Pit hat etwas weiter unten zum Thema lasern geschrieben, dass ab ca. 45 Lebensjahren die Altersweitsichtigkeit kommt und ein gelaserter Patient dann „auf jeden Fall“ eine Lesebrille braucht.
Kann ich (36) in ca. 9 Jahren dann eventuell auf meine Brille -1,25 Dioptrien verzichten?
Ich habe seit der Führerscheinsehprüfung die gleichen Werte.
Kommt die Altersweitsichtigkeit bei jedem?
Ich dachte immer sie kommt (wenn sie kommt) schleichend?
In der Hoffnung, dass auch Pit antwortet,
schönen Gruß, Joe
ich bin jetzt fast 50 und auch seit ca. 30 Jahren Brillenträgerin (- 2,5 Dioptrien).
Die Altersweitsichtigkeit kommt tatsächlich schleichend (und meines Wissens nach tatsächlich bei jedem), was bei mir bedeutet, dass ich z.B. mit meiner Brille nicht mehr lesen kann. Das geht nur noch ohne Brille. Das ändert aber nichts daran, dass ich z.B. für alles, was weiter entfernt ist, nach wie vor die Brille brauche - und daran wird sich auch nichts ändern.
Wenn du dir also Hoffnungen machst, dass die Altersweitsichtigkeit die Kurzsichtigkeit ausgleicht, muss ich dich enttäuschen. Der Nachteil - zumindest bei mir - war sogar ein höherer Verschleiß an Brillen durch das ewige Brille rauf, Brille runter.
Ich habe mir deshalb vor 2 Jahren eine so genannte Gleitsichtbrille anfertigen lassen, mit der ich nun auch wieder lesen und gleichzeitig in die Ferne gucken kann. Diese Dinger sind aber leider sauteuer und für viele sehr gewöhnungsbedürftig. Ich komm aber sehr gut damit zurecht.
es stimmt, was Uschi schreibt: Die Altersweitsichtigkeit trifft jeden ohne Ausnahme - das einzig gerechte auf der Welt. In jungen Jahren ist die natürliche Linse äußerst flexibel. Um nah und weit entferntes scharf abbilden zu können, muss sie mehr oder weniger stark das Licht brechen. Die Linse hängt in einem „Fasergeflecht“, dieses wiederum an einem Ringmuskel. Über dieses System Muskel-Ziliarkörper wird die Linse mehr oder weniger stark gewölbt - die Brechkraft ändert sich dadurch: Ein natürlicher Autofokus. Den Vorgang nennt man Akkommodation.
Mit zunehmendem Alter wird die Elastizität der Linse immer mehr nachlassen - es kann nicht mehr nah genug eingestellt werden. Bis zum 60.-65. Lj verliert die Linse ca. 3 dpt Brechkraft, die durch eine Linse ausgeglichen werden muss.
Dein Sehfehler wird nicht korrigiert, weil er sich aufs Fernsehen bezieht - Brille für immer (es sei denn du liessest diesen Sehfehler per Laser korrigieren). Lesebrille ist dann aber trotzdem wie oben fürs normalsichtige Auge beschrieben nötig wegen Elastizitätsverlust!! Bis -3 dpt Kurzsichtige legen die Fernbrille im Alter ab zum Lesen - das funktioniert, ist aber lästig. Deshalb kommt wie von Uschi beschrieben die Variante Gleitsichtbrille ins Spiel. Unten Lesekorrektur, Mitte Bildschirm z.B., oben Ferne. Teuer, bis zu 3x wegen fortschreitender Akkommodationsschwäche sind bis zum 65. Lj neue Gläser nötig. Wenn man die Kosten hochrechnet kann man durchaus übers Lasern nachdenken. Eine Lesebrille, im Grunde eine Lupe, gibts an jeder Ecke und kostet kaum was.
Lach mich bitte nicht aus, aber ich habe mir das so vorgestellt, dass das Auge lebenslang wächst und dadurch die Form der Linse mit verändert. Weil es nun mal Altersweitsichtigkeit heißt, habe ich nun angenommen, dass es eine Art offset gib: jetzt -1,25 Dioptrien +1,0 Altersw. = -0,25 Dioptrien.
Schade das es nicht so einfach ist. Ich habe mich gerade schon auf das Alter gefreut.
Gruß aus dem ebenfalls schonigen Schwalbach/Hessen,
Joe
Deshalb kommt wie von Uschi beschrieben die
Variante Gleitsichtbrille ins Spiel. Unten Lesekorrektur,
Mitte Bildschirm z.B., oben Ferne. Teuer, bis zu 3x wegen
fortschreitender Akkommodationsschwäche sind bis zum 65. Lj
neue Gläser nötig. Wenn man die Kosten hochrechnet kann man
durchaus übers Lasern nachdenken.
Hallo Pit,
die Entwicklung erforderlicher Korrekturen läßt sich nicht vorhersehen. Schon deshalb steht das Kostenargument auf wackeligen Füßen. Wer an seinen Augen herumlasern läßt (ist auch nicht kostenlos), unterzieht sich einem medizinischen Eingriff, der grundsätzlich mit Risiken behaftet ist. Im übrigen gibt es nach der Korrektur per Laser nicht die Spur einer Gewißheit, ob und in welcher Weise später weitere Korrekturen erforderlich werden.
Bis Anfang dieses Jahres trug ich gelegentlich eine Brille und das schon seit Jahrzehnten. Die optimale Korrektur war es eigentlich nie, egal ob vom Augenoptiker oder Augenarzt angepaßt. Mir wurde klar, daß ich für Nah- und Fernbereich unterschiedliche Korrekturen brauchte. Nachdem ich im Auto, am Arbeitsplatz und in der Wohnung überall diverse Lupen verteilt hatte, ging ich mit dem Vorsatz, mich nicht länger zu ärgern, Anfang des Jahres wieder mal zum Augenoptiker. Dort ließ ich die Dame am Computer nicht nach Herzenslust mit Korrekturen spielen. Ich bestimmte Geschwindigkeit und Richtung der Korrekturen selbst und ließ Korrekturwerte aufschreiben. Nach 4 Wochen erschien ich erneut zum Wiederholen der Prozedur, die jeweils eine knappe Stunde dauerte. Ergebnis war eine Gleitsichtbrille, die einige Tage der Gewöhnung erforderte. Seither kann ich in allen Entfernungsbereichen besser als je zuvor sehen und brauche keine Lupen mehr, abgesehen von sehr feinen Arbeiten, die aber jedes Auge überfordern.
Für die Gläser waren einige hundert Euro fällig - Peanuts für das wichtigste Sinnesorgan. Preiswerter als ein medizinischer Eingriff per Laser ist’s allemal. Das Problem bei Brillen sehe ich in erster Linie in Pfusch beim Anpassen auf die Husche.
Hi Joe und alle Kurzsichtigen, die in die Jahre kommen…
Noch mal ganz einfach:
Bei Kurzsichtigen ist der Augapfel i.d.R. zu lang - der Brennpunkt des Systems aus Hornhaut und Linse liegt vor dem scharfen Fleck der Netzhaut. Das ist unabhängig davon, wie flexibel die Linse ist. Um diesen Längenunterschied auszugleichen, setzt man eine Zerstreuungslinse vor das Auge - das Licht wird jetzt weniger stark gebrochen und der Brennpunkt liegt wieder auf der Netzhaut. Die Akkommodation funktioniert weiterhin - nah und fern wird eingestellt.
Da die Akkommodationsfähigkeit bei jedem wie beschrieben mit zunehmendem Alter nachlässt, wird auch beim Kurzsichtigen dafür eine Nahkorrektur nötig - denn das Auge bleibt ja totzdem zu lang! Es hebt sich also nicht auf, weil der Akkommodationsverlust sich nur auf die max. mögliche Dioptrienänderung der Linse im Nahbereich auswirkt - für die Ferne ist und bleibt das Auge zu lang und auf eine Brille angewiesen. Schade eigentlich…
die Entwicklung erforderlicher Korrekturen läßt sich nicht
vorhersehen. Schon deshalb steht das Kostenargument auf
wackeligen Füßen. Wer an seinen Augen herumlasern läßt (ist
auch nicht kostenlos), unterzieht sich einem medizinischen
Eingriff, der grundsätzlich mit Risiken behaftet ist. Im
übrigen gibt es nach der Korrektur per Laser nicht die Spur
einer Gewißheit, ob und in welcher Weise später weitere
Korrekturen erforderlich werden.
„Nicht die Spur einer Gewißheit“ würde ich so nicht behaupten, weil statistisch/im praktischen Alltag auch falsch, aber natürlich ist jeder Eingriff (zumal noch an einem gesunden Organ!) immer mit Risiken verbunden. Die Kosten sollten auch niemals Argument für das Lasern sein, das lediglich als Alternative bei Unverträglichkeiten von Kontaktlinse und (schlecht angepasster oder -passbarer) Brille in Frage kommt.
Obwohl mich das Lasern nichts kosten würde, benutze ich eine sehr gut angepaßte Gleitsichtbrille und komme gut damit zurecht. Wer nie Probleme mit Brilletragen hatte, für den besteht auch keinerlei Veranlassung sich lasern zu lassen. Bei vielen gehört eine Brille auch einfach zum Typ!
Das Problem bei Brillen sehe
ich in erster Linie in Pfusch beim Anpassen auf die Husche.
Sicherlich häufig richtig - keine Zeit, kostet mich Geld. Aber je höhergradiger eine Fehlsichtigkeit ist, möglicherweise noch in Kombination mit Hornhautverkrümmungen desto schwieriger bzw. unbefriedigender wird ein Optimieren! Und für diese Menschen kann das Lasern sehr wohl eine bedenkenswerte Alternative sein. Bei geringgradiger Kurz- oder Weitsichtigkeit ist Brilletragen selten ein Problem.