altertümliche Verwendung von 'als'

Hallo!
Es tut mir wirklich leid, dass ich mich so oft hier melde, aber immer wieder erlebe ich, dass Dinge als falsch bemängelt werden, von denen ich wenigstens glaube zu wissen (!), dass sie richtig sind.
„…aber wen sah er neben dem Thron stehen und ihn verlangend betrachten, als wiederum den Engel des Todes, Asrael mit dem schwarzen Antlitz?..“ Die Wendung ist mir aus Märchen vertraut, aber mir schwant, dass sie vielleicht doch anders gebildet wurde, evtl. „aber wen sollte da stehen sehen, als…“ oder so ähnlich. Vielleicht gibt es hier noch jemanden mit Grufti-Wortschatz, der genauer Bescheid weiß als ich.

Gruß,
Eva

Ich habe leider deine Frage nicht verstanden. „Als“ etwas altmodisch gebraucht, das gibt’s jedenfalls in der Fassung von „wie“, etwa in dem Ausdruck: „so schnell als möglich“.

Dass viele Leute richtige Dinge als falsch bemängeln, trifft übrigens auch meiner Erfahrung nach zu. In meinem Blog schrieb ich mal von den „teutschen Landen“ und wurde doch tatsächlich darüber informiert, dass es die „deutschen Länder“ heißen müsse :smile:

Mein Gott, was wäre Sprache langweilig, wenn solche Langweiler das Sagen hätten.

Ooooooh, übrigens: Bei der Aussprache gibt es auch einen weit verbreiteten Irrtum, er betrifft die Endsilbe „-ig“. Diese wird korrekt wie „-ich“ gesprochen (also „Könich“, nicht „Könik“). Und gerade die, die es falsch machen, glauben dann, besonders korrekt zu sein.

Levay

Alternativvorschlag
Hallo Eva,

wie wäre es mit:

„…aber wen sah er neben dem Thron stehen und ihn verlangend
betrachten, wenn nicht wiederum den Engel des Todes, Asrael
mit dem schwarzen Antlitz?..“

Die Wendung ist mir aus Märchen
vertraut, aber mir schwant, dass sie vielleicht doch anders
gebildet wurde,

Nö, war schon Ordnung so, wenn Dir ein ‚märchenhafter‘ Stil wichtig ist.

Beste Grüße

=^…^=

Neues Fass
Hallo Levay,

Ooooooh, übrigens: Bei der Aussprache gibt es auch einen weit
verbreiteten Irrtum, er betrifft die Endsilbe „-ig“. Diese
wird korrekt wie „-ich“ gesprochen (also „Könich“, nicht
„Könik“). Und gerade die, die es falsch machen, glauben dann,
besonders korrekt zu sein.

Du weißt aber schon, dass im Süden dieses unseres Landes die Aussprache ‚Könik‘ die allgemein verbreitete und überaus übliche ist?! ;o)

Beste Grüße

=^…^=

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Ich habe leider deine Frage nicht verstanden. „Als“ etwas
altmodisch gebraucht, das gibt’s jedenfalls in der Fassung von
„wie“, etwa in dem Ausdruck: „so schnell als möglich“.

Hallo, Levay!
Ich habe mich auch blöd ausgedrückt, die ganze Syntax(?) ist altmodisch. Man würde heute nicht mehr so formulieren. Ich möchte aber wissen, ob es, wenn man altmodisch formulieren will, richtig ist, oder schlicht zu jeder Zeit falsch war/gewesen wäre :smile: In diesem speziellen Fall lege ich diese Formulierung einem älteren, sehr vergeistigten Herrn in den Mund, der jemandem ein Märchen erzählt (ich glaube, es ist sogar, etwas ausführlicher, bei Hauff zu finden?)

Falls es nämlich grammatisch (Leute, in meinem Hirn ist Jahrmarkt! Falls ich mich falsch ausdrücke, seht’s mir nach :-/) richtig ist und die angemerkte Bemängelung eine reine Geschmacksfrage, fechte ich’s durch!

Grüße,
Eva

Moin Eva,

noch ein Alternativvorschlag:
„…aber wen anderen sah er neben dem Thron stehen und ihn verlangend betrachten, als wiederum den Engel des Todes,…“

Nebenbei: in meiner alten saarländischen Heimat wird im Dialekt „als“ für „manchmal“ benutzt: Im Sommer gehen wir als [mal] ins Schwimmbad.

Grüße
Pit

Nebenbei: in meiner alten saarländischen Heimat wird im
Dialekt „als“ für „manchmal“ benutzt: Im Sommer gehen wir als
[mal] ins Schwimmbad.

Hai, Pit!
Dat gibbet hier in der Eifel auch: „Dat kann aldemol sin!“

Gruß,
Eva

Hallo!

Du weißt aber schon, dass im Süden dieses unseres Landes die
Aussprache ‚Könik‘ die allgemein verbreitete und überaus
übliche ist?! ;o)

Im Hochdeutschen spricht man aber tatsächlich „Könich“, das ist sogar in Wörterbüchern mit Lautschrift so vermerkt. So sieht das ungefähr aus: ['kø:ni ç] Die Aussprache gilt natürlich auch für alle anderen -ig Endungen.
Als Bayer werde ich es mir aber trotzdem nicht nehmen lassen, Könik zu sagen, sonst schaun mich hier alle dumm an *g*

Gruß, alveradis

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Liebe Ev,

Du darfst ganz beruhigt sein: Der Satz,den Du zitiert hast, erscheint mir weder sonderlich altmodisch noch gar grammatisch falsch. Es ist einfach eine gepflegte, kultivierte Ausdrucksweise, die sich natürlich dem Leser der Boulevard- oder Regenbogenpresse nicht erschließt. Aber das verschlägt nichts und tut der Qualität Deiner Sätze keinen Eintrag.

Gruß - Rolf

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Hallo, Levay,

Ooooooh, übrigens: Bei der Aussprache gibt es auch einen weit
verbreiteten Irrtum, er betrifft die Endsilbe „-ig“. Diese
wird korrekt wie „-ich“ gesprochen (also „Könich“, nicht
„Könik“). Und gerade die, die es falsch machen, glauben dann,
besonders korrekt zu sein.

so schwarz-weiß („falsch“ und „richtig“) würde ich das nun nicht sehen, zumal da selbst Siebs (Deutsche Aussprache), auf den sich die Aussprache-Puristen gern berufen, relativiert:

„Was sich nicht zur Norm der Hochlautung fügt, […] ist aber nicht ohne weiteres allgemein als Nichthochlautung zu bezeichnen. Es gibt nämlich Regeln für landschaftliche Hochlautung in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz, die auf Grund eigenständiger Entwicklungen dort ebenso legitim sind wie Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in diesen und anderen Außengebieten des deutschen Sprachraums. […] Ganz allgemein wird im Rahmen der gemäßigten Hochlautung im Süden Deutschlands bei der Nachsilbe -ig die Aussprache [Ik] statt [Iç] zugelassen […]“
http://faql.de/lokalkolorit.html#ig

Gruß
Kreszenz

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Dafür wird hier in Sachsen das Wort „manchmal“ ab und zu im Sinne von ‚vielleicht‘ benutzt:

Hamm Sie manschema’ noch zwee Zent?
Mer weeß manschema’ nisch…
Könn’Se mir manschema’ saachng, wie spät mer’s hamm?

:wink:

  • André

Hallo mitnand!

Es gibt nämlich Regeln für
landschaftliche Hochlautung in Österreich
und in der deutschsprachigen Schweiz, die auf Grund
eigenständiger Entwicklungen dort ebenso legitim sind wie
Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in diesen und
anderen Außengebieten des deutschen Sprachraums. […] Ganz
allgemein wird im Rahmen der gemäßigten Hochlautung im Süden
Deutschlands bei der Nachsilbe -ig die Aussprache [Ik] statt
[Iç] zugelassen […]"

Es gelten wohl auch noch die Regeln für die Aussprache beim Gesang:
-ig wird zu -ich, -d wird -t, -ng wir nicht zu -nk.
Gruß!
hannes

Es gelten wohl auch noch die Regeln für die Aussprache beim
Gesang:
-ig wird zu -ich, -d wird -t, -ng wir nicht zu -nk.

Das ist doch aber einfach die hochdeutsche Aussprache, oder? Deutsche Wörter enden ja nie auf stimmhafte Plosive, daher wird -b, -d, -g immer wie -p, -t, -k ausgesprochen. Das ist also nicht nur eine Eigenheit des „Gesangsdeutschen“, sondern der deutschen Sprache allgemein.

Grüße,

  • André

Das ist doch aber einfach die hochdeutsche Aussprache, oder?

Nein, André. Ich höre ständig am Radio die Wörter auf -ng gesprochen mit -nk: „Gesank“ wie "Gestank - beim Singen verpönt.
Gruß!
Hannes

Das ist doch aber einfach die hochdeutsche Aussprache, oder?

Nein, André. Ich höre ständig am Radio die Wörter auf -ng
gesprochen mit -nk: „Gesank“ wie "Gestank - beim Singen
verpönt.

Ja, das ist dann aber regional bedingte Aussprache und kein Hochdeutsch. Im Hochdeutschen gelten die gleichen Regeln, wie du sie genannt hast.

Gruß,

  • André

Danke @ alle!
Ich komme mit Danke-sagen kaum nach. Nehmt’s nicht übel, wenn ich’s mal vergesse oder zu spät bin :smile:

Grüße,
Eva