Altes Minibügeleisen mit Kohlefach

Guten Morgen,

ich helfe in einem Sozialkaufhaus, in dem Dinge abgegeben werden, die für kleines Geld an Bedürftige verkauft werden. Manche Dinge scheinen allerdings wertvoller zu sein und dafür sehr gut geeignet, die Kosten (trotz ehrenamtlicher Mitarbeiter) von Strom, Miete, Heizung zu decken. Diese Dinge gehören auch in die Kategorie „Luxus“ und dürfen dann auch etwas mehr kosten, da dort auch jeder einkaufen darf und mittlerweile auch Sammler dort auf Schatzsuche gehen.
Soviel zur Erklärung - ich möchte also nicht gierig sein aber natürlich verschleudern wir diese Gegenstände nicht so gerne, zumal sie für den Erstbedarf nicht unbedingt erforderlich sind
.

Das Bügeleisen stammt von einem Sammler, so dass ich davon ausgehen kann, dass es nicht nachgemacht ist. Allerdings finde ich nirgendwo etwas, das auch so aussieht, um daran einen Wert erkennen zu können. Was darf man dafür verlangen? Ich möchte weder überteuert aber auch nicht unter Wert angeben. Wir müssen diese Dinge nicht unbedingt verkaufen, sie brauchen kaum Platz und wir können damit auch noch zu einer Versteigerung. Aber wenn es geht, wäre es natürlich immer gut, schnell Geld in die Kasse zu bekommen.
Schon mal danke für eure Mühe.

:slight_smile:

moin,

ich habe mal mit „Kleinanzeigen Kohlebügeleisen“ gesucht.

wenn ich versch. Bilder vergleiche, würde ich den Wert auf 50€ schätzen. das kann aber wirklich nur ein Anhaltspunkt sein. evtl. mal ein Heimatmuseum befragen.

Gruß Volker

Mind. 50 € weil der Untersatz dabei ist! Von der seltenen Form mal abgesehen werden dieganz selten mit dem Untersatz angeboten und verteuern sich dadurch sehr! ramses90

Servus,

das könnte ein „Schneiderbügeleisen“ sein - die waren, solange sie noch hergestellt wurden, auch noch zu Elektro-Zeiten deutlich schwerer als Haushaltsbügeleisen.

Eigenartig der für die Handhabung als Bügeleisen gänzlich unergnonomisch geformte Handgriff. Ich frage mich, ob der auf irgendeine andere, einem Bügeleisen ähnliche Funktion hindeutet. Außerdem die sehr sparsame Luftzufuhr, die bloß über die niemals ganz dicht schließende Klappe erfolgen kann - da hat sich jemand darauf verlassen, dass das Kohlenmonoxid nach unten abzieht und nicht weiter stört.

Jedenfalls, was den schnöden Mammon betrifft, wohl nicht unter 50 € herzugeben, grade wie Du sagst.

Schöne Grüße

MM

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Oooooh! Das freut mich riesig. Dann werde ich das vielleicht mal für eine besondere Aktion aufbewahren… :heart_eyes:

Danke lieber Aprilfisch, Ramses und Volker, das ist wirklich eine gute Nachricht :thumbsup:

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Hallo,

Hier liegt leider ein Irrtum vor: dies ist kein Kohlebügeleisen - selbige haben immer seitlich Zuluftlöcher und sind von oben zu beschicken-, vielmehr handelt es sich um ein sog. „Stageleisen“, das mittels eines passenden, am Ofen aufgeheizten Eisenkörpers, dem „Stagel“ (Name vielleicht nach der Form von „Stachel“ abgeleitet), erhitzt wurde. Man konnte mit einem Stagel bügeln, während der andere nachgewärmt wurde. Typisch ist dabei die Verschlussklappe, die den Stagel an Herausrutschen hindern soll. Von Sammler besonders geschätzt, wenn Stagel dabei ist/sind! Hier übrigens noch ein Bild von einem Holzkohlenbügeleisen:

LG
SL99grafik

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Woooow! Danke für die tolle Info. Das klingt alles logisch und schlüssig.

Liebe Grüße, Claudia

Servus,

schönen Dank für diese erhellende Erklärung und das neue Wort für meine Sammlung aussterbenden Vokabulars!

Mit dem Stichwort ‚Stagelbügeleisen‘ hab ich grade eben noch mitgekriegt, welche Metapher dahinterliegt, wenn jemand ‚mehrere Eisen im Feuer hat‘.

Schöne Grüße

MM

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Servus,

Danke meinerseits für die Erkärung zur Redewendung - an diese Folgerung habe ich bisher nicht gedacht!
Hier noch ein Detail zum Gebrauch der Holzkohlen-Bügeleisen: es war erforderlich, bei Abkühlung durch Schwenken des (recht massiven) Geräts die Glut anzufachen und so die Temperatur zu regeln!

Beste Grüße

SL99