Altes Kellergewölbe

Tagchen!

Wir werden demnächst umziehen. Natürlich steht uns auch ein Kellerraum zur Verfügung. Das Problem ist, dass es ein sehr altes Gebäude ist, dementsprechend ist auch der Keller muffig und feucht. Manchmal soll sogar Wasser darin stehen, wenn das Wehr des nahegelegenen Flüsschens nicht rechtzeitig geöffnet wird. Unser Vormieter stellte alles auf eine Höhe von mind. 1m, trotzdem sagt er, würde einfach alles anfangen zu schimmeln, selbst die Turnschuhe!
Im Grunde ist das für mich nicht ein echtes Problem, da ich noch eine andere Lagerungsmöglichkeit habe. Trotzdem frage ich mich, ob man nicht doch etwas dagegen machen könnte. So einen teuren Luftentfeuchter wollte ich jetzt nicht so gern kaufen (Stromverbrauch).
Ob ein Fenster darin ist, konnte ich gar nicht so schnell sehen.
Angenommen, es gibt keine Möglichkeit, sollte ich es dann auch vermeiden, zB ein Fahrrad hineinzustellen? Nicht dass es noch rostet, oder?

Liebe Grüsse
Anja

Hallo Anja!

Nicht dass es noch rostet, oder?

In einem feuchten Keller rostet, rottet und verschimmelt alles. Egal wie alt, man kann solches Gemäuer zuverlässig trocken legen, aber das kann sehr viel Aufwand sein, erhebliche Kosten verursachen und ist gewiß nichts, was Mieter machen können. Elektrische Trockner werden Deine Stromrechnung in die Höhe treiben, aber keinen Effekt bringen, schon gar keinen dauerhaften. Mach Dir also nichts vor, der Keller ist nicht nutzbar.

Wenn das Haus einen feuchten Keller hat und zuweilen sogar Wasser darin steht, mußt Du mit muffigem Geruch rechnen, der sich nicht unbedingt auf den Keller beschränkt. Was im Winter noch angängig ist, kann in der warmen Jahreszeit übel riechen.

Ein dauerhaft feuchter Keller läßt meterhoch feuchte Wände im Gebäude vermuten. Sowas ergibt ein klamm-feuchtes Wohnklima, Schimmelneigung in Zimmerecken und hinter Schränken und gepfefferte Heizkosten.

Überlege Dir gründlich, ob Du dort wirklich einziehen willst!

Gruß
Wolfgang

ohhhh :frowning:

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…haben selbst einen Altbau mit einem „feuchten“ Gewölbekeller, den man nur als Vorratskeller nutzen kann, aber muffig oder schimmelig riechts da nicht… von Deinem Keller würde ich die Finger lassen!!! Das hört sich stark anch „Bauschaden“ an und normal ist es auf keinen Fall das der Keller regelmäßig geflutet wird. Das mag mal zu Hochwasserzeiten alle paar Jahre passieren (kenne das vom Niederrhein - da läuft der Keller voll und durch die Bodenkonstruktion mit Ziegeln auch schnell wieder leer und trocknet dann aber auch halbwegs schnell), aber hier scheint das ja ein dauerhafter Zustand zu sein.

Kannst nur hoffen, dass die Wohnung weiter oben ist und nicht direkt über dem Keller, denn der SChimmel wird sich da langsam hoch arbeiten.

Hallo Alexandra,

wie Du es beschreibst ist es bei uns. Das heisst, das es nur alle paar Jahre mal zu einem gefluteten Keller kommt. Mann erkennt nur anhand von den Linien an der Wand, dass es mal passiert ist. Das kann ohne weiteres aber auch schon 100 Jahre her sien, denn das Haus ist ein Schloss aus dem Mittelalter.
Was mich stört ist die Sache mit dem Schimmel. Ich kenne aber auch nicht den Zeitraum, den die Turnschuhe meines Vormieters dort verbracht haben :wink:. Er selbst sagt, dass sich der Keller in jedem Fall für Weinlagerung und Eingemachtes eignet…klar.
Es war nur so ne Frage, ich werde mir das noch einmal genauer ansehen. Vielleicht liegt es auch am Lüften, da entstehen ja die meisten Schimmelschäden.

liebe Grüsse
>Anja

Hallo,

Er selbst sagt, dass sich der Keller
in jedem Fall für Weinlagerung und Eingemachtes eignet…klar.

Nee, nicht klar. Was sagt das Etikett der Weinflasche und der Korken zu extrem hoher Luftfeuchte mit unzähligen Pilzsporen in der Luft?

Bei Eingemachtem nimmt der Dichtgummi ebenfalls die Pilze sehr gern an.

Gruß
André

ohhhh :frowning:

Hallo Anja!

Jawohl, ohhhh ist der richtige Ausdruck.
Bei unserem fast 100 Jahre altem Haus hatten wir das selbe Problem.
Ich habe den Keller vor 10 Jahren trockengelegt.
Hab alles selbst gemacht,
das hat mich die Freizeit von 2 Jahren meines Lebens gekostet,
und ca. 10 000 DM.
Allerdings hab ich auch die ganzen Abwasserleitungen mit verändert,
so dass im Kellerboden ein Bodenablauf eingebaut werden konnte.
Das war eine wirklich krasse Aktion, weil ich das ganze Haus ringsum teilweise bis 3,50 m tief ausgraben musste,
mit wasserundurchlässigen Beton eine Hülle um die Grundmauern erstellen.
Drainagen legen, das ganze dann wieder mit 50 Tonnen Rollkies verfüllt.
Das halbe Gründstück hab ich dabei verwüstet, musste den Hof neu bauen usw. usf.

Aber anders geht es nicht, wenn man ein trockenes Haus haben will.

Nun nach 10 Jahren muss ich sagen, dass es sich aber wirklich gelohnt hat.
Nach 3 Jahren war der Keller ausgetrocknet, so dass ich alles neu verputzen konnte,
und bin bis jetzt sehr zufrieden mit meiner mühsamen Arbeit.

Grüße, Steffen!

… gratulation!!!

…geht aber mittlerweile wenn man Glück hat auch anders. Habe mit nem Spezialisten (glaube der kam aus MUE) geredet, der nur so alte Bauten, Schlösser etc. trocken legt. Da gibt es wohl irgendwelche Mittel, die man in die Mauern einbringt…die dann das Wasser bei den Sandsteinen ersetzen und dann irgendwie aushärten… das kann sogar ohne Graben gehen und wird zum Teil von innen gemacht. …scheint vom Grundwasserspiegel etc. abzuhängen, ob das geht. Die Kosten für unser Haus hätten dann so um den Dreh auch bei 5000 Euro gelegen.

… da wir den Keller als Lagerraum nutzen wollen, und er eben das typische Weinkellerklima aber ohne Schimmel etc. hat, lassen wir ihn erst mal so.

Hallo Alexandra!

Da gibt es wohl
irgendwelche Mittel, die man :in die Mauern :einbringt…die dann das :Wasser bei den Sandsteinen :ersetzen und dann
irgendwie aushärten…

Diese sog. Injektionsabdichtungen sind eine von mehreren Methoden zum nachträglichen Einbau einer Horizontalsperre gegen aufsteigendes Wasser. Eine ganz andere Sache ist die äußere Abdichtung gegen drückendes Wasser. Das wiederum heißt rundherum aufgraben, falls möglich Drainage legen, Verputz instand setzen, mehrere Bitumenanstriche aufbringen, mit Kies verfüllen und zwischendurch gut essen und Muskelkater pflegen, ist nämlich Knochenarbeit.

Wenn die Außenmauer nicht zugänglich ist, kann man ein Injektionsverfahren auch zur Abdichtung ganzer Wände verwenden. Dann wird aus der Wand von innen mit Bohrungen ein schweizer Käse gemacht. Das ist unglaublich mühsam, wobei die Methode wirklich nur als 2. Wahl anzusehen ist und nur an Stellen eingesetzt werden sollte, wo das Aufgraben von außen definitiv unmöglich ist. Wer sich nämlich altes Gemäuer ansieht, das Jahrzehnte der Feuchtigkeit ausgesetzt war, das u. U. ungleichmäßig dick ist, aus Bruchstein besteht und Hohlräume hat, Frostschäden mit Abplatzungen in halber Mauerwerksstärke aufweist und großflächig wie Blätterteig aussieht und dazu von Pflanzenwurzeln durchsetzt ist, kommt nur im Notfall auf die Idee, von innen durch Bohrungen eine zuverlässige Abdichtung zustande bringen zu wollen.

Wenn Aufgraben von außen möglich ist und ein „Fachmann“ schlägt trotzdem ein Injektionsverfahren zur Abdichtung gegen drückendes Wasser vor, schmeiß ihn sofort raus. Der weiß nämlich nicht, was er tut oder es ist ihm egal.

Gruß
Wolfgang