intern Ihre Verkäufer schon in Bezug auf die Beratung - das Produkt liegt aber noch nicht vor.

  2. Riester Rente - ein oft verkanntes Genie und insbesondere in diesem Fall geeignet. Die Förderung ist wesentlich besser als die meisten wissen. Wenn der Gesetzgeber es abschaffen sollte - so what - es wird dann Ventile in die Rürup Förderung geben.
    Das Produkt kann ich mit Fonds und als Rente mit Kapitalwahlrecht (in 2004 noch mit steuerfreier Auszahlung) abschließen. Durch die Familienkonstruktion die Möglichkeit mit geringstem Aufwand die volle Förderung zu holen. Das kann eine erhebliche Rendite bringen. Die Faktoren und die Zulagen kann ich vorher exakt berechnen.
    Entscheidend ist, dass ich auf die Kostenstruktur und die Rückkaufwerte achte. Das ist der eigentliche Grund warum die Riester Rente gefloppt ist. Die Courtage wird ratierlich gezahlt und das bei hohem Zeitaufwand für die Beratung. D.h. Riester Produkte sind nicht mit üblichen Kapital-Versicherungen zu vergleichen und haben unterschiedliche Kosten - die übrigens im Gegenteil zu üblichen Kapital-Versicherungen und im Sinne der hier gestellten Forderungen - transparent sind.

Viele Grüße
Thorulf Müller

Hallo Thorulf,

  1. Riester Rente - ein oft verkanntes Genie und insbesondere
    in diesem Fall geeignet.

Ralph verdient gut. Damit ist es doch so, daß er einen rel. hohen Eigenanteil aufwenden muß, um den max. staatl. Zuschuß zu bekommen. Und er ist weiterhin gezwungen, diesen Eigenanteil in eine wirklich arg begrenzte Anlageauswahl zu investieren. Langfristig zu investieren. Und der Spartopf geht nicht an die Ehefrau zu vererben (da sie ja nicht existent) und später auch nicht an das Kind (wird ja mal erwachsen).
Wer (im Gegensatz zu Ralph) Geringverdiener ist und zudem noch viele Kinder hat, bekommt die Förderung fast ohne Eigenanteil. Da sieht die Sache anders aus. Fast alles geschenkt, da kann man auch in ein sooo beschränktes Produkt investieren. Oder verzichten. Dann also das Geschenk mitnehmen.

Entscheidend ist, dass ich auf die Kostenstruktur und die
Rückkaufwerte achte. Das ist der eigentliche Grund warum die
Riester Rente gefloppt ist. Die Courtage wird ratierlich
gezahlt und das bei hohem Zeitaufwand für die Beratung.

Oh, wie barmherzig. Und uneigennützig.
Daß das Beratungsergebnis aber courtagebestimmt ist, na, das will ich zumindest für micht mal nicht so gelten lassen!!!
Und mit Blick auf die Kostenstruktur beraten, das ist wohl eine Modeerscheinung. Mancher Kunde will schon Produkte mit möglichst keinen Kosten. Beraten tu ich aber immer nach dem ERGEBNIS NACH KOSTEN. Das ist wohl bedeutsamer.

Gruß
Boris